Lausen (Leipzig)

Lausen (Leipzig)

Lausen war von 1838 bis 1994 eine selbstständige Gemeinde westlich von Leipzig, die die Gemarkung Lausen mit dem Dorf Lausen umfasste. Seit dem 1. Januar 1995 gehört sie zu Stadt Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Dorfkirche Lausen, um 1850

Das Dorf Lausen wurde von slawischen Siedlern als Runddorf am Ostufer des Zschampert (zwischen Göhrenz im Süden und Großmiltitz im Norden) am Westhang der Dehlitz-Rückmarsdorfer Endmoräne angelegt. Im Jahre 1234 wurde es erstmals urkundlich als Lusene (slawisch: Wiesenland) erwähnt.

Landesherr war seit dem 13. Jahrhundert der Bischof von Merseburg (bis 1562). Nach der Umwandlung des Bistums in ein weltliches Stift fungierten von 1562 bis 1656 die Kurfürsten von Sachsen, von 1656 bis 1738 die Herzöge von Sachsen-Merseburg und von 1738 bis 1918 die Kurfürsten (seit 1806 Könige) von Sachsen als Landesherr. Sowohl innerhalb des Stifts Merseburg als auch im Herzogtum Sachsen-Merseburg gehörte das Dorf Lausen in das Amt Lützen. Nach Rückfall des Herzogtums Sachsen-Merseburg an das Kurfürstentum Sachsen kam Lausen um 1740 an das Amt Leipzig, zu dem es im Jahr 1744 bereits gehörte.

Das Dorf Lausen gehörte seit 1551 zur Grundherrschaft des Ritterguts Großzschocher, damit unterstand es juristisch dem Patrimonialgericht Großzschocher. Im Jahr 1665 kam es an die Familie von Miltitz (auf Scharfenberg, bei Meißen). Seit 1683 gehörte es zum Rittergut Knauthain, das 1848 in Lausen ein Vorwerk errichtete.

Im Jahr 1835 umfasste das Dorf, Laußen geschrieben, 7 Magazinhufen Land, 22 Häuser und 121 Einwohner. Mit der Landgemeindeordnung von 1838 wurde das Dorf Lausen eine Landgemeinde und erhielt das Recht zur Selbstverwaltung; die untere Gerichtsbarkeit blieb jedoch bis zum 1. Oktober 1856 beim Patrimonialgericht Knauthain.

Von 1873 bis 1952 gehörte die Landgemeinde Lausen zur Amtshauptmannschaft Leipzig, von 1952 bis 1994 zum Landkreis Leipzig, vom 1. August 1994 bis zum 31. Dezember 1994 zum Landkreis Leipziger Land. Am 1. Dezember 1910 hatte Lausen 353 Einwohner.

Im Dezember 1979 wurde ein Teil der Gemarkung Lausen (70,83 ha) in die Stadt Leipzig eingemeindet, um diese Fläche mit dem Südteil des Wohnkomplexes 8 des Neubaugebietes Grünau zu bebauen. Im November 1985 wurde Lausen an das Straßenbahnnetz der Stadt Leipzig angeschlossen. Am 31. Dezember 1994 war Lausen 2,38 km² groß und hatte 405 Einwohner.

Am 1. Januar 1995 wurde die Gemeinde Lausen in die Stadt Leipzig eingemeindet.[1] Seitdem gehört das ehemalige Gemeindegebiet zum Ortsteil „Lausen-Grünau“ im Stadtbezirk West.

Gedenkstätten

Auf dem Ortsfriedhof befinden sich die Grabstätten und ein Gedenkstein für zwei namentlich bekannte sowjetische Kriegsgefangene, die 1942 Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Literatur

  • Cornelius Gurlitt: Lausen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 72.

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995

Weblinks

51.30277777777812.259722222222

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужно решить контрольную?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Lausen — bezeichnet: die soziale Körperpflege bei Primaten fachsprachlich davon abgeleitet in der Kürschnerei das Prüfen des Pelzes auf Schadstellen von der Haarseite aus. Orte: Lausen (Leipzig), Stadtteil von Leipzig in Sachsen, Deutschland Lausen BL,… …   Deutsch Wikipedia

  • Leipzig Tramway Network History — This article is a translation of the German article Geschichte des Straßenbahnnetzes Leipzig.Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB, Leipzig Transport Company, LLC ) operates one of Germany s largest tramway networks. The tramway network history is …   Wikipedia

  • Leipzig — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Connewitz (Leipzig) — Am Connewitzer Kreuz Connewitz war eine selbstständige Gemeinde südlich von Leipzig und wurde mit seiner Eingemeindung 1891 ein Stadtteil von Leipzig. Gemäß der kommunalen Gliederung von Leipzig ist Connewitz heute ein Ortsteil im Leipziger… …   Deutsch Wikipedia

  • Connewitz bei Leipzig — Am Connewitzer Kreuz Connewitz war eine selbstständige Gemeinde südlich von Leipzig und wurde mit seiner Eingemeindung 1891 ein Stadtteil von Leipzig. Gemäß der kommunalen Gliederung von Leipzig ist Connewitz heute ein Ortsteil im Leipziger… …   Deutsch Wikipedia

  • Volkmarsdorf (Leipzig) — Volkmarsdorf war bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1890 eine selbständige Gebietskörperschaft im Osten Leipzigs, die das Rittergut Volkmarsdorf sowie das Dorf umfasste. Heute bezeichnet Volkmarsdorf einen Ortsteil des Leipziger Stadtbezirks Ost …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Lausen–Markranstädt — Lausen–Markranstädt Kursbuchstrecke: 176k (1944) Streckenlänge: 3,39 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Maximale …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Pörsten — Leipzig Plagwitz–Pörsten Kursbuchstrecke: 549 (1998) Streckennummer: 6811 Streckenlänge: 23,64 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Legende …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha — Leipzig Hbf–Großkorbetha Kursbuchstrecke (DB): 582 Streckennummer: 6367 Streckenlänge: 32,21 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz  Maximale Neigung …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Leipzig-Lindenau — Leipzig Plagwitz Industriebf–Lindenau Ldst Kursbuchstrecke (DB): Streckennummer: 6433; sä. LX Streckenlänge: 4,590 km …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”