Subaru

Subaru
Logo
Der Subaru 360, eines der ersten Modelle von Fuji Heavy Industries (FHI)

Subaru (jap. スバル) ist eine japanische Automobilmarke des Unternehmens Fuji Heavy Industries (FHI). Obwohl Subaru der größte Hersteller von Allradantriebs-Pkw ist, ist er im Vergleich zu vielen seiner Mitbewerber im Automobilbereich sehr klein, aber trotzdem seit Jahren hochprofitabel. Subaru war neben Jeep und Land Rover die einzige Marke, deren Fahrzeuge in Deutschland ausschließlich mit Allradantrieb ausgeliefert wurden, bis im Jahr 2007 der neue Justy diese Tradition beendete.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Logos

Das erste Fahrzeug von FHI wurde 1954 gebaut und nach dem Sternhaufen der Plejaden benannt, der auf Japanisch Subaru heißt (wörtlich: sich zusammentun). In Deutschland nennt man die Plejaden zwar auch Siebengestirn, die Anzahl erkennbarer Sterne ist jedoch von den Beobachtungsbedingungen abhängig. In Japan sieht man die sechs hellsten Sterne als Sternbild "Subaru" an, so dass das Logo von Subaru nur diese sechs aufweist. Das Vorbild wurde ausgewählt, weil der Sternhaufen von alters her in Japan bekannt ist und sich die Firma FHI einst aus sechs verschiedenen Firmen zusammenschloss.

Besonderheiten

Trotz des geringen Marktanteils wird Subaru in den Listen der Fachzeitschriften wie ADAC motorwelt seit Jahren zum Thema Zuverlässigkeit, Verarbeitung und Zufriedenheit beständig an den obersten Positionen aufgeführt. In der Kategorie Gesamtkundenzufriedenheit z. B. bei der Erhebung des ADAC ist Subaru seit 2006 immer auf Platz 1 geführt.

Subaru ist der weltweit erfolgreichste und größte Hersteller von Allrad-PKW und hat bis zum Jahr 2008 bereits über zehn Millionen Allradfahrzeuge verkauft.

Obwohl Subaru im Vergleich zu Mitbewerbern ein sehr kleiner Hersteller ist und deshalb auch ein entsprechend kleines Budget für die Entwicklung hat, legt Subaru großen Wert auf Eigenkonstruktionen. Subaru ist bekannt für seine Fahrzeuge mit permanentem Allradantrieb, den Subaru als Symmetrical AWD bezeichnet (ein Hinweis auf die symmetrische Auslegung des Allradantriebs), und für die Nutzung von Boxermotoren, die durch die geringe Bauhöhe zu einem tiefen Schwerpunkt beitragen und durch den bauartbedingten guten Masseausgleich sehr laufruhig sind. Seit 2008 führt Subaru auch einen Dieselmotor im Programm. Es handelt sich dabei um einen Boxermotor mit 2,0 Litern Hubraum und Common-Rail-Einspritzung.

Die Fahrzeuge waren seit 1985 größtenteils auch mit einer Berganfahrhilfe (hill holder) ausgestattet. Die Berganfahrhilfe hält den Bremsdruck beim Anhalten an Steigungen auch dann aufrecht, wenn der Fahrer den Fuß vom Bremspedal nimmt und die Kupplung getreten hält. Die Bremse wird erst beim langsamen lösen der Kupplung zum Anfahren wieder freigegeben. Durch dieses System wird ein Zurückrollen des Fahrzeugs an Steigungen vermieden und somit das Anfahren erleichtert. Dieses hydraulisch funktionierende System wurde in den letzten Jahren durch ein elektronisches ersetzt.

Eine Besonderheit stellt die Tatsache dar, dass mit Ausnahme der WRX- und GT-Versionen des Impreza, der Dieselmodelle, und der Modelle Justy und Trezia alle in Europa angebotenen Subaru-Pkw mit Schaltgetriebe mit einer Geländeuntersetzung (Reduktion) ausgestattet sind. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen auf dem Markt vertretenen Fahrzeuganbietern, da sonst nur Geländewagen mit einer Untersetzung ausgerüstet werden.

Typisch für Subaru waren auch die rahmenlosen Seitenfenster, welche aber seit 2007 bei den neuen Fahrzeuggenerationen aus sicherheitstechnischen Gründen verschwunden sind.

Einige Jahre lang konnten Subaru-Fahrzeuge aller Serien auf Wunsch auch mit einer Autogasanlage ausgeliefert werden, wodurch die Umweltbilanz verbessert wird und sich die Verbrauchskosten verringern. In wiederkehrenden Aktionen bot Subaru diese ecomatic den Kunden auch ohne Mehrpreis an. Die Autogasumrüstung ist jedoch momentan auf Grund des Vorhandenseins eines Dieselmotorenangebotes und der Homologationsprobleme für die Abgasnorm Euro 5 nicht mehr im Programm.

In den 1990er Jahren erwarb Subaru die Namensrechte des Blitzen-Benz von Mercedes. Seither wurden mehrere sportliche Sondermodelle des Legacy produziert. Der Name ist in Japan ein Mythos, die Legacy-Blitzen-Modelle genießen deswegen Kultstatus.

Geschichte des Allradantriebs

Subaru XT (1985)

Bereits 1972 stellte Subaru mit dem Subaru Leone 4WD Station Wagon den ersten Großserien-Pkw der Welt mit zuschaltbarem Allradantrieb vor. Das Fahrzeug war, wie bei Subaru üblich, mit einem Boxermotor ausgestattet. Zurückzuführen war dieses Angebot auf die Ausschreibung eines japanischen Versorgers, der einen kompakten Wagen mit Allradantrieb benötigte, um auch abseits liegende Strom- und Versorgungsleitungen überprüfen und warten zu können. Subaru gewann diese Ausschreibung, man entschloss sich, den Wagen auch auf den regulären Verbrauchermarkt zu bringen. Erst acht Jahre später, im Jahr 1980, brachte Audi mit dem Audi quattro ein Großserien-Straßenfahrzeug mit permanentem Allradantrieb auf den Markt. Bei Subaru wurde der permanente Allradantrieb erst 1987 mit dem Subaru XT eingeführt. Bis 1994 wurden, je nach Modell, eine der beiden Techniken eingesetzt, ab 1994 dann nur noch der permanente Allradantrieb, der seitdem als AWD bezeichnet wird. Den Leone Turbo gab es hingegen seit 1987 mit permanentem Allradantrieb, als Automatikversion 4EAT und als 5-Gang-Schaltgetriebe mit sperrbarem Mitteldifferential. Die Leone-Saugversionen und der Legacy ab 1989 hatten jedoch bis zuletzt zuschaltbaren Allradantrieb.

Subaru im Autosport

Rallye-Weltmeisterschaft

Subaru Impreza WRC
(Petter Solberg, Zypern-Rallye 2006 auf Schotter)

Subaru fährt seit den 1970er Jahren Rallyes, unter anderem mit dem Leone 1800 Turbo Hardtop Coupe (EA81), dem Vivio und dem Leone Turismo Turbo (EA82). 1990 begann Subaru sich an der Rallye-Weltmeisterschaft WRC (World Rally Championship) zu beteiligen. Dabei kamen zunächst modifizierte Versionen des Subaru Legacy und ab 1993 des Subaru Impreza zum Einsatz, die beim Motorsportspezialisten Prodrive aufgebaut wurden.

Das Team und seine Fahrer waren dabei schon mehrmals erfolgreich. So wurde man in den Jahren 1995, 1996 und 1997 Erster der Teamwertung. Außerdem gewannen 1995 Colin McRae, 2001 Richard Burns und 2003 Petter Solberg jeweils die Fahrerwertung der WRC. In den anderen Jahren belegte das Subaru World Rally Team bzw. belegten seine Fahrer zumeist zweite oder dritte Plätze.

Am 16. Dezember 2008 gab Subaru den Rückzug aus der WRC bekannt, nur einen Tag nach Suzuki. Als Grund für das Ende des fast 20 Jahre dauernden Engagements wurde die Wirtschaftskrise angegeben.[1][2]

Subaru in der Formel 1

Subaru trat kurzfristig in der Formel-1-Saison 1990 als Wettbewerber an. Der Mutterkonzern Fuji Heavy hatte im Winter 1989/90 die Mehrheit des italienischen Formel-1-Teams Coloni S. P. A. erworben und stattete das Team mit einem eigenen Motor aus, dem Subaru MM 3512.

Der Motor war keine Eigenentwicklung von Subaru. Vielmehr war das Triebwerk 1988 von dem italienischen Ingenieur Carlo Chiti in dessen Werk Motori Moderni als Auftragsarbeit für Subaru entwickelt worden. Es handelte sich, um dem Firmenstandard zu entsprechen, um einen als Boxermotor ausgelegten Zwölfzylinder mit 3,5 Litern Hubraum, der in der Nach-Turbo-Ära der Formel 1, also ab 1989, eingesetzt werden sollte. Das Triebwerk war schwer, breit, durstig und schwach; nach italienischen Messungen gab es kaum mehr als 330 kW ab, was etwa 110 kW unter dem angegebenen Wert und 150 kW unter den Leistungen der Konkurrenten lag. Im Laufe des Jahres 1989 versuchte Subaru, ein renommiertes Formel-1-Team als Kunden zu bekommen; das gelang allerdings nicht. Schließlich wandte man sich an das seit 1987 in der Formel 1 agierende Team Coloni, das sich Ende 1989 in Auflösung befand. Subaru übernahm die Mehrheit der Anteile, hielt aber den bisherigen Teamchef Enzo Coloni im Amt und beließ den operativen Betrieb weiter in den Werkstätten Colonis. Dort bemühte man sich nicht sonderlich; vielmehr wurde lediglich ein einzelnes Vorjahresauto kostengünstig mit dem Subaru-Triebwerk ausgestattet. Das Ergebnis war ein übergewichtiges, untermotorisiertes und mangelhaft zusammengeschraubtes Auto Namens Coloni C3B, das mit Ausnahme des Wagens von Life Racing das schlechteste Auto der Saison war. Der belgische Rennfahrer Bertrand Gachot scheiterte mit der Maschine regelmäßig an der Vorqualifikation. Im Mai 1990 wurde Enzo Coloni entlassen, und Subaru versuchte ein paar Wochen lang, den Rennbetrieb eigenverantwortlich zu strukturieren. Bald darauf sah Subaru die Erfolglosigkeit des Unternehmens ein und zog sich nach dem Großen Preis von England aus der Formel 1 zurück. Das Team wurde an den bisherigen Eigner Enzo Coloni zurückverkauft, der ab dem Großen Preis von Ungarn wieder mit Ford Cosworth-Motoren antrat. Subaru suchte keine Alternative und kehrte nicht in die Formel 1 zurück. Ein moderner V12-Motor, den Carlo Chiti bereits im Subaru-Auftrag konzipiert hatte, nahm das japanische Werk nicht ab. Chiti versuchte vergeblich, für das Triebwerk andere Kundschaft im Motorsport zu finden.

Der Subaru-Motor wurde 1992 allerdings in anderem Rahmen wieder verwendet, und zwar in einem Supersportwagen der Fa. Montecarlo Automobiles. Die in Fontvieille, Monaco, ansässige Firma gehörte dem ehemaligen Rennfahrer Fulvio Maria Ballabio und war 1986 erstmals in Erscheinung getreten, als sie mit Ballabio einen Rennwagen der Marke Dywa zum Formel-3000-Rennen in Imola meldete. Anlässlich des 100. Geburtstags des Fußballclubs von Monte Carlo stellte die Montecarlo Automobile einen geschlossenen Sportwagen mit der Bezeichnung Centenaire her, der über einen V12-Zylinder-Motor von Lamborghini verfügte und nach Aussagen auf der Website von Montecarlo Automobile insgesamt sechsmal verkauft wurde. Eine Cabriolet-Version wurde 1992 in Los Angeles vorgestellt. Sie war mit dem Subaru-Boxemotor von Motori-Moderni ausgerüstet und soll durch zwei Turbolader 530 kW abgegeben haben. Hierbei handelte es sich um ein Einzelstück.

Sonstiges

1997er Subaru Legacy Kombi

Auch bei anderen Rallyes werden wegen des Serien-Allradantriebs häufig Subaru-Fahrzeuge eingesetzt.

Außerdem stellte der Subaru Legacy in den 1990er Jahren mehrere Ausdauer- und Geschwindigkeitsrekorde für Serienfahrzeuge auf, wie z. B. den für den schnellsten Serienkombi.

Ein Subaru Impreza wird auch in der GT300-Klasse der japanischen GT-Meisterschaft (Super GT) sowie in der Super-Taikyu-Serie eingesetzt.

Einige Subaru Impreza werden seit 2005 auch im japanischen D1-Drift-Grand-Prix eingesetzt. Diese werden vom Team Orange eingesetzt und wurden so modifiziert, dass sie nur noch über einen Heckantrieb verfügen.

Einer von drei eingesetzten Impreza beim D1-Drift-Grand-Prix

Kooperationen

Von 2000 bis Oktober 2005 hielt General Motors einen 20%-igen Anteil an Fuji Heavy und es wurden einige Automodelle gemeinsam entwickelt und vermarktet. So wurde z. B. der Saab 9-2X auf Basis des Subaru Impreza entwickelt, oder der Subaru Traviq (der nicht in Deutschland erhältlich war) auf Basis des Opel Zafira. Geplant war ebenfalls die Einführung eines neuen Modell des Justy auf Basis des Opel Corsa sowie ein neuer SAAB-SUV auf Basis des Subaru B9 Tribeca, was dann aber doch nicht verwirklicht wurde.

Seit Oktober 2005 besteht eine Kooperation zwischen Fuji Heavy Industries und Toyota Motor Corporation. Toyota hält seit April 2008 eine Minderheitsbeteiligung von 16,5 % an Fuji Heavy Industries.[3]

Es sollen gemeinsam diverse neue Modelle entwickelt werden. Als erstes Ergebnis dieser neuen Kooperation wird der Daihatsu Sirion der Toyota-Tochter Daihatsu ab September 2007 als eine neue Version des Subaru Justy verkauft. Neben einem Produktionsauftrag für Toyota-Modelle in den USA erhält Subaru voraussichtlich auch Zugang zur Hybrid-Technik von Toyota.[4]

Früher fertigte Fuji Heavy zusammen mit Suzuki in deren Werk in Esztergom/Ungarn (Magyar Suzuki) die weitgehend identischen Fahrzeuge Subaru Justy und Suzuki Ignis (vorher Suzuki Swift). Diese Zusammenarbeit wurde aber nach dem Ende der Beteiligung von General Motors an Fuji Heavy ebenfalls beendet (Suzuki befand sich ebenfalls teilweise im Besitz von General Motors). In den USA wurde derselbe Wagen unter dem Namen Geo Metro vermarktet.

Seit 1988 betrieb Subaru of America in Ohio/USA ein Werk zusammen mit Isuzu als Joint-Venture, in dem u. a. der Subaru Outback und Fahrzeuge von Isuzu gefertigt wurden. 2003 kaufte Fuji Heavy die Anteile von Isuzu und betreibt das Werk seitdem in Eigenregie (Subaru of Indiana Automotive). Seit April 2007 werden dort im Auftrag zusätzlich Toyota Camry gefertigt.

Gebäude mit Subaru-Werbung

Produktionszahlen

  • 2004: 592.678 Stück
  • 2003: 548.422 Stück
  • 2002: 541.018 Stück
  • 2001: 568.870 Stück
  • 2000: 581.368 Stück

Modelle

Zeitleiste

Zeitleiste der Subaru-Modelle seit 1970
Kooperationen: GM: 20 % Toyota: 16,5 %
Typ 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1
Kleinstwagen / Microvan R1
360 R2
R-2 Rex Rex Rex Vivio Pleo Pleo
Stella
Lucra
Kleinwagen / Minivan ff-1 Justy Justy Justy Justy Trezia
Dex
Untere Mittelklasse Leone/DL/GL Leone/DL/GL Leone/DL/GL/Loyale/L1800 Leone Delivery
Impreza Impreza Impreza
Mittelklasse Legacy Legacy Legacy Legacy Legacy
Van Traviq Exiga
Coupé XT/Alcyone/Vortex SVX/Alcyone SVX
SUV Forester Forester Forester
Legacy Outback Legacy Outback Legacy Outback Outback
Tribeca
Geländewagen Bighorn Bighorn
Pickup BRAT Baja
Kleintransporter / Minibus Libero/Domingo/Sumo Libero/Domingo/Sumo
Sambar Sambar Sambar Sambar/Dias Sambar/Dias Wagon Dias

Europa, Japan und USA

Subaru Forester
Subaru Legacy
AMI-Präsentation des R1

Studien

Der B11S, auf der IAA im Jahr 2003
  • B5-THP
  • B9SC
  • B11S
  • BRZ

Trivia

  • Subaru veröffentlicht in Japan eine Autozeitschrift namens Cartopia, von dieser sind bisher über 400 Ausgaben erschienen. In Deutschland veröffentlicht Subaru eine Kundenzeitschrift namens Drive[5]
  • Seit 1980 ist Subaru in Deutschland durch die Subaru Deutschland GmbH in Friedberg vertreten.
  • Im US-Film "Wisdom" (1986) ist ein älterer Subaru Leone Kombi der ersten Baureihe mit Doppelscheinwerfern das Fahrzeug des Gangsterpärchens. Demi Moore und Emilio Estevez fahren mit diesem durch die USA und überfallen Banken, um Schuldscheine zu vernichten.

Weblinks

 Commons: Subaru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. wrc.com: Subaru pulls out of the WRC, 16. Dezember 2008
  2. n-tv: Auch Subaru steigt aus, 16. Dezember 2008
  3. Thomson Financial News, Japann's Fuji Heavy shares rally on expanded alliance with Toyota group, www.forbes.com, 11. April 2008 (englisch)
  4. http://www.autokiste.de/index.htm?site=/psg/0603/5143.htm
  5. [1] Einige Drive Ausgaben zum Herunterladen

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