Bahnstrecke Essen–Gelsenkirchen

Bahnstrecke EssenGelsenkirchen
EssenGelsenkirchen
Kursbuchstrecke (DB): 425, 450.2
Streckennummer (DB): 2163 (EssenEssen Kray Nord)
2168 (Essen-Kray NordGelsenkirchen)
2230 (GE-HesslerWanne-Eickel)
2234 (GE-RotthausenGE Schalke Süd)
2237 (GE-RotthausenGelsenkirchen)
Streckenlänge: 10,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h
Zweigleisigkeit: EssenGelsenkirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Legende
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Güterstrecke von Gelsenkirchen-Hessler
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5,6 Gelsenkirchen-Schalke Süd
  (ehem. Schalke RhE, zuletzt Anst)
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Hauptstrecke von Wanne-Eickel
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4,6 Gelsenkirchen Hbf
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4,2 Gelsenkirchen RhE
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(heute niveaufreie Ausfädelung nach Essen)
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Hauptstrecke nach Duisburg
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(ehem. Güterstrecke von Schalke)
S-Bahnhof
2,8 Gelsenkirchen-Rotthausen (Bft)
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ehem. Güterstrecke von Wanne-Eickel
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ehem. Strecke von Gelsenkirchen-Wattenscheid
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0,0
5,6
Essen-Kray Nord
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2,9 Frillendorf (Abzw, zuletzt Bk)
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Anschlussstrecke nach Essen Nord
   
ehem. Strecke von Gelsenkirchen-Hessler
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1,9 Essen Hbf Burggrafenstraße (Abzw)
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Hauptstrecke von Essen-Kray Süd
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S-Bahn-Strecke von Essen-Steele
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0,1 Essen Hbf
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Hauptstrecke nach Duisburg

Die Bahnstrecke EssenGelsenkirchen ist eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Eisenbahnhauptstrecke im zentralen Ruhrgebiet. Sie führt heute von Essen Hauptbahnhof über Essen-Kray Nord nach Gelsenkirchen Hauptbahnhof.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zwischen 1866 und 1874 baute die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) ihre eigene Ruhrgebietsstrecke von Osterath an der linksniederrheinischen Strecke zum Bahnhof Dortmund RhE, in Konkurrenz zu der Bahnstrecke Witten/DortmundOberhausen/Duisburg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME), erbaut 186062, und der bereits 1848 fertig gestellten und etwas weiter nördlich verlaufenden Bahnstrecke DuisburgDortmund der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME).

Seit 1868 war die Strecke bisWattenscheid RhE“ (später Gelsenkirchen-Wattenscheid) in Betrieb, der Rest der Strecke sollte erst sechs Jahre später eröffnet werden. Schon während des Streckenbaus wurde 1870 in Duisburg eine Stichstrecke zum gemeinsamen Bahnhof der CME und BME errichtet (heute Duisburg Hauptbahnhof), um konkurrenzfähiger zu sein.

KrayGelsenkirchen

Aus dem gleichen Grund ließ die RhE von ihrer Ruhrgebietsstrecke imBahnhof Kray“ (heute Bahnhof Essen-Kray Nord) eine Stichstrecke Richtung Norden abzweigen, diese wurde am 13Februar 1872 für den Güterverkehr freigegeben, am 1Juni 1872 folgte der Personenverkehr. Die Strecke endete imBahnhof Gelsenkirchen RhEsüdlich der Cöln-Mindener Bahnstrecke DuisburgDortmund, nicht einmal einen halben Streckenkilometer vomBahnhof Gelsenkirchen CMEentfernt.

1876 wurde auf halber Strecke ein Personenzughalt nahe der Zeche Dahlbusch eingeweiht, der erst 1895 zu einem Bahnhof mit Güterabfertigung ausgebaut wurde. Der Bahnhof wurde bis heute mehrfach umbenannt, das erste Mal 1898 inBahnhof Dahlbusch-Rotthausen“, 1907 inBahnhof Rotthausen (Kreis Essen)“ und schließlich 1924 in Bahnhof Gelsenkirchen-Rotthausen.

Nach der Verstaatlichung aller (nominell) privaten Eisenbahn-Gesellschaften Ende des 19. Jahrhunderts begannen dieköniglichen Eisenbahndirectionen der Preußischen Staatseisenbahnen“ (PSE), einerseits überflüssige oder redundante Bahnanlagen abzubauen oder zusammenzulegen, andererseits neue Verbindungsstrecken zwischen den einzelnen Strecken der ehemaligen Eisenbahn-Gesellschaften zu errichten.

Aus diesem Grund wurde 1904 der rheinische Bahnhof in Gelsenkirchen geschlossen und der gesamte Verkehr zum Cöln-Mindener Bahnhof verlegt, der bei dieser Gelegenheit großräumig umgebaut und dann 1907 zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof erhoben wurde. Um den Bahnhof kreuzungsfrei verlassen zu können, wurde eine zusätzliche Verbindung nach Rotthausen geschaffen (VzG-Streckennummer 2237), die die Cöln-Mindener Stammstrecke in Höhe der alten Güterstrecke unterquert (heute Rotthauser Str.). Bis 1908 wurde die gesamte Strecke dann bis Kray Nord zweigleisig ausgebaut.

RotthausenSchalke / GelsenkirchenHessler

Bahnsteige des Bahnhofs Gelsenkirchen-Rotthausen

Nur gut ein halbes Jahr nach Fertigstellung der Strecke KrayGelsenkirchen eröffnete die RhE am 18September 1872 zusammen mit demBahnhof Schalke RhEein Anschlussgleis zur Zeche Wilhelmine Victoria in derGemarkung Heßler“. Da man hierbei die wichtige Cöln-Mindener Stammstrecke westlich von Gelsenkirchen kreuzte, wurden nach der Verstaatlichung Bahnhof und Anschlussgleis nach nicht einmal zwanzig Jahren Betrieb Ende der 1880er Jahre zwischenzeitlich stillgelegt, ersterer dann aber schon 1893 alsBahnhof Schalke Südwiedereröffnet (ab 1907 dannGelsenkirchen-Schalke Süd“).

Das Anschlussgleis wurde nunmehr von Gelsenkirchen aus zu einer regulären Güterstrecke ausgebaut, die ab dem 1April 1897 die Verbindung zumBahnhof Heßleran der märkischen Emschertalbahn herstellte. Nachdem die Strecke 1898 zunächst zwischenHeßlerundSchalke Südsowie zwei Jahre später weiter bis Gelsenkirchen zweigleisig ausgebaut worden war, wurde sie ab dem 1Mai 1902 auch für den Personenverkehr genutzt.

Am 12September 1903 wurde der Güterverkehr dann auch auf der ursprünglichen Trasse zwischenBahnhof (Dahlbusch-)RotthausenundBahnhof Schalke Südwieder aufgenommen. Im Zuge des Umbaus des Gelsenkirchener Bahnhofs wurde der Abschnitt bis zum 1Dezember 1908 kreuzungsfrei neu trassiert. Dessen ungeachtet wurde der Güterverkehr am 28Mai 1967 endgültig eingestellt und die Teilstrecke zum 1Juni 1969 komplett stillgelegt.

Bereits 1933 war der Personenverkehr zwischenGelsenkirchen Hauptbahnhofund demBahnhof Gelsenkirchen-Hesslereingestellt worden, nach dem Zweiten Weltkrieg kam es vom 4Mai 1947 bis zum 8Mai 1948 nur noch zu einem kurzen Wiederaufleben. In den 1970er Jahren wurde das zweite Gleis zurückgebaut und die Strecke am 30September 1979 in eine Nebenbahnstrecke umgewandelt.

KrayWanne

Empfangsgebäude des Bahnhofs Essen Kray Nord

Am 25März 1875 eröffnete die RhE eine weitere Stichstrecke von Kray aus, diese war mit einer Streckenlänge von 9 km die längeste und führte fast schnurgerade auf direktem Wege zumBahnhof Wanne CME“ (heute Wanne-Eickel Hauptbahnhof). Wie auch die Strecke nach Schalke war diese immer nur für den Güterverkehr genutzt worden und wurde nach gerade einmal 15 Jahren Nutzung am 1August 1890 wieder geschlossen.

Nach der Stilllegung wurde die unter der Streckennummer 2209 eingereihte Strecke als Zechengleis weitergenutzt, ein Teil ging später in der Güterstrecke GelsenkirchenWanne-Eickel (Streckennummer 2231) auf. Die nicht mehr genutzte Trasse ist heute noch gut zu erkennen, der weiterhin genutzte Teil ist der südliche Ast der Verbindung GelsenkirchenWanne-Eickel, welche sich ab der Hochofenanlage Schalker Verein in Bulmke-Hüllen in zwei Äste aufteilt.

EssenKray Nord

Als südliche Verlängerung der umgebauten Strecke von Gelsenkirchen nahm diekönigliche Eisenbahndirection Essendann am 1Mai 1905 abzweigend von der Bahnstrecke Essen HbfGelsenkirchen-Bismarck (über Stoppenberg und Katernberg-Nord) eine zunächst eingleisige Verbindungsstrecke vom Essener Hauptbahnhof zurAbzweigstelle Frillendorfin Betrieb.

Diese wurde in den Folgejahren parallel zur Rheinischen Bahn bis zumBahnhof Kray Nordweitergebaut, der umbenannt worden war, nachdem 1896 derBahnhof Kray Südan der Bahnstrecke EssenWattenscheidBochum seinen Betrieb aufgenommen hatte. Seit dem 16Juli 1914 steht damit dem Personenverkehr eine durchgängig zweigleisige Strecke vom Hauptbahnhof nach Kray Nord zur Verfügung.

Entwicklung

Über 30 Jahre lagen zwischen dem Bau der beiden Streckenäste, und beide waren ursprünglich nur als Ergänzung der rheinischen Strecke gedacht. Dessen ungeachtet haben sie diese zunehmend an Bedeutung übertroffen, wohingegen die rheinische Strecke aufgrund ihrer ungünstigen Lage parallel zwischen Cöln-Mindener und märkischer Strecke zusehends an Bedeutung verlor.

Aus den beiden Verbindungsstrecken wurde eine eigene Hauptstrecke zwischen zwei wichtigen Hauptbahnhöfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke ausgebaut und bis zum 27Mai 1962 durchgehend elektrifiziert.

Zwischen 1972 und 1974 erfolgt eine Neutrassierung des Ostkopfes des Essener Hauptbahnhofs im Rahmen des Ausbaus der S-Bahn Rhein-Ruhr, dabei wurden die Gleise der 1970 aufgegebenen Bahnstrecke über Stoppenberg nach Gelsenkirchen-Bismarck entfernt und eine niveaufreie Ausfädelung sowohl von den S-Bahn-Gleisen auf der Südseite des Bahnhofs, als auch von den Kopfgleisen auf der Nordseite zur Strecke nach Essen-Kray geschaffen.

Heutige Situation

Die rheinische Ruhrgebietsstrecke ist heute zusammen mit den meisten Zweigstrecken größtenteils stillgelegt oder zu Bahnhofs- und Anschlussgleisen degradiert. Die Verbindungsstrecke von Gelsenkirchen nach Gelsenkirchen Hessler bedient nur noch die Anschlussstelle Essen-Katernberg Nord an der ehemaligen märkischen Emschertalbahn, die anderweitig keinen Anschluss mehr an das Eisenbahnnetz hat.

Die Verbindungsstrecke zwischen Essen und Gelsenkirchen hingegen wird fast von der gesamten Palette des Personenverkehrs befahren, wobei die Zwischenhalte am Bahnhof Essen-Kray Nord und am Bahnhof Gelsenkirchen-Rotthausen nur einmal pro Stunde von der S-Bahnlinie S2 bedient werden.

Angebot

Im Schienenpersonenfernverkehr wird die Strecke von zwei Intercity-Linien bedient:

Linie Zuglauf Zugfolge
IC 26 (Rostock / Flensburg –) Hamburg – Osnabrück – Münster (Westf) Recklinghausen – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln einzelne Züge Fr/So
IC 32 Münster (Westf) – Recklinghausen – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Mannheim – Stuttgart – Ulm – Lindau – Innsbruck ein Zug täglich

Im Schienenpersonennahverkehr wird die Strecke im Auftrag des Zweckverbandes VRR von den folgenden Regional-Express-, Regionalbahn und S-Bahn-Linien bedient:

Linie Name Zuglauf Zugfolge
RE 2 Rhein-Haard-Express Münster (Westf) Recklinghausen – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Krefeld – Mönchengladbach Stundentakt
RB 42 Haard-Bahn Münster (Westf) – Recklinghausen – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Essen Stundentakt
S 2 Dortmund – Herne – Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Gelsenkirchen-Rotthausen – Essen-Kray Nord – Essen Stundentakt

Tarif

In den Zügen des Nah- und Regionalverkehrs kommt bei Fahrten innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ausschließlich der Verbundtarif zur Anwendung. Bei Fahrten über die Verbundgrenzen hinaus gelten Übergangstarife zu den angrenzenden Verkehrsgemeinschaften, sowie der NRW-Tarif.

Für Fahrten mit den Zügen des Fernverkehres müssen auch innerhalb des VRR Fahrkarten der Deutschen Bahn AG gelöst werden, zumeist mit Zuschlag (IC) oder speziellem Tarif (ICE).

Siehe auch

Weblinks

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6 Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.

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