Fußball-Ligasystem in Deutschland

Fußball-Ligasystem in Deutschland

Das Fußball-Ligasystem in Deutschland beschreibt die Einteilung der deutschen Fußball-Ligen. Dabei handelt es sich um ein durch Aufstieg und Abstieg verzahntes hierarchisches System von 2.381 Spielklassen auf 14 Ebenen. Die so entstehende Ligapyramide eröffnet jedem Mitgliedsverein des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) damit die Möglichkeit, eines Tages bis in die höchste Spielklasse im deutschen Fußball, die Fußball-Bundesliga aufzusteigen, in welcher der deutsche Fußballmeister ermittelt wird.

Inhaltsverzeichnis

Organisation und Lizenzierung

Die Organisation der jeweiligen Ligen erfolgt je nach Hierarchieebene durch die Deutsche Fußball Liga (DFL), durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) selbst bzw. durch die dem DFB angeschlossenen 5 Regionalverbänden und 21 Landesverbänden sowie den wiederum den jeweiligen Landesverbändenen angeschlossenen zahlreichen Bezirks- und Kreisverbänden.

Für die Bundesliga und die 2. Bundesliga, die auf der höchsten und zweithöchsten Ebene des Ligasystems angesiedelt sind, vergibt die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach einem Lizenzierungsverfahren an die sportlich und wirtschaftlich qualifizierten Vereine die zur Teilnahme benötigte Profilizenz und organisiert den Spielbetrieb der beiden Spielklassen.

Die Vereine der 3. Liga sowie der Regionalligen, die auf der dritten und vierten Ebene der Ligapyramide zu finden sind, werden derzeit durch den DFB lizenziert. Der DFB organisiert zudem den Spielbetrieb der 3. Liga. Die Organisation des Spielbetriebs der Regionalligen obliegt den 5 Regionalverbänden.

Auf der fünften und sechsten Ebene des Ligasystems sind die dem DFB angeschlossenen 21 Landesverbände für die Durchführung des Spielbetriebs in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich betraut, ein wirtschaftliches Lizenzierungsverfahren erfolgt in der Regel nicht mehr. Zudem folgt das Ligensystem ab hier nicht mehr einem einheitlichen Bezeichnungsschema und auch keiner einheitlichen Pyramidenstruktur, da die konkrete Ausgestaltung in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Landesverbände liegt.

Ab der siebten Ebene bis zum unteren Ende der Ligenpyramide wird der Spielbetrieb regelmäßig von den von den zum jeweiligen Landesverband zugehörigen Bezirks- oder Kreisverbänden organisiert.

Aktuelle Ligapyramide

Das aktuelle Ligasystem besteht seit der Saison 2008/09, als die neue eingleisige 3. Liga zwischen der 2. Bundesliga und der Regionalliga eingefügt wurde und gleichzeitig die Anzahl der Staffeln der Regionalliga von zwei auf drei erhöht wurde.

Mit Beginn der Saison 2012/13 wird die Anzahl der Staffeln der viertklassigen Regionalliga von drei auf fünf erhöht. Der Abstieg aus der Regionalliga ist für die Saison 2011/12 ausgesetzt. Die zusätzlichen freien Plätze werden durch vermehrten Aufstieg aus den fünftklassigen Oberligen besetzt. Im Bereich der NRW-Liga und der Bayernliga werden die zusätzliche Aufstiegsplätze dabei teilweise im Playoff mit den bestplatzierten Mannschaften der sechsten Ligenstufe ausgespielt.

Die Bayernliga wird künftig in 2 Staffeln weitergeführt. Die NRW-Liga wird aufgelöst. In Westfalen tritt an ihre Stelle die wieder eingeführte Fußball-Oberliga Westfalen, am Nordrhein werden die Mittelrheinliga und die Niederrheinliga als fünfte Ligen weitergeführt. Sowohl aus der Bayernliga und aus der NRW-Liga erfolgt daher am Ende der Saison 2011/12 kein Abstieg.

Stufe Liga
1 1. Bundesliga
18 Vereine
↑↓ 2–3 Vereine (Relegation)
2 2. Bundesliga
18 Vereine
↑↓ 2–3 Vereine (Relegation)
3 3. Liga
20 Vereine
↑↓ 3 Vereine
4 3 Staffeln der Regionalliga
54 Vereine
↓ 2011/12 ausgesetzt
↑ 1-2 Vereine ↑ 1-2 Vereine ↑ 1 Verein ↑ 5 Vereine[1] ↑ mind. 4 Vereine[2] ↑ 7 Vereine[3] ↑ 1 Verein ↑ 1 Verein ↑ 1 Verein ↑ 12-13 Vereine[4]
5 Schleswig-Holstein-Liga
18 Vereine
Oberliga Hamburg
18 Vereine
Bremen-Liga
16 Vereine
Oberliga Niedersachsen
18 Vereine
2 Staffeln der Oberliga Nordost
32 Vereine
NRW-Liga
18 Vereine
Oberliga
Südwest

18 Vereine
Hessenliga
18 Vereine
Oberliga
Baden-Württemberg

18 Vereine
Bayernliga
18 Vereine
↓ 4 Vereine ↓ 4 Vereine ↓ 2 Vereine ↓ 1 Verein ↓ 2 Vereine ↓ 2011/12 ausgesetzt ↓ 3 Vereine ↓ 3–4 Vereine (Relegation) ↓ 4 Vereine ↓ 2011/12 ausgesetzt
↑ 4 Vereine ↑ 4 Vereine ↑ 2 Vereine ↑ 4 Vereine ↑ 6-10 Vereine ↑ Liga wird aufgelöst ↑ 3 Vereine ↑ 3–4 Vereine (Relegation) ↑ 4 Vereine ↑ 28 Vereine
6 4 Staffeln der Verbandsliga Schleswig-Holstein
68 Vereine
2 Staffeln der Landesliga Hamburg
32 Vereine
Landesliga Bremen
16 Vereine
4 Staffeln der Landesliga Niedersachsen
67 Vereine

Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern
16 Vereine

Brandenburg-Liga
16 Vereine

Berlin-Liga
19 Vereine

Verbandsliga Sachsen-Anhalt
16 Vereine

Thüringenliga
16 Vereine

Landesliga Sachsen
17 Vereine
Niederrheinliga
18 Vereine

Mittelrheinliga
17 Vereine

2 Staffeln der Westfalenliga
35 Vereine
Rheinlandliga
18 Vereine

Saarlandliga
18 Vereine

Verbandsliga Südwest
16 Vereine
3 Staffeln der Verbandsliga Hessen
55 Vereine
Verbandsliga Baden
16 Vereine

Verbandsliga Südbaden
16 Vereine

Verbandsliga Württemberg
16 Vereine
3 Staffeln der Landesliga Bayern
55 Vereine

Spielbetrieb

Bundesliga

Die Bundesliga, in der 18 Profimannschaften um die deutsche Meisterschaft spielen, ist die höchste Spielklasse im deutschen Fußball. In 17 Spielen pro Hin- und Rückrunde spielen alle Teams gegeneinander. Jedes Team hat in einer Saison 17 Heim- und 17 Auswärtsspiele. Am Saisonende steigen die beiden letztplatzierten Mannschaften direkt ab und werden durch die beiden erstplatzierten Mannschaften der 2. Bundesliga ersetzt. Zusätzlich gibt es Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga.

Zweite Bundesliga

Die nächstniedrigere Liga ist die 2. Bundesliga, die ebenfalls zum Profifußball zählt. Auch in der 2. Bundesliga spielen 18 Mannschaften in einer Hin- und einer Rückrunde gegeneinander. Die beiden Erstplatzierten steigen direkt in die Bundesliga auf und der Drittplatzierte bestreitet Relegationsspiele mit dem Drittletzten der Bundesliga. Die beiden letztplatzierten Mannschaften steigen direkt ab und werden durch die beiden erstplatzierten Mannschaften der 3. Liga ersetzt. Zusätzlich gibt es Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der 2. Liga und dem Drittplatzierten der 3. Liga.

3. Liga

In der 3. Liga spielen 20 Mannschaften um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der Aufstieg folgt dem Vorbild zwischen der 1. und 2. Bundesliga. Die drei letztplatzierten Mannschaften steigen in die Regionalliga ab.

Regionalliga

Die Regionalliga bildet die höchste deutsche Amateurspielklasse. Der Spielbetrieb erfolgt in drei Staffeln mit einer Sollstärke von 18 Mannschaften. Die Einteilung dieser Staffeln richtet sich vornehmlich nach der Zugehörigkeit zum jeweiligen Regionalverband. Eine grobe Einteilung kann man wie folgt beschreiben:

Die genaue Zusammensetzung der Staffeln wird vor jeder Saison vom DFB festgelegt. Daher können Vereine im Einzelfall in eine andere Staffel zugeordnet werden, als dies ihrer eigentlichen Regionalverbandszugehörigkeit entspricht, um in jeder Staffel eine Spielstärke von 18 Mannschaften zu gewährleisten. Zudem kann vom DFB in Ausnahmefällen eine von der Sollstärke abweichende Anzahl von Mannschaften für einzelne Staffeln festgelegt werden. Der Meister jeder Staffel steigt in die 3. Liga auf. Die Absteiger (vier aus der Staffel Nord sowie jeweils drei aus den Staffeln West und Süd) werden den fünftklassigen Oberligen zugeteilt.

Oberliga

Unterhalb der Regionalligen bilden die Oberligen die fünfte Spielklasse. Von den 21 Landesverbänden des DFB besitzen sechs (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Hessen und Bayern) ihre höchste Verbandsspielklasse auf dieser Ebene. Die restlichen Oberligen umfassen jeweils mehrere DFB-Landesverbände.

Die Meister der Oberligen Hessen, Baden-Württemberg, Bayern (hier heißt sie "Bayernliga"), Südwest und Niedersachsen sowie die beiden Staffelsieger der Oberliga Nordost steigen direkt in die Regionalliga auf, ebenso die beiden Erstplatzierten der NRW-Liga. Drei Verbandsmeister aus dem Bereich des Norddeutschen Fußballverbands bestreiten eine Relegation (Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein), um einen Aufsteiger zu ermitteln.

Unterhalb der fünften Spielklasse

Je nach Verband wird die sechsthöchste Spielklasse Verbandsliga oder Landesliga genannt.

Die sich darunter befindenden siebthöchsten Spielklassen werden als Landesliga (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg), Verbandsliga (Saarland), Landesklasse (Thüringen), Bezirksliga (Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen und Rheinland), Gruppenliga (Hessen), Bezirksoberliga (Bayern) oder Kreisliga (Schleswig-Holstein) bezeichnet.

Bisherige Reformen

Bereits vor der letzten Strukturreform 2008 kam es immer wieder zu Änderungen am Ligasystem. Nachfolgend seien die wichtigsten dieser Änderungen chronologisch aufgelistet:

  • Deutscher Fußballbund:
    • 1963: Die neugeschaffene Bundesliga löst die bisher existierende Meisterschaftsendrunde ab. Die bis dahin höchsten Spielklassen (die Oberligen Nord, West, Südwest und Süd sowie die Vertragsliga Berlin) werden aufgelöst und unterhalb der Bundesliga fünf Regionalligen nach dem Vorbild der Oberligen geschaffen.
    • 1974: Eine zweigleisige 2. Bundesliga wird als Unterbau der 1. Bundesliga eingeführt. Die Regionalligen werden aufgelöst und durch die Verbandsligen der einzelnen Fußballverbände ersetzt. Im Norden heißt diese bereits wieder Oberliga.
    • 1978: Auch im restlichen Bundesgebiet werden die Oberligen als dritthöchste Spielklasse wieder eingeführt.
    • 1981: Aus der bisher zweigleisigen wird eine eingleisige 2. Bundesliga.
    • 1991: Die Mannschaften der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik werden in das Ligasystem übernommen. Dazu wird die 2. Liga einmalig für die Saison 1991/92 auf zwei Staffeln zu je zwölf Mannschaften erweitert. Außerdem spielt die 1. Liga vorübergehend mit 20, die 2. Liga sogar zwei Jahre mit 24 Teams. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sowie des ehemaligen West-Berlins entsteht die Fußball-Oberliga Nordost als dritthöchste Spielklasse. Die bisherige Oberliga Berlin wird aufgelöst.
    • 1994: Die Regionalliga wird als dritthöchste Spielklasse wieder eingeführt. Die bis dahin drittklassigen Oberligen sind nur noch viertklassig.
    • 2000 werden die vier Regionalliga-Staffeln Nord, Nordost, West und Süd zusammengelegt zu den zwei Staffeln Nord und Süd.
    • 2008 Die 3. Liga wird eingeführt. Außerdem wird die Regionalliga in West, Nord und Süd aufgeteilt und ist nur noch viertklassig.
  • Deutscher Fußballverband der DDR:
    • 1949: Die neu eingeführte Oberliga ersetzt die bisher ausgetragene Ostzonenmeisterschaft, bei welcher die Meister der fünf Landesverbände (Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen) gegeneinander antraten. Die Landesligen bleiben vorerst zweitklassig.
    • 1950: Die zweigleisige Fußball-Liga wird als neuer Unterbau der Oberliga installiert und verschiebt die Landesligen in die dritte Spielklasse. Die bisher der Berliner Stadtliga zugeordneten Ost-Berliner Mannschaften müssen diese verlassen und werden in die DDR-Oberliga integriert.
    • 1952: Durch eine Verwaltungsreform in der DDR werden die bisherigen Länder abgeschafft und durch 15 Bezirke (inklusive Ost-Berlin) ersetzt. Dementsprechend werden 15 Bezirksligen errichtet, die die neue dritte Spielklasse bilden.
    • 1955: Die (seit 1954) dreigleisige Liga wird zu einer Staffel zusammengefasst. Darunter wird die II. Liga in zwei Staffeln neu geschaffen. Damit sind die Bezirksligen nur noch viertklassig.
    • 1958: Die II. Liga wird auf fünf Staffeln erweitert.
    • 1963: Die II. Liga wird wieder abgeschafft und als dritthöchste Spielklasse fungieren wieder die Bezirksligen. Die (seit 1962) wieder zweigleisige Liga wird aufgestockt.
    • 1971: Die Liga wird von zwei auf fünf Staffeln erweitert.
    • 1984: Die Liga wird wieder auf zwei Staffeln reduziert.
    • 1990/91: Die Oberliga und Liga sowie die Bezirksligen werden aufgelöst und die Vereine in den DFB integriert.

Regionalliga-Reform 2012

Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 wird die viertklassige Regionalliga von drei auf fünf Staffeln erweitert. Die Organisation der einzelnen Staffeln obliegt dann nicht mehr dem DFB, sondern den Regionalverbänden sowie dem Bayerischen Landesverband. Die bisherige Staffel Nord wird in eine Staffel des Norddeutschen Regionalverbandes und in eine Staffel des Nordostdeutschen Regionalverbandes geteilt. Der Staffel West gehören dann nur noch die Vereine des Westdeutschen Regionalverbands an. Der Staffel Süd gehören dann nur noch die Vereine des Bayerischen Landesverbands an. Die übrigen Vereine des Süddeutschen Verbandes sowie die Vereine des Südwestdeutschen Verbandes bilden die neue Staffel Südwest. Die fünf Staffelsieger der Regionalliga steigen nicht mehr direkt zur 3. Liga auf, sondern ermitteln zusammen mit dem Zweitplatzierten der Staffel Südwest insgesamt drei Aufsteiger. Die Teilnehmer an der Regionalliga werden künftig fest der Staffel zugeordnet, aus deren Regionalverband sie stammen. Eine Verschiebung von Mannschaften zum Ausgleich der Staffelgrößen findet nicht mehr statt. Verschoben werden sollen jedoch die zweiten Mannschaften höherklassiger Vereine, wenn mehr als 7 in einer Liga auftauchen würden[5].

Auswirkungen der Reform ergeben sich auch teilweise auf die fünfklassigen Oberligen. So wird die NRW-Liga abgeschafft. An ihre Stelle tritt im Bereich des Westfälischen Landesverbands wieder die frühere Oberliga Westfalen. Im Bereich des Nord- und des Mittelrheinischen Landesverbands entfällt die Oberliga, die jeweiligen Verbandsligen rücken in der Ligapyramide damit entsprechend auf. Im Bereich des Bayerischen Landesverbands entfällt die Bayernliga, an ihre Stelle tritt die neugeschaffene zweigleisige Verbandsliga.

Stufe Liga
4 Regionalliga Nord
22 Vereine
Regionalliga Nordost
16 Vereine
Regionalliga West
22 Vereine
Regionalliga Südwest
22 Vereine
Regionalliga Bayern
22 Vereine
↑↓ ? Vereine ↑↓ ? Vereine ↑↓ ? Vereine ↑↓ ? Vereine ↑↓ ? Vereine
5 Schleswig-Holstein-Liga
18 Vereine
Oberliga Hamburg
18 Vereine
Bremen-Liga
16 Vereine
Oberliga Niedersachsen
18 Vereine
2 Staffeln der Oberliga Nordost
32 Vereine
Niederrheinliga
18 Vereine
Mittelrheinliga
16 Vereine
Oberliga Westfalen
18 Vereine
Oberliga
Südwest

18 Vereine
Hessenliga
18 Vereine
Oberliga
Baden-Württemberg

18 Vereine
2 Staffeln der Bayernliga
36 Vereine

Geographische Verteilung der Vereine

Fußballvereine der 1. und 2. Bundesliga, sowie der 3. Liga (2011/12)

Der Fußball in Deutschland ist, ähnlich wie dessen Bevölkerung, ungleichmäßig über das Land verteilt. Im Fußball-Ballungsraum Nordrhein-Westfalen sind mit Bayer 04 Leverkusen, Borussia Dortmund, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach sowie dem FC Schalke 04 fünf Erstliga-Klubs vertreten. Der FC Bayern München, TSG 1899 Hoffenheim, VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg, SC Freiburg, 1. FC Kaiserslautern, 1. FSV Mainz 05 und FC Augsburg sind über die südliche Hälfte des Landes verteilt. Im Norden sind mit Werder Bremen, dem Hamburger SV, Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg vier Vereine zu finden. Mit Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besitzen acht Bundesländer zurzeit keine Fußballmannschaft in der höchsten deutschen Fußballliga. Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die einzigen Bundesländer die noch keinen Verein in der 1. Bundesliga stellen konnten. Nach der deutschen Wiedervereinigung gab es zunächst einen Absturz der ehemaligen DDR-Vereine. Insgesamt spielten seit 1991 mit Hansa Rostock (zwölf Spielzeiten), Energie Cottbus (sechs Spielzeiten), Dynamo Dresden (vier Spielzeiten) sowie dem VfB Leipzig (eine Spielzeit) vier frühere DDR-Mannschaften in der Fußball-Bundesliga.

Die Gründe für die Verteilung des Fußballs in Deutschland sind in komplexeren Zusammenhängen zu finden. Die finanziellen Probleme der Fußballvereine im Osten Deutschlands spiegeln die wirtschaftliche Situation der Region wider. Es ist für die Vereine schwierig, in den wirtschaftlich schwachen Bundesländern mit hoher Arbeitslosigkeit Sponsoren zu finden. Daher wandern auch junge Fußballtalente in den Westen ab. DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht die Hauptgründe für den Absturz der Vereine aus den neuen Bundesländern ebenfalls in der wirtschaftlichen und sozialen Struktur der Region.

Besonderheiten im Auf- und Abstieg

Aufstieg und Abstieg innerhalb des Ligensystems sind nur grundsätzlich geregelt und werden von Saison zu Saison neu definiert. Der sportliche Auf- und (vor allem) Abstieg, also das Erreichen einer bestimmten Platzierung zum Saisonende wurde immer öfter durch nicht-sportliche Entscheidungen ergänzt und vorweggenommen:

  • In den ersten fünf Ligen ist es nicht erlaubt, dass zwei Mannschaften des selben Vereins in der gleichen Liga spielen.[6] Dies führte dazu, dass in der Saison 2000/2001 der Karlsruher SC II in die Oberliga zwangsabsteigen musste, weil die erste Mannschaft aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga abstieg. Die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart durfte in der anschließenden Saison nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen, weil die erste Mannschaft bereits als Profimannschaft in der 1. Bundesliga spielte.
  • Saison 1999/2000, Regionalliga West/Südwest: FC Gütersloh zieht wegen Insolvenz die Mannschaft während der laufenden Saison zurück. Alle bereits stattgefundenen Spiele werden annulliert, der Verein aus dem Vereinsregister gestrichen. Eine Lücke der Verbandssatzung ausnutzend, belegt der neu gegründete FC Gütersloh 2000 in der folgenden Saison einen Platz in der Oberliga Westfalen, statt wie eigentlich für neue Vereine üblich in der Kreisliga C.
  • Saison 2001/02, Regionalliga Nord: Rot-Weiss Essen wird wegen Verstoßes gegen die Lizenzierungsauflagen ein Punkt abgezogen. Die Partie Werder Bremen II gegen Eintracht Braunschweig (12. Spieltag; 1:1) wird mit 0:2 gewertet. Die Folge ist, dass am Ende der Saison Eintracht Braunschweig mit 64 (statt erspielten 62) Punkten aufsteigt und Rot-Weiss Essen mit 63 (statt der sportlich erreichten 64) Punkten in der Regionalliga Nord verbleibt und erst zwei Jahre später in die 2. Bundesliga aufsteigt.
  • Saison 2002/03, 2. Bundesliga: Dem SSV Reutlingen 05 wurden wegen Verstoßes gegen Lizenzierungsauflagen sechs Punkte abgezogen. 11 Siege und 6 Unentschieden reichen sportlich für den Klassenerhalt, von den 39 erspielten Punkten bleiben nach Abzug der Lizenzstrafe durch die DFL nur 33 Punkte. Rot-Weiß Oberhausen bleibt trotz schlechterer sportlicher Bilanz (10 Siege und 7 Unentschieden, 37 Punkte) in der 2. Liga.
  • Saison 2004/05, Oberliga Südwest: Der Meister Borussia Neunkirchen beantragt keine Lizenz für die Regionalliga Süd. Davon profitierte die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern als Zweitplatzierter und stieg stattdessen auf.
  • Saison 2006/07, Verbandsliga Bremen: Der Bremer SV wurde zwar Meister der Verbandsliga Bremen, ein Aufstieg in die Oberliga Nord blieb dem Verein jedoch verwehrt: Das zuständige Gremium des Norddeutschen Fußballverbandes lehnte den Lizenzantrag für diese Spielklasse wegen „Fehlens wirtschaftlicher Voraussetzungen“[7] ab. Auch der zweitplatzierte FC Bremerhaven erhielt die Spielberechtigung für diese Klasse nicht, während die an Rang drei liegende Mannschaft Werder Bremen III zwar die Auflagen erfüllte, aber auf den Aufstieg verzichtete.
  • Saison 2006/07, Verbandsliga Hamburg: Der SC Victoria Hamburg wurde zwar Meister der Hamburg-Liga, verzichtete jedoch angesichts der absehbaren Abschaffung der Oberliga Nord nach der Saison 2007/08 auf den Aufstieg in diese. Auch der Zweitplatzierte, der Meiendorfer SV, nahm das nun ihm zufallende Aufstiegsrecht nicht wahr, genau wie der Drittplatzierte SC Concordia. Gleiches galt für den Vierten (SC Condor) und den Fünften (HSV Barmbek-Uhlenhorst), sodass letztlich der Sechstplatzierte (SV Lurup) in die Oberliga Nord aufstieg.
  • Saison 2009/10, Regionalliga West: Es gibt keinen sportlichen Absteiger. SV Waldhof Mannheim, Rot-Weiss Essen (Insolvenzantrag) und der Bonner SC (Insolvenzantrag) steigen wegen fehlender Lizenz für die Regionalliga ab.

Einzelnachweise

  1. Auf- und Abstiegsregelungen NFV 2011/12
  2. Auf- und Abstiegsregelungen NOFV 2011/12
  3. Auf- und Abstiegsregelungen NRW-Liga 2011/12
  4. Auf- und Abstiegsregelungen BFV 2011/12
  5. http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=25239&tx_dfbnews_pi4[cat]=212
  6. Vgl. DFB-Spielordnung, §§47, 48, 54, 55, http://www.dfb.de/uploads/media/05_Spielordnung_01.pdf (eingesehen am 24. März 2011).
  7. bremer-sportverein.de: Stellungnahme des Vereins zur Lizenzvergabe. Verlinkt am 12. August 2007.

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  • 1. Fußball-Bundesliga — Bundesliga Verband Deutscher Fußball Bund Erstaustragung 24. August 1963 …   Deutsch Wikipedia

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