- Parlamentswahlen in Finnland 1972
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Die 26. Parlamentswahlen in Finnland fanden am 2. Januar und 3. Januar 1972 statt.
Staatspräsident Urho Kekkonen hatte die Wahlen vorgezogen da es zum Bruch zwischen der Zentrumspartei und der Sozialdemokratischen Partei gekommen war. Die Wahlen brachten den größeren Parteien gegenüber den Wahlen von 1970 nur geringe Veränderungen. Die Sozialdemokratische Partei wurde stärkste Fraktion (55 Sitze). Die Volksdemokratische Union (37 Sitze) löste die konservative Sammlungspartei (34 Sitze) wieder als zweitstärkste Fraktion ab. Die Suomen Maaseudun Puolue, die 1970 als Protestpartei aufgetreten war und ihren Stimmanteil stark erhöhen konnte, konnte bei den Wahlen ihre 18 Sitze verteidigen.
Inhaltsverzeichnis
Ausgangslage
Finnland erlebte um 1970 eine wirtschaftliche Hochphase. Trotzdem war es 1971 zu einem Generalstreik gekommen da die Einkommensverhandlungen ohne Ergebnis abgebrochen worden waren. Dies führte auch zum Bruch in der Großen Koalition unter Ministerpräsident Ahti Karjalainen (Zentrumspartei). Zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Jahren wurde nun Teuvo Aura von der Liberalen Volkspartei mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt.
Wahlergebnis
Die Wahlbeteiligung lag bei 81,4 %[1][2] und damit 0,8 Prozentpunkte unter der Wahlbeteiligung bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 1970.
Endergebnis der Wahl zum finnischen Parlament vom 2. & 3. Januar 1972 Parteien Ausrichtung Ergebnis Veränderung Stimmen in Prozent Mandate in Prozent Mandate Absolut Sozialdemokratische Partei Finnlands
Suomen Sosialidemokraattinen Puolue (SDP)
Finlands Socialdemokratiska Partisozialdemokratisch 25,78 55 + 2,35
(23,43)+ 3
(52)664 724 Nationale Sammlungspartei
Kansallinen Kokoomuspuolue (Kok.)
Samlingspartiet (Saml.)konservativ 17,59 34 - 0,46
(18,05)- 3
(37)453 434 Demokratische Union des Finnischen Volkes
Suomen Kansan Demokraattinen Liitto (SKDL)
Demokratiska Förbundet för Finlands Folk (DFFF)sozialistisch, kommunistisch 17,02 37 + 0,44
(16,58)+ 1
(36)438 757 Zentrumspartei
Suomen Keskusta (Kesk.)
Centern i Finlandsozialliberal 16,41 35 - 0,71
(17,12)- 1
(36)423 039 Landpartei Finnlands
Suomen Maaseudun Puolue (SMP)bäuerlich, zentristisch 9,16 18 - 1,33
(10,49)± 0
(18)236 206 Liberale Volkspartei
Liberaalinen Kansanpuolue (LKP)
Liberala Folkpartietliberal 5,16 7 - 0,79
(5,95)- 1
(8)132 955 Schwedische Volkspartei
Ruotsalainen kansanpuolue (RKP)
Svenska Folkpartiet (SFP)liberal 5,06 9 - 0,29
(5,34)- 2
(11)130 407 Christliche Union Finnlands
Suomen Kristillinen Liittochristdemokratisch 2,53 4 + 1,40
(1,13)+ 3
(1)65 228 Sozialdemokratischer Bund der Arbeiter- und Kleinbauernschaft
Työväen ja Pienviljelijäin Sosialidemokraattinen Liitto (TPSL)
Arbetarnas och Småbrukarnas Socialdemokratiska Förbund (ASSF)sozialdemokratisch 0,99 - - 0,41
(1,40)-
(-)25 527 Åländsk Samling
Åland-Mandat 0,30 1 - 0,05
(0,35)± 0
(1)7 672 Insgesamt - 100 200 - - 2 577 949 Quelle: Tilastokeskus (www.stat.fi 2004) Nach der Wahl
Aufgrund innerparteilicher Auseinandersetzungen in der Volksdemokratischen Union gelang keine Koalition zwischen Sozialdemokratischer Partei und Volksdemokratischer Union weshalb Rafael Paasio schließlich eine SDP-Minderheitsregierung bildete. Im September 1972 bildete schließlich Kalevi Sorsa (Sozialdemokratische Partei) eine linksliberale Regierung zusammen mit Zentrumspartei, Schwedischer Volkspartei und Liberaler Volkspartei. 1975 trat Sorsa zurück und Urho Kekkonen ließ Neuwahlen für September anordnen. Geschäftsführend übernahm der Sozialdemokrat Keijo Liinamaa die Regierung.
Übersicht der Kabinette :
- 55.) Kabinett Paasio II - Rafael Paasio (Sozialdemokratische Partei) - Minderheitsregierung aus Sozialdemokratischer Partei (23. Februar 1972 bis 4. September 1972)
- 56.) Kabinett Sorsa I - Kalevi Sorsa (Sozialdemokratische Partei) - Regierung aus Sozialdemokratischer Partei, Zentrumspartei, Schwedischer Volkspartei, Liberaler Volkspartei (4. September 1972 bis 13. Juni 1975)
- 57.) Kabinett Liinamaa - Keijo Liinamaa (Sozialdemokratische Partei) - Übergangsregierung (13. Juni 1975 bis 30. November 1975)
Einzelnachweise
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