Containerschifffahrt

Containerschifffahrt
Postpanmax-Containerschiff XIN SHANGHAI auf der Elbe bei Hamburg.

Ein Containerschiff ist ein Schiffstyp, der für den Transport von Containern ausgelegt ist.

Inhaltsverzeichnis

Die Schiffskonstruktion ist so ausgelegt, dass bei der Beladung mit Containern kein Raum verschwendet wird. Die Frachtkapazität von Containerschiffen wird in TEU (Twenty-Foot Equivalent Units, vgl.: Tonnage) angegeben, der Anzahl von 20-Fuß-Containern, die geladen werden können. Üblich sind auch die größeren 40-Fuß-Container, seit Mitte der 1990er auch 45-, 48- und 53-Fuß-Container sowie die seltener anzutreffenden 30-Fuß-Container, die allerdings über Deck geladen werden müssen, da die sogenannten Cellguides (Führungsschienen in der Vertikalen) nur für 40 Fuß Container ausgelegt sind. Für sehr große bzw. schwere Stückgüter existieren auch so genannte flat racks, Open-Top-Container oder platforms, die im Verbund mit Standard-Containern geladen werden können.

Containerschiffe verfügen ab einer bestimmten Größe nicht über eigenes Ladegeschirr. Der Ladevorgang kann daher nur in Häfen mit entsprechenden Containerbrücken an Containerterminals erfolgen. Bis zu einer Größe von 3.400 TEU besitzen Containerschiffe auch teilweise eigene Ladekräne.[1]

Heutzutage werden rund 90 % der Stückgüter des Welthandels mit Containerschiffen transportiert.

Geschichte

Das Containerschiff NYK Vega lädt und löscht am Hamburger Containerterminal Altenwerder.

Das Containerschiff entstand 1956 in den USA mit dem umgebauten Frachter Ideal X, als die Spedition McLean Trucking Co. damit anfing, die Aufliegergehäuse von Sattelschleppern ohne Fahrgestell über größere Seestrecken mit den Schiff zu befördern. 1960 gründete McLean die Reederei Sea-Land Corporation. 1966 lief erstmals in Deutschland das Containerschiff „Fairland“ der Reederei Sea-Land in Bremen ein. Ab 1968 begann die Umstellung der wichtigsten Liniendienste auf den Containerverkehr, zunächst im Nordatlantikverkehr von USA/Ostküste nach Westeuropa, ab Oktober 1968 der Transpazifikdienst zwischen Japan–USA/Westküste. Hier wurde von der NYK Line das weltweit erste gebaute Containerschiff, die Hakone Maru eingesetzt. Ende 1968 wurden vom Bremer Vulkan mit der Weser Express für den Norddeutschen Lloyd sowie von Blohm + Voss, Hamburg, mit der Elbe Express für die HAPAG die ersten Containerschiffe (je 750 TEU) in Deutschland gebaut. Sie kamen mit den Schwesterschiffen Rhein Express, Mosel Express auf der Nordatlantikroute in Betrieb. 1969 folgte die Umstellung des Liniendienstes Europa–Australien/Neuseeland auf den Containerverkehr, Ende 1971 Europa–Fernost, im Mai 1977 Europa–Südafrika sowie Europa–Karibik/Golf von Mexiko. 1981 folgte die Route Südafrika–Fernost (Safari Dienst). Damit war zunächst die Umstellung der wichtigsten Linienverbindungen auf den Containerverkehr vollendet.

1984 bot die Reederei Evergreen Marine aus Taiwan erstmals ein Round the World Service via Panamakanal und Suezkanal mit jeweils 12 Schiffen in beiden Richtungen an, dieser wurde aber ca. 1999 wieder aufgegeben, da ein Linienverkehr von Punkt A nach B effizienter ist. Ein im gleichen Jahr von der United States Lines gestarteter Versuch eines solchen Dienstes mit 12 Schiffen der Klasse „American New York“ nur in östlicher Richtung scheiterte schon nach 6 Monaten, da die Reederei in Konkurs ging. Die heute fahrplanmäßig längste Containerlinie mit einer Umlaufzeit von 15 Wochen ist der AE-4 Dienst von Maersk-Sealand. Sie führt von USA/Ostküste über das Mittelmeer, den Suezkanal, Singapur, Hongkong und Taiwan an die Westküste der USA. Zurück via Japan, dann gleiche Route nach USA/Ostküste.

Als Containermaße haben sich 20 bzw. 40 ft. Länge, 8 ft. Breite und 8 ft. 6 in. Höhe international durchgesetzt. Das alte von Sea Land eingeführte Containermaß von 35 ft. ist weggefallen, vielmehr kommen heute vermehrt auch 40-ft.- und 45-ft.-High-Cube-Container zum Einsatz, innerhalb der USA sogar schon 53-Fuß-Container, da dort längere Sattelzüge als in Europa zulässig sind. Der Container ist das ideale Transportbehältnis für den Haus-zu-Haus-Verkehr geworden.

Seit 1990 werden Open-Top Containerschiffe gebaut. Das sind Schiffe, deren Laderäume keine Lukendeckel (bzw. nur auf erstem und zweitem Laderaum hinter dem Wellenbrecher) haben, wodurch die Be- und Entladezeiten verringert werden sowie das Gewicht der „Hatch covers“ (Lukendeckel) eingespart wird. Ein spezieller Bug gegen hohe Wellen und ein leistungsfähiges Pumpsystem sind dafür nötig. Das weltweit erste Schiff dieser Bauart war die Bell Pioneer. Die bisher einzigen großen Containerschiffe in dieser Bauweise betrieb Nedlloyd, später Royal P&O Nedlloyd NV, jetzt Maersk mit den 5 Panamax-Schiffen vom Typ Nedlloyd Europa, Baujahr 1991–1992, sowie den zwei weltweit ersten Postpanamax-Open-Top-Schiffen Nedlloyd Hongkong und Nedlloyd Honshu, Baujahr 1994.

Aus Gründen der Schiffsfestigkeit (Torsion), der Schiffssicherheit und der Wirtschaftlichkeit ist man jedoch wieder davon abgekommen, Open-Top-Schiffe mit mehr als 1000 TEU zu bauen. Dadurch, dass die Lukendeckel fehlen, muss höherfester Stahl eingesetzt und zusätzlich die Gurtung versteift werden, was aus wirtschaftlicher Sicht zu teuer ist. Außerdem ist ein hoher Freibord nötig, um eindringendes Seewasser zu minimieren. (Siehe die Feederschiffe der Werft Sietas, die auch nur im mittleren Laderaum keine Deckel mehr haben, dafür aber hochgezogene Lukenkumminge.)

Siehe auch: Containerrevolution

Allianzen

Das Container-Feederschiff Conceiver auf der Außenelbe mit Kurs auf Hamburg

1969 erfolgte auf der Route Europa–Australien/Neuseeland die Umstellung des Liniendienstes auf Containerverkehr mit Schiffen der 2. Generation (ANZECS-Dienst). Er wurde durch Hapag-Lloyd/Deutschland, der Orient Overseas Container Line (OOCL)/Großbritannien (ein Zusammenschluss von fünf bedeutenden englischen Linienreedereien), der Associated Container Transportation (ACT)/Großbritannien, der Royal Nedlloyd/Niederlande, der Australian National Line und der Shipping Company of New Zealand gegründet.

Die wichtigste und ladungsstärkste Schifffahrtsverbindung ist die Europa–Fernost Route. 1968 wurde von den großen Linienreedereien die Umstellung auf den Containerverkehr beschlossen.

  • Hier gab es ab 1971 die erste große Allianz, den TRIO-Dienst (von Reedereien aus drei Ländern gegründet). Die Umstellung auf Containerverkehr bedeutete für damalige Zeit ein solch großes Investitionsvolumen, das keine Reederei alleine finanzieren konnte. Es wurden hier die damals größten und schnellsten Containerschiffe der sog. 3. Generation in der Zeit von Nov. 1971 bis Juli 1973 in Fahrt gesetzt. Der TRIO-Dienst wurde durch die Reedereien NYK Line/Japan (3, ab 1976 4 Schiffe), Mitsui O.S.K. Lines/Japan (2, ab 1977 3 Schiffe), Hapag-Lloyd/Deutschland (4, ab 1981 5 Schiffe), Overseas Container Line (OCL)/Großbritannien (5, ab 1989 7 Schiffe), wurde später von P&O übernommen und Ben Line-Ellerman/Großbritannien (3 Schiffe) gebildet. Der TRIO-Dienst wurde Anfang 1991 aufgelöst, wobei jedoch Hapag-Lloyd und NYK weiterhin bis heute mit anderen Reedereien zusammenarbeiten.
  • Die zweite Gruppe war ab 1972 der Scandutch Service der Reedereien W.Wilhelmsen/Norwegen, East Asiatic Company (EAC)/Dänemark, Broström/Schweden und Royal Nedlloyd/Niederlande. CGM/Frankreich trat 1973 bei und Malaysian Intern. Shipping Co. (MISC) 1977. Auch diese Allianz wurde 1991 beendet.
  • Die dritte Allianz wurde 1975 gegründet mit dem ACE-Dienst (Asian Container Europe) der Reedereien K-Line/Japan, Orient Overseas Container Line (OOCL)/Hongkong, Neptune Orient Lines (NOL)/Singapur und Compagnie Maritime Belge (CMB)/Belgien.
  • Von 1991–1996 gab es eine Allianz zwischen Mærsk Line und P&O.
  • Nur von 1991 bis 1993 gab es den BEN-EAC Dienst. Das waren die drei skandinavischen Reedereien sowie Ben Line und Ellermann. Der BEN-EAC Dienst wurde 1993 komplett von Maersk-Line übernommen.
  • Von 1996 arbeitete Marktführer Mærsk Line mit der amerikanischen Sea Land Corp. global zusammen. Die Ergänzung war so ideal, das Maersk die US Reederei 1999 fast komplett übernommen hat.
  • Von 1996–2001 an gab es die Global Alliance der Reedereien Hapag-Lloyd, NYK, NOL und P&O. Royal Nedlloyd trat nach der Fusion mit P&O 1997 bei.

1977 begann der Containerverkehr auf der Route Europa–Südafrika, genannt SAECS-Dienst, gegründet durch die Reedereien Deutsche Afrika Linien, Hbg., Compangie Maritime Belge, Royal Nedlloyd, Oversaes Container Line (später P&O) und Safmarine, Südafrika. Hier wurden 9 moderne 2400 TEU Zweischrauben-Dieselmotoren Containerschiffe eingesetzt. Dieser Dienst wird auch heute noch von Mærsk Line, Safmarine, CGM (nur bis Ende der 90er Jahre), und Deutsche Afrika Linie bedient, seit Februar 2006 ist Mitsui-OSK Lines noch hinzugetreten. Inzwischen werden moderne 4500 - 5000 TEU Schiffe (Sling 1) sowie 1800 TEU Schiffe (Sling 2) eingesetzt.

Derzeitige Gruppierungen

  • Grand Alliance mit Hapag-Lloyd, NYK, Orient Overseas Container Line (OOCL), Malaysian Intern. Shipping Corp (MISC).
  • New World Alliance mit APL/NOL, Hyundai Merchant Marine, Mitsui O.S.K. Lines (im Sept. 2005 wurde die Laufzeit der Zusammenarbeit um sieben Jahre bis 2012 verlängert, seit Januar 2006 wird mit der Grand Alliance kooperiert).
  • CKYHS Gruppe mit COSCO Pacific/China, K Line/Japan, Yangming/Taiwan, Hanjin Shipping/Südkorea und Senator Lines/Deutschland.

Eigenständig weltumspannend operieren die großen Reedereien :

Linien- und Containerreedereien: Fusionen und Übernahmen

  • 1. September 1970: Hapag und NDL fusionieren rückwirkend zum 1. Januar 1970 zur Hapag-Lloyd AG, Hamburg/Bremen
  • 1971: Zusammenschluss der vier größten holländischen Reedereien zur Royal Nedlloyd
  • 1. Januar 1987: P & O übernimmt die Overseas Container Lines komplett
  • 1988: Sealand Corp. übernimmt die in Konkurs gegangene United States Lines
  • 1988: Hanjin Container Lines und Korea Shipping Corp. fusionieren zur Hanjin Shipping
  • 1993: Ben Line/EAC werden von Maersk Line übernommen
  • 1994: Senator Line, Bremen und DSR, Rostock fusionieren
  • 1995: CP Ships übernimmt CAST, London
  • 1996: Safmarine übernimmt die CMBT, Antwerpen
  • 1996: CMA übernimmt CGM, jetzt CMA-CGM
  • Dez. 1996: Nedlloyd und P&O Container Line fusionieren zur P&O Nedlloyd
  • 1997: CP Ships übernimmt Lykes Lines, Boston und Contship Containerlines, London
  • 1997: Hanjin Shipping übernimmt DSR-Senator Line, Bremen
  • 1998: Neptune Orient Lines übernimmt die American President Lines
  • 1998: CP Ships übernimmt die Australia-New Zealand Direct Lines, Wellington
  • 1998: CMA-CGM übernimmt die Australian National Line
  • 1998: Evergreen Marine übernimmt Lloyd Triestino
  • 1998: P&O Nedlloyd übernimmt die Blue Star Line
  • 1999: Safmarine Container Line wird von Maersk Line übernommen
  • Nov. 1999: Sea-Land Corp. wird von Maersk Line übernommen
  • 2000: CP Ships übernimmt TMM, Mexiko
  • 2000: P & O Nedlloyd übernimmt Farrell Lines, USA
  • 2002: CP Ships übernimmt Italia S.A.N., Genua
  • Aug. 2005: P&O Nedlloyd wird von Maersk Line übernommen
  • Dez. 2005: Farrell Lines wird von Maersk Line übernommen
  • 15. Dez. 2005: CP Ships, Canada werden von Hapag-Lloyd übernommen
  • 5. Januar 2006: CMA-CGM übernimmt Delmas
  • 1. Dezember 2007: Hamburg Süd übernimmt die Liniendienste von Costa Container Lines S.p.A. (CCL)

Technische Entwicklung

Aktuelles

  • Das heute (2009) größte Containerschiff kann 13.800 TEU transportieren und trägt den Namen MSC Daniela. Es ist im Dienst der Mediterranean Shipping Company. Die MSC Daniela war keine Einzelanfertigung, es werden dieses Jahr noch weitere sieben Schwesterschiffe folgen. Mit einer Länge von 366 m und Breite von 51,2 m ist der vom Germanischen Lloyd klassifizierte "Megaboxer" für den neuen Schleusenkanal des Panamakanals ausgelegt.[2]
  • Im Jahr 2006 konnte das größte Containerschiff 13.000 TEU transportieren und trägt den Namen Emma Mærsk. Es ist im Dienst der Mærsk Line. Die Emma Mærsk war keine Einzelanfertigung, sondern das erste Schiff eines neuen Schiffstyps der Reederei Mærsk Line. Seit Herbst 2006 geht ungefähr alle 2 Monate ein neues baugleiches Schiff in Betrieb.
Hapag-Lloyd-Containerschiff Colombo Express auf seiner Jungfernreise im Hamburger Köhlbrand am 29. April 2005
  • Am 31. März 2005 lieferte Hyundai Heavy Ind. (Ulsan/Südkorea) die Colombo Express als erstes einer Serie von acht 8750 TEU Schiffen an Hapag-Lloyd (Hamburg) ab. Diese Schiffe werden von einem Dieselmotor des Typs MAN-B&W 12K98ME mit 93.500 PS angetrieben. Dieser Motortyp mit der Bezeichnung „ME“ stellt eine Art Vorstufe zu einem Common-Rail-Dieselmotor dar, da die einzelnen Zylinder nicht von einer gemeinsamen Kraftstoff-Hochdruckleitung gespeist werden (Common Rail), sondern konventionell von je einer eigenen Kraftstoffpumpe, die aber über ein gemeinsames Hydrauliksystem angetrieben und angesteuert werden. Die Schiffe haben Anschlüsse für 730 Kühlcontainer.
  • Die MONTE-Klasse der Hamburg-Süd mit 5500 TEU sind die Containerschiffe mit der größten Kühlkapazität. Sie haben 1365 Anschlüsse für Kühlcontainer, das sind Stellplätze für rund 2500 TEU Kühlcontainer an und unter Deck.
  • Im November 2005 wurde mit der Kyoto Express das zweite Schiff dieser Serie fertig. Es wurde am 18. November 2005 in Yokohama getauft, das dritte Schiff ist die im März 2006 abgelieferte Chicago Express.
  • Hapag-Lloyd nahm 2005 mit den bei Daewoo H. Ind. (Südkorea) gebauten Savannah Express und Houston Express zwei etwas kleinere Schwesterschiffe mit jeweils 8.400 TEU und 104.000 tdw in Betrieb, sie sind in langfristiger Charter von Norddeutsche Vermögen.
  • Im Januar 2006 ordert Hapag-Lloyd weitere vier 8.750 TEU Schiffe bei der Hyundai H.Ind. Somit sind jetzt 12 Schiffe dieses Typs in Fahrt bzw. bestellt.
  • Die deutsche Reederei Claus-Peter Offen (Hamburg) bestellte 2003 bei Samsung Heavy Industries neun Containerschiffe mit je 9.200 TEU. Die Schiffe werden für jeweils acht Jahre an die MSC, Genf verchartert. Im Juli 2005 wurden die ersten Neubauten auf den Namen MSC Pamela und MSC Susanna getauft und noch im Juli 2005 abgeliefert. Noch im selben Monat wurden beide aber von MSC gekauft statt gechartert. Sie haben eine Länge ü. a. von 336,70 m, Länge zwischen den Loten von 321 Metern, eine Breite von 45,60 m, Seitenhöhe 27,20 Meter und Tiefgang max. 15 Meter. Der Antrieb besteht aus einem MAN-B&W 12K98MC Diesel mit 68.640 KW/93.500 PS für 25 Kn. Erstmals erreicht ein Containerschiff die Breite von 45,60 m, somit können unter Deck in 10 Lagen 16 Container nebeneinander und auf Deck statt 17 jetzt 18 Container nebeneinander verstaut werden. Die Vermessung ist mit 107.849 BRZ sehr hoch im Vergleich zur max.Tragfähigkeit.
  • MSC bestellte 2004 von dem Typ „MSC Pamela“ noch vier weitere Schiffe auf eigene Rechnung.
  • Im August 2005 bestellte Claus-Peter Offen vier nochmals größere Containerschiffe mit je 9.700 TEU Stellplätzen bei der Hyundai Heavy Industries zur Lieferung ab 2008, diese Schiffe sollen bei 350 Meter Länge, eine Breite von 42,80 Meter und eine Seitenhöhe von 27,20 Metern aufweisen. Als Antrieb dient ein MAN-B&W 12K98MC Diesel mit 93.500 PS. Ein Chartervertrag wurde noch nicht abgeschlossen.
  • COSCO Pacific hat im Januar 2005 vier Containerschiffe bei Hyundai Heavy Industries/Südkorea mit je 10.000 TEU (Länge ü. a. 349,00 m, Breite 45,60 m) und auf der heimischen Werft bei COSCO-Kawasaki Heavy Industries, Nantong/China fünf Einheiten (Charter über Costamare) zu je 8.500 TEU geordert, sie haben einen MAN-B&W 12K98ME Diesel mit 101.000 PS bzw. 94.000 PS für 25 kn. Im Mai 2005 ordert COSCO vier weitere 10.000 TEU Containerschiffe bei der COSCO-KHI Nantong Werft. Die Lieferung aller Neubauten erfolgt ab 2008.
  • Maersk-Sealand hatte bis Mitte 2004 bei der Odense Staalskibsværft insgesamt 14 große Containerschiffe geordert, dieser Auftrag wurde bis Mitte 2005 um weitere 6 Schiffe auf insgesamt 20 Schiffe aufgestockt, mit Auslieferung der letzten 2 Schiffe im Jahre 2011. Offiziell mit 7.500 TEU angegeben, besitzen sie tatsächlich eine Stellplatzkapazität von 9.500 TEU. Sie haben erstmals einen 12-Zylinder-Common-Rail-Dieselmotor vom Typ Sulzer 12RT-flex96C mit 93.400 PS. Ablieferungstermin ab Juni 2005. Im Juni 2005 wurde bekannt, dass die Aufträge für die ab 2006 zu liefernden Neubauten in noch erheblich größere Schiffe abgeändert wurden. Für diese Schiffe hat Maersk-Sealand die weltweit ersten 14 Zylinder Dieselmotoren vom Typ Doosan - Sulzer 14RT-flex96C-B mit 108.900 PS in Südkorea bestellt. Das erste der Schiffe dieser neuen Baureihe der noch größeren Containerschiffe war die Emma Maersk, die im September 2006 ausgeliefert wurde.
    Maersk-Sealand-Containerschiffe am APM-Containerterminal Algeciras/Spanien
  • Mit Ausnahme von Maersk Sealand wird frühestens ab 2010 mit Schiffen von 12.000 TEU gerechnet, da erstens die Werften vollkommen ausgelastet sind und es zweitens bereits Lieferengpässe für die Großmotoren gibt. Eine Bestellung müsste noch 2005 erfolgen, um eine Lieferung im Jahr 2010 zu gewährleisten. Für die Super-Post-Panamaxschiffe werden bereits seit 1997 bis heute weltweit die Hafenzufahrten, Häfen, Liegeplätze und Terminals ausgebaut. Alle wichtigen großen Containerterminals haben schon die neuen Containerbrücken mit Ausladungen von bis zu 64 Metern aufgestellt, die in der Lage sind, Containerschiffe mit einer Breite von 55 Metern (22 Container nebeneinander) abzufertigen. Einige Terminals wurden auch als Tiefwasserhäfen neu angelegt, wie zum Beispiel die neuen A.-P.-Møller-Containerterminals in Los Angeles (USA) oder Salalah (Oman). In Deutschland gibt es den weit fortgeschrittenen Plan (Baubeginn 2006) für den JadeWeserPort-Containerterminal, den Schiffe auch voll beladen mit über 12.000 TEU und bis zu 16,50 m Tiefgang anlaufen können.
  • Im Sept. 2005 waren 43 Containerschiffe in der Klasse über 9.000 TEU weltweit bestellt.
  • Die neueren Smart Barges der Reederei Mercurius Scheepvaart sind besonders leichte Containerschiffe für den Inlandverkehr.

Antrieb

  • Die Containerschiffe der 1. und 2. Generation hatten Einschraubenantrieb (Dampfturbine oder Dieselmotor). Die Schiffe der 3. Generation (Baujahre 1971–1981) waren anfangs für 27–28 Knoten konzipiert. Dafür waren Zweischraubenantriebe (Turbine oder Diesel) bzw. sogar Dreischraubenantriebe mit 3 Dieselmotoren notwendig. Ein weiteres Konzept, das in dieser Generation von Containerschiffen erstmals umgesetzt wurde, waren die Gasturbinenschiffe des Euroliner-Typs. Dieser Antrieb, bisher nur von Militärschiffen bekannt, stellte sich jedoch, insbesondere nach der Ölkrise Anfang der 1970 Jahre, schnell als unwirtschaftlich heraus. Erste große Panamaxschiffe mit Einschraubenantrieb wurden ab Ende 1980 in Dienst gestellt, als erstmals leistungsfähige Dieselmotoren mit 50.000 PS zur Verfügung standen und somit auf die teureren Mehrschraubenantriebe verzichtet werden konnte. Seit Ende der 1970er wurden wegen der hohen Rohölpreise und des Verzichts auf die sehr hohe Geschwindigkeit von 28 Knoten fast alle turbinenangetriebenen Containerschiffe auf Dieselmotorantrieb umgebaut, da diese erheblich weniger Brennstoff verbrauchen. Auch gab es Umbauten hinsichtlich des Antriebs von 2 Turbinen ⁄ 2 Propellern auf 1 Turbine ⁄ 1 Propeller, wie zum Beispiel die 4 Hapag-Lloyd-Schiffe vom Typ „Hamburg Express“. Die gängige Dienstgeschwindigkeit fast aller großen Containerschiffe lag dann bei 24, heute bei etwa 25 Knoten.
  • Die im Mai 2006 von der Volkswerft gelieferte „Maersk Boston“ als Typschiff von sieben sehr schnellen Panamax-Containerschiffen erreicht mit einem 12-Zylinder-Sulzer-Diesel eine Dienstgeschwindigkeit von 29,2 Knoten und ist das schnellste Containerschiff der Welt. Die „Maersk Boston“ besitzt folgende Daten: Länge 294,10 m, Breite 32,18 m, Tiefgang 13,5 m, DWT 52400 t, 48853 BRZ, 4170 TEU.
  • Die bis zum Jahr 2005 größten eingebauten Dieselmotoren sind 12-Zylinder-2-Takt-Reihenmotoren der Typen MAN-B&W 12K98ME/MC mit 94.000 PS bei 94–104 U/min bzw. von Wärtsilä-Sulzer 12RT-flex96C Common Rail mit 93.400 PS bei 100 U/min.
  • In das Containerschiff „Emma Mærsk“ wurde ein 14-Zylinder-Dieselmotor des Typs Wärtsilä/Sulzer 14RT-flex96C mit 108.908 PS Leistung eingebaut.
  • Ein Problem bei der Verwirklichung der 12.000–15.000 TEU Containerschiffe ist die Antriebsanlage. Die Reeder wollen solche Containerschiffe nur, wenn es wirtschaftlich erscheint. Sehr wichtig hierbei ist die Dauergeschwindigkeit von 25 Knoten (plus Reserven), um die Schiffe in bestehende Umläufe integrieren zu können. Bei dieser Schiffsgröße wird statt eines bisher weit verbreiteten 12-Zylinder-Reihen-Dieselmotors mit 90.000 oder 93.000 PS ein auf 14 Zylinder verlängerter Dieselmotor mit etwa 110.000 PS eingebaut. Der Propeller muss ca. 10,00 m Durchmesser haben und etwa 130 Tonnen wiegen, um die größere Motorkraft bei gleicher Drehzahl des Motors (94–104 U⁄min) in entsprechenden Vortrieb umzusetzen. Die Alternative wäre ein 2-Schrauben-Schiff mit 2 Dieselmotoren. Dies lehnen alle Reedereien aufgrund der erhöhten Kosten bisher ab, da der Dieselmotor mit Welle sowie der Propeller schon heute die teuersten Komponenten eines Containerschiffes sind. Auch arbeitet ein großer Propeller effektiver als 2 kleine. Das von Hyundai und GL fertiggestellte Mega Carrier Projekt mit Zweischraubenantrieb (siehe Mega-Container-Carrier) ist seit über einem Jahr bisher vergeblich den Reedereien angeboten worden. Möglich wäre auch ein Antrieb mit einem Dieselmotor, der auf einen Generator wirkt, in Verbindung mit einem Pod-Antrieb. Dabei würden die höheren Kosten für Generator und Antriebseinheiten teilweise durch effizienteren Antrieb und bessere Manövrierfähigkeit gerade bei derart großen Schiffen kompensiert.

Schiffslänge

Die zur Zeit längsten Containerschiffe sind die Emma Maersk (Baujahr 2006) und deren Schwesterschiffe, welche einheitlich mit 'E' beginnende Maersk-Namen tragen. Sie sind 397 m lang und haben eine Breite von 56,40 m und einen Maximaltiefgang von 16,00 m. Bis zu elf Containerlagen werden im Rumpf des Schiffes, und maximal neun Lagen an Deck übereinander gestapelt[3]. Die Kapazität dieser Schiffe wird auf etwa 13.000 20-Fuß-Container geschätzt, es gibt Anschlüsse für 1000 Kühlcontainer.

Das Containerschiff Edith Maersk, ein Schwesterschiff der Emma Maersk, in Bremerhaven.

Generationen

Containerschiffe werden in so genannte Generationen eingeteilt.

Die Größe der 1968 gebauten Containerschiffe war die Maßeinheit für ein Schiff der 1. Generation. Anfang 1969 erschien mit der Encounter Bay das erste Schiff der 2. Generation, die fast alle eine max. Schiffsbreite von 30,50 m aufweisen, das heißt, auf Deck können max. 12 Container nebeneinander gestaut werden. Lange Zeit lag die Obergrenze der Abmessungen von Containerschiffen bei 294,00 m Länge und 32,30 m Breite, damit sie den Panama-Kanal durchfahren konnten. Schiffe dieser Größe wurden früher als 3. Generation bezeichnet, seit etwa 1988 wird es als Panamax-Typ bezeichnet. In der Anfangsphase (im Jahr 1972) waren max. 3.000 TEU die Obergrenze des technisch umsetzbaren, 1988 dann schon 4.300 TEU. Die jetzigen „Panamax“-Neubauten können im Einzelfall bis zu 5.060 TEU laden. Für größere Schiffstypen mit mehr als 32,30 Meter Breite ist der Name Post-Panamax gebräuchlich. Die Schiffe über 7.000 TEU werden als Super-Post-Panamax-Schiffe bezeichnet.

Post-Panamax-Schiffe

  • Die ersten Containerschiffe, die breiter als 32,30 m (Panamakanalschleusen) waren, sind die 5 Schiffe der President-Truman-Klasse der American President Lines/USA. Sie wurden 1988 von der Werft Bremer Vulkan, Vegesack und HDW, Kiel gebaut und wurden nur im Transpazifikdienst der Reederei eingesetzt. Sie sind 275,00 m ü. a. lang und 38,50 m breit bei 61.296 BRZ, 53.613 tdw und können max. bis 4.400 TEU befördern. An Deck werden max. 15 Container nebeneinander gestaut.
  • 1991 wurde von der Daewoo H. I. die CGM Normandie für die französische CGM (heutige CMA CGM) gebaut. Sie hatte eine Kapazität von 4.410 TEU und war das erste Post-Panamax-Schiff im Europa–Fernost Dienst. Auch hier konnten bei einer Schiffsbreite von 38,00 m 15 Container nebeneinander an Deck platziert werden.
  • 1992 folgte die Bunga Pelangi für die Reederei MISC mit ähnlichen Abmessungen.
  • 1994–1995 folgten die Nedlloyd Hongkong und Nedlloyd Honshu als erste und einzige Post-Panamax-Open-Top-Schiffe für Royal Nedlloyd. Aus Japan folgten ab Dezember 1994 drei Schiffe der NYK-Altair-Klasse für die NYK Line, fünf baugleiche Schiffe für die Mitsui-OSK Lines und die OOCL California-Klasse der OOCL, die erstmals mit 40 Metern Breite auf Deck 16 Container nebeneinander stauen konnten.
  • 1995 wurden für American President Lines (APL) weitere 6 Post-Panamax-Schiffe („APL-China“-Klasse) gebaut, jeweils 3 bei HDW, Kiel und Daewoo Heavy Industries. APL hatte zu dieser Zeit (bis Anfang 1999) mit insgesamt 11 solchen Schiffen die größte Post-Panamax-Flotte.
  • 1996 kam das erste Mega-Containerschiff mit der Regina Maersk in Fahrt. Es ist das erste 42,80 Meter breite und erste über 300 Meter lange Containerschiff, das auch mit einer Stellplatzkapazität von 7.000 TEU um 50% größer als der bisherige Rekordhalter war. Einen solchen Größensprung hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Es kann 17 Containerreihen nebeneinander stauen.
  • 2005 wurde mit der MSC Pamela das erste Containerschiff mit 45,60 Metern Breite in Dienst gestellt, hier können erstmals 18 Container nebeneinander gestaut werden.
  • Im September des Jahres 2006 gab es dann einen Meilenstein in der Containerfahrt. Die "Emma Maersk" hat eine Tragfähigkeit von 11.000 Containern mit je 14 Tonnen Gesamtgewicht (dies ist die interne Größendefinition bei der Reederei Maersk Line). Dies entspricht umgerechnet ungefähr 14.500 TEU bei der "normalen" Größendefinition, dies ist eine Steigerung um 4.900 TEU zum bisherigen Rekordhalter Gudrun Maersk. Die "Emma Maersk" kann bei 56,40 Meter Breite 22 Container nebeneinander auf Deck laden.
  • Sehr verhalten und zögerlich reagierte die deutsche Hapag-Lloyd AG auf den Post-Panamax-Schiffstyp. Sie hielten lange ausschließlich am Panamax-Schiffstyp fest und gingen als letzte der größeren Container-Reedereien erst im Jahre 2001 mit dem Neubau Hamburg Express zum Post-Panamax-Schiff über.
  • Die seit Frühjahr 1999 (damals mit 12 Schiffen) bis heute größte Flotte von Post-Panamax-Containerschiffen betreibt die Maersk-Line (incl. Safmarine), die derzeit (Stand Juni. 2006) 76 Einheiten in Fahrt haben. Zählt man die Neubauorders noch hinzu, wird die Reederei die Hunderter-Marke Im Jahr 2008 überschreiten.

Entwicklung der Schiffsgröße

Die zur jeweiligen Zeit größten Containerschiffe der Welt. Bei den Schiffen einer baugleichen Baureihe wird nur das erste Schiff der Baureihe aufgelistet.

  • ehemalige und aktueller Rekordhalter sowie die aktuellen Höchstwerte in Fettdruck
Baujahr Schiffsname Länge in m Breite in m max. Tiefgang in m TEU BRZ tdw Bauwerft Reederei
Sept 2006 Emma Mærsk 397,70 56,40 16,00 (11000) ~14000* 151.687 156.907 Odense Maersk-Line/DK
Jul 2007 Cosco Asia 349 45,60 14,50 10062 114.394 109.968 Hyundai H.Ind.,Ulsan COSCO/China
Juli 2006 Xin Los Angeles 336,70 45,60 14,50 9580 107.800 113.000 Samsung, Koje CSCL/China
Feb 2006 Cosco Guangzhou 350,56 42,80 14,50 9469 109.149 107.277 Hyundai H.Ind.,Ulsan COSCO/China
Jul 2005 MSC Pamela 336,70 45,60 15,00 9178 107.849 110.592 Samsung, Koje MSC/CH
Jun 2005 Gudrun Maersk 367,28 42,80 15,50 (7500) ~9500* 97.933 115.700 Odense Maersk-Line/DK
März 2005 Colombo Express 335,07 42,87 14,60 8749 93.750 104.400 Hyundai, Ulsan Hapag-Lloyd/D
Dez 2004 P&O Nedlloyd Mondriaan 335,00 42,80  ?? 8450 94.724 97.612 IHI, Kure P&O Nedlloyd/GB-NL
Juli 2004 CSCL Asia 334,00 42,80 1?.?? 8498 90.496 105.000 Samsung, Koje CSCL/China
Mai 2003 OOCL Shenzhen 322,97 42,80 13,00 8063 89.097 99.518 Samsung, Koje OOCL/HK
Mär 2003 Axel Maersk 352,10 42,80 15,00 (6600) ~9000* 93.496 109.000 Odense Maersk-Line/DK
Sep 1997 Sovereign Maersk 346,98 42,80 14,50 (6600) ~8300* 91.500 104.886 Odense Maersk-Line/DK
Jan 1996 Regina Maersk 318,24 42,80 14,50 (6000) ~7000* 81.488 90.456 Odense Maersk-Line/DK
Aug 1995 OOCL California 276,02 40,00 12,20 4960 66.046 67.756 Mitsubishi, Nagasaki OOCL/HK
Dez 1994 NYK Altair 299,85 37,10 1?,?0 4743 60.117 63.179 IHI, Kure NYK/ Japan
Feb 1991 Hannover Express 294,00 32,30 11,40 4639 53.783 67.680 Samsung, Koje Hapag-Lloyd/D
Apr 1988 Marchen Maersk 294,12 32,22 1?,?0 (3500) ~4500* 52.191 60.639 Odense Maersk-Line/DK
Jun 1984 American New York 290,00 32,30 1?,?0 4400 57.075 58.870 Daewoo, Okpo Yard United States Lines/US
Mär 1984 Louis Maersk 270,00 32,30 1?,?0 (3390) ~3700* 43.332 53.325 Odense Maersk-Line/DK
Jun 1981 Frankfurt Express 287,73 32,28 13,10 3430 57.540 51.540 HDW, Kiel Hapag-Lloyd/D
Juli 1972 Hamburg Express 287,70 32,27 14,50 3010 58.088 48.453 Blohm & Voss, Hbg. Hapag-Lloyd/D
Mär 1972 Tokyo Bay 289,32 32,26 1?,?0 2961 58.889 49.340 HDW, Hbg. OCL, dann P&O/GB
Nov 1971 Kamakura Maru 289,50 32,20 1?,?0 2500 59.295 43.403 Mitsubishi, Kobe NYK/Japan
7.Sep 1970 Sydney Express 217,00 30,58 11,80 1665 27.407 BRT 33.330 Blohm & Voss, Hbg. HAPAG, Hapag-Lloyd/D
1.Sep 1970 Melbourne Express 215,00 30,50 16,50 1?,?0  ? ~33.000 Bremer Vulkan, Vege. NDL, Hapag-Lloyd/D
Feb 1969 Encounter Bay 227,31 30,56 1?,?0 1572 27.835 BRT 29.260 Deutschland OCL, dann P&O/GB
Aug 1968 Hakone Maru 187,00 26,00 1?,?0 752 16.240 BRT 14.745 Mitsubishi, Kobe NYK, Showa/Japan

Anmerkung (*)

Die Größe jedes Containerschiffes wird weltweit in TEU-Stellplatzkapazität angegeben. Die Ausnahme ist die Reederei Maersk-Line. Sie gibt nicht die max. TEU-Stellplatzkapazität des Schiffes an, sondern anhand der max. Tragfähigkeit des Schiffes die max. Anzahl von beladenen TEUs zu je 14 Tonnen. Dieser Wert, siehe Zahl in Klammern, ist damit immer niedriger als die max. Stellplatzzahl. Somit differieren die Werte in der obigen Tabelle.

Da die Reederei Maersk-Line die Stellplatzkapazität offiziell nicht angibt, muss sie geschätzt werden. Die Schätzungen sind aber recht unterschiedlich. Bei der Emma Maersk findet man Schätzungen von 13.000 TEU bis 15.200 TEU. Bei obiger Liste wurde ein mittlerer Schätzwert eingetragen.

Die wichtigste Kennzahl für die Größe eines Containerschiffes ist die "TDW", das heißt Tonnes Dead Weight. Dies ist die Last welche ein leeres Containerschiff tragen kann, im wesentlichen Ladung und Treibstoff. Raumangaben wie BRZ oder BRT sind für ein Containerschiff, bei dem viel auf dem Deck gestapelt ist, nicht so wichtig.

Reedereien

Die größten Containerschiffs-Reedereien Beflaggung (1. Mai 2005):
1. Mærsk Line (incl. Safmarine)
plus ehem. Royal P&O Nedlloyd NV
Dänemark Dänemark 387 Schiffe
162 Schiffe
1.036.600 TEU Stellplätze
460.203 TEU Stellplätze
2. MSC Schweiz Schweiz 257 Schiffe 681.334 TEU Stellplätze
3. CMA CGM Frankreich Frankreich 185 Schiffe 412.007 TEU Stellplätze
4. Hapag-Lloyd Deutschland Deutschland 144 Schiffe 480.000 TEU Stellplätze
5. Evergreen Marine Taiwan Taiwan 153 Schiffe 439.538 TEU Stellplätze
6. COSCO China China 118 Schiffe 289.900 TEU Stellplätze
7. China Shipping Container Lines (CSCL) China China 111 Schiffe 290.089 TEU Stellplätze
8. NYK Japan Japan 105 Schiffe 281.722 TEU Stellplätze
9. American President Lines (incl. NOL) Singapur Singapur 99 Schiffe 315.879 TEU Stellplätze
10. Pacific International Lines Singapur Singapur 97 Schiffe
11. Zim Integrated Shipping Services Israel Israel 93 Schiffe
12. Compañía Sud Americana de Vapores Chile Chile 83 Schiffe 215.992 TEU Stellplätze
13. Hanjin Shipping/Senator  SudkoreaSüdkorea Südkorea 113 Schiffe 294.500 TEU Stellplätze
14. OOCL Hongkong Hongkong 70 Schiffe 237.318 TEU Stellplätze
15. Hamburg Süd Deutschland Deutschland 75 Schiffe 162.200 TEU Stellplätze
  • Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd AG, von 1976–1983 noch größte Containerschiffsreederei der Welt, war seit vielen Jahren nicht mehr unter den „Top 10“ der Rangliste. Im August 2005 wurde die Übernahme von CP Ships durch Hapag-Lloyd bekanntgegeben. Hierzu bedurfte es einer Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro. Im Oktober war die Übernahme perfekt. Hapag-Lloyd rückt damit auf Platz 4 der großen Container-Reedereien.
  • Am 11. Mai 2005 wurde offiziell bekanntgegeben, dass Maersk-Sealand für 2,96 Milliarden US-$ (entspr. 2,3 Mrd. Euro) P&O Nedlloyd übernehmen will. Die P&O- Nedlloyd-Aktie war am 10. Mai mit 41 US-$ bewertet, Maersk-Sealand bot den Aktionären 57 US-$ pro Aktie. Bis zum 5. August 2005 ist dieses Übernahmeangebot terminiert. Mitte August 2005 war die Übernahme abgeschlossen. Die P&O Nedlloyd existiert seit Februar 2006 nicht mehr. Sie wurde vollständig in die „Maersk Line“ integriert. Durch die Übernahme ist der Marktführer Maersk statt mit zwölf Prozent seitdem mit 18 Prozent am Weltcontainerverkehr beteiligt.

Kühlcontainerschiffe

Containerschiffe mit mehr als 50 Kühlcontainern werden häufig auch als Kühlcontainerschiffe bezeichnet. Der Markt der Kühlcontainer nimmt stark zu und stellt eine ernsthafte Konkurrenz zu den Kühlschiffen dar. 1972 begann United Fruit (heute Chiquita) mit dem Befördern von Bananen in Kühlcontainern. Einer der Gründe dafür ist, dass schnelleres Löschen des Schiffes im Hafen möglich wird. Dafür werden auch lukenlose Schiffe eingesetzt, um direkt mit einem Kran an die Container zu gelangen. Die ersten lukenlosen Kühlcontainerschiffe wurden im Jahre 1999 von HDW hergestellt und boten Stellplätze für 990 TEU Kühlcontainer sowie 33 TEU ungekühlte Container. Diese Schiffe sind für Dole im Einsatz und bedienen den Fruchttransport von Mittelamerika in die USA. Heute gehört Hamburg Süd zu einer der größten Reedereien die sich auf den Transport von Kühlcontainern von und nach Südamerika spezialisiert haben.

Mega-Container-Carrier (Projekt)

Der Germanische Lloyd, Hamburg hat in Zusammenarbeit mit der Werft Hyundai Heavy Industries (HHI) die Konstruktionspläne für einen Mega-Container-Carrier (Suezmax-Schiff) erstellt. Hier wird auf einen Einschraubenantrieb verzichtet. Die Brücke ist separat von der Antriebsanlage im ersten Drittel des Schiffes angeordnet. Ein Bauauftrag wurde noch nicht erteilt.

Das Schiff hat eine geplante Gesamtlänge von 382 m
Breite: 54,20 m
Tiefgang: 13,50 m
Unter Deck: 6230 Container in 10 Lagen über 19 Reihen gefahren
Über Deck: 7210 Container in 21 Reihen angeordnet
Mit zwei 45000-kW-Motoren beträgt die Geschwindigkeit 25,5 Knoten über zwei Pod-Antriebe.
Die Produktionszeit liegt bei neun bis zehn Monaten. Die ersten Auslieferungen könnten ab 2009 erfolgen, sofern noch im Jahr 2005 eine Bestellung eingeht.

Nachdem bisher für den beschriebenen Megacarrier keine Kunden gefunden werden konnten, hat im September 2006 die Odensewerft mit dem Schiff "Emma Maersk" einen Schiffstyp realisiert, der bei größerer Transportleistung mit einem Einschraubenantreib auskommt. Der Antrieb erfolgt mit einem 14 Zylinder Wärtsilä RT-flex 96 C-B 2-Takt Motor mit weit über 80 MW Leistung. Ein Zweischraubenantrieb bei einem Schiff der gegebenen Größe wird nun sehr unwahrscheinlich.

Projekte und fertige Konstruktionsentwürfe von Klassifizierungsgesellschaften oder/und Bauwerften für einen als Suezmax-Containerschiff bezeichneten Typ für bis zu 14.000 TEU gibt es seit etwa 1996. Auch sind Entwürfe für ein Malacca-max-Schiff für 21.000 TEU bereits durchgerechnet. Hierbei blieben jedoch die Begrenzungen bei den Abfertigungskapazitäten und die Tiefgangsbeschränkungen in den Containerhäfen unberücksichtigt.

Werften

Große Containerschiffe mit über 7.000 TEU werden auf folgenden Werften gebaut:

Europa

Ostasien

Containerschiffe von deutschen Werften

In der Anfangsphase der Containerisierung von 1968–1977 wurde eine beträchtliche Zahl an großen Containerschiffen der 1. bis 3. Generation von deutschen Werften gebaut, die damals auf diesem Sektor führend waren:

Post-Panamax-Containerschiff P&O NEDLLOYD BARENTSZ (5468 TEU) Bj. 2000 von der Kvaerner Warnowwerft
  • Blohm & Voss, Hbg. (Reparaturwerft und Spezial- und Marineschiffbau)
  • A.G. Weser, Bremen (Konkurs in den 1980er Jahren)
  • Bremer Vulkan, Bremen-Vegesack (1997 letztes (Container-) Schiff gebaut, dann Konkurs)
  • Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW), Werk Hamburg-Finkenwerder (Werk aufgegeben)
  • HDW, Werk Kiel (baut bis heute hin und wieder kleinere Stückzahlen an Containerschiffen)
  • Flenderwerft, Lübeck
  • Nordseewerke, Emden
  • Die bisher größten gebauten Containerschiffe (5 Schiffe) haben eine Kapazität von 5.468 TEU und wurden von Aker MTW, Wismar und Aker Kvaerner Warnowwerft, Warnemünde 1999–2000 an P&O Nedlloyd geliefert.
"Maersk Boston", Ende März 2006 vor der Volkswerft
  • Die derzeit größten bei einer deutschen Werft gebauten Containerschiffe werden seit Herbst 2005 bei der Volkswerft, Stralsund gebaut. Das Typschiff, die "Maersk Boston" wurde am 24. März 2006 getauft und im Mai 2006 abgeliefert. Sie sind vom Typ VWS4000 und haben 294,10 m Länge ü. a. und 32,18 m Breite. Sie haben Stellplätze für 4.250 TEU. Der Antrieb besteht aus einem Sulzer 12 RTA 96C Diesel mit 93.400 PS. Dadurch wird eine Dienstgeschwindigkeit von 29,2 Knoten erreicht, es sind die schnellsten Containerschiffe der Welt.
  • Containerschiffe der Größe 2.500/2.700 TEU (Typ CV 2.500/2.700) bauen derzeit HDW in Kiel, SSW in Bremerhaven, Nordseewerke in Emden, Blohm + Voss Hbg., Volkswerft in Stralsund, Aker Werften in Wismar und Warnemünde.
  • Seit Jahren führend in Konstruktion und Bau von Containerschiffen bis 1.200 TEU Größe, sogenannte Feederschiffe, ist die Werft J.J. Sietas in Hamburg. Seit Anfang 2006 baut diese Werft auch größere Containerschiffe, das erste 1.700 TEU Schiff wurde mit der "Safmarine Mbashe" abgeliefert.

Galerie Containerschiffe

Literatur

  • Thomas Pawlik & Heinrich Hecht: Containerseeschifffahrt. Heel Verlag 2007, ISBN 3898808734
  • Hans Jürgen Witthöft: Container – Die Mega-Carrier kommen. 2. Auflage. Köhlers Verlag, Herford 2004, ISBN 3-7822-0882-X

Einzelnachweise

  1. Hartmann-Reederei: Prinzipdarstellung Containerschiff Abgerufen am 26. März 2009
  2. [TBH - Deutsche Schiffahrts-Zeitung, Freitag 19.12.2008, Seite 3]
  3. Emma Maersk (PDF)

Weblinks


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