- Dürnau (Landkreis Göppingen)
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Wappen Deutschlandkarte 48.6427777777789.6377777777778543Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 38′ OBasisdaten Bundesland: Baden-Württemberg Regierungsbezirk: Stuttgart Landkreis: Göppingen Höhe: 543 m ü. NN Fläche: 5,37 km² Einwohner: 2.083 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 388 Einwohner je km² Postleitzahl: 73105 Vorwahl: 07164 Kfz-Kennzeichen: GP Gemeindeschlüssel: 08 1 17 017 Adresse der
Gemeindeverwaltung:Hauptstraße 16
73105 DürnauWebpräsenz: Bürgermeister: Friedrich Buchmaier Lage der Gemeinde Dürnau im Landkreis Göppingen Dürnau ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Geographische Lage
Dürnau liegt am Rande der Schwäbischen Alb, rund zehn Kilometer südlich der Kreisstadt Göppingen.
Nachbargemeinden
Die Gemeinde grenzt in Norden an Göppingen und Heiningen, im Osten an Gammelshausen, im Süden an Gruibingen und im Westen an Bad Boll.
Gemeindegliederung
Zur Gemeinde Dürnau gehören Dorf Dürnau und die Häuser Ölmühle und Wilhelmshöhe.[2]
Geschichte
Die Entstehung Dürnaus dürfte in die jüngere Ausbauzeit des 9. bis 13. Jahrhunderts fallen. Der Ort wurde als Durnon erstmals 1275 im liber decimationis erwähnt. Die Niederadelsfamilie der Dürner von Dürnau stand vom 13. bis zum 15. Jahrhundert vermutlich als Ministeriale im Dienst der Grafen von Aichelberg. 1339 wurde Dürnau württembergisch. 1479 verkaufte Graf Ulrich den Ort an die Herren von Zillenhardt. Nach dem Aussterben des letzten Herrn von Zillenhardt im Jahr 1623 fiel das Dorf an die Grafen von Degenfeld. 1684 wurde der Ort an Kurbayern veräußert. 1711 erwarben die Degenfeld zunächst die eine, 1771 die andere Hälfte zurück.
Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses und der damit verbundenen Mediatisierung wurde Dürnau 1806 erneut württembergisch und dem Oberamt Göppingen eingegliedert. Mit der Kommunalreform 1938 gelangte es zum Landkreis Göppingen.
Religionen
Seit der Reformation ist Dürnau evangelisch geprägt. Erst seit 1963 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort, die zur Kirchengemeinde Boll gehört. Zuvor war es den Katholiken im Ort gestattet, in der evangelischen Kirche Gottesdienste zu feiern.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerentwicklung zwischen 1837 und 2010.
Datum Einwohner 1837 668 1907 508 17. Mai 1939 458 13. September 1950 801 27. Mai 1970 1514 31. Dezember 1983 1520 31. Dezember 2000 2033 31. Dezember 2005 2092 31. Dezember 2010 2083 Politik
Seit 1970 gehört Dürnau dem Gemeindeverband Raum Bad Boll an.
Bürgermeister und Gemeinderat
Bürgermeister ist Friedrich Buchmaier. Im aktuellen Gemeinderat haben die Freie Wählervereinigung und die Unabhängige Wählervereinigung jeweils fünf Sitze.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens von Dürnau lautet: In Silber ein schwarzes Hifthorn mit goldener Fessel.
Das Wappen geht aus dem ehemaligen Ortsadel der Herren von Dürnau hervor, und wurde im Jahre 1923 angenommen. Die daraus abgeleiten Flaggenfarben Schwarz-Weiß wurden am 18. Februar 1959 vom Innenministerium verliehen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bildungseinrichtungen
Dürnau verfügt über eine gemeinsame Grundschule und zwei gemeinsame Kindergärten mit Gammelshausen.
Freizeit- und Sportanlagen
Dürnau ist im Besitz von zwei Sportplätzen, zwei Tennisanlagen sowie einem Basketballfeld und einem Hartplatz. Für Jugendliche steht in Dürnau ein Jugendhaus zur Verfügung. Außerdem gibt es in Dürnau auch eine Sporthalle und ein Lehrschwimmbad, das auch für Privatpersonen geöffnet hat.
Verkehr
Dürnau ist über eine Landstraße von Gammelshausen und Bad Boll zu erreichen. Mit der Gemeinde Heiningen ist Dürnau über einen Feldweg verbunden, der für den öffentlichen Verkehr allerdings nicht zur Durchfahrt freigegeben ist. Die Anschlussstelle Aichelberg der Autobahn A 8 liegt etwa 7 km entfernt. Dürnau war außerdem Haltepunkt der Voralbbahn, deren Betrieb 1989 eingestellt wurde. Seither ist Dürnau durch eine Buslinie u.a. mit der Kreisstadt Göppingen verbunden. Es existierte einmal eine Materialseilbahn zum Steinbruch am Kornberg bei Gruibingen.
Sehenswürdigkeiten
Ein restaurierter Marstall mit Schlossbrücke, Wassergraben und ein Schlosskeller erinnern an das einstige Wasserschloss Dürnau aus dem 12. Jahrhundert.
Evangelische Kirche St. Cyriakus mit Halbmond auf der Kirchturmsspitze, ein für Kirchen nicht unüblicher Turmschmuck und entgegen der Legende kein Beutestück der Türkenkriege. Christoph Martin von Degenfeld liegt in dieser Kirche begraben, sein Epitaph kann dort besichtigt werden.
Südlich der Gemeinde liegt ein Obstlehrpfad und der Schwäbische Sprüche-Weg.
Dürnau hat beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft“ im Wettbewerb 1999-2001 eine Silbermedaille erhalten.
Museen
Im Torbogen des ehemaligen Schlosses befindet sich heute ein Glasmuseum, das die wechselvolle Geschichte der früher am Ort ansässigen Glashütte Gralglas bezeugt.
Persönlichkeiten
Christoph Martin Freiherr von Degenfeld (* 1599 in Eybach; † 13. Oktober 1653), bedeutender Feldherr
Literatur
- Konrad Theiss: Der Kreis Göppingen. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1978, ISBN 3-8062-0374-1.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 284–285.
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