VfL Osnabrück (Basketball)

VfL Osnabrück (Basketball)

Osnabrück VfL ab 1976-1977.jpg

Erfolge und Titel in der Bundesliga
1967: Deutscher Vize-Meister
1968: Deutscher Vize-Meister
1969: Deutscher Meister
1967: DBB-Pokal-Sieger
1969: DBB-Vize-Pokalsieger
1970: DBB-Vize-Pokalsieger

Das Basketballteam des VfL Osnabrück war eine der erfolgreichsten deutschen Basketball-Bundesliga-Mannschaften der 1960er Jahre. Innerhalb von fünf Jahren erspielte das Team des VfL eine Deutsche Meisterschaft, einen Pokalsieg sowie vier Vizemeisterschaften in der Meisterschaft und im Pokal. In drei Spielzeiten war das VfL-Team in Europapokal-Wettbewerben der FIBA vertreten.

Herausragende Spieler waren Klaus Weinand, Rassem Yahya und Helmut Uhlig.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Erfolgsfaktoren

In den 1960er Jahren war Osnabrück aufgrund der sehr guten Vereinsarbeit eine der bedeutenden Basketball-Hochburgen in Deutschland. Der VfL Osnabrück spielte seit den 1950er Jahren mit seiner ersten Herrenmannschaft sehr erfolgreich in der Oberliga Nord und wurde mit ihrem Spielertrainer Lothar Waldowski, A-Nationalspieler, 1959 ungeschlagen deren 'Meister'. Sehr erfolgreich spielten aber auch die Zweitliga-Clubs Osnabrücker TC und der MTV Osnabrück. Alle drei Vereine leisteten, wie die zahlreichen anderen Basketballvereine im Basketballbezirk, eine vorbildliche Jugendarbeit. Allen voran der VfL-Abteilungsleiter und Tageszeitungs-Sportredakteur Klaus Manthey sowie der Vorsitzende des Basketballbezirks Osnabrück Jürgen Molitor, der später Geschäftsführer des DBB wurde. Die A-Jugendmannschaften des VfL waren bei den jährlichen Landesmeisterschaften stets auf einem der vorderen Plätze zu finden.

Neben der gezielten Jugendarbeit war weiterhin die Verzahnung des Schulsports an den Osnabrücker Gymnasien (Gymnasium Carolinum, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Ratsgymnasium Osnabrück) mit der Jugendarbeit der Vereine ein Erfolgsfaktor. Beispielhaft steht hierfür die Vereinsarbeit des verstorbenen Oberstudienrats Werner Henke, der langjährig der Mannschaftsbetreuer des VfL-Oberliga-Teams war. Wichtig war ebenfalls die nie versiegende Betreitschaft der Turnhallen-Hausmeister, die Sporthallen stets zu öffnen, wenn sie von den Jugendlichen gebraucht wurden.

Aufbau und Entwicklung des Meister-Teams

Klaus Weinand war 1964 zusammen mit dem damaligen VfL-Präsidenten und Stahlbauunternehmer 'Friedel' Schwarze (†) der Initiator des legendären Osnabrücker Meister-Teams. Der Zwei-Meter-Center galt damals als 'Mister Basketball' in der Bundesrepublik. Mit seinen früheren Clubs USC Heidelberg und Alemannia Aachen hatte der Medizinstudent schon mehrere Meisterschaftstitel des DBB gewonnen. Beide wussten, dass ein Basketballteam in Deutschland nur erfolgreich sein konnte, wenn semiprofessionelle Bedingungen gegeben waren. 'Friedel' Schwarze war ein Lokalpatriot. Er erkannte auch, dass die Erfolge eines Osnabrücker Spitzenteams der Region Osnabrück 'gut tun würde' - mit großer nationaler und internationaler Wirkung. Die Spieler des Meisterteams des VfL Osnabrück waren bei Ehrungen im Osnabrücker Rathaus oder beim jährlichen Sportpresseball stets gern gesehene Gäste.

Bereits in der ersten Spielzeit von Klaus Weinand in Osnabrück konnte der VfL als Meister der Oberliga Nord gegen den MTV Gießen die Saison mit der Vizemeisterschaft abschließen. Das Finale um die Deutsche Meisterschaft der Saison 1964/65 wurde am 23. Mai 1965, vor mehr als 1500 Zuschauern, in der Heidelberger High-School-Sporthalle gespielt. Erst in der letzten Sekunde konnte 'Ernie' Butler, der US-amerikanische Spielmacher des MTV, das spannende Spiel um die Meisterschaft mit einem beidhändigen 'Jahrhundertwurf' aus sehr großer Distanz entscheiden. Spielstand: 68:69 (38:35) für den MTV Gießen.

Rahmen und Bedingungen

Alle Bundesliga-Spieler waren Amateure. Sie studierten, waren vorübergehend bei der Bundeswehr oder gingen einem regulären Beruf nach. Einige Spieler erhielten eine Aufwandsentschädigung vom Verein oder wurden von der Deutschen Sporthilfe gefördert. Die Unterstützung des Teams durch einen Sponsor war damals grundsätzlich noch nicht üblich. Trainiert wurde in der Regel abends an vier Tagen - in Osnabrück und Köln. Die Kaderspieler des VfL besuchten regelmäßig die Lehrgänge des DBB und nahmen an Länderspielen bzw. internationalen Turnieren mit der A- oder B-Nationalmannschaft teil (siehe Liste der deutschen Basketballnationalspieler).

Basketball-Bundesliga und DBB-Pokal (ab Saison 1966/67)

Ab der Spielzeit 1966/67 wurde in der Bundesrepublik in der neuen, zweigeteilten Basketball-Bundesliga erstklassig Basketball gespielt. In der Spielzeit 1966/67 wurde auch zum ersten Mal der neu gestiftete DBB-Pokal bundesweit ausgespielt. Der DBB-Vizemeister 1965 war auf die neuen Herausforderungen organisatiorisch und sportlich gut vorbereitet, hatte ein fast ideales Umfeld und bekam die erforderliche Unterstützung, verfügte über eine gut geeignete neue Sporthalle und erreichte stets gute Zuschauerzahlen.

Meisterschaften / Ergebnisse / Teams / Trainer

Oberliga Nord

(Erste Liga bis Saison 1965/66)

  • Saison 1964/1965: DEUTSCHER VIZE-MEISTER 1965

VfL Osnabrück - MTV Gießen 68:69 (38:35)

23. Mai 1965, High-School-Sporthalle in Heidelberg, ca. 1.500 Zuschauer

Bundesliga

  • Saison 1966/1967: DEUTSCHER VIZE-MEISTER 1967

VfL Osnabrück - MTV Gießen 73:85 (29:37)

30. April 1967, Carl-Diem-Halle in Mannheim, ca. 1.500 Zuschauer, Schiedsrichter: Bestgen (Hagen/Westf.) und Heinzelmann (Mainz)

'VfL-Meister-Team': Wilfried Böttger (†), Rolf Dieter, Volkmar Gaber, Hans Gröneweg, Egon Homm, Eckhard Husemann, Ingbert Koppermann, Wolfgang Plock, Helmut Uhlig, Klaus Weinand, Rassem Yahya - Betreuer Rolf Henke
MTV Gießen: Wolfgang Dort, Holger Geschwindner, Jochen Glock, Gerhard Heindel, Rainer Jörg, Klaus Jungnickel, Dietfried Kienast, Bernd Röder, Heinz Ross, Torrey (USA), Jochen Wucherer - Trainer und Coach Laszlo Lakfalvi (†) - Manager Heinz-Ewald Hirsch

  • Saison 1967/1968: DEUTSCHER VIZE-MEISTER 1968

VfL Osnabrück - MTV Gießen 69:79 (36:35)

28. April 1968, Schlosswall-Halle in Osnabrück, ca. 2.200 Zuschauer, Schiedsrichter: Bestgen (Hagen/Westf.) und Heinzelmann (Mainz)

'VfL-Meister-Team': Wilfried Böttger (†), Rolf Dieter, Volkmar Gaber, Egon Homm, Eckhard Husemann, Günter Kollmann, Ingbert Koppermann, Helmut Uhlig, Klaus Weinand, Rassem Yahya - Trainer und Coach Miloslav Kriz - Betreuer Rolf Henke
MTV Gießen: Karl Ampt, Jörg Bernath, Wolfgang Dort, Holger Geschwindner, Jochen Glock, 'Lu' Jackson, Klaus Jungnickel, Dietfried Kienast, Bernd Röder, Heinz Ross, Franz-Josef Wolf und Hubert Wolf - Trainer und Coach Laszlo Lakfalvi (†) - Manager Heinz-Ewald Hirsch

  • Saison 1968/1969: DEUTSCHER MEISTER 1969

MTV Gießen - VfL Osnabrück 69:76 (30:30)

20. April 1969, Universitätssporthalle in Gießen, 2.000 Zuschauer, Schiedsrichter: Liebsch (Heidelberg) und Drost (Dortmund)

'VfL-Meister-Team': Klaus Ansmann, Wilfried Böttger (†), Michael Haferkamp, Egon Homm, Ingbert Koppermann, Eckhard Meyer, Ulrich Renner, Harald Rupp, Helmut Uhlig, Klaus Weinand, Rassem Yahya - Trainer und Coach Miroslav Kriz - Betreuer Rolf Henke
MTV Gießen: Karl Ampt, Janos Belik (Ungarn), Jörg Bernath, Wolfgang Dort, Holger Geschwindner, Jochen Glock, Hans Heß, Dietfried Kienast, William Provinse (USA), Bernd Röder, Dieter Strack, Franz-Josef Wolf und Hubert Wolf - Trainer und Coach Laszlo Lakfalvi (†) - Manager Heinz-Ewald Hirsch

DBB-Pokal

  • Saison 1966/1967: DBB-POKAL-SIEGER 1967

VfL Osnabrück - ATV Düsseldorf 86:74 (39:35)

11. Juni 1967, Ruhrland Sporthalle in Oberhausen, ca. 1.200 Zuschauer, Schiedsrichter: Liebsch (Heidelberg) und Schober (Mainz)

'VfL-Meister-Team': Wilfried Böttger (†), Rolf Dieter, Volkmar Gaber, Hans Gröneweg, Egon Homm, Eckhard Husemann, Ingbert Koppermann, Helmut Uhlig, Klaus Weinand, Rassem Yahya - Betreuer Rolf Henke

  • Saison 1968/1969: VIZE-POKAL-SIEGER 1969

VfL Osnabrück - MTV Gießen 74:75

15. Juni 1969, Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg, ca. 1.300 Zuschauer

'VfL-Meister-Team': Klaus Ansmann, Wilfried Böttger (†), Michael Haferkamp, Egon Homm, Ingbert Koppermann, Eckhard Meyer, Ulrich Renner, Harald Rupp, Helmut Uhlig, Klaus Weinand, Rassem Yahya - Trainer Miloslav Kriz - Betreuer Rolf Henke
MTV Gießen: Karl Ampt, Janos Belik (Ungarn), Jörg Bernath, Wolfgang Dort, Holger Geschwindner, Jochen Glock, Hans Heß, Dietfried Kienast, William Provinse (USA), Bernd Röder, Dieter Strack, Klaus Urmitzer, Franz-Josef Wolf und Hubert Wolf - Trainer und Coach Laszlo Lakfalvi (†) - Manager Heinz-Ewald Hirsch

  • Saison 1969/1970: VIZE-POKAL-SIEGER 1970

VfL Osnabrück - TuS 04 Leverkusen 49:73

6. Juni 1970, Sporthalle „Am Hasenwinkel“ in Braunschweig, ca. 1.500 Zuschauer

'VfL-Meister-Team': Klaus Ansmann, Karel Baroch († - CSSR), Wilfried Böttger (†), Egon Homm, Günter Kollmann, Ingbert Koppermann, Eckhard Meyer, Ulrich Renner, Harald Rupp, Klaus Weinand, Rassem Yahya - Spielertrainer und Coach Karel Baroch und Betreuer Rolf Henke
TuS 04 Leverkusen: Wilhelm Angermann, Wolfgang Bunse, Götz Grabner, Klaus Greulich, Dieter Kuprella, Jochen Pollex, Helmut 'Flatti' Posern, Dan Puscasiu, Heinz Schäfer, Wolfgang Schmidt, Norbert Thimm, Largo Wandel. Trainer und Coach Prof. Günter Hagedorn - Manager Engelbert Zimmer

Teamentwicklung und Leistungsträger

An allen Erfolgen des 'legendären' Bundesliga-Teams des VfL Osnabrück (1966 bis 1970) war stets ein Kernteam von fünf Spielern beteiligt: der vielfache A-Nationalspieler Klaus Weinand (2,00 m), der aus Palästina stammende syrische Nationalspieler Rassem Yahya (1,75 m), der in den 70er Jahren in Madrid/Spanien verstorbene Wilfried 'Wiwi' Böttger (1,95 m) sowie die beiden A-Nationalspieler aus der eigenen Jugend, Ingbert 'Koppi' Koppermann (2,00 m) und Egon Homm (1,96 m), der als Youngster 1966 direkt in die neue Bundesliga startete. Egon Homm ist der einzige von diesen fünf Spielern, der in Osnabrück geboren wurde.

Klaus Weinand war Teilnehmer der 12. FIBA-Europameisterschaften 1961 in Belgrad (Republik Serbien, damals Jugoslawien) und 14. FIBA-Europameisterschaften 1965 in Moskau (damals Sowjetunion, heute Russland). Helmut Uhlig, Egon Homm und der VfL-Trainer Miloslav Kriz als Bundestrainer haben im Sommer 1969 mit der deutschen Nationalmannschaft in Saloniki/Griechenland vergeblich versucht auf einem großen Turnier mit führenden europäischen Basketballnationen die Qualifikation zu den 16. FIBA-Europameisterschaften 1969, im September und Oktober 1969, in Genua (Italien), zu erreichen. Der Kapitän der VfLer, der aus Halle (Saale) stammende Helmut Uhlig, er war 1971, Teilnehmer der 17. FIBA-Europameisterschaften 1971 Essen und Böblingen, war ebenfalls Mitglied des Olympia-Teams München 1972. In den Spielzeiten 1969/70 und 1970/71 spielte der 1969 zum „Basketballer des Jahres“ gewählte VfL-Kapitän für den USC München.

Das Meister-Team wurde als bedeutender Repräsentant der Stadt Osnabrück geschätzt. Die VfL-Spieler vertraten den Verein, die Stadt und die ganze Region in den westeuropäischen Ländern und auch in Osteuropa - z.B. auf vielen internationalen Turnieren und zu Freundschaftsspielen. 1966 gewannen die VfL-Bundesligaspieler das von den US-Streitkräften in Bremerhaven jährlich zum Jahreswechsel veranstaltete 'Internationale Basketballturnier' (Nur zwei Clubteams, ZSKA Moskau und der VfL Osnabrück, konnten sich bei achtzehn gespielten Turnieren, gegen die starke Konkurrenz von US-Militärmannschaften und Nationalmannschaften, in die Siegerliste eintragen.). Dreimal nahm das Meister-Team am Europapokal der Landesmeister bzw. am Europapokal der nationalen Pokalsieger teil und spielte dabei u.a. gegen Slavia Prag, Panathinaikos Athen, Solna Stockholm, Honvéd Budapest.

Alle Endspiele wurden im schwarzen Trikot und gelber Hose gespielt. Die Farbe des Trainingsanzugs war rot. Gefeiert wurden 'Sieg und Niederlage' in der Regel in dem traditionellen Osnabrücker Lokal 'Grüner Jäger'.

In allen fünf Endspielen, die der VfL Osnabrück gegen den MTV Gießen spielte, gehörte der Nationalspieler Holger Geschwindner, der Entdecker und Mentor des NBA-Superstars Dirk Nowitzki zu den Leistungsträgern im MTV-Team.

Anfang der siebziger Jahre konnte die Erfolgsserie nicht fortgesetzt werden. Der damalige Präsident des VfL Osnabrück, der Gebäudereinigungs-Unternehmer Hartwig Piepenbrock, der nach dem unfallbedingten Tod seines Vaters die VfL-Präsidentschaft übernommen hatte, traf 1973 die Entscheidung, sämtliche Ressourcen des Vereins auf die Entwicklung der damals zweitklassigen Fußballmannschaft zu konzentrieren, jedoch ohne besonderen Erfolg. Die Basketballabteilung ging nach dem folgenden sportlichen Abstieg aus der Bundesliga 1975 mit dem OSC Osnabrück eine Spielgemeinschaft unter dem Namen BG Osnabrück ein, um die 'Spiel-Lizenz' zu sichern.

Dem ehemaligen VfL-Abteilungsleiter Rolf Henke gelang es daraufhin Anfang der 1980er Jahre zusammen mit dem sportbegeisterten Versicherungskaufmann Peter 'Bulle' Perwas (†) als Sponsor, ein neues Basketball-Team bzw. Verein, die BC Giants Osnabrück, für einige Jahre zu etablieren. An die Erfolgsserie des Meister-Teams des VfL Osnabrück konnte allerdings nicht angeknüpft werden.

Günter 'Ice' Kollmann (1,94), der als A-Jugendspieler des TSV Quakenbrück, unter anderem zusammen mit Egon Homm, im Sommer 1966 mit der Auswahlmannschaft des Niedersächsischen Basketballverbandes den Deutschen Jugend-Pokal der Auswahlmannschaften der Landesverbände im Endspiel in Osnabrück gegen Hessen (68:61) gewann, spielte in den Spielzeiten 1967/68 und 1969/70 für den VfL Osnabrück in der Bundesliga und im Europapokal. Als Unternehmer in der Textilbranche ist der ehemalige Junioren-Nationalspieler seit vielen Jahren der visionäre Förderer der Basketball-Bundesliga Mannschaft (BBL) Artland Dragons, hervorgegangen aus der Basketballabteilung des TSV Quakenbrück, und einer der maßgeblichen Gründe für die überaus große Basketballbegeisterung Quakenbrücks.

Aus dem Kreis der VfL-Bundesligaspieler kamen folgende Spieler, die aus der eigenen VfL-Jugend stammten, in der A-Nationalmannschaft des DBB zum Einsatz: Rolf Dieter (seit 1967 USC München, u.a. 17. FIBA-Europameisterschaften 1971 in Böblingen und Essen), Egon Homm (1969 u.a. Qualifikation zur 16. FIBA-Europameisterschaften 1969 in Saloniki/Griechenland), Ingbert Koppermann (später Hannover 96 und BC Giants), Eckhard Meyer (später BC Giants) und Harald Rupp (seit 1973 USC Heidelberg, u.a. 1973 und 1975 EM-Challenge-Round).

Gegnerteams und Sportkameraden in der Bundesliga

Alemannia Aachen - TSV Schwaben Augsburg - Berliner SV 92 - Neuköllner Sportfreunde - ATV Düsseldorf - TV Grafenberg - BG Buer - DJK TuSA 06 Düsseldorf - Eintracht Frankfurt - PSV Grün-Weiß Frankfurt - ASC Gelsenkirchen - MTV Gießen - SSC Göttingen - SSV Hellas Göttingen - SSV Hagen - TSV Hagen 1860 - SV St.Georg Hamburg - Post SV Hannover - Hannover 96 - Heidelberger TV - USC Heidelberg - ASV Köln - TuS 04 Leverkusen - USC Mainz - FC Bayern München - MTSV Schwabing - TSV 1860 München - USC München - UBC Münster (früher USC Münster) - Oldenburger TB - MTV Wolfenbüttel und viele andere Basketballteams im In- und Ausland.

Teilnahme an Europapokal-Wettbewerben

FIBA-Europapokal der Pokalsieger 1967/1968

Zweiundzwanzig Teams, die Pokalsieger der zu diesem Wettbewerb gemeldeten europäischen FIBA-Mitgliedsverbände, sowie der Pokalverteidiger des Vorjahres spielten in einem Hin- und einem Rückspiel, als 'Knock-out-Runde', den Gesamtsieger des Europapokal der Basketball-Pokalsieger, der dann die nächste Runde oder das Finale erreichte, aus. Gemäß Reglement entschied das Gesamtergebnis der beiden Spiele über das Erreichen der jeweils nächsten Pokalrunde.

Das Endspiel fand am 4. April 1968 im Panathinaiko Stadion 'Kallimarmaro', in Athen, vor etwa 80.000 Zuschauern statt. Finalteilnehmer waren AEK Athen und Slavia Prag (Die Prager Spieler hatten sich im Halbfinale gegen den Pokalsieger der damaligen DDR, ASK Vorwärts Leipzig, für das Finale qualifiziert.). AEK gewann das hochdramatische Finale 89 – 82 (47 – 38). Zum Team des Finalisten Slavia Prag gehörte unter anderem Karel Baroch, in der Saison 1969/1970 Spielertrainer beim VfL Osnabrück. Er erzielte zwölf Punkte. 1969 erreichten die Spieler um Jiri Zidek Sr. das Finale des Europapokals der Pokalsieger erneut und wurden in Wien Europapokalsieger 1969, gegen Dinamo Tiflis (damals URS, 80 - 74) - ein im Kontext des Prager Frühlings politisch hochbeachtete Niederlage des sowjetischen Pokalsiegers aus Georgien.

Das Meisterteam des VfL Osnabrück erreichte in diesem FIBA-Wettbewerb das Achtelfinale, in dem außer dem Team aus Osnabrück und den beiden späteren Finalisten folgende Mannschaften vertreten waren: Hapoel Tel-Aviv BC (ISR), Royal IV SC Anderlecht Bruxelles (BEL), CS Dinamo Bucuresti (ROM), ASK Olimpija Ljubljana (damals YUG), SD Kas Vitoria (SPA), Fenerbahce SK Istanbul (TUR), ASVEL Basket Villeurbanne (FRA), ASK Vorwärts Leipzig (GDR), GTS Wisla Krakow (POL), Union Firestone Ehgartner Wien (AUT) und BK Spartak Sofija (BUL) sowie der für das Viertelfinale, als letztjähriger Pokalverteidiger, qualifizierte italienische Club Ignis Pallacanestro Varese.

Die Europapokalspiele um den Pokal der Pokalsieger des VfL-Meister-Teams der Friedensstadt Osnabrück:

  • First Round: Solna IF Stockholm (SWE) – VfL Osnabrück (FRG)

- am 23. November 1967 in Stockholm 60 – 55 (27 – 25)
- Rückspiel am 30. November 1967 in Osnabrück (Schloßwallhalle) 85 – 60 (35 - 29)

  • 1/8 Final: VfL Osnabrück (FRG) – TJ Slavia VS Praha (CZE)

- am 13. Januar 1968 in Osnabrück (Schloßwallhalle) 77 – 88 (39 – 41)
- Rückspiel am 18. Januar 1968 in Prag 90 – 51 (41 – 29)

Beim Hinspiel in Osnabrück fehlte im Prager Team der Europaauswahlspieler Jiri Zednicek. Beim Rückspiel in Prag standen Wilfried Böttger, Günter Kollmann und Helmut Uhlig nicht im VfL-Kader. Die Erreichung des Achtelfinales bedeutete, daß die Basketballer des VfL Osnabrück unter die letzten sechzehn Teams dieses FIBA-Europapokal-Wettbewerbes kamen. Ein europaweit beachtetes Ergebnis. [1]

FIBA-Europapokal der Landesmeister 1969/1970

Die erste Runde des Europapokals der Landesmeister wurde als 'Knock-out-Runde', Hin- und Rückspiele, gespielt. Im Viertelfinale spielten die acht qualifizierten Teams in zwei Gruppen. Jedes Team spielte in seiner Gruppe gegen die drei anderen Teams der eigenen Gruppe. Die beiden ersten Teams der beiden Gruppen qualifizierten sich für das Halbfinale, um die beiden Finalisten zu ermitteln.

Die Europapokalspiele um den Pokal der Landesmeister des VfL-Meister-Teams der Friedensstadt Osnabrück:

  • VfL Osnabrück (FRG) – Budapisti Honvéd SE (HUN)

- am 6. November 1969 in Osnabrück 74 – 88 (35 – 42)
- Rückspiel am 13. November 1969 in Budapest 92 - 59 (48 - 32)

Das Team aus Budapest schied in der nächsten Runde, im Achtelfinale, gegen Real Madrid CF (SPA) aus (96 – 76). Real Madrid verlor im Halbfinale gegen Ignis Pallacanestro Varese (ITA), ebenso Slavia Prag gegen den Titelverteidiger CSKA Moskva (USSR). Am 9. April 1970 gewann Ignis Vares gegen den Titelverteidiger aus Moskau das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister, in Sarajevo (79 – 74) vor mehr als 6.500 Zuschauern. [2][3]

FIBA-Europapokal der Pokalsieger 1970/1971

22 Pokalsieger der FIBA-Mitgliedsverbände spielten im Europapokal der Pokalsieger Knock-out-Runden, in Hin- und Rückspielen. Dabei entschied das Gesamtergebnis über das Weiterkommen in die nächste Runde des Wettbewerbs. Der Titelverteidiger machte sein erstes Spiel im Viertelfinale. Das Finale wurde als Heim- und als Auswärtsspiel gespielt.

Die Spieler des VfL Osnabrück qualifizierten sich als Finalist im Endspiel um den DBB-Pokal 1970, das von TuS 04 Leverkusen, dem Deutschen Basketball-Meister 1970, gewonnen wurde.

- am 3. Dezember 1970 in Osnabrück 89 – 52 (38 – 22)
- Rückspiel am 10. Dezember 1970 im antiken Athener Panathinaikon-Stadion, auch 'Kallimarmaro' genannt, 73 – 89 (36 – 36)

Im Wettbewerb vertreten war auch der niederländische Pokalsieger des Jahres 1970, Flamingo's Haarlem (NED), aus der Partnerstadt der Friedensstadt Osnabrück, der gegen TJ Dukla Olomoue (CZE) sich ebenfalls in der 'First Round' nicht für das Achtelfinale qualifizieren konnte. Das Finale wurde mit folgenden Ergebnissen von Simmenthal Mailand gewonnen: BK Spartak Leningrad (UDSSR) – Simmenthal Olimpia Milano (ITA) 66 – 56 und im Rückspiel in Mailand 71 – 52. Der Gegner des VfL, Panathinaikos Athen, schied im Achtelfinale gegen Hapoel Tel-Aviv BC (ISR) aus. [4]

Leistungsträger und bekannte Spieler

Oberliga Nord

(bis 1966 höchste Liga des DBB)

  • Werner Bergmann
  • Eckhard von Bock (*
  • Werner Brandes (*
  • Uwe Degen (*
  • Lothar Ellinghaus (*
  • 'Kalli' Finke (*
  • Peter Franke
  • Hanz-Jürgen 'Hansi' Gaber (*
  • Helmut Gerhardus (*
  • Ertan Gönen (Türkei) (†)
  • Wolfgang Haar (*
  • Rolf Henke (*
  • Volker Jarré (*
  • Kurt Kaschke (*
  • Uli Koch
  • Winfried Kunz
  • Klaus Manthey (*
  • Jürgen Molitor (*
  • Jimmy Rogers (GB / Jamaika)
  • Raoul Russel (Spanien)
  • 'Kiddel' Spreckelmeyer (*
  • Wolfgang Struif (*
  • Fritz Trillhaas
  • Lothar Waldowski
  • Wolfgang „Wolle“ Wanzl (*

Basketball-Bundesliga

(ab 1966)

(Legende: *) = Spieler aus der eigenen Jugend)

Basketball im VfL heute

Basketball wird heute beim VfL Osnabrück, der sich in der Hauptsache auf den Fußballsport konzentriert, nur noch von einer einzigen Seniorenmannschaft gespielt, nachdem es viele Jahre keine Basketball-Abteilung mehr gab. Die meist über 50-jährigen Herren spielen durchaus erfolgreich in der 1. Kreisliga gegen 20- bis 30-jährige Spieler. Die Spieler des VfL nehmen auch an den Deutschen Meisterschaften der Senioren teil. Bekannteste Spieler sind Peter Garthaus (Deutscher Vize-Meister 1965) und Rainer Tobien (TSG Darmstadt, ASV Köln, VfL Osnabrück, TG Hanau, TV Langen), der, zusammen mit Holger Geschwindner, einer der Bundesligaspieler (erste und zweite Liga) mit den meisten Bundesligaspielen (mehr als 600) ist.[5] Weiter sind ehemalige Spieler der früheren Landesligamannschaften OTC, MTV und TSV sowie vom ehemaligen Bundesligisten BC Giants vertreten.

Einzelnachweise

  1. FIBA European Cup Winner's Cup Basketball 1967/1968. Website Wikipedia. Abgerufen 1. Dez. 2010.
  2. FIBA European Champions Cup 1969/1970 Website Wikipedia. Abgerufen 1. Dez. 2010.
  3. FIBA Champions Cup 1969-70 Website Linguasport, Sport History and Statistik. Abgerufen 1. Dez. 2010.
  4. FIBA Champions Cup 1970-71 Website Linguasport, Sport History and Statistik. Abgerufen 1. Dez. 2010.
  5. Noch mit über 60 direkt am Ball - Wie sich ein Urgestein im deutschen Basketball fit hält. Website richtig fit - die Fitness-Initiative des Deutschen Sportbundes. Artikel Rainer Tobin. Abgerufen 20. Dez. 2010.

Weiterführende Informationen

Weblinks

Quellen


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