- Wolkertshofen
-
Wappen Deutschlandkarte Basisdaten Bundesland: Bayern Regierungsbezirk: Oberbayern Landkreis: Eichstätt Verwaltungs-
gemeinschaft:Nassenfels Höhe: 400 m ü. NN Fläche: 18,46 km² Einwohner: 1873 (31. Dez. 2007) Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km² Postleitzahl: 85128 Vorwahl: 08424 Kfz-Kennzeichen: EI Gemeindeschlüssel: 09 1 76 149 Marktgliederung: 3 Ortsteile Adresse der Marktverwaltung: Schulstr. 9
85128 NassenfelsWebpräsenz: Bürgermeister: Andreas Husterer (CSU) Lage von Nassenfels im Landkreis Eichstätt Nassenfels ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt und Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft, zu der auch die Gemeinden Adelschlag und Egweil gehören.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Der Ort liegt rund 15 km westlich von Ingolstadt, 9 km nördlich von Neuburg und 13 km südlich von Eichstätt an der Schutter.
Gliederung
Zu Nassenfels gehören die Ortsteile Meilenhofen, Zell an der Speck, die Speckmühle, die Aumühle und Wolkertshofen mit Wolkertshofener Mühle.
Geschichte
Der Ort geht auf die von den Römern zwischen 80 und 90 n. Chr. gegründete Zivilsiedlung Vicus Scuttarensis in unmittelbarer Nähe eines Kastells und an der Kreuzung zweier Handelsstraßen zurück, benannt nach der römischen Bezeichnung des Baches Schutter. Nach den Alamamanneneinfällen im 3. Jahrhundert und dem Rückzug der Römer auf das Gebiet südlich der Donau verödete das Handels- und Handwerkstädtchen und sein Name ging verloren. Im 5. bis 7. Jahrhundert ist eine neue Aufsiedelung erfolgt, deren Name nicht überliefert ist; drei merowingische Bestattungen wurden in der im 11./12. Jahrhundert in Stein aufgeführten, 1726 barock umgestalteten Nikolauskapelle, wohl der früheren Pfarrkirche, gefunden.
Der heutige Ortsname wurde von der Burganlage übernommen und taucht erstmals in einer Urkunde von 1189 auf; die Anfänge der Burg reichen aber ins 11. Jahrhundert zurück. Bis ca. 1300 war die Burg im Besitz des Ortsadels als eichstättische Ministerialen. Danach saßen hier bischöfliche Pfleger und Kastner adeliger Herkunft, die den südlichsten Amtssprengel des Hochstifts Eichstätt bis zur Amtsentpflichtung 1802 im Zuge der Säkularisation verwalteten.
Nachdem von 1804 bis 1806 ein kurfürstlich salzburgisches Rentamt eingerichtet gewesen war, verkaufte danach der der bayerische Staat als neuer Besitzer die Burg an Privatleute und besiegelte damit deren Niedergang. Jahrzehntelang diente sie einschließlich der 1808 profanierten Burgkapelle St. Wolfgang als „Steinbruch“. 1834 wohnten im Burgarael zwölf Familien in neun Häusern, davon drei Familien im ansonsten landwirtschaftlich genutzten stattlichen Kastenhaus, das 1932 infolge Blitzschlags abbrannte.
1976 und noch einmal 1983 wurden aus der Luft Gebäude einer großdimensionierten „Villa rustica“ am westlichen Ortsrand von Nassenfels entdeckt und später ausgegraben; das Areal mit Haupt- und zwei Nebengebäuden war von 80 Zentimetern dicken, noch bis zu einem Meter hohen, in Zwei-Schalen-Technik ausgeführten Bruchsteinmauern von über 1000 Meter Länge umgeben. In ihrer Dimension hebt sich die Nassenfelser Anlage, um 200 n. Chr. errichtet, deutlich von anderen römischen Landvillen ab.
Bei Kriegsende fand in Zell an der Speck ein Massaker von Amerikanern an gefangenen Deutschen statt.
Politik
Marktgemeinderat
Der Marktgemeinderat von Nassenfels hat 12 Mitglieder.
- CSU 6 Sitze
- Freie Wählergemeinschaft 6 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)
Bürgermeister
Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 1996 Andreas Husterer von der Christlich-Sozialen Union in Bayern. Zuvor war Peter Hecker langjähriger Bürgermeister.
Gemeindepartnerschaft
Nassenfels Partnerstadt ist die Stadt Fladungen im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Jährlich kommen Fladunger für eine Woche nach Nassenfels, wo sie im Bauhof und an der nebenliegenden Wiese Zelte aufschlagen.
Bauwerke
Wenngleich der Marktflecken eher dörflichen Charakter hat, so besitzt er doch mit der Ruine der gotischen Wasserburg ein eindrucksvolles Wahrzeichen. Dieses, auf einem jurazeitlichen Korallenriff, präsentiert sich aus Resten der mittelalterlichen Burg, drei Türmen mit umlaufenden Wehrmauern, einem mächtigen Bergfried und kleinen Jurahäusern. Seit 2005 finden im Burgareal die „Kulturtage der Burg Nassenfels“ statt.
Auch die barocke Pfarrkirche St. Nikolaus, 1739 von dem Graubündner Gabriel de Gabrieli neu gebaut mit Turm von 1763/64, ist aufgrund ihrer reichhaltigen Ausstattung und ihrer Deckengemälde bemerkenswert. Im Vorraum ist ein römischer Inschriftenstein eingemautert, der den römischen Ortsnamen vicus Scutt(arensis) nennt.
Auch ein Besuch der 1726 neu erbauten Nikolauskapelle mit barocker Ausstattung ist empfehlenswert. Sie liegt nordöstlich des Ortes malerisch zwischen Kastanienbäumen und umgeben von Grün.
Naturdenkmäler
Am westlich vom Ort gelegenen Speckberg mit Steppenheidelandschaft wurden Funde aus der Altsteinzeit, der Mittel- und der Jungsteinzeit gemacht.
Beim sagenumrankten Kläßbrunnen / Gleßbrunnen beim Ortsteil Wolkertshofen handelt es sich um fünf bis neun Meter tiefe, mit glasklarem Karstwasser gefüllte Tümpel im Schuttermoos, die sommers wie winters aus großer Tiefe von gleichtemperierten (10 Grad), unter hohem artesischem Druck stehenden Quellen gespeist werden. Das stets hellblau schimmernde Wasser ist von sehr guter Qualität. Auf dem Quellwasser lebt eine seltene Art von Wasserläufern, die Wasserhexen als Relikte der Eiszeit. In dem moorigen Gelände um die Quellen wachsen zum Teil seltene Pflanzen.
Regelmäßige Veranstaltungen
Jährlich findet eine einwöchige Veranstaltung, die sogenannten Kulturtage, in der Nassenfelser Burg statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Nassenfels ist zentral zwischen den drei Städten Ingolstadt, Eichstätt und Neuburg an der Donau gelegen. Eine Staatsstraße und mehrere Kreisstraßen treffen in Nassenfels zusammen. Der Ort ist damit leicht zu erreichen.
Weblinks
- Website der Gemeinde
- Website der VG, Informationen zur Gem. Nassenfels
- Wappenabbildung und Beschreibung
- Nassenfels: Wappengeschichte vom HdBG
Adelschlag | Altmannstein | Beilngries | Böhmfeld | Buxheim | Denkendorf | Dollnstein | Egweil | Eichstätt | Eitensheim | Gaimersheim | Großmehring | Hepberg | Hitzhofen | Kinding | Kipfenberg | Kösching | Lenting | Mindelstetten | Mörnsheim | Nassenfels | Oberdolling | Pförring | Pollenfeld | Schernfeld | Stammham | Titting | Walting | Wellheim | Wettstetten
Wikimedia Foundation.