- Niederreißen
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Wappen Deutschlandkarte 51.09888888888911.411388888889212Koordinaten: 51° 6′ N, 11° 25′ OBasisdaten Bundesland: Thüringen Landkreis: Weimarer Land Verwaltungs-
gemeinschaft:Ilmtal-Weinstraße Höhe: 212 m ü. NN Fläche: 3,28 km² Einwohner: 223 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km² Postleitzahl: 99510 Vorwahl: 036373 Kfz-Kennzeichen: AP Gemeindeschlüssel: 16 0 71 062 Adresse der
Gemeindeverwaltung:Kirchgasse 5
99510 NiederreißenWebpräsenz: Bürgermeister: Hartmut Prager Lage der Gemeinde Niederreißen im Landkreis Weimarer Land Niederreißen ist eine Gemeinde im Nord-Osten des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Ilmtal-Weinstraße.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Der Ort liegt an der L 1057, die Apolda und Buttstädt miteinander verbindet. Nächstliegende Orte sind Buttstädt (Nord), Rudersdorf (Ost), Willerstedt (Südost), Oberreißen (Süd), Buttelstedt (Südwest) und Großbrembach (West), wobei nur Buttstädt und Oberreißen unmittelbar über die Landstraße zu erreichen sind, die anderen Orte bestenfalls über Feldwege. Die Gemeinde ist überwiegend von Ackerland umgeben, lediglich im Osten an der Grenze zu Rudersdorf gibt es ein kleines Waldgebiet, durch das ein Weg in Richtung Nachbarort führt.
Geschichte
Die Siedlungsstruktur des Ortes weist auf einen vermutlich slawischen Rundling hin. Archäologische Funde lassen eine sehr frühe Besiedlung vermuten. Die gefundenen Waffen und Werkzeuge sind im Buttstädter Heimatmuseum zu besichtigen.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1132. Im 12. Jahrhundert wurde die bis heute erhaltene Kirche erbaut. Während das Kirchenschiff im romanischen Stil errichtet wurde, sind die übrigen Teile der Kirche aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und schlicht gehalten.
Am 26. Juli 1581 fiel gegen 13 Uhr ein Meteorit in ein Gartengrundstück. Der Stein mit einem Gewicht von 39 Pfund wurde nach Dresden gebracht. Über seinen weiteren Verbleib ist nichts mehr bekannt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast völlig zerstört, und die Bevölkerung wurde durch die Pest stark dezimiert. Plünderungen durch umherziehende Horden und Soldaten, Katastrophen, Feuersbrünste und Unwetter machten dem Ort auch weiterhin zu schaffen.
Im 19. Jahrhundert baute sich die Gemeinde ein Backhaus, ein Brauhaus und eine Gaststätte.
Ohne erwähnenswerte Beschädigungen gingen die beiden Weltkriege an Niederreißen vorbei.
Wirtschaft
Die nach dem Zweiten Weltkrieg existierenden 40 kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetriebe schlossen sich im Zuge der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone zu einer LPG zusammen. Der einzig größere Betrieb wurde enteignet und an Neubauern verteilt. Seit 1964 wurden acht Wirtschaftsgebäude ehemaliger Familienbetriebe zu Wohnungen umgebaut. Hierbei entstanden zehn neue Eigenheime und ein gemeindeeigenes Wohnhaus für vier Familien. Auch die Dorfstraße als Ortsdurchfahrt, die Buttstädter Straße (Ortsumgehungsstraße) und eine neue Wasserleitung wurden neu gebaut oder erneuert. Der 1949 eröffnete Kindergarten musste 1993 wegen rückläufiger Geburtenzahlen geschlossen werden.
Heute bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Pfiffelbach über 90% der Gemarkung.
Kultur
Von den ehemals zahlreichen Vereinen (Gesangverein, Krieger- und Militärverein, Burschenverein, ländlicher Genossenschaftsverein) ist keiner mehr vorhanden. Zur Pflege von Kultur und Gesellschaft hat sich ein Heimat- und Kirmesverein gebildet.
Politik
1974 wurden Nieder- und Oberreißen zusammengelegt. Im Mai 1990 erlangte Niederreißen seine Selbständigkeit zurück.
Quellen
Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
Weblinks
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