Das große Rennen rund um die Welt

Das große Rennen rund um die Welt
Filmdaten
Deutscher Titel Das große Rennen rund um die Welt
Originaltitel The Great Race
Produktionsland USA
Originalsprache englisch
Erscheinungsjahr 1965
Länge 152 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Blake Edwards
Drehbuch Arthur Ross
Produktion Martin Jurow/Warner Bros.
Musik Henry Mancini
Kamera Russell Harlan
Schnitt Ralph E. Winters
Besetzung
Synchronisation

Das große Rennen rund um die Welt ist eine amerikanische Abenteuer-Komödie aus dem Jahr 1965 mit Tony Curtis und Jack Lemmon in den Hauptrollen. Regisseur war Blake Edwards, der unter anderen mit den Der rosarote Panther-Filmen berühmt wurde. Der Film lief in Deutschland auch unter dem Titel Die tollen Renner in ihren knatternden Kisten und ist eine Hommage an die klassischen Cartoons sowie das Stummfilmkino.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Vereinigten Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die beiden Sensations-Darsteller Leslie Gallant III., genannt „Der große Leslie“ (immer in strahlendes Weiß gekleidet), und der hinterhältig - durchtriebene Professor Fate (allzeit in tiefstes Schwarz gehüllt) versuchen, sich gegenseitig mit immer gewagteren Kunststücken zu übertreffen. Während bei dem mürrisch gelaunten Fate (engl. für Schicksal, Verhängnis) immer alles schief läuft, geht Lebemann und Frauenheld Leslie stets als Gewinner hervor. Darüber hinaus versucht der Professor, Leslies Stunts bei jeder Gelegenheit mit Hilfe seines Gehilfen Max zu sabotieren, was aber regelmäßig nach hinten losgeht.

Eines Tages verkündet Leslie ein Projekt, das beweisen soll, dass auch die Amerikaner hervorragende Autos bauen, die sich hinter der europäischen Konkurrenz, wie Mercedes-Benz und Rolls-Royce, nicht zu verstecken brauchen. Er schlägt hierfür ein offenes Wettrennen vor, das von New York über Asien bis nach Paris führen soll. Neben Leslie und etliche anderen Fahrern nehmen auch Fate und Max die Herausforderung auf. Letztendlich komplettiert sogar eine Frau das Teilnehmerfeld: Maggie DuBois, eine patente, selbstbewusste und emanzipierte Journalistin, die als überzeugte Frauenrechtlerin über das Rennen berichten will. Mithilfe von Hartnäckigkeit, Charme und ihren Seidenstrümpfen überrumpelt sie kurzerhand Henry Goodbody, der Herausgeber der Zeitung „New York Sentinel“, der ihr in die Enge getrieben den Job letztendlich gibt.

Bereits kurz nach Rennbeginn sorgen Fate und Max mit ihren Manipulationen dafür, dass neben ihrem nur noch die Wagen von Leslie und Miss DuBois übrig bleiben.

Im Laufe der nun folgenden Handlung um das Wettrennen, bei dem ein Wild-West – Städtchen, die Arktis, Russland und ein kleines mitteleuropäisches Königreich Etappenziele sind, wird DuBois zum Zankapfel der Wettstreiter. Nachdem sie in der Wüste mit ihrem Wagen liegen bleibt, schließt sie sich zunächst Leslie an. Diesem und seinem Partner Hezekiah ist ihre forsche Art allerdings ein Dorn im Auge. In Asien angekommen wird sie dann von Fate und Max zunächst gekidnappt, schließt sich beiden dann aus Trotz zu Leslie schließlich freiwillig an.

Im Königreich Karpanien wird Maggie dann gemeinsam mit Fate und Max gefangen genommen und für eine Intrige des Barons von Stubbe eingespannt: Fate ist nämlich dem naiven Thronfolger Prinz Habnik wie aus dem Gesicht geschnitten. Leslie kann schließlich mit Max Hilfe nicht nur die Gefangenen befreien, sondern auch einen möglichen Staatsstreich vereiteln.

Nachdem sowohl Leslie, Hezekiah und Maggie als auch Fate und Max ihren Weg fortsetzen können, liegen sie kurz vor dem Ziel gleich auf. Obwohl Leslie leicht die Nase vorn hat, rauben ihm die ständigen Kabbeleien mit Maggie den letzten Nerv. Doch getreu dem Sprichwort „Was sich neckt, das liebt sich“ nähern sich die beiden dabei mehr und mehr an. Als sie sich schließlich doch noch ihre Liebe gestehen, verlangt Maggie von Leslie einen Liebesbeweis. Dieser stoppt unmittelbar vor der Ziellinie seinen Wagen und küsst DuBois, während Fate und Max vorbeirauschen und das Rennen gewinnen.

Leslie und Maggie heiraten schließlich in der Stadt der Liebe, wonach es auf gleichem Weg zurückgeht: Fate gibt sich mit dem geschenkten Sieg nicht zufrieden, sodass es nach einer Herausforderung an Leslie zu einem neuen Rennen kommt …

Vorlage

Die erste Tourenwagenrallye um die Welt startete am 12. Februar 1908 in New York und führte die sechs Teilnehmerautos über die USA und Sibirien nach Paris. Der als erster in Paris angekommene deutsche Oberleutnant Hans Koeppen veröffentlichte 1909 das Buch „Im Automobil um die Welt“, in dem er diese abenteuerliche Wettfahrt in seinem Wagen der Marke Protos beschreibt.

Hintergründe

  • Ursprünglich sollte eigentlich Charlton Heston die Rolle des großen Leslie spielen. Er fand das Drehbuch auch „recht lustig“, musste aber die Rolle abgeben, als sich der Drehplan für den Film Michelangelo – Inferno und Ekstase (The Agony and the Ecstasy), in dem er ebenfalls die Hauptrolle spielen sollte, stark verzögerte. Tony Curtis erhielt dann die Rolle.
  • Mit der Episode in dem Königreich Karpanien wurde der mehrfach verfilmte Abenteuerroman Der Gefangene von Zenda (The Prisoner of Zenda) des britischen Autors Anthony Hope parodiert.
  • Der Film enthält die größte Tortenschlacht, die jemals gedreht wurde. Die Kuchen, die für die Tortenschlacht benutzt wurden, waren alle echt. Nach dem Dreh der Szene musste die Film-Crew noch über 300 übrig gebliebene Torten verdrücken. Die Szene beinhaltet den Running Gag, dass Tony Curtis während der Schlacht herumläuft und von keiner Torte getroffen wird. Um diesen Effekt zu realisieren, musste er unzählige Male seine Garderobe wechseln.
  • Fünf „Hannibal 8“-Fahrzeuge wurden für diesen Film gebaut. Einige wurden von einem Volkswagen-Aggregat angetrieben, andere mit dem luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotor des Chevrolet Corvair. Drei von ihnen waren mit der berühmten „Scherengitter“-Hebevorrichtung ausgestattet. Diese Technik war derart empfindlich, dass sie ständig kaputtging.
  • Das "raketengetriebene" Schienenmobil ist funktionsfähig. Angetrieben wird es ebenfalls von einem PW-Motor aus dem Chevrolet Corvair, der Flammenzauber im Heck ist Pyrotechnik.
  • Der "akustische " Torpedo ist schwimmfähig und hat einen Elektromotor als Antrieb. Weitere Elektromotoren simulieren die Funktion des automatischen Hörrohrs.
  • Die Western-Stadt trägt den Namen „Borracho“, das ist das spanische Wort für „betrunken“.
  • Beim Dreh der Ballszene am karpanischen Königshof erlaubte sich Jack Lemmon einen Scherz: man kann ihn unter den Tanzpaaren erblicken, wie er als Prinz Habnik mit einem Militäroffizier tanzt.
  • Die Eisschollen-Szene wurde auf einem Hinterhof der Universal-Studios in Südkalifornien, während einer schweren Hitzewelle gedreht. Die Temperaturen erreichten Höchstwerte von bis zu 43° Celsius. Die Schauspieler konnten die schweren Winterkostüme nicht länger als ein paar Minuten tragen.
  • Ähnlich wie 14 Jahre später in Meteor konnte die als Kind russischer Emigranten geborene Natalie Wood auch in „The Great Race“ ihre Russisch – Sprachkenntnisse präsentieren.
  • Beide Hauptfahrzeuge, „Hannibal 8“ und „Leslie Special“, können sogar besichtigt werden. Man findet sie in der „Hollywood-Galerie“ des „Peterson Automotive Museums“ in Los Angeles, Kalifornien.
  • Ein weiterer „Hannibal 8“ mit Corvair-Motor war zusammen mit dem "raketengetriebenen" Schienenmobil und dem "akustischen" Torpedo bis Ende der Siebzigerjahre im Movie World Museum in Burbank ausgestellt. Das Ensemble kann derzeit im „Volo Auto Museum“ in Volo, Illinois besichtigt und sogar gekauft werden. Angeblich soll für den „Hannibal 8“ in den USA die Straßenzulassung möglich sein.
  • Der Wagen „Leslie Special“ wurde extra für das Studio und den Film gebaut. Er besteht aus Teilen verschiedener Fahrzeuge und basiert nicht auf einem existierenden Automobil. Dieses einzigartige Auto wurde vor einiger Zeit wieder zusammengebaut und ist voll fahrtüchtig.
  • Als geflügeltes Wort etablierte sich der Satz: „Drück aufs Knöpfchen, Max“ ("Push the button, Max"), welchen Professor Fate ein paar Mal verwendet.
  • Professor Fate hat einen großen Auftritt, als er sich ergriffen an die Orgel setzt und die Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 beginnt. Aber schon bald bekommt er Hunger und steht auf. Die Orgel (ein Musikautomat) spielt weiter.
  • Bei der Frage nach der Lage des aktuell erreichten Etappenziels / Benzindepots deutet die ihren sich „gerade in einer Nervenheilanstalt“ befindlichen Gatten vertretende Hester Goodbody sinnigerweise auf den Absatz des italienischen Stiefels, obwohl das Königreich Karpanien wohl ein rumänisch (→Karpaten)−ungarisches (Uniformen), in jedem Fall aber östliches Konstrukt sein sollte.
  • Natalie Wood hat als Maggie Dubois (trotz vergleichsweise wenig Gepäck) während des Films und des Rennens 17 komplett verschiedene Garderoben an.

Drehorte

  • Ein Teil des Filmes, nämlich die Szenen in dem fiktiven, ungarisch anheimelnden Königreich Karpanien bzw. seiner Königsresidenz Potzdorf wurden in Salzburg gedreht. So sieht man eingangs das grandiose Panorama der Festung Hohensalzburg mit Dom, Franziskanerkirche und Erzabtei/Stift Sankt Peter vom Mönchsberg aus. In der nächsten Szene wird der „große Leslie“ unter begeisterter Anteilnahme der Bevölkerung vor den eindrucksvollen Eingangsarkaden der Jedermann-Kulisse auf dem Domplatz willkommen geheißen. Auch bei der Krönungsszene des „falschen“ Prinzen Hapnik (Jack Lemmon) wurden Domportal und -platz noch einmal stilecht eingesetzt.

Synchronisation

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1965. [1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Professor Fate, Prinz Habnik Jack Lemmon Georg Thomalla
Leslie Gallant III. Tony Curtis Michael Cramer
Maggie Dubois Natalie Wood Uta Hallant
Maximillian „Max“ Meen Peter Falk Wolfgang Gruner
Hezekiah Sturdy Keenan Wynn Konrad Wagner
Henry Goodbody Arthur O’Connell Klaus W. Krause
Hester Goodbody Vivian Vance Friedel Schuster
Frisbee Marvin Kaplan Hugo Schrader
Texas Jack Larry Storch Arnold Marquis
Bürgermeister von Borracho Hal Smith Alexander Welbat
Sheriff von Borracho Denver Pyle Kurt Mühlhardt
Baron Rolf von Stubbe Ross Martin Helmut Wildt
General Kuhster George Macready Fritz Tillmann
Haushofmeister Raoul Retzer Arnold Marquis

Auszeichnungen

Bei der Oscarverleihung 1966 war der Film in insgesamt fünf Kategorien nominiert:

Schließlich erhielt der Tontechniker Treg Brown den Preis in der Kategorie Bester Toneffekt.

Kritiken

  • „Der aufwendig und stilecht ausgestattete Film versteht sich als Hommage an Stan Laurel und Oliver Hardy und huldigt ihrer Situationskomik. Die überbordende Fülle von Einfällen und Schaueffekten bietet Gags als Selbstzweck, ein immenses Füllhorn von grotesk-komischen Szenen, die manchmal zünden, manchmal aber auch im Sande verlaufen. In seiner Überlänge ist der Film zwar etwas ermüdend, insgesamt aber sympathische Unterhaltung.“ - Lexikon des internationalen Films[2]
  • „New York 1908: Das 170-Tage-Rennen nach Paris ist gestartet; mit diesem historischen Datum hat die Superklamotte von Edwards (…) nur oberflächlich zu tun, aber dafür schließt die Hatz über ausgefallene Schauplätze eine amüsante Reise durch die Filmgeschichte ein.“ (Wertung: 2 Sterne = durchschnittlich) - Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (1990)[3]
  • Slapstick-Komödie alter Art, verbessert durch moderne Technik, Farbe und Filmformat. Eine gelungene Unterhaltung für Alt und Jung. - Evangelischer Film-Beobachter, Kritik Nr. 478/1965, S. 848

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Das grosse Rennen rund um die Welt (1964) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 28. August 2009
  2. Lexikon des internationalen Films. CD-ROM-Ausgabe. Systhema, München 1997
  3. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“. Erweiterte Neuausgabe. Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 326



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