Mansfeld

Mansfeld
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mansfeld
Mansfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mansfeld hervorgehoben
51.59416666666711.454722222222255
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Mansfeld-Südharz
Höhe: 255 m ü. NN
Fläche: 143,78 km²
Einwohner:

9.770 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06343
Vorwahl: 034782
Kfz-Kennzeichen: MSH
Gemeindeschlüssel: 15 0 87 275
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lutherstraße 9
06343 Mansfeld
Webpräsenz: www.mansfeld.eu
Bürgermeister: Dietmar Sauer (SPD)
Lage der Stadt Mansfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz
Salzlandkreis Landkreis Harz Saalekreis Thüringen Sachsen-Anhalt Gerbstedt Allstedt Seegebiet Mansfelder Land Südharz Ahlsdorf Benndorf Blankenheim Bornstedt Helbra Hergisdorf Klostermansfeld Wimmelburg Lutherstadt Eisleben Hettstedt Mansfeld Sangerhausen Sangerhausen Berga (Kyffhäuser) Brücken-Hackpfüffel Edersleben Kelbra (Kyffhäuser) Wallhausen ArnsteinKarte
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Mansfeld ist eine Stadt im Landkreis Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie trägt den Namenszusatz Lutherstadt, der darauf beruht, dass Martin Luther einen Großteil seiner Kindheit im Ort verbrachte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt Mansfeld liegt im östlichen Harzvorland, etwa 35 km nordwestlich von Halle (Saale). Das Gebiet der Gemarkung Mansfeld umfasst das Tal der Wipper, einige Seitentäler, die nach Westen zur Wipper öffnen sowie die Bergrücken zwischen den Tälern, die durchschnittliche Höhen von 300 bis 350 m ü. NN erreichen und bereits zum Unterharz gehören.

Stadtgliederung

Zu Mansfeld gehören die Kernstadt mit den Stadtteilen Mansfeld und Leimbach sowie die folgenden Ortschaften:

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Abberode Annarode Biesenrode Braunschwende Friesdorf Gorenzen Großörner Hermerode Möllendorf Molmerswende Piskaborn Ritzgerode Siebigerode Vatterode MansfeldDistricts of Mansfeld.svg
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Die Ortschaften von Mansfeld
(anklickbare Karte)
Abberode 363 Abberode, Steinbrücken und Tilkerode
Annarode 323 Annarode
Biesenrode 500 Biesenrode, Friedrichrode und Saurasen
Braunschwende 312 Braunschwende
Friesdorf 354 Friesdorf und Rammelburg
Gorenzen 350 Baumrode und Gorenzen
Großörner 1932 Großörner
Hermerode 341 Hermerode
Mansfeld 2532 Leimbach, Mansfeld und Rödgen
Möllendorf 279 Blumerode und Möllendorf
Molmerswende 256 Horbeck, Leinemühle und Molmerswende
Piskaborn 300 Piskaborn und Wimmelrode
Ritzgerode 89 Ritzgerode
Siebigerode 600 Siebigerode
Vatterode 800 Gräfenstuhl und Vatterode

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Arnstein und Ritterode im Norden, Hettstedt, Gerbstedt, Klostermansfeld, Benndorf und Ahlsdorf im Osten, Hergisdorf, Allstedt und Sangerhausen im Süden; und Harzgerode sowie Falkenstein/Harz (beide Landkreis Harz) im Westen.

Klima

Klimadiagramm[2]

Die durchschnittlich Lufttemperatur in Vatterode-Gräfenstuhl beträgt 8,2 °C, der jährliche Niederschlag 510 Millimeter.

Geschichte

Mansfeld, Kupferstich um 1650

1400 erhielt Mansfeld Stadtrechte. Die Entwicklung des Ortes bestimmte die Kupfer- und Silbergewinnung in Hütten. Seit 1996 trägt die Stadt den Beinamen „Lutherstadt“. Der Vater von Martin Luther, Hans Luder, siedelte sich 1484 als Hüttenmeister an. Luther verlebte im Ort seine Kindheit und besuchte 1488 bis 1496 die Schule, deren Standort urkundlich belegt ist. Das Gebäude „Luthers Schule“ wurde aufgrund baulicher Mängel abgerissen und 2000 neu aufgebaut. Im Elternhaus von Martin Luther befindet sich ein Museum. In der bereits 1497 vorhandenen St. Georgskirche war Luther Ministrant.

Nach dem Tod des letzten Grafen von Mansfeld 1780 ging die Stadt zusammen mit dem übrigen preußischen Anteil der Grafschaft an das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg. Die Stadt Mansfeld unterstand als sogenannte Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums in Magdeburg. Die damals noch selbständige Stadt Leimbach war eine Mediatstadt und gehörte ebenfalls zum Herzogtum. 1807 ordnete Napoleon Mansfeld dem Königreich Westphalen seines Bruders Jérôme zu. Die Stadt gehörte seitdem zum Distrikt Halle im Saale-Departement. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Mansfelder Seekreis im Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet, dem die Stadt Mansfeld zugeordnet wurde. Das Landratsamt des Mansfelder Seekreises war seitdem in Eisleben, welches ursprünglich zum sächsischen Teil der Grafschaft Mansfeld gehörte.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Gasthaus „Schloß Mansfeld“ des Ortsteiles Leimbach ein Arbeitslager für 100 süddeutsche sogenannte Halbjuden eingerichtet, die Zwangsarbeit verrichten mussten.

Eingemeindungen

Die Stadt Leimbach wurde 1950 eingegliedert.[3] Im Jahr 2005 wurden acht Gemeinden in die Stadt Mansfeld eingegliedert.[4] Mit diesen Eingemeindungen hat Mansfeld seine Fläche fast versiebenfacht, die Einwohnerzahl annähernd verdreifacht. Im Jahr 2009 folgten weitere sechs Gemeinden.[5]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Abberode 6. März 2009
Annarode 1. Januar 2005
Biesenrode 1. Januar 2005
Blumerode 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Möllendorf
Braunschwende 6. März 2009
Friesdorf 6. März 2009
Gorenzen 1. Januar 2005
Gräfenstuhl 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Vatterode
Großörner 1. Januar 2005
Hermerode 6. März 2009
Leimbach 1. Juli 1950
Möllendorf 1. Januar 2005
Molmerswende 6. März 2009
Piskaborn 1. Januar 2005
Rammelburg 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Friesdorf
Ritzgerode 6. März 2009
Siebigerode 1. Januar 2005
Steinbrücken 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Abberode
Tilkerode 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Abberode
Vatterode 1. Januar 2005
Wimmelrode 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Piskaborn

Politik

Wappen

Blasonierung: „In Rot linkshin gewendet der heilige Georg in goldener Rüstung auf einem golden gezäumten Schimmel, mit dem mit gold-schwarzer Kreuzfahne bewimpelten Spieß einen geflügelten grünen Drachen durchbohrend.“


Gedenkstätten

  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Siebigerode für einen unbekannten Polen, der als Kriegsgefangener oder nach Deutschland verschleppter Zivilarbeiter ein Opfer von Zwangsarbeit wurde
  • Denkmal von 1982 an der Sekundarschule „Martin Luther“ am Kastanienweg zur Erinnerung an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde
  • Denkmal für die Gefallenen zweier Weltkriege im Ortsteil Leimbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Blick vom Schloss auf den Stadtkern
  • Lutherschule
  • Lutherhaus
  • Lutherbrunnen
  • Schloss Mansfeld
  • Siechenhaus/Johanniterhaus
  • St.-Georg-Kirche
  • Mansfeldbahn
  • Historische Gaststätte „Zur guten Quelle“ seit 1430 - einer der ältesten Gasthöfe Deutschlands

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

der Bahnhof am Westrand von Mansfeld

Es besteht eine Bahnverbindung mit der Wipperliese nach Klostermansfeld und Wippra.

Mansfeld liegt im Schnittpunkt der folgender Bundesstraßen: B 242, B 180 und B 86.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Mansfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Fußnoten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
  2. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961-1990
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste

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