Friedrichsdorf

Friedrichsdorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Friedrichsdorf
Friedrichsdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Friedrichsdorf hervorgehoben
50.2555555555568.6397222222222200
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 200 m ü. NN
Fläche: 30,12 km²
Einwohner:

24.685 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 820 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61381
Vorwahlen: 06172 (Friedrichsdorf, Dillingen, Seulberg), 06175 (Köppern) und 06007 (Burgholzhausen)
Kfz-Kennzeichen: HG
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 002
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hugenottenstraße 55
61381 Friedrichsdorf
Webpräsenz: www.friedrichsdorf.de
Bürgermeister: Horst Burghardt (Bündnis 90/Die Grünen)
Lage der Stadt Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Friedrichsdorf ist eine Stadt im Hochtaunuskreis, rund 20 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Panorama im Frühling
Friedrichsdorf vor Taunus

Friedrichsdorf liegt am Südhang des Taunus und ist nach Bad Homburg und Oberursel die drittgrößte Stadt im Hochtaunuskreis. Das Stadtgebiet umfasst zum einen landwirtschaftlich geprägte Flächen wie etwa bei Burgholzhausen, die den Übergang zur Wetterau bilden. Zum anderen findet sich auch ein großes Waldgebiet am Taunuskamm. Dort befindet sich der höchste Punkt der Gemarkung, die Gickelsburg, mit 471 m ü. NN. Vom Taunuskamm her durchfließt der Erlenbach die Stadt. Friedrichsdorfs Lage begründet eine gewisse Klimagunst: Die nach Süden exponierten Flächen lassen mehr Sonnenstunden zu, und die Stadt ist vor kalten Nordwinden durch den Taunushauptkamm geschützt. Dadurch ist Friedrichsdorf ein beliebtes Siedlungsgebiet wie der gesamte Vordertaunus.

Nachbargemeinden

Friedrichsdorf grenzt im Norden und Osten an die Stadt Rosbach (Wetteraukreis), im Süden an die Stadt Bad Homburg sowie im Westen an die Gemeinde Wehrheim.

Stadtgliederung

Im Juli 1972 schlossen sich die Stadt Friedrichsdorf und die Gemeinden Seulberg, Köppern und Burgholzhausen im Zuge der Gebietsreform zur Stadt Friedrichsdorf/Taunus zusammen.

Geschichte

Eindrucksvolles Indiz für eine vorchristliche Besiedlung der Gegend ist der Ringwall Altkönig.

Der Landgrafenplatz

Aus der Römerzeit sind für das Stadtgebiet von Friedrichsdorf Siedlungsspuren durch eine Ziegelei nachgewiesen.[2]

Die heutigen Friedrichsdorfer Ortsteile Dillingen, Seulberg, Burgholzhausen und Köppern bestanden bereits vor Gründung des heute namensgebenden Hauptortes.

Besonders alt, andererseits jung[3], ist der kleinste Ortsteil Dillingen, der allerdings nach dem Dreißigjährigen Krieg für über ein Jahrhundert vollständig entvölkert war. [4] Reste der dillinger Wallanlage finden sich am Rand des Hauptortes (Alte Grenzstraße), bekannt als Schnepfenburg (benannt nach dem alten Namen Dillingens, "Schnepfenberg").

Die Gründung des heutigen Ortes im Jahre 1687 geht auf die Hugenottenverfolgung in Frankreich zurück. Rund 200.000 der damals 800.000 in Frankreich lebenden Protestanten flohen aus ihrer Heimat. Landgraf Friedrich II. lud sie angeblich mit den Worten „Lieber will ich mein Silbergerät verkaufen, als diesen armen Leuten die Aufnahme versagen“ ein, sich in der Landgrafschaft Hessen-Homburg niederzulassen. Die Hugenotten gründeten Friedrichsdorf und benannten es aus Dankbarkeit nach ihm. Sie brachten Kenntnisse im Textilgewerbe mit und legten damit den Grundstein für ein schnelles wirtschaftliches Wachstum. Zunächst stellten sie Leinen und Feinleinen, ab Mitte des 18. Jahrhunderts auch Strümpfe und schließlich Flanell her. Die wirtschaftliche Prosperität wurde 1771 mit der Verleihung der Stadtrechte gewürdigt.

Als die Textilproduktion gegenüber der Industriefertigung in England nicht mehr konkurrenzfähig war, dominierte das Färben von Textilien, insbesondere das Blaufärben (mit Pflanzenstoffen, Alkohol und menschlichem Urin). Von den ehemals sehr zahlreichen Färbehäuschen sind heute noch vier erhalten. Kurzfristig wurde auch Leder hergestellt, auch eine Hutproduktion (auch der Homburger) fand in nennenswertem Umfang statt.

Später kam in Friedrichsdorf die Produktion von Zwieback, Nudeln und anderen Dauerteigwaren hinzu, welche sich von anderen damaligen äußerst widerstandsfähigen (harten) aber weniger schmackhaften Produkten sehr vorteilhaft unterschieden. Mit Zwieback waren die Friedrichsdorfer so erfolgreich, dass ihre Stadt den Beinamen „Stadt des Zwiebacks“ erhielt. Aus dem Zwiebackfabrikanten „Emil Pauly“ (und aus seinen Namensbuchstaben) ging der Babynahrungshersteller Milupa hervor. Die ehemals in Friedrichsdorf befindliche Produktion der Milupa wurde nach Polen verlagert, schließlich auch Vertrieb, Forschung und Marketing.

Die Hugenottenstraße vom nördlichen Ende, Juli 2007

Der berühmteste Bürger der Stadt war zweifellos Philipp Reis, Physiklehrer am Institut Garnier und Erfinder der elektrischen Übertragung von Sprache, besser bekannt als Telefonie. Er hat es allerdings versäumt, sich auf seine Erfindung ein Patent erteilen zu lassen, so dass er wirtschaftlich keinen Erfolg hatte. Ihm wurde in Friedrichsdorf ein Museum gewidmet, das in seinem Wohnhaus untergebracht und als „Philipp-Reis-Haus“ bekannt ist. Außerdem wurde die Friedrichsdorfer Gesamtschule (Philipp-Reis-Schule; „PRS“) nach ihm benannt.

Bis zum Ersten Weltkrieg war Französisch noch die primäre Sprache in den Friedrichsdorfer und Dillinger Hugenottenfamilien, bis sie sich auf Deutsch umstellten.

Im Jahre 1916 wurde das nördlich angrenzende Dillingen eingemeindet, das erst 1804 gegründet worden war. Seinen Namen übernahm Dillingen von einer Wüstung aus dem Dreißigjährigen Krieg, in deren Gemarkung die Friedrichsdorfer Hugenotten siedelten.

Köppern

Hauptartikel: Köppern

Köppern wird 1269 erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit wurde dem Buchard von Printsac eine Mühle zu „coppern“ vom Grafen Gerhard von Eppstein zum Lehen gegeben. Leinenweberei und Ziegelbrennerei stellten neben der Landwirtschaft lange Zeit die wichtigsten Erwerbszweige dar. Später kamen die Fabrikation von Hüten und die Verarbeitung von Leder hinzu. 1901 wurde vom Frankfurter Arzt Emil Sioli das heute noch bestehende Waldkrankenhaus (Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) gegründet. In Köppern gibt es eine Streethockeymannschaft, die unter anderen vom Eishockeyprofi Ingo Schwarz (Verein Rote Teufel Bad Nauheim) trainiert wird.

Burgholzhausen

Hauptartikel: Burgholzhausen vor der Höhe

1221 wird in Urkunden Burgholzhausen als Holzhausen erstmals erwähnt. Im Jahr 1803 zählte Burgholzhausen zu den letzten fünf verbliebenen freien Reichsdörfern im Alten Reich. Als wichtigste Erwerbszweige galten neben Landwirtschaft und Leinenweberei die Herstellung von Fliesen, deren Grundstoff aus nahegelegenen Lehmgruben gewonnen wurde. Ende des 17. Jahrhundert wurde durch die Herrschaft des Geschlechtes der Ingelheimer der Obstanbau in Burgholzhausen intensiviert.

Seulberg

Hauptartikel: Seulberg

Im Lorscher Codex wird Seulberg 767 zum ersten Mal erwähnt. Seulberg gilt als eine der ältesten Siedlungen im Hochtaunuskreis. Neben Landwirtschaft und Leinenweberei ist hier die Töpferei lange ein wichtiger Erwerbszweig gewesen. Mit den Hugenotten in Friedrichsdorf bestanden rege Handelsbeziehungen.

Seulberg blieb von Hexenverfolgungen nicht verschont, denen zwischen 1652 und 1656 26 Frauen und 6 Männer zum Opfer fielen.

Politik

Das Rathaus
Houiller Platz, Dezember 2006
Frankreich nachempfunden

Stadtverordnetenversammlung

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
31,7%
25,5%
18,4%
17,4%
7,0%
n. k.
n. k.
LLF Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,4%
+9,6%
-1,5%
+1,9%
-1,6%
-1,9%
-1,1%
LLF Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,7 12 37,1 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 25,5 9 15,9 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,4 7 19,9 7
FWG Freie Wählergemeinschaft 17,4 6 15,5 6
FDP Freie Demokratische Partei 7,0 3 8,6 3
REP Die Republikaner 1,9 1
LLF Linke Liste Friedrichsdorf 1,1 0
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,5 46,9

Wappen

Das erste Wappen erhielt Friedrichsdorf 1821 in Erinnerung an den Besuch des russischen Großfürsten Nikolaus Paulowitsch und seiner Frau Alexandra Feodorowna (und ihrer acht Gäste) bei Landgraf Friedrich in Bad Homburg: Auf blauem Grund neun ringförmig angeordnete silberne Rosen.

Nach der Gebietsreform wurde 1975 ein neues Wappen geschaffen, das auch die neuen Stadtteile berücksichtigt: Oben in Blau eine silberne Rose (Friedrichsdorf), links in Silber das rote vierspeichige Rad für Köppern, rechts in Silber ein rotes Hufeisen für Seulberg und unten in Rot der goldene Turm aus dem Wappen von Burgholzhausen.

Städtepartnerschaften

Die Partnerschaft mit der österreichischen Marktgemeinde Bad Wimsbach-Neydharting besteht bereits seit 1968 und wurde damals von Seulberg ins Leben gerufen. Nach jeder Teilgemeinde ist eine Straße in Seulberg benannt. 1973 folgte als weitere Partnerstadt das französische Houilles, dem der Houiller Platz in der Kernstadt südlich des Bahnhofs gewidmet ist. Die Verschwisterung mit dem englischen Chesham, nach dem eine Straße nahe dem Houiller Platz benannt ist, wurde 1990 besiegelt.

Religion

Mormonentempel

Frankfurt-Tempel, August 2005

Friedrichsdorf ist auch heute noch ein Ort gelebter religiöser Toleranz. In Friedrichsdorf steht der 1987 eröffnete Frankfurt-Tempel, einer der beiden Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) in Deutschland.

Evangelische Kirche Friedrichsdorf

Die Kirche in der Hugenottenstraße wurde 1834 bis 1837 errichtet. Sie ersetze eine zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete kleine Fachwerkkirche an gleicher Stelle. Architekt des am 28. Juni 1837 eingeweihten Neubaus war der Frankfurter Architekt Rudolf Burnitz. Erbaut wurde eine Kirche mit rechteckigem Grundriss und eine Fassade die in drei Portale gegliedert ist. Über dem mittleren Portal erhebt sich der Turm, dessen Spitze ein Spitzhelm, geschmückt mit einer vergoldeten Kugel, einer Wetterfahne und einem Stern mit sechs Spitzen, bildet.

Der Innenraum wird durch die barocke Kanzel dominiert, die noch aus der ersten Kirche stammt. Bis 1914 wurden die Gottesdienste in französischer Sprache gehalten. Französische Inschriften am marmornen Blockaltar, an der Orgel und dem Opferstock im Eingangsbereich stammen aus dieser Zeit.[5]

Katholische Kirche St. Bonifatius

Katholische Kirche St. Bonifatius

Die Katholische Kirche ist dem heiligen Bonifatius geweiht. Es handelt sich um einen modernen Neubau, der 1991–1993 durch den Architekten Prof. Rolf Hoechstetter aus Darmstadt umgesetzt wurde. Der mit zwei Architekturpreisen ausgezeichnete Bau mit einer BGF von 2.173 m² kostete 3,85 Millionen Euro . Die Kirche mit Festsaal, das Pfarrhaus und der allein stehende Glockenturm bilden eine Freifläche in Form einer Arena.

Die Inneneinrichtung der Kirche wurde durch den Architekten und Bildhauer Ulrich Hahn aus Aachen konzeptioniert und umgesetzt., entworfen und gefertigt.[6]

Dillinger Kirche

1820 genehmigte der Landgraf die Durchführung einer Kollekte zum Bau einer Schule und eines Betsaals und brachte ein zweistöckiges Wohnhaus als Schenkung selbst ein. Bis dahin mussten die Dillinger in die Kirche in Köppern gehen. 1821 war das Wohnhaus umgebaut. Allerdings waren die geschaffenen Räume aufgrund der kleinen Fenster so düster, dass die langräfliche Regierung den Bau mit einem "Arrest-Lokal" verglich und den Einbau eines großen gitischen Kirchenfensters anordnete. 1837 wurde eine Glocke erworben. Eine zweite Glocke stand teilweise als Leihgabe zur Verfügung. 1883 wurde ein Anbau errichtet, der als Gefängnis diente. 1888 erfolgte ein weiterer Ausbau zu dem heutigen Gebäude. Das Haus enthielt nun eine Volksschule und die Kirche.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur

Bekannte Unternehmen

Milupa Werksgelände

Nicht nur in der Tradition, auch in der Moderne ist Friedrichsdorf Standort größerer Unternehmen. In mehreren Gewerbegebieten finden sich zahlreiche Unternehmen, deren Namen auch national und international bekannt sind. Teilweise handelt es sich um deutsche Niederlassungen weltweit agierender Unternehmen oder um die Zentrale deutscher Unternehmen. Dabei hat sich heute eine Konzentration von Unternehmen der High-Tech- und Kommunikationsbranche herauskristallisiert. Sie knüpfen an die technischen Leistungen von Philipp Reis, dem Erfinder des Telefons, und von Professor Willy Wagner, dem Erfinder der Siebkettentechnik, an.

Im Gewerbegebiet Max-Planck-Straße befinden sich beispielsweise: AXICORP GmbH (Pharma), Bose Corporation (HiFi), Bionic Medizintechnik GmbH (Medizintechnik), CUTES Europe Ltd. (Vakuumtechnik), Kawasaki (Motorräder), MAXON (3D-Software), OETTINGER Performance GmbH (Fahrzeugtuning), Peiker Acustic (Kommunikationslösungen für die Automobilindustrie), Spang & Brands GmbH (Medizinische Kunststofftechnik) und Takko International Einkaufsgesellschaft mbH (TKI), (Bekleidung, Unternehmen der Takko Fashion).

Bis zur Verlagerung des Produktionsstandorts ins Ausland wurden bei Milupa in Friedrichsdorf Babynahrung und auch Pulmoll hergestellt. Die Verwaltung befindet sich nach wie vor im Ort, das eine große Fläche einnehmende Gesamtgelände wird derzeit umgestaltet.

Zwieback wurde noch bis 2010 in Friedrichsdorf vom Unternehmen Praum hergestellt. Das Zwiebackunternehmen Pauly gehört heute zu Brandt.

Die christliche Hilfsorganistation World Vision Deutschland hat ihren Sitz ebenfalls in Friedrichsdorf.

Verkehr

Straße

Durch die Friedrichsdorfer Gemarkung verläuft die Verkehrsachse A 5, die am nördlichen Rand des Stadtgebiets auch eine Anschlussstelle (16, Friedberg/Friedrichsdorf) hat. Außerdem durchquerte die B 455 die Stadt, die durch die L 3057 (seit 2006 die Friedrichsdorfer Entlastungsstraße) abgelöst wurde.

Die Entlastungsstraße verläuft fast immer parallel zur A 5. Sie soll vor allem in Köppern eine Entlastung bringen, da die Route über Köppern, Friedrichsdorf und Bad Homburg eine vielgenutzte Ausweichstrecke zur Autobahn ist. Nach langen Planungen war im November 2002 Spatenstich für den ersten Abschnitt. Der westlich von Burgholzhausen gelegene Straßenabschnitt einschließlich des ersten Friedrichsdorfer Kreisverkehrs beim Gewerbegebiet Max-Planck-Straße wurden 2003 eröffnet. Im April 2005 begannen die Arbeiten am Nordabschnitt östlich Köppern. Er beginnt am bisherigen Ende des mittleren Abschnitts. An der Verbindungsstraße Köppern–Rodheim endet der Neubau, bis zum Köpperner Kreuz wurde die alte Straße ausgebaut. Auch das Köpperner Kreuz wurde komplett neu angelegt und der Hauptverkehrsfluss auf die Entlastungsstraße ausgelegt. Im Oktober 2006 konnte der Nordabschnitt wesentlich früher als geplant für den Verkehr freigegeben werden.
Für den Südabschnitt lief seit Frühling 2007 ein Planfeststellungsverfahren. Ursprünglich war geplant, die vorhandenen Kreisstraßen und das Zwischenstück der Seulberger Umgehungsstraße auszubauen. Nach Protesten seitens der Anwohner wurde ein Lärmschutz mit in die Planungen einbezogen. Es zeigte sich jedoch, dass diese Kombination teurer sein würde als der bis dahin als unwahrscheinliche Variante gehandelte Neubau unmittelbar neben der Autobahn. Mitte Juni 2007 wurde der Bau des Südabschnitts dann beschlossen. Als Ausgleich soll die Kreisstraße Seulberg–Burgholzhausen aufgelassen werden.[8][9] Im Februar stimmte die Regionalversammlung Hessen der Änderung des Regionalplans zu, so dass nach einer erfolgten Änderung des Flächennutzungsplan voraussichtlich 2009 mit dem Bau begonnen werden kann. Als Bauzeit werden sechs Monate angegeben.[10] Damit kann auch die L 3057 zur Ortsstraße zurückgestuft werden und mit Umgestaltungsarbeiten begonnen werden.[11]

Schiene

Hauptartikel: Bahnhöfe in Friedrichsdorf

Insgesamt gibt es vier Stationen in Friedrichsdorf, die auf alle Stadtteile verteilt sind. Damit ist die Stadt an die S-Bahn (S5), die Taunusbahn und als Querverbindung zur Main-Weser-Bahn die Strecke nach Friedberg angeschlossen.

Sonstiges

Mit dem PKW erreicht man den internationalen Flughafen Frankfurt am Main in 25 Minuten. Zudem ist das Unternehmen Rotorflug in Friedrichsdorf ansässig, die Helikopterflüge anbietet.

Siedlungs- und Neubaugebiete

Schäferborn
  • „Schäferborn“: Die Siedlung wurde zwischen 1976 und 1984 erbaut und schließt östlich an den Houiller Platz an. Der Name stammt von einer Quelle im nahen Spießwald. Die Straßen im offenen, begrünten Wohngebiet tragen Pflanzennamen, was der Siedlung auch den Namen „Blumenghetto“ eingebracht hat. Jedoch ist der Spitzname fehlleitend, da sich in dem Gebiet hauptsächlich Einfamilienhäuser von mittelständischen Familien befinden und das Gebiet eines der beliebtesten Wohngebiete Friedrichsdorfs ist.
  • „Am Römerhof“: Diese Siedlung entstand in mehreren Abschnitten. Der letzte wurde 2011 fertiggestellt. Er liegt östlich der Bahn zwischen dem Schäferborn und Seulberg. Ein römisches Landgut (Villa rustica) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den heutigen Äckern ausgegraben und aus konservatorischen Gründen wieder zugeschüttet. Auf diese Spuren römischer Besiedlung geht die Namensgebung zurück. Im Jahr 2006 wurden Infotafeln aufgestellt und als Bindeglied zwischen der Siedlung Am Römerhof und der offenen Feldflur wurde der Erlebnisspielplatz villa rustica angelegt. Der Grundriss des Spielplatzes zeigt die Grundfläche der villa rustica. Ein hölzerner Limes-Turm, römische Brettspiele und Kletterpfähle laden zum Erkunden ein. Die Straßen des Römerhofes sind nach Namen berühmten römischen Feldherren benannt.
  • „Waldkristall“: Die 3,3 ha große Fläche liegt am nördlichen Ende der Hugenottenstraße und wird von der Taunusbahn auf der einen und der Verbindungsstraße Friedrichsdorf–Köppern auf der anderen Seite begrenzt. Vor der Umwidmung der Gewerbefläche in ein Wohn- und Mischgebiet befand sich dort das Werk III der Tettauer Glaswerke, welche sich mit der Herstellung von medizinischen und insbesondere keimfreien Glasverpackungen befassten. Das Glaswerk, das auch einige städtische Wohnhäuser und das Freibad mit der Abwärme der Glasöfen beheizte, wurde im Jahr 2002 stillgelegt. 2005 begann die Demontage und die Einebnung der Fläche, um sie für die geplante Verwendung vorzubereiten. Dabei wurde in einer spektakulären Aktion einer der letzten Schornsteine der Stadt gesprengt.
  • Milupa-Gelände: In der Stadtmitte liegt das Gelände der Milupa-Werke. Da die Produktion ins Ausland verlegt wurde, werden nun die Gebäude abgerissen. Auf der frei werdenden Fläche sind Wohn- und Gewerbebebauung geplant.

Bildung

Es gibt in Friedrichsdorf in jedem der vier Stadtteile jeweils eine Grundschule; die Grundschule in der Kernstadt heißt Peter-Härtling-Schule, die Seulberger Hardtwaldschule Seulberg.

Die Philipp-Reis-Schule – E-Bau (Neubau)

In der direkten Nachbarschaft der Peter-Härtling-Schule liegt am Hohen Weg die 1969 errichtete Philipp-Reis-Schule (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe), welche jährlich rund 1.600 Schüler besuchen. Die Schule wird derzeit als Ganztagsschule mit Mensa zwischen Schäferborn und Spießwald neu gebaut und im Januar 2012 bezogen werden. Was mit dem alten Schulgelände passiert, ist noch nicht entschieden.

Des Weiteren gibt es in der Hugenottenstraße die Rhein-Main International Montessori School (RIMS), eine kostenpflichtige Privatschule, die zwischen 2006 und 2007 erweitert und ausgebaut wurde.

Einwohner

Dillingen

(Wenn nicht anders angegeben, jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1987 (25. Mai) 22.336
1998 24.404
1999 24.128
2000 24.282
2001 24.406
2002 24.572
2003 24.497
2004 24.605
2006 (30. Juni) 24.522
2007 24.330
2010 24.875

Persönlichkeiten

Das Philipp-Reis-Haus

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  3. http://www.friedrichsdorf.de/lebeninfriedrichsdorf/unserestadt/geschichte/friedrichsdorf/dillingen.php
  4. http://www.dillinger-freunde.de/ueberuns/zuhause/index.html
  5. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 22/23
  6. Kirchenführer Hochtaunus, Seite 24/25
  7. Christel Wösner-Rafael: Vom "Arrest-Lokal" zum Dom; in: Taunuszeitung vom 23. April 2011, Seite 19
  8. Bericht der Taunus-Zeitung
  9. Die Entlastungsstraße auf friedrichsdorf.de
  10. Bericht der Taunus-Zeitung vom 23. Februar 2008 und News-Eintrag auf der Internetseite der Stadt
  11. Bericht der Taunus-Zeitung vom 26. Februar 2008

Weblinks

 Commons: Friedrichsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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