Oßling

Oßling
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oßling
Oßling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oßling hervorgehoben
51.36666666666714.166666666667126
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Bautzen
Höhe: 126 m ü. NN
Fläche: 43,58 km²
Einwohner:

2.465 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01920
Vorwahl: 035792
Kfz-Kennzeichen: BZ
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 420
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 10
01920 Oßling
Webpräsenz: www.ossling.net
Bürgermeister: Hans Hetmann (WV Elstergrund)
Lage der Gemeinde Oßling im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild

Oßling (sorb. Wóslink) ist eine Gemeinde im Norden des ostsächsischen Landkreises Bautzen in der Oberlausitz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Verkehr

Die Gemeinde liegt innerhalb ausgedehnter Wälder im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet etwa 12 km nordöstlich von Kamenz und 15 km südwestlich von Hoyerswerda. Sie liegt südöstlich der B 97. Die Gemeinde Oßling liegt an der Schwarzen Elster, davon direkt am Lauf nur die Ortsteile: Milstrich, Döbra und Trado.

Ortsgliederung

Oßling besteht aus den Ortsteilen:

  • Döbra (obersorbisch Debricy)
  • Liebegast (Lubhozdź)
  • Lieske (Lěska)
  • Milstrich (Jitro)
  • Oßling (Wóslink)
  • Scheckthal (Pisany doł)
  • Skaska (Skaskow)
  • Trado (Tradow)
  • Weißig (Wysoka) mit Otterschütz (Wotružica)

Sehenswürdigkeiten

  • Oßlinger Kirche aus dem Jahr 1805, Steinkreuz in der Mauer
  • Oßlinger katholische Kapelle (aus einem Lokschuppen entstanden)
  • Naturschutzgebiet Dubringer Moor, das größte Moor der Lausitz bei Scheckthal
  • Weißiger Schloss, im Jahr 1908 erbaut

Nagelsche Säule

Nagelsche Säule, Oßling

In den Jahren 1862–1890 wurde die Königlich-Sächsische Triangulation auf dem Staatsgebiet des Königreiches Sachsen durchgeführt. Die in Oßling 1864 errichtete Säule ist eine Station 1.Ordnung. Sie ist beschriftet mit „Station Ossling der Mitteleurop. Gradmessung, K. Sachsen, 1864“. Außerdem findet man eine Tafel mit folgender Aufschrift: „Original Vermarkung (Nagelsche Säule) eines Punktes der Europäischen (anfänglich "Mitteleuropäischen") Gradmessung im Königreich Sachsen“. Diese 1862–1890 geschaffene wissenschaftliche Vermessung zur Ermittlung von Form und Größe der Erde war das Lebenswerk des sächsischen Geodäsie-Professors August Nagel (1821–1903). Der Pfeiler wurde wegen Steinbrucherweiterung von seinem ursprünglichen, ca. 750 m entfernten Standort geborgen und anschließend als vermessungs- und heimatkundliches Denkmal von der Gemeindeverwaltung Oßling im Zusammenwirken mit dem Landesvermessungsamt Sachsen hier aufgestellt. 1993"

Geschichte

Evangelisch-Lutherische Kirche

Der Ortsname „Oßling“ kommt aus der sorbischen Sprache von Wosling, was so viel wie Steinberg bedeutet. Die Namensgebung dürfte sich auf den Oßlinger Berg beziehen, an dem schon in Frühzeiten Grauwacke abgebaut wurde. Nach dem Wiener Kongress kam Oßling wie große Teile der Lausitz im Jahr 1815 zu Preußen, wurde aber im Jahr 1818 wieder dem Königreich Sachsen zugeordnet. Seit dem Jahr 1896 gehört der Ortsteil Lieske zur Gemeinde. Im Jahr 1994 wurde die Großgemeinde Oßling im Zuge der sächsischen Gebietsreform gebildet.

Der Ortsteil Trado wurde im Jahr 1374 erstmals als Matei Tradow erwähnt. Der Name dürfte vom Sorbischen tradacz stammen und bedeutet so viel wie „Mangel“.

Der Ortsteil Skaska fand sein urkundliche Erwähnung erstmals 1383.

Der Ortsteil Döbra wurde im Jahr 1374 erstmals als Dobry (was so viel wie „gut“ bedeutet) urkundlich erwähnt. Im Jahr 1992 wurden südlich von Döbra Spuren der Besiedlung aus der Jungbronzezeit (1000 bis 800 v. Chr.) gefunden.

Der Ortsteil Liebegast wurde im Jahr 1408 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist auf den Ortsgründer Lubogost zurückzuführen. Später wurde der Name dann zu Liebegast eingedeutscht.

Noch 1884/85 waren alle heutigen Ortsteile mehrheitlich Sorbisch geprägt, wobei sie sich am äußeren Rand des Kernsiedlungsgebietes befanden. Oßling selbst war zu 56 %, Döbra und Skaska zu 82 %, Weißig zu 83 %, Lieske zu 92 %, Milstrich zu 93 % und Trado ausschließlich von Sorben bewohnt.[2] Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist die Sorbische Sprache aus dem Alltag weitgehend verschwunden und nur Milstrich zählt heute noch zum offiziellen Siedlungsgebiet.

Bildung

Evangelische Mittelschule

Die Gemeinde Oßling verfügt über eine Grundschule. Außerdem ist eine privat geführte Evangelische Mittelschule im Ort ansässig.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Oßling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Oßling im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.

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