Schmölln-Putzkau

Schmölln-Putzkau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmölln-Putzkau
Schmölln-Putzkau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmölln-Putzkau hervorgehoben
51.11666666666714.233333333333274
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Bautzen
Höhe: 274 m ü. NN
Fläche: 32,94 km²
Einwohner:

3.204 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01877
Vorwahl: 03594
Kfz-Kennzeichen: BZ
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 530
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulweg 1
01877 Schmölln-Putzkau
Webpräsenz: www.schmoelln-putzkau.de
Bürgermeister: Steffen Schmidt (parteilos)
Lage der Gemeinde Schmölln-Putzkau im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild
Putzkau von Süden aus gesehen. Die Berge heißen von rechts nach links: Hoher Hahn (445,7m), Spitzberg (385,1m), Tröbigauer Berg (397,7m) und Klosterberg (390,3m). Am Hang zwischen Tröbigauer Berg und Klosterberg ist der Ortsteil Neuschmölln zu erkennen.

Schmölln-Putzkau (sorb. Smělna-Póckowy) ist eine Gemeinde im Süden des ostsächsischen Landkreises Bautzen, die am 1. März 1994 durch den Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Schmölln/OL, Putzkau und Tröbigau entstand. Die Gemeinde befindet sich in der Oberlausitz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Schmölln-Putzkau liegt etwa 14 km südwestlich der Großen Kreisstadt Bautzen und 4 km östlich der Großen Kreisstadt Bischofswerda. Das Gemeindegebiet wird bei Putzkau in einer breiten Talwanne von der Wesenitz durchflossen. Der nördliche Teil mit den Ortsteilen Neuschmölln, Schmölln und Tröbigau entwässert dagegen über mehrere Bäche zum Hoyerswerdaer Schwarzwasser hin.

Naturräumlich gehört das Gemeindegebiet zum überwiegenden Teil zum Oberlausitzer Bergland, welches im Nordwesten der Gemeinde an das Westlausitzer Hügel- und Bergland grenzt. Bedeutsame Erhebungen innerhalb und in unmittelbarer Nähe der Gemeinde sind der Hohe Hahn (446 m), Klosterberg (394 m), Tröbigauer Berg (401 m) sowie der Butterberg (388 m). Südöstlich der Gemeinde erhebt sich der weit sichtbare 587 Meter hohe Valtenberg.

Nachbargemeinden

Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig
Bischofswerda Nachbargemeinden Neukirch/Lausitz
Neustadt (Sachsen)
(Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge)

Gemeindegliederung

  • Neuschmölln (sorbisch Nowa Smělna) – ca. 100 Einwohner
  • Putzkau (Póckowy), Gemarkungen Oberputzkau und Niederputzkau – ca. 1.850 Einwohner
  • Schmölln (Smělna) – ca. 1.150 Einwohner
  • Tröbigau (Trjechow ) – ca. 300 Einwohner

Politik

Gemeindegründung

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform in Sachsen 1994 wurde angestrebt, Gemeinden mit einer Mindestgröße von 3000 Einwohnern zu bilden. Somit waren kleinere ländliche Gemeinden aufgefordert, sich zunächst freiwillig nach möglichen Partnern umzusehen. In Schmölln bevorzugte man ein Zusammengehen auf Augenhöhe mit einem Partner im ländlichen Raum anstelle einer Eingemeindung in die benachbarte Stadt Bischofswerda. Hierfür kamen Demitz-Thumitz und Putzkau in Betracht. Schließlich einigte man sich mit Putzkau, welches als der größere Ort Sitz der gemeinsamen Gemeindeverwaltung werden sollte, dafür sollten beide Ortsnamen im zukünftigen Gemeindenamen weitergeführt werden. In Tröbigau strebte man zunächst ein Zusammengehen mit dem östlichen Nachbarn Gaußig an, hierbei scheiterten jedoch die Beitrittsverhandlungen, so dass man sich ebenfalls für ein Zusammengehen mit den Nachbardörfern Schmölln und Putzkau entschied, zumal insbesondere zu Schmölln schon seit langem eine enge Bindung bestand.

Die Fusion wurde am 1. März 1994 vollzogen, wenige Tage darauf wurde der zuvor in der Gemeinde Schmölln amtierende Wolfhard Venus zum neuen Bürgermeister der Gesamtgemeinde gewählt. Daraufhin wurden in Putzkau und Tröbigau Stimmen laut, die neue Gemeinde nur nach dem größten Ortsteil Putzkau zu benennen. Dies stieß aber auf Ablehnung in Schmölln, mit der Begründung, dass dieser Ortsteil über eine längere Geschichte verfügt und sich wirtschaftlich und kulturell gleichwertig in die Gemeinde mit einbringe. So wurde eine Unterschriftenaktion gestartet und eine Petition an den sächsischen Landtag verfasst, der schließlich darüber verfügte, dass der zuvor beschlossene Gemeindename Schmölln-Putzkau beibehalten wurde.

Bürgermeister

Vor dem Zusammenschluss

Gemeinde Putzkau:
  • Margitta Nass (bis 1994)
Gemeinde Schmölln/OL:
  • Dieter Ludwig
  • Wolfhard Venus (bis 1994)
Gemeinde Tröbigau:
  • Max Gnauck
  • Manfred Pietsch
  • Siegried Wobst (bis 1994)

Gesamtgemeinde

  • Wolfhard Venus (1994-2001)
  • Steffen Schmidt (seit 2001)

Perspektive

Briefkasten Quo vadis, Schmölln-Putzkau

Trotz zahlreicher Bemühungen konnte es bis heute nicht gelingen, eine gemeinsame Schmölln-Putzkauer Identität zu etablieren. Die Bewohner der beiden großen Ortsteile Schmölln und Putzkau sehen sich oft gegenüber dem jeweils anderen benachteiligt, die kleinen Ortsteile Tröbigau und Neuschmölln sehen sich in der Bedeutungslosigkeit. Seit den Kommunalwahlen 2009 herrscht zudem ein gespanntes Verhältnis zwischen dem seitdem amtierenden Gemeinderat und dem Bürgermeister, was von den meisten Bürgern der Gemeinde nicht nachvollzogen werden kann.

Bis 2013 strebt der Freistaat Sachsen eine weitere Gemeindegebietsreform an, wobei dieses Mal die Mindesteinwohnerzahl pro Gemeinde 5000 betragen soll. Für freiwillige Zusammenschlüsse bis Ende 2012 werden sogenannte Hochzeitsprämien versprochen. In Schmölln-Putzkau besteht aus oben genannten Gründen nur begrenztes Interesse am Fortbestehen der Gemeinde, so dass sich seit Beginn 2011 verstärkt nach möglichen Fusionspartnern umgesehen wird. Auch eine Zerschlagung der Gemeinde und ein Zusammenschluss der einzelnen Ortsteile zu verschiedenen Nachbargemeinden scheint im Moment denkbar. Deshalb wurde im März 2011 eine Initiative namens Quo vadis, Schmölln-Putzkau ins Leben gerufen, bei welcher die Bürger, getrennt nach Ortsteilen, ihre Präferenzen für die Zukunft der Gemeinde mitteilen konnten. An der Befragung nahmen 35% aller Haushalte der Gemeinde teil. Eine große Mehrheit von 75% sprach sich für eine Fusion mit einer Nachbargemeinde noch vor Ende 2012 aus. In der Präferenz der Wunschpartner geht der Trend deutlich zur Stadt Bischofswerda (56%), gefolgt von Neukirch/Lausitz (20%) und Demitz-Thumitz (16%). Die Tendenz ist in allen Ortsteilen ähnlich, wobei jeweils die für den Ortsteil am nächsten gelegene Gemeinde relativ besser abschneidet.

Wirtschaft

Kleine und mittlere Unternehmen des verarbeitenden und Dienstleistungsgewerbes prägen die gemeindliche Wirtschaft. Die größten hiervon sind:

  • Bistra Bau GmbH & Co. KG,
  • Fiedler Maschinenbau und Technikvertrieb GmbH,
  • Holzwaren Simundt GmbH.

Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde ist durch die Bahnhöfe Schmölln und Putzkau an die Bahnverbindung Dresden−Zittau angeschlossen. Weitere wichtige Verkehrsadern bilden die Bundesstraße 98 in Putzkau sowie die Staatsstraßen S 120 in Putzkau und Tröbigau und S 155 in Schmölln.

Viadukt über das Wesenitztal; im Hintergrund der Hohwald mit dem Valtenberg

Markantestes Bauwerk von Putzkau ist der 401m lange Bahn-Viadukt über das breite Wesenitztal.

Kultur

Bildung

Die Gemeinde Schmölln-Putzkau verfügt mit der „Dr.-Alwin-Schade-Schule“ über eine Grundschule mit Ganztagsbetreuung. Die Kindertagesstätte, welche 1985 eröffnet wurde, wurde 2009 unter Zuhilfenahme von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II teilsaniert.

Kirchen

Im Gemeindegebiet existieren die evangelisch-lutherische Kirchengemeinden Putzkau und Schmölln. In einer Gruft der Putzkauer Marienkirche liegt der kursächsische Kabinettsminister Jacob Heinrich von Flemming begraben. Des Weiteren gibt es eine Evangelische Freikirchliche Gemeinde.

Museen

Das Heimatmuseum Schmölln zeigt eine Waffensammlung, wertvolle Bauernmöbel sowie Werkzeuge und Werkstücke der Granitindustrie.

Geschichte

Im späten 17. Jahrhundert begründete der Putzkauer Pfarrer einen Zweig der Gelehrtenfamilie Stöckhardt.

Sprache

Entsprechend Hans Klecker [2] gehört der in den Dörfern der Gemeinde gesprochene Dialekt zur nordwestlichen Variante der Oberlausitzer Mundart.

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

2010: Gerhard Rodig (* 1921), Schmöllner Lehrer, Ortschronist und Heimatforscher

Söhne und Töchter

Weblinks

 Commons: Schmölln-Putzkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. www.oberlausitzer-woerterbuch.de, Mundartgebiete Oberlausitz

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