Hohen-Sülzen

Hohen-Sülzen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen
Hohen-Sülzen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen hervorgehoben
49.6191666666678.2255555555556153
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Monsheim
Höhe: 153 m ü. NN
Fläche: 3,78 km²
Einwohner:

618 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67591
Vorwahl: 06243
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 041
Adresse der Verbandsverwaltung: Alzeyer Straße 15
67590 Monsheim
Webpräsenz: www.hohen-suelzen.de
Ortsbürgermeister: Kurt Görisch (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Hohen-Sülzen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Monsheim an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gegend um Hohen-Sülzen war schon in der Bronzezeit besiedelt. In der Epoche der Römer (seit etwa 50 v. Chr.) gab es hier eine große Villa rustica. 1869 wurden in einer Tongrube zwei römische Sarkophage, ein Diatretglas, fünf andere kostbare Gläser und eine Dionysos-Flasche gefunden. Es handelte sich um einen der bedeutendsten deutschen Glasfunde aus spätrömischer Zeit. Außer der Flasche sind die anderen Hohen-Sülzer Gläser seit Ende des Zweiten Weltkrieges verschollen. Die noch vorhandene Dionysos-Flasche bildet heute das Hauptstück in der Sammlung römischer Gläser des Landesmuseums Mainz (Inventar Nr. R 6111).[2] Die Flasche ist 42 cm hoch und weist einen Figurenschliff auf. Das Bild wurde in plastisch wirkendem Tiefschliff eingeschnitten wobei die plastische Wirkung der Figuren durch Gravierung der einzelnen Körperteile noch verstärkt ist. Die mehrfigurige Szene stammt aus dem Milieu des Weingottes Dionysos. Die Flasche wird aufgrund dieser Technik derselben Werkstatt zugeschrieben, die auch den Lynkeus-Becher im Römisch-Germanisches Museum angefertigt hat.

In den Urkunden des Klosters Lorsch (Lorscher Codex), wird Hohensülzen im Jahre 766 als „Sulzheim“ erstmals urkundlich genannt. 1253 kam das Dorf als Exklave zur Grafschaft Falkenstein. Zunächst regierten diese die Herren von Bolanden, welche 1418 von den Grafen von Virneburg beerbt wurden.

Über verschiedene Eigentümer ging die Grafschaft Falkenstein und mit ihm das Dorf Hohen-Sülzen 1667 an den Herzog von Lothringen über. Durch die Heirat des Lothringer Herzogs Franz Stephan mit Maria Theresia von Habsburg, kam Hohen-Sülzen an Österreich und unterstand dem Oberamt Winnweiler des Reichsteils Vorderösterreich.[3][4] Hohen-Sülzen wurde deshalb auch öfter als „kaiserliches Hohen-Sülzen“ bezeichnet und im historischen Rathaus befinden sich noch Doppeladler-Stühle und -Türbeschläge aus der österreichischen Epoche.[5]

Hohensülzen mit seinem Umland war ab Dezember 1792 zumeist französisch besetzt und wurde beim Friedensschluss von Campo Formio (1797), als Teil der linksrheinischen deutschen Gebiete an Frankreich abgetreten, wo es bis 1815 verblieb. In dieser Zeit gehörte es zum französischen Département du Mont-Tonnerre mit Regierungssitz in Mainz.

1815/1816 bestand eine gemeinsame österreichisch-bayerische Regierung in Bad Kreuznach, 1816 fiel es an das Großherzogtum Hessen, seit 1946 gehört es zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.[6]

Gemeindewappen

Historische Aufnahme vom Rathaus Hohen-Sülzen, 1906

Das Gemeindewappen wurde im Jahre 1955 festgelegt und 1957 durch das Innenministerium von Rheinland-Pfalz bestätigt; es löste das alte Wappen der Grafschaft Falkenstein als heraldisches Dorfsymbol ab. Dennoch blieb die Falkensteiner Historie auch im neuen Wappen bestimmend. Die rechte Schildhälfte zeigt das Wappen der Grafschaft Falkenstein, die linke ein Muster von stehenden Rauten, das laut offizieller Gemeindewebseite ungedeutet ist und aus einem alten Gerichtssiegel von Hohen-Sülzen entnommen wurde. Offenbar stammt es ursprünglich aus dem Wappen der Grafen von Virneburg als früheren Eigentümern der Falkensteiner Reichsgrafschaft. Beide Wappenteile sind von einem Schildhaupt mit Weinrebe bekrönt, das auf die Weinbautradition des Ortes hinweist.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Hohen-Sülzen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[7]

  SPD FDP FWG Gesamt
2009 4 1 7 12 Sitze
2004 4 1 7 12 Sitze
1999 4 1 7 12 Sitze
1994 5 7 12 Sitze
1989 5 6 11 Sitze

Ortsbürgermeister

  • 1994 – 2004 Günther Maurer (FWG)
  • 2004 – heute Kurt Görisch (FWG)

Wirtschaft und Infrastruktur

Hohen-Sülzen ist vom rheinhessischen Weinbau geprägt. Das VDP Weingut Battenfeld-Spanier ist hier beheimatet. In der Großlage Domblick des Bereichs Wonnegau befinden sich die Einzellagen Sonnenberg und Kirchenstück.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Hohen-Sülzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Dionysos-Flasche im Landesmuseum
  3. Besitzverhältnisse der rheinhessischen Ortschaften vor dem Übergang an Frankreich, Hohen-Sülzen als Nr. 1275
  4. Auflistung des österreichisch-falkensteinischen Besitzstandes in Rheinhessen (Fußnote am Seitenende)
  5. Zu den österreichischen Relikten im Rathaus von Hohen-Sülzen
  6. Webseite zur Geschichte von Hohen-Sülzen
  7. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Hohen-Sülzen — Hohen Sülzen …   Wikipédia en Français

  • Hohen-Sülzen — Infobox Ort in Deutschland Wappen = Silzer Wappen.png lat deg = 49 |lat min = 37 |lat sec = 09 lon deg = 8 |lon min = 13 |lon sec = 32 Lageplan = Bundesland = Rheinland Pfalz Landkreis = Alzey Worms Verbandsgemeinde = Monsheim Höhe = 153 Fläche …   Wikipedia

  • Hohen-Sulzen — Original name in latin Hohen Slzen Name in other language State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 49.61917 latitude 8.22556 altitude 127 Population 582 Date 2011 04 25 …   Cities with a population over 1000 database

  • Liste der Kulturdenkmäler in Hohen-Sülzen — In der Liste der Kulturdenkmäler in Hohen Sülzen sind alle Kulturdenkmäler der rheinland pfälzischen Ortsgemeinde Hohen Sülzen aufgeführt. Grundlage ist die Denkmalliste des Landes Rheinland Pfalz (Stand: 11. Juni 2010). Denkmalzonen Denkmalzone… …   Deutsch Wikipedia

  • Cage cup — The Milan cage cup, 4th century A.D …   Wikipedia

  • Oberamt Winnweiler — Die Territorien der Pfalz um 1790. Das Oberamt Winnweiler in hellorange, ca. mittig, mit der eingezeichneten Burg Falkenstein. Darüber in der gleichen Farbe die kleinere „Herrschaft Stolzenberg“; die „Wirichshube“ ist nicht kenntlich …   Deutsch Wikipedia

  • Хоэн-Зюльцен — Коммуна Хоэн Зюльцен Hohen Sülzen Герб …   Википедия

  • Alzey-Worms — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bechtolsheim (Rheinland-Pfalz) — Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Ortsgemeinde Bechtolsheim, weitere Bedeutungen unter Bechtolsheim (Begriffsklärung) Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Blödesheim — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”