- Köngen
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Wappen Deutschlandkarte 48.6819444444449.3666666666667281Koordinaten: 48° 41′ N, 9° 22′ OBasisdaten Bundesland: Baden-Württemberg Regierungsbezirk: Stuttgart Landkreis: Esslingen Höhe: 281 m ü. NN Fläche: 12,52 km² Einwohner: 9.613 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 768 Einwohner je km² Postleitzahl: 73257 Vorwahl: 07024 Kfz-Kennzeichen: ES Gemeindeschlüssel: 08 1 16 035 Adresse der
Gemeindeverwaltung:Stöfflerplatz 1
73257 KöngenWebpräsenz: Bürgermeister: Hans Weil Lage der Gemeinde Köngen im Landkreis Esslingen Köngen [ˈkœŋɡən] ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen, rund neun Kilometer von der Kreisstadt Esslingen am Neckar und rund sechs Kilometer von Nürtingen entfernt.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Geographische Lage
Köngen liegt auf der linken Neckarseite am Nordhang des Neckartals.
Nachbargemeinden
Angrenzende Gemeinden sind im Norden Deizisau, im Nordosten Wernau, im Südosten Wendlingen, im Süden Unterensingen und im Westen Denkendorf.
Gemeindegliederung
Zur Gemeinde gehören das Dorf Köngen, die Höfe Birkenhöfe, Buchenhöfe, Erlenhöfe, Kempflerhöfe, Lerchenhof, Riedhöfe, Rothöfe, Seehof, Talhof und Wangerhöfe und das Haus Altenberg.[2]
Geschichte
Köngen befindet sich auf dem Gebiet der römischen Siedlung Grinario, die um 100 unserer Zeitrechnung aus einem Kastell entstand. Grinario war Endpunkt der Römerstraße Neckar-Alb-Aare, die in Windisch (Schweiz) ihren Ausgang nahm. 260 wurde der Ort durch die Alamannen zerstört und die Römer vertrieben.
Der alamannische Ort, der um 700 entstanden sein muss, wurde erstmals 1075 in einer Urkunde des Klosters Hirsau erwähnt. 1336 verkauften die Herren von Hohenberg den Ort an Albrecht von Aichelberg. 1382 gelangte die Herrschaft an die Herren Thumb von Neuburg, die um 1430 ihren Wohnsitz aus Graubünden nach Köngen verlegten. Hans Friedrich Thumb förderte frühzeitig die Reformation; schon 1527 wurde in Köngen daher lutherisch gepredigt, also sieben Jahre, bevor Herzog Ulrich 1534 die Reformation in Württemberg durchsetzte.[3]
1739 wurde Köngen württembergisch, die früheren Besitzer (Thumb von Neuburg) standen schon seit über 200 Jahren in württembergischen Diensten. 1806 war der Ort kurzfristig Sitz eines Oberamtes, wurde aber schon zwei Jahre später in das Oberamt Esslingen, den heutigen Landkreis Esslingen, eingeordnet.
Religion
Seit der Reformation ist Köngen vorwiegend evangelisch geprägt. Erst seit 1953 gibt es wieder eine römisch-katholische Kirche im Ort. Der Neubau war durch die Ansiedlung vieler katholischer Heimatvertriebener notwendig geworden. Außerdem gibt es eine evangelisch-methodistische Kirchengemeinde und seit 1924 auch eine neuapostolische Gemeinde.
Nach Köngen ist der Bund der Köngener benannt, weil dort 1919 eine für die Bildung des Bundes wichtige Tagung stattgefunden hatte.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).
Stichtag Einwohnerzahl 1600 900 1740 1.010 1800 1.400 1. Dezember 1871 ¹ 2.088 1. Dezember 1900 ¹ 2.288 17. Mai 1939 ¹ 3.036 13. September 1950 ¹ 4.160 6. Juni 1961 ¹ 5.923 27. Mai 1970 ¹ 8.113 25. Mai 1987 ¹ 8.058 31. Dezember 1995 8.818 31. Dezember 2000 9.408 31. Dezember 2005 9.681 Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Köngen hat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 56,07 % und ergab folgende Sitzverteilung:
Freie Wählervereinigung Köngen 32,6 % + 7,2 % 6 Sitze + 1 CDU 32,5 % + 5,2 % 6 Sitze + 1 SPD 23,9 % – 3,0 % 4 Sitze – 1 Junge Liste 0,0 % – 12,5 % 0 Sitze – 2 Die Grünen 11,0 % + 4,1 % 2 Sitze + 1 Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.
Wappen
Blasonierung: „In Blau eine silberne Glocke“.
Köngen führt die größte Glocke der Peter-und-Paulskirche im Wappen. Diese Glocke soll während des Dreißigjährigen Krieges aus Angst vor Plünderern vergraben worden sein. Als der Krieg vorbei war, lebte jedoch niemand mehr, der das Versteck kannte. Die verschollene Glocke wurde der Sage nach schließlich durch Schweine aus dem Boden gescharrt. Seither führt sie den Namen „Sauglocke“.
Partnerschaften
Köngen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu:
- Taucha in Sachsen-Anhalt und
- Český Brod in Tschechien.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Köngen ist durch die Bundesstraße 313 und die Bundesautobahn 8 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Durch eine Buslinie ist auch der Bahnhof der Nachbargemeinde Wendlingen am Neckar gut erreichbar. Von dort fahren Züge in Richtung Tübingen und Oberlenningen sowie die S-Bahn in Richtung Stuttgart und Kirchheim/Teck.[4].
Ansässige Unternehmen
DHL betreibt in Köngen ein Paketzentrum mit 700 Mitarbeitern.[5] Außerdem sind hier Firmen aus dem Maschinenbau (ALMiG Kompressoren, MATEC) und der Kunststoffverarbeitung (Minda Schenk Plastic Solutions) angesiedelt. Zudem hat hier der Modediskount AWG seinen Sitz.
Bildung
In Köngen gibt es mit der Burgschule, einer Haupt- und Realschule, und der Mörikeschule, einer Grundschule, zwei staatliche Schulen. Die Anne-Frank-Schule (Förderschule) und das Robert-Bosch-Gymnasium in Wendlingen werden auch von Köngener Schülerinnen und Schüler besucht. Außerdem gibt es sieben Kindergärten in Köngen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
- Köngen liegt an der Neckarlinie des Obergermanischen Limes. Im Ort zweigt von dieser Limeslinie der 23 km lange Lautertal-Limes ab, der am Alblimes bei Donnstetten endet. Dieser schnurgerade Weg war bis zu seiner Deutung als Grenzbefestigung im Jahre 1976 schon lange als Sibyllenspur bekannt.
- Köngen ist Anfangs- bzw. Endpunkt der Römerstraße Neckar-Alb-Aare.
- Besonders sehenswert ist die restaurierte Jupitergigantensäule aus der Zeit der römischen Siedlung Grinario.
- Römisches Museum mit Archäologischem Park Köngen. Das Kastell von Köngen ist seit 1974 ein Kulturdenkmal und konnte als einziges am gesamten Neckarlimes vor der Nachkriegsüberbauung gerettet werden.[6] Es ist als Militärlager am römischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes. Der Eckturm der antiken Garnison wurde 1885 durch General Eduard von Kallee gefunden[7] und bereits 1911 rekonstruiert.[8]
- Das Schloss Köngen, ein ehemaliges Wasserschloss aus dem späten 12. Jahrhundert, wurde 1620 architektonisch von Heinrich Schickhardt umgebaut. 1825 kaufte der Kammerpräsident Jakob Friedrich Weishaar das Anwesen und ließ es nach seinen Bedürfnissen umgestalten. Bis in die 1930er-Jahre war es ein Ort der Kultur. Hier wurde der bekannte „Bund der Köngener“ gegründet, in dem auch Gerhard Gollwitzer Mitglied war. Der Kunstmaler Christian Mali und die holländisch-deutsche Malerfamilie Peters hielten sich oft im Schloss auf. Es wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats September 2004“ ernannt. In den letzten Jahren wurden an der Ostwand des Rittersaales Fresken aus dem 18. Jahrhundert freigelegt und restauriert, die Gestalten der antiken Mythologie und Geschichte zeigen.[9]
- Die unter Denkmalschutz stehende Ulrichsbrücke über den Neckar wurde nach den Plänen des Baumeisters Heinrich Schickhardt von 1600 bis 1602 erbaut. Sie steht an der Stelle einer früheren römischen Brücke.[10]
Regelmäßige Veranstaltungen
- In Köngen findet alljährlich das 3K-Festival mit bis zu 2000 Besuchern statt.
- Pfingstmarkt am Pfingstmontag
- Herbstmarkt
- Kulturtage
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Konrad Thumb von Neuburg (1465–1525), Erbmarschall des württembergischen Herzogs Ulrich
- Gustav Adolf Boley (1835–1891), Unternehmer und Erfinder
Weitere Persönlichkeiten, die mit Köngen in Verbindung stehen
- Jakob Friedrich Weishaar (1775–1834), württembergischer Politiker, Präsident der Abgeordnetenkammer, lebte von 1823 bis zu seinem Tod in Köngen
- Anna Peters (1843–1926), Kunstmalerin, lebte und arbeitete von 1894 bis 1924 immer wieder auf Schloss Köngen.
- Pietronella Peters (1848–1924), Kunstmalerin, lebte und arbeitete von 1894 bis 1924 immer wieder auf Schloss Köngen.
- Else Klink (1907–1994), von 1935 bis 1991 Leiterin des Eurythmeum Stuttgart, lebte in Köngen.
- Eduard Mörike (1804–1875) war von Mai bis Dezember 1827 Vikar mit Pfarrer Nathaniel Gottlieb Renz.[11]
- General Eduard von Kallee (1818–1888) hat 1885 das Militärlager des Kastell Köngen aufgrund militärstrategischer Überlegungen gefunden.[7]
Literatur
- Der Landkreis Esslingen. Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 81
- Kathrin Fastnacht: Köngen. Ein Schloss und seine Herrschaften. Konrad-Verlag, Weißenhorn 2007. ISBN 978-3-87437-530-6.
- Erste ausführliche Monografie über das Köngener Schloss.
Weblinks
Commons: Köngen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien- Offizielle Website der Gemeinde
- Ansicht von Köngen aus dem Forstlagerbuch von Andreas Kieser, 1685 (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)
Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 255–257
- ↑ Baldwin Keck: Die Peter-und Pauls-Kirche in Köngen. Hrsg. von der evang. Kirchengemeinde, Köngen 1981, S. 19.
- ↑ Verbund-Liniennetz auf den Seiten des VVS, abgerufen am 22. Oktober 2010
- ↑ Lebensadern einer Stadt, Teil 4 in der Stuttgarter Zeitung vom 6. Dezember 2006, abgerufen am 16. September 2010
- ↑ Archäologie in Deutschland, Ausgabe 2/2006. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart. S. 72
- ↑ a b Konrad Miller: Die römischen Kastelle in Württemberg. Verlag J. Weise, Stuttgart 1892. S. 16.
- ↑ Dieter Planck: Restaurierung und Rekonstruktion römischer Bauten in Baden-Württemberg in: Günter Ulbert, Gerhard Weber (Hrsg.): Konservierte Geschichte? Antike Bauten und ihre Erhaltung. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0450-0, S. 150
- ↑ Elisabeth Maier: Artikel Die Rache der Königin Tamiris im Rittersaal. Restaurator Hans Cabanis stellt freigelegte Wandmalereien vor, in: Eßlinger Zeitung vom 9. März 2010, S. 13.
- ↑ Details zur Ulrichsbrücke auf den Seiten des Geschichtsvereins Köngen
- ↑ Zitat aus den Internetseiten des Geschichtsvereins Köngen: „Nachdem Eduard Mörike seine Vikarstelle in Möhringen aufgeben musste, sollte er nach dem Beschluss der Kirchenbehörde vom 18. Mai 1827 als Vikar in Kirchentellinsfurt eingesetzt werden. Dieser Beschluss wurde aufgehoben, als ihn der Köngener Pfarrer Nathaniel Gottlieb Renz am 20. Mai zu seiner Unterstützung anforderte. Am 24. Mai traf Mörike (…) in Köngen ein.“
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