Istrien

Istrien
Istrien
Gewässer 1 Golf von Triest, Adria
Gewässer 2 Kvarner-Bucht

Geographische Lage

45° 15′ 40,37″ N, 13° 54′ 15,8″ O45.26121388888913.904388888889Koordinaten: 45° 15′ 40,37″ N, 13° 54′ 15,8″ O
Istrien (Kroatien)
Istrien
Fläche 3.476 km²
Karte Istriens
Karte Istriens

Istrien (kroatisch/slowenisch Istra, italienisch Istria, lat. Histria) ist mit einer Fläche von 3.476 km² die größte Halbinsel an der nördlichen Adria zwischen dem Golf von Triest und der Kvarner-Bucht vor Rijeka.

Die Bezeichnung Istrien geht auf den Namen der Histri, eines Stammes der Illyrer, zurück, die in dieser Region in der Antike lebten.

Inhaltsverzeichnis

Politische Gliederung

Der weitaus größte Teil Istriens gehört zu Kroatien, ein Teil des Nordens zu Slowenien und ein kleiner Landstrich um die Ortschaft Muggia zu Italien. Der kroatische Teil Istriens bildet – mit Ausnahme des Gebietes um die Stadt Opatija, das zur Gespanschaft (Bezirk, Komitat) Primorje-Gorski kotar (kroatisch Primorsko-goranska županija) gehört (das alte Liburnien) – die Gespanschaft Istrien (kroatisch Istarska županija). Diese umfasst 2.813 km² mit 206.344 Einwohnern (Volkszählung von 2001). Verwaltungssitz der Gespanschaft Istrien ist die im Landesinneren gelegene Stadt Pazin – Pisino – Mitterburg.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Istriens besteht im kroatischen Teil der Halbinsel mehrheitlich aus Kroaten und im slowenischen Teil aus Slowenen. Besonders im Gebiet längs der Westküste gibt es eine größere italienische Minderheit. Im Gebirgsland des nordöstlichen Istrien wird in einigen Ortschaften auch das Istrorumänische gesprochen (deren Sprecher auf kroatisch als Istrorumänen, Ćiribirci oder Ćići bezeichnet werden). Die Bevölkerung konzentriert sich in den Küstengebieten, während das Landesinnere nur dünn besiedelt ist. Die größte Stadt Istriens ist Pula und die kleinste Stadt ist Hum. Hum gilt offiziell als kleinste Stadt der Welt. Istrien ist offiziell bilingual slowenisch/italienisch in Slowenien und kroatisch/italienisch in Kroatien, im italienischen Teil jedoch ausschließlich italienisch.

Geographie und Wirtschaft

Piran (Slowenien)
Motovun in Inneristrien
Limski kanal
Rovinj an der Westküste

Die Halbinsel Istrien besteht größtenteils aus Kalkgestein. Die Küste ist tief gegliedert, einige Meeresarme wie der Limski kanal (zwischen Vrsar und Rovinj) oder die Bucht von Plomin-Fianona reichen tief ins Innenland und haben fjordähnlichen Charakter. Bedeutend ist der Fremdenverkehr an der Küste, der eine bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Tradition hat.

Wirtschaftliches Zentrum und größte Stadt Istriens ist die Hafenstadt Pula-Pola. Bekannte Badeorte sind Medulin, Rovinj, Poreč, Ičići, Lovran, Medveja, Mošćenička Draga, Opatija und Umag im kroatischen, sowie Koper, Portorož, Piran und Izola im slowenischen Teil; Muggia und San Dorligo della Valle in Italien.

Im nördlichen und mittleren Teil Istriens liegen die Orte meist auf markanten Hügeln, was der Landschaft einen besonderen Reiz verleiht. Inneristrien ist recht dünn besiedelt. Die wichtigsten Orte hier sind Motovun, Buzet, Buje sowie Grožnjan, das vor allem durch seine Künstlerkolonie sowie durch Musikaufführungen bekannt wurde. Die Bevölkerung lebt vom seit Jahrzehnten traditionell bestehenden Tourismus, von Landwirtschaft und arbeitet in den lokalen Industriebetrieben. Weinbau wird in diesen Regionen intensiv betrieben, vor allem werden der gelbe bis grünliche, leicht bittere Malvazija sowie der helle rote Teran gekeltert. In der Gegend um Motovun werden hervorragende Trüffel gefunden, die von manchen Kennern zu den besten der Welt gezählt werden. Auch der Kaiserling (Amanita caesarea) zählt zu den istrischen Pilzspezialitäten.

Das Landesinnere Istriens ist reich an bemerkenswerten Baudenkmälern. Oft sind es kleine, unscheinbare Kirchen, die mit meist gut erhaltenen Fresken beeindrucken. Am bekanntesten ist das Marienkirchlein von Beram mit einem grandiosen Totentanzzyklus. In den Feldern findet man vereinzelt sehr alte Kažuns – Schutzhütten aus Stein, die in früheren Zeiten die Bauern und Hirten gebaut haben.

Die südliche Spitze der Halbinsel bildet das Naturschutzgebiet Kap Kamenjak (Capo Promontore- Rt Kamenjak oder auch Donji Kamenjak) mit seiner einzigartigen Flora und Fauna.

Die Küstenlänge der westkroatischen Region Istrien beträgt 537 Kilometer. An manchen Felsküstenabschnitten unter anderem nahe Rovinj und im Nationalpark Brijuni findet man direkt am Strand versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke.

Geologie

Die geologischen Verhältnisse Istriens sind hauptsächlich von Kalksteinen, Dolomiten und Sand- und Mergelsteinen geprägt. Auf der gesamten Halbinsel zeigen die Landschaften Karsterscheinungen unterschiedlicher Ausprägung. Sie stellen eine südlich gerichtete Fortsetzung dieser im Triester Karst beginnenden Strukturen dar.

Die Oberfläche wird neben wenigen quartären Sedimenten im Norden (Mirna-Tal) und im Osten (Raška Draga) nur aus Gesteinen des Paläogens, der Kreide und des oberen Juras gebildet. Die Juraablagerungen sind die ältesten Bereiche von Istrien, bilden aber nur eine kleinere Zone an der Westküste zwischen den Städten Poreč und Rovinj. Die Sedimente der unteren Kreide liegen auf den Jurabildungen konkordant auf und machen den größten Teil Istriens aus. Ihr folgen fast in gleicher Flächenausdehnung paläogene Ablagerungen.

Die Ćićarija-Berge in Nordistrien

Nach den verschiedenen Böden wird Istrien in eine weiße, eine graue und eine rote Region eingeteilt. Diese drei Bereiche sind zugleich die drei Höhen- und Landschaftszonen der istrischen Halbinsel.[1][2]

Die weiße Farbe entspricht den höchsten Teilen im Osten der Halbinsel, die durch den fast unbewachsenen hellen Kalksteinfels verursacht wird. Hauptsächlich sind das die Gebirgsketten Ćićarija und Učka. Bei dieser Karstregion spricht man auch vom Tschitschenkarst (früher Tschitschenboden), dessen Name von den rumänischsprachigen Bewohnern Tschitschen abgeleitet wurde.[3]

Der mittlere Teil Istriens weist viele Lehmböden auf und wird nach dessen Farbe als Grau-Istrien bezeichnet. Dieses hügelige Land ist erheblich zerklüftet, sehr trocken, nur dünn besiedelt und von Flyschablagerungen geprägt. Die prägenden Gesteine sind hier Sandsteine, Mergelgesteine und vereinzelt Brekzien.

Roterde-Boden in Istrien

Zwischen dem zentralen Teil und der westlichen Küstenzone erstreckt sich ein Kalksteinplateau mit aufliegenden Terra rossa-Böden. Diese roten Böden gaben diesem Landesteil den Namen Rot-Istrien. Nur wenige Schluchten schneiden in dieses Plateau mit einer Höhenlage zwischen 200 und 400 Metern ein. Die größten Einschnitte bilden die Schlucht Limska Draga und das Mirna-Tal von der westlichen Küste ausgehend und die Raška Draga im Osten, die alle mit tektonischen Linien korrespondieren. In dieser Zone befinden sich Lagerstätten sehr dichter Kalksteine, die mindestens seit der römischen Epoche für Bausteine und Bildhauerzwecke genutzt werden. Die baulichen Zeugnisse der Römer in Pula sind überwiegend aus istrischen Kalksteinen errichtet worden (z. B. das Amphitheater). Der Steinbruch Vinkuran bei Pula wird deshalb auch als cava romana bezeichnet. Insbesondere die an der Westküste liegenden Abbaustellen lieferten über lange Zeitabschnitte Baumaterial für Venedig. Später sind sie im gesamten Gebiet der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zur Anwendung gekommen und wurden unter dem Sammelbegriff Karstmarmore in Konkurrenz zu den Werksteinen aus der Umgebung von Triest eingesetzt. Die ausgedehnten Terra rossa-Vorkommen waren die Grundlage einer seit römischen Zeiten betriebenen Ziegelproduktion.[4][5]

Mit der geologischen Erkundung von Istrien hat sich in besonderer Weise der österreichisch-ungarische Geologe Guido Stache verdient gemacht. Von ihm stammen frühe umfassende Arbeiten aus dieser Region und erste zusammenhängende Vorstellungen über ihren geologischen Aufbau. Sie entstanden bei seinen Feldarbeiten und nachfolgenden Publikationen zwischen 1858 und 1888.

Klima

Istrien ist mit jährlich 2.380 Sonnenstunden klimatisch sehr günstig gelegen: Im Sommer wird es in der Regel nicht zu heiß, während die Winter mild sind. Der kälteste Monat ist statistisch der Februar mit durchschnittlich 6 °C und der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 24 °C.[6] Der Jahresdurchschnitt beträgt 14 °C.

Verkehr

Die wichtigsten Straßen sind die Autobahnen A8 und A9 des Istrischen Ypsilons. Die A9 verbindet Pula mit der slowenischen Grenze. Der Abzweig zur nach Osten verlaufenden A8 liegt bei Kanfanar. Daneben gibt es eine in der Nähe der Küste verlaufende Hauptstraße sowie ein verzweigtes Netz kleinerer Straßen.

Das Schienennetz stammt fast ausschließlich aus altösterreichischer Zeit. Die Hauptverbindung wurde 1876 als Istrianer Staatsbahn in Betrieb genommen und führt von Pula in Nordrichtung durch ganz Istrien bis zum Anschluss an das slowenische Eisenbahnnetz. Die Schienenverbindung nach Triest wurde bereits vor Jahrzehnten stillgelegt, soll aber nach aktuellen Berichten möglicherweise wieder hergestellt werden. Eine Schienenverbindung zum eigentlichen kroatischen Eisenbahnnetz bestand zu keinem Zeitpunkt, wurde aber nach der Unabhängigkeit Kroatiens zeitweise erwogen.

Bis 1935 bestand auch die schmalspurige Verbindung Triest - Poreč, häufig auch Porečanka bezeichnet.

Bei Pula, Rijeka (Kroatien) und Portorož (Slowenien) existieren internationale Flughäfen. Der Flughafen Rijeka wird seit dem Jahr 2005 unter anderem von so genannten Billigfluggesellschaften angeflogen. Der Flughafen Pula ist auch für Starts und Landungen der Boeing 747 (Jumbo Jets) ausgelegt.

Geschichte

Historische ethnische Karte Istriens (Volkszählung 1880)

Frühgeschichte, Antike

Die Existenz des Menschen im Gebiet von Istrien während des Paläolithikum ist durch Funde in der Romuald-Höhle im Limer-Kanal nachgewiesen. Die zweite Fundstätte ist Šandalja bei Pula, wo 12000 Jahre alte Überreste von Menschen gefunden wurden. Aus der jüngeren Steinzeit, um 6000 v. Chr. stammt die älteste, in den Höhlen auf den Inseln Cres, Lošinj und Krk gefundene Keramik, die sich durch ihre charakteristische Verzierung auszeichnet, die durch Eindrücken mit den Rändern einer Muschel oder von anderen Gegenständen ausgeführt wurde (Cardial- oder Impressokultur). Eine der ältesten nachgewiesenen Ansiedelungen in Istrien, der heutige Ort Premantura, reicht bis in die Bronzezeit zurück. In der Antike war die Halbinsel als Histria bekannt. Ihre Bewohner, die Histrier, werden von der Forschung entweder als mit den Venetern oder den Liburnern verwandt betrachtet. Die Römer lernten die Einwohner als verwegene Seeräuber kennen. Einen ersten Kriegszug nach Istrien unternahmen die Römer 221 v. Chr., nachdem sie das benachbarte Venetien in ihr Reich eingegliedert hatten. Zu erneuten Auseinandersetzungen der Römer mit den Histriern kam es, als erstere 181 v. Chr. die Kolonie Aquileia gründeten. Trotz intensiver Gegenwehr gelang es den Römern, Istrien bis 178 v. Chr. vollständig zu erobern. Bis zur Zeit Cäsars gehörte Istrien zum römischen Illyricum, das noch nicht vollständig als Provinz organisiert war. Unter Augustus und Tiberius wurde Istrien eine Region und bildete zusammen mit Venetien die sog. 10. region: Venetia et Histria. Alle freien Bewohner Istriens waren seitdem römische Bürger.

Siehe auch: Histrier

Mittelalter

Totentanz (15. Jahrhundert) in der St.-Maria-Kirche in Beram

In Istrien hielt sich das romanische Element durchgängig. Die Langobarden kamen 568 im Norden hinzu. Die einfallenden Slawen an der Ostgrenze oberhalb der Cicciaria verwüsteten Teile Istriens, vermochten es aber nicht einzunehmen und wurden von den Exarchen von Ravenna abgewehrt, vor allem während der Balkanfeldzüge des Maurikios durch Kallinikos.

Landnahme der Slawen

In der ausgehenden Spätantike, im 6. Jahrhundert, rückten die Slawen (Kroaten, Slowenen) über die untere (im 5. Jahrhundert von den Westgoten verlassene) Donau vor und unternahmen Plünderungszüge zwischen den oströmischen Provinzen Pannonia und Dalmatia (wichtige Informationen hierzu liefert auch die Chronik von Monemvasia). Zunächst nur in den nicht mehr unter römischer Herrschaft stehenden und von den Langobarden 568 geräumten Gebieten des heutigen Istrien und Slawonien.

Unter dem Frankenreich

789 unterwarf Karlmann, Sohn Karls des Großen, Istrien dem Fränkischen Reich. 803 wurde es in die fränkische Mark Friaul eingegliedert. 827 erhielt das Patriarchat Aquileia die Metropolitangewalt über Istrien und seine Bischofssitze. 828/829 wurde die Mark Friaul, des ehemalige langobardische Herzogtum, in vier Grafschaften geteilt. Istrien bildete ab dann mit der Grafschaft Friaul die Mark Aquileia.

Hochmittelalter

Die nördliche Adria und die Lagune von Venedig auf einer Karte des 17. Jh. (Joan Blaeu, Atlas Maior)

Otto I. vergab die Mark Aquileia (zusammen mit der Mark Verona) ab 952 an Bayern; ab 976 kam die Mark Aquileia an Kärnten. 1040 wurde Istrien von Heinrich III. in eine eigene, von Friaul abgesonderte Markgrafschaft des Heiligen Römischen Reiches umgewandelt.

Mit dieser Markgrafschaft, die auch unter dem Namen Meranien lief, wurden von 1040 bis 1208 nacheinander verschiedene Adelsgeschlechter belehnt, zuletzt ab 1170 die Grafen von Andechs, genannt Andechs-Meranien. Der erste von ihnen war Graf Berthold V., der auch Titularherzog von Dalmatien (Merania, Meran) war. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold VI. und diesem 1204 sein vierter Sohn, Markgraf Heinrich von Istrien. Letzterem wurde 1208/09 die Teilnahme an der Ermordung König Philipps in die Schuhe geschoben, er verlor u. a. die Markgrafschaft und musste temporär ins Exil gehen.

Kaiser Otto IV. 1208 übergab sie dem Herzog Ludwig von Bayern. Dieser trat sie dem Patriarchen von Aquileia, Wolfger von Erla, ab, der darauf Anspruch erhob.

Da die Andechs-Meranier praktisch nie in Istrien residierten, bildeten sich dort relativ selbständige Besitzkomplexe des Patriarchats Aquileia, der örtlichen Bischöfe, venezianischer Klöster, der ravennatischen Bischofskirche Sant'Apollinare, der Dynastie von Duino (bei Triest) und der Grafen von Görz (Gorizia) heraus. Zusätzlich versuchte Venedig, zunächst erfolgreich, die Herrschaft über die Küstenstädte zu erringen. Sein Einfluss wurde jedoch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Patriarchen von Aquileia wieder zurückgedrängt.

In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts jedoch, als das Reich nach Ende der Staufer-Dynastie geschwächt war, konnte Venedig zu Lasten des Patriarchats von Aquileia wieder an Einfluss gewinnen. Parallel dazu bauten die Grafen von Görz ihren Einfluss im Inneren der Halbinsel – ebenfalls auf Kosten Aquileias – aus. Im Frieden von Treviso 1291 erhielten dann endgültig Venedig die Hoheit über die Küste von Koper (Capodistra) bis Rovinj (Rovigno) und die Grafen von Görz über die Karstgebiete im Inneren. Pola, das sich unabhängig gemacht hatte, kam erst 1331 unter venezianische Herrschaft. Triest konnte sich noch länger unabhängig halten; es unterstellte sich 1382 der Schutzherrschaft der Habsburger. An diese neuen Herren waren 1374 durch Erbvertrag auch die von den Grafen von Görz ab ca. 1200 erlangten Gebiete im Landesinneren (Grafschaft Mitterburg mit Sitz in Pazin) gefallen.

Frühe Neuzeit

Venetianisch und Habsburgisch

Das venezianische Istrien, das hauptsächlich die Küstengebiete umfasste, blieb vierhundert Jahre unter venezianischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammt auch das deutlich erkennbare venezianische Flair der Küstenstädte Istriens. Venezianisch-Istrien umfasste unter anderem Monfalcone, Grado, Koper (Capo d'Istria), Pula (Pola), Poreč (Parenzo), Rovinj (Rovigno), Umag (Umago), Labin (Albona) und andere Städte.

Zeit der Koalitionskriege

Wappen der Markgrafschaft Istrien, ist auch Bestandteil der kroatischen Flagge

Nach dem Frieden von Campo Formio 1797 besetzte Österreich das Land. Als aber Österreich 1805 im Frieden zu Pressburg auf sämtliche „venezianische Besitzungen“ Verzicht geleistet hatte, musste es auch Istrien an Frankreich abtreten, und dasselbe wurde dem Königreich Italien zugeschlagen. Man bildete daraus und aus einigen anderen Gebieten das Département Istrien (2.900 km² mit 82.300 Einwohnern, Hauptstadt Koper/Capo d'Istria). 1808 ernannte Napoleon I. den Marschall Jean-Baptiste Bessières zum „Herzog von Istrien“. Später wurde Istrien von Napoleon mit den Illyrischen Provinzen vereinigt. 1813 wurden die beiden Gebiete von den Österreichern zurückerobert, und mit der Auflösung der Republik Venedig bildete Istrien 1815 wieder einen Teil der österreichischen Monarchie, und kam zum Königreich Illyrien.

Kaisertum Österreich und Österreich-Ungarn

1849 wurde die Verwaltungseinheit Königreich Illyrien aufgelöst. Istrien bildete nun mit Triest und seinem Umland sowie mit Görz und Gradisca das Kronland Österreichisches Küstenland (Litorale) mit einem k.k. Statthalter in Triest.

Mit der Reichsverfassung von 1861 erlangten die drei Bestandteile des Küstenlandes ihre Eigenschaft als eigenständige Kronländer mit Landtag, Landesausschuss und vom Kaiser bestelltem Landeshauptmann[7], doch blieben der gemeinsame k.k. Statthalter für das österreichisch-illirische Küstenland in Triest und das gemeinsame Landesgesetzblatt[8] (nicht gemeinsame Gesetze, nur gemeinsame Veröffentlichung) bis 1918 erhalten.

Die istrische Selbstverwaltung besorgten nun der Landtag und der Landesausschuss mit Sitz in Poreč. Durch auf Männer beschränktes Zensuswahlrecht und eine die Gemeinden der Westküste begünstigende Wahlkreiseinteilung erlangten bei den Wahlen italienischsprachige Istrianer, wenn auch verteilt auf verschiedene Listen, bis 1918 die Mehrheit der Abgeordneten.[9] Dem entsprechend wurden in der Monarchie die Ortsnamen in Istrien amtlich stets in ihrer italienischen Version genannt.

Nach der Volkszählung 1846 hatte die Markgrafschaft Istrien 228.035 Einwohner, darunter 134.445 Kroaten (59 %), 60.000 Italiener (26 %) und 31.995 Slowenen (14 %). Die Zahlen dieser Erhebung sind im Detail jedoch ungenau. Sie dienten als Grundlage für die Ethnographische Karte der oesterreichischen Monarchie von Karl Freiherr von Czoernig (1855). In Pola (Pula) befand sich seit 1867 der Hauptkriegshafen der k.u.k. Kriegsmarine. Das Kronland, das auch die Inseln des Quarnero, der Kvarner-Bucht, umfasste, hatte im Jahr 1900 eine Fläche von 4.955 km² mit 345.000 Einwohnern.

Nach der Volkszählung von 1910 hatte das österreichische Istrien 386.463 Einwohner, darunter 168.184 Kroaten (43 %), 147.417 Italiener (38 %), 55.134 Slowenen (14 %) und 15.728 andere (4 %). Das österreichische Istrien schloss allerdings Liburnien und den Karst mit ein, wo es eine slawische Mehrheit gab. Diese Regionen gehören jedoch nicht zum heutigen Istrien. Insofern ist diese Statistik nicht mit späteren vergleichbar.

20. Jahrhundert

Erster Weltkrieg, Zwischenkriegszeit

Im Londoner Vertrag vom 26. April 1915 wurden Italien territoriale Versprechungen unter anderem bezüglich Istrien gemacht, um es zum Kriegseintritt an der Seite der Alliierten zu bewegen. Für die Geschichte Istriens spielte der Vertrag insofern eine gewichtige Rolle, als sich in den Friedensverhandlungen die irredentistische italienische Diplomatie im Kreise der Großen Vier immer wieder und zunehmend hartnäckiger auf diesen Vertrag berief, um Italiens Gebietsansprüche durchzusetzen. Dem Londoner Vertrag zufolge sollten neben Görz und Gradisca auch Istrien mit Triest und die dalmatinischen Inseln Italien zufallen.

Durch den Vertrag von Saint-Germain 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, kam ganz Istrien als Teil der Region Julisch Venetien zu Italien. Der Grenzvertrag von Rapallo 1920 bestätigte dies auch bilateral zwischen Italien und dem neu gegründeten Staat Jugoslawien. Somit entstand innerhalb der Grenzen des Königreiches Italien eine beträchtliche slawische Minderheit von Slowenen und Kroaten.

Am 2. März 1921 traten die Bergarbeiter von Labin wegen schlechter Arbeitsbedingungen in den Ausstand. Nach 36 Tagen wurde dieser gewaltsam beendet und die verantwortlichen Führer bestraft. Diese Episode ging als Labinska Republika (Republik Labin) in die Geschichtsschreibung ein.

Um die demographische Struktur zugunsten der italienischen Bevölkerungsgruppe zu verändern, wurden zur Zeit der faschistischen Regierung Italiener angesiedelt. Gegen einheimische Kroaten wurden schikanöse Verordnungen eingeführt. Die italienischen Faschisten führten (ähnlich wie in Südtirol) Zwangsitalianisierungsmaßnahmen durch. Die slowenische und kroatische Sprache wurde im öffentlichen Leben verboten, slowenische und kroatische Zeitungen durften nicht mehr erscheinen und auch im Schulunterricht durfte nicht mehr auf Slowenisch oder Kroatisch unterrichtet werden. Etwa 12.000 Kroaten und Slowenen verließen während der italienischen Herrschaft Istrien. Bereits in den 1920er Jahren kam es zu ersten, damals jedoch relativ erfolglosen, antifaschistischen Widerstandsaktionen der kroatischen und slowenischen Einwohner.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges kämpften italienische zusammen mit den kroatischen und slowenischen Partisanen gegen den italienischen Faschismus. Nach dem Frontwechsel Italiens auf die Seite der Alliierten im Jahre 1943 übernahmen zunächst die Partisanen die Kontrolle, jedoch wurde Istrien zusammen mit den benachbarten Gebieten unmittelbar danach von der deutschen Wehrmacht besetzt. Istrien wurde als Operationszone Adriatisches Küstenland unter deutsche Besatzungsherrschaft gestellt, die bis zum Frühjahr 1945 andauerte. In der Folge kam es wie schon 1943 zu Vergeltungsmaßnahmen und Massakern an der italienischen Zivilbevölkerung durch die Partisanenverbände. Die jugoslawischen Kommunisten rächten sich kollektiv an den Italienern: Zwischen 5.000 und 21.000 fielen den Foibe-Massakern zum Opfer.

Zwischen 200.000 und 350.000 italienisch-venezianische Istrianer verließen als Vertriebene/Optanten (Esuli) nach 1945 Istrien im Zuge der Repression durch das Tito-Regime. Diese Repression und Vertreibung führte faktisch zur Auslöschung der alten venezianisch-istrischen Kultur der italienischsprachigen Volksgruppe.

Freies Territorium Triest

Freies Territorium Triest im Norden Istriens

Bei der Gründung des zweiten Jugoslawien 1945 kam der Hauptteil an die Teilrepublik Kroatien, der nordwestliche Teil Istriens gehörte zunächst zum Territorium des Freien Territoriums Triest. Als 1954 das Gebiet des Freien Territoriums zwischen Jugoslawien und Italien aufgeteilt wurde, wurde der jugoslawische Anteil seinerseits unter den Teilrepubliken Slowenien und Kroatien aufgeteilt. Zahlreiche italienische Optanten (nach jugoslawisch/kroatischer Lesart) bzw. Esuli (dt. „Exilierte“ oder „Verbannte“) siedelten nach der Entstehung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und in der Folge von grausamen Vergeltungsmaßnahmen nach Italien über. Aufgrund von ethnischer Benachteiligung, und im Zuge von systematischen Morden, Deportationen und Vertreibung (siehe auch: AVNOJ-Beschlüsse und Foibe-Massaker) kam es zur Abwanderung von 90 % der italienischen Bevölkerung Istriens. Das Gebiet um die Städte Capodistria und Portorose kam zu Slowenien, das weiter südlich gelegene Gebiet von Parenzo bis Pola zu Kroatien. Die Grenze zwischen Italien und Jugoslawien wurde 1975 im Vertrag von Osimo endgültig vertraglich festgelegt. Durch das gleichzeitig abgeschlossene Abkommen zum Schutz der Minderheiten beiderseits der Grenze wurden auf jugoslawischem (beziehungsweise heute in Rechtsnachfolge kroatischem und slowenischem) Gebiet die Rechte der italienischen Minderheit garantiert. Zweisprachige Ortsschilder und Straßenbezeichnungen kennzeichnen heute das multikulturelle Istrien im slowenischen und kroatischen Teil, während sich in und um Triest allenfalls zweisprachige Wegweiser finden.

Die Frage der entschädigungslosen Enteignung des Haus- und Grundbesitzes der früheren italienischen Bevölkerung in rund 1000 istrianischen Dörfern und Städten des heutigen Slowenien und Kroatien durch das kommunistische Tito-Regime ist bis dato ungelöst.

Zerfall Jugoslawiens

Im Gegensatz zur Grenze zu Italien war die Grenze zwischen den Teilrepubliken Kroatien und Slowenien im Nordwesten Istriens zu jugoslawischer Zeit an einigen wenigen Stellen relativ ungenau festgelegt. Nach der Unabhängigkeit der beiden Staaten 1991/92 kam es zu einer bis heute nicht endgültig beigelegten Kontroverse zwischen den beiden Staaten um den exakten Grenzverlauf an einigen wenigen Stellen, vor allem um die Seegrenze im Golf von Triest. Die Verhandlungen laufen gegenwärtig noch (siehe: Internationale Konflikte der Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Istrien, das von den blutigen Kriegsereignissen nicht direkt betroffen war, nahm in den Kriegsjahren (1991-1995) Zehntausende Landsleute aus Slawonien, Dalmatien und der Lika in Hotels und Campingplätzen auf.

Kroatischer Teil Istriens

Anteil der Menschen, die italienisch als Muttersprache sprechen (Stand: 2001)

In beiden Staaten findet ein zweisprachiger Schulunterricht statt. Ebenso findet sich in Straßen- und Ortsbezeichnungen kroatisch-italienisch (z. B. kroat. Pula / ital. Pola) oder slowenisch-italienisch (z. B. slow. Koper / ital. Capodistria) wieder.

Römisches Amphitheater in Pula. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Kroatien und der Halbinsel Istrien

Der kroatische und größere Teil Istriens (90% der Halbinsel) unterliegt der Gespanschaft Istrien (kroat. Istarska županija). Der Hauptverwaltungssitz ist Pazin. Der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt ist allerdings Pula (80.000 Einwohner). Etwa 76 % der Einwohner, in der Gespanschaft Istrien, sind Kroaten. Die Gespanschaft Istrien ist in 10 Städte und 31 Gemeinden gegliedert und grenzt an die kroatische Gespanschaft Primorje-Gorski Kotar (Kvarner/Rijeka) sowie an das Nachbarland Slowenien. Sie hat eine Fläche von 2.813 km² und ist damit eine der größeren 21 kroatischen Gespanschaften. Istrien ist neben Dalmatien und der Kvarner-Region eine der meistbesuchten Regionen Kroatiens. Neben der größten Stadt Pula, sind Umag, Porec, Rovinj, Rabac und Opatija beliebte Reiseziele nationaler und internationaler Touristen. Vor Istrien liegen außerdem die Brijuni Inseln, vor der Westküste, sowie die Insel Cres, an der Ostküste der Halbinsel. Des Weiteren ist in Istrien die frühslawische bzw. kroatische Schrift (Glagolitische Schrift) (kroat. glagoljica) entstanden. Die Tafel von Baška, aus dem Jahre 1100, ist zum Beispiel eine der ältesten und bekanntesten kroatischen Kulturdenkmäler. Die Inschrift ist in glagolitischer Schrift verfasst, sie dokumentiert, dass der kroatische König Dmitar Zvonimir der Kirche der heiligen Lucija eine Schenkung machte. Die Kirche gehörte zu einer Benediktinerabtei. Als Gedenken an die Glagolitische Schrift wurde in Istrien hierfür die Glagolitische Allee angelegt, welche in 11 Etappen die Entstehung der Glagolitischen Schrift beschreibt.

Zusammensetzung der Bevölkerung im kroatischen Teil Istriens nach Nationalitäten laut Volkszählung von 2001:[10]

Ethnie Anzahl Prozent
Kroaten 148.328 71,88%
Italiener 14.284 6,92%
Serben 6.613 3,20%
Bosniaken 3.077 1,49%
Albaner 2.032 0,98%
Slowenen 2.020 0,98%
Istrianer* 8.865 4,30%

Bei den Istrianern handelt es sich nicht um eine Nationalität im rechtlichen Sinne, sondern eine regionale Bevölkerungszugehörigkeit.

Gemeinde Staat Bevölkerungszahl Italienisch-sprechend Kroatisch/Slowenisch-sprechend
Labin Kroatien 12426 03.09% 92.62%
Buje Kroatien 5340 39.66% 53.76%
Novigrad Kroatien 4002 15.32% 77.59%
Vodnjan Kroatien 5651 19.93% 73.16%
Poreč Kroatien 17460 06.42% 87.12%
Buzet Kroatien 6059 00.87% 96.63%
Pazin Kroatien 9227 01.21% 97.56%
Pula Kroatien 58594 04.87% 88.38%
Rovinj Kroatien 14234 10.81% 81.85%
Umag Kroatien 12901 20.70% 72.87%
Bale Kroatien 1047 22.54% 75.36%
Barban Kroatien 2802 00.39% 99.21%
Brtonigla Kroatien 1579 41.29% 52.83%
Cerovlje Kroatien 1745 00.46% 99.31%
Fažana Kroatien 3050 04.66% 90.75%
Gračišće Kroatien 1433 00.28% 99.16%
Grožnjan Kroatien 785 66.11% 29.17%
Kanfanar Kroatien 1457 01.51% 96.23%
Karojba Kroatien 1489 00.94% 97.99%
Kaštelir-Labinci Kroatien 1334 07.80% 88.23%
Kršan Kroatien 3264 00.40% 94.49%
Lanišće Kroatien 398 n.p . 98.99%
Ližnjan Kroatien 2945 08.05% 88.29%
Lupoglav Kroatien 929 00.32% 98.82%
Marčana Kroatien 3903 00.74% 97.72%
Medulin Kroatien 6004 03.05% 89.77%
Motovun Kroatien 983 15.46% 81.28%
Oprtalj Kroatien 981 32.11% 65.04%
Pićan Kroatien 1997 00.95% 98.05%
Raša Kroatien 3535 02.63% 94.29%
Sveta Nedelja Kroatien 2909 01.51% 97.32%
Sveti Lovreč Kroatien 1408 01.49% 96.38%
Sveti Petar u Šumi Kroatien 1011 00.30% 99.21%
Svetvinčenat Kroatien 2218 01.17% 97.16%
Tinjan Kroatien 1770 00.79% 98.59%
Višnjan Kroatien 2187 08.78% 89.44%
Vižinada Kroatien 1137 08.36% 90.59%
Vrsar Kroatien 2703 02.96% 90.75%
Žminj Kroatien 3447 01.28% 97.80%
Koper Slowenien 47539 02.20% n.p.
Izola Slowenien 14549 04.30% n.p.
Piran Slowenien 16758 07.00% n.p.
Lovran Kroatien 3987 01.71% 92.65%
Opatija Kroatien 12719 04.64% 93.81%
Mošćenička Draga Kroatien 1641 00.91% 95.67%

Slowenischer Teil Istriens

Die slowenische Adriaküste misst von der italienischen Grenze Ankaran bis zur kroatischen Grenze im Dragonja-Tal 46 km. Dieser Teil unterliegt heute der Region Primorska im slowenischen Küstenland. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist Koper (50.000 Einwohner), etwa 20 km südlich von Triest (slow./kroat. Trst) in Italien.

Persönlichkeiten mit Bezug zu Istrien

Juraj Dobrila auf der Vorderseite des 10-Kuna-Geldscheins. Rückseite das Amphitheater von Pula
Schriftsteller Eugen Kumičić (1850-1904)
  • Francesco Almerigotti, Historiker aus Capodistria mit Arbeiten über Istrien.
  • Mario Andretti und Aldo Andretti, italo-amerikanische Rennfahrer, wurden in Motovun (damals Montona, Italien) geboren.
  • Josip Belušić, kroatischer Erfinder, wirkte als Professor in Koper.
  • Vittore Carpaccio, Maler der venezianischen Schule mit zahlreichen Werken in istrischen Kirchen.
  • Stephan Consul, Geistlicher aus Pinguente, übertrug Texte der Reformation ins Glagolitische, ebenso die Bibel, was aber um 1565 unvollendet blieb.
  • Juraj Dobrila, kroatischer Bischof, Auf seine Anregung entstand 1870 in Triest die Zeitschrift Naša sloga (Unsere Einigkeit), später nach Pula verlegt, die sich unter Mitwirkung von Matko Mandić der Pflege slawischer Kultur im Küstenland widmete. Dobrila ist auf dem 10 Kuna-Schein abgebildet.
  • Drago Gervais, istrischer Schriftsteller, der mit seinen Werken besonders den Dialekt Čakavisch in Versformen aufgriff.
  • Bartholomeo Giorgini, Historiker aus Albona mit Arbeiten über Istrien.
  • Pietro Kandler, erforschte Istrien und publizierte zahlreiche seiner Ergebnisse, Herausgeber der Zeitschrift L’Istria.
  • Damir Kajin, kroatischer Politiker der Istrischen Demokratischen Versammlung.
  • Eugen Kumičić, Schriftsteller aus Brseč, der als Autor zwischen Realismus und Naturalismus literarische Verarbeitungen von Landschaften auf Istrien schuf.
  • Paul Kupelwieser, österreichischer Industrieller, lebte auf Brijuni und schuf dort nach 1900 die Anfänge einer modernen touristischen Infrastruktur.
  • Robert Koch, deutscher Mediziner. Arbeitete und lebte 1900 auf Brijuni. Mit seiner Hilfe wurde auf den Inseln vor Istrien die Malaria überwunden.
  • Wilhelm Graf zu Leiningen (1875–1956), Geologe und Bodenkundler, untersuchte um 1900 die Terra-rossa-Böden und die Geomorphologie von Istrien.
  • Nicolò Manzuoli, verfasste 1611 ein Werk über Istrien Nova descrittione della provincia dell’Istria. Con la vita delli santi, et sante di detta Prouincia (etc.).
  • Guido Stache, österreichischer Geologe des 19. Jahrhunderts erforschte die Halbinsel Istrien.
  • Wilhelm von Tegetthoff, wirkte als Admiral der Österreichischen Marine in Pula.
  • Teresa Recchini, Malerin des 18. Jahrhunderts, Werke in der Euphrasius-Basilika von Parenzo.
  • Domenico Rossetti, gründete die Società di Minerva und schuf 1829 die Zeitschrift Archeografo Triestino, die sich mit historischen Themen des Küstenlandes befasste.
  • Petar Matija Stanković (auch Pietro Stancovich), Kirchenrechtler, Historiker und Archäologe des 18. Jahrhunderts, schrieb eine Biographie der hervorragenden Männer Istriens und besaß eine große Bibliothek.
  • Josip Broz Tito, früherer Staatspräsident, lebte auch auf Brijuni und gestaltete von hier die Staatspolitik Jugoslawiens.
  • Jakob Volčić, Priester (Weihe 1842) aus Oberkrain, betreute in 46 Jahren acht Parochien auf Istrien und sammelte dort slawisches Schrifttum, Werke der Volkspoesie, Sprichwörter und Rätsel.
  • Josip Voltić, kroatischer Sprachwissenschaftler aus Tinjan. Unternahm auf Istrien Sprachstudien unter den Dialekten und schrieb das erste Kroatisch-Deutsch-Italienische Wörterbuch.


  • Alida Valli, geboren als Alida Baronin von Altenburger, Schauspielerin

Einzelnachweise

  1. Dmitar Čulić: Istrien und Kvarner.Beograd (Verlag Jugoslavija) 1963
  2. Dubravko Matičec: Neotectonic Deformations in Western Istria, Croatia. In: Geologia Croatica 47/2 Zagreb (Institute of Geology) 1994
  3. G. Steinmann / O. Wilckens (Hrsg.): Handbuch der Regionalen Geologie. Balkanhalbinsel. Die Küstenländer Österreich-Ungarns. Heidelberg (Winters Universitätsbuchhandlung) 1914
  4. *Guido Stache: Geologisches Landschaftsbild des istrischen Küstenlandes. Wien 1864
  5. Stefan Mlakar: Die Römer in Istrien. Pula 1966
  6. Klimatabelle von istrien-virtuell.de
  7. Landesordnung und Landtagswahlordnung, Beilage II i zur Reichsverfassung 1861, RGBl. Nr. 20 / 1861 (= S. 69, Beilage: S. 198)
  8. Historische Rechtstexte auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek
  9. Frank Wiggermann: K.u.k. Kriegsmarine und Politik: ein Beitrag zur Geschichte der italienischen Nationalbewegung in Istrien, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004 (Studien zur Geschichte der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Bd. 28), zugl.: Westfälische Wilhelms-Universität, Dissertation, Münster in Westfalen 2000, ISBN 3-7001-3209-3
  10. Zensus 2001

Literatur

  • Harald Waitzbauer: Durch Istrien. Mit der Istrianischen Staatsbahn in die k.k. Adriaprovinz. Salzburg 1989. ISBN 3-7013-0757-1.
  • Hans-Dieter Kaspar, Elke Kaspar: Istrien: Eine archäologische Entdeckungsreise. Korient, Schonungen 2005, ISBN 3-925696-18-0.

Siehe auch

Verweise

 Commons: Istrien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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