Morlesau

Morlesau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hammelburg
Hammelburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hammelburg hervorgehoben
50.1166666666679.9182Koordinaten: 50° 7′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 182 m ü. NN
Fläche: 128,89 km²
Einwohner: 11.728 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97762
Vorwahl: 09732
Kfz-Kennzeichen: KG (alt: HAB)
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 127
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Marktplatz 1
97762 Hammelburg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ernst Stross (SPD)

Hammelburg ist eine Kleinstadt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Sie liegt an den Ausläufern der bayerischen Rhön und an der Fränkischen Saale.

Wahrzeichen der Stadt ist neben dem im Zentrum gelegenen Rathaus und dem Kellereischloss mit Schlossweiher vor allem das über der Stadt thronende Schloss Saaleck.

Bekannt ist auch der Truppenübungsplatz Lager Hammelburg (Bonnland), heute Standort der Infanterieschule des Heeres der Bundeswehr.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Das Tal der Fränkischen Saale prägt die Gegend rund um Hammelburg. Im Norden schließt sich die Rhön an, im Westen fällt das Gelände allmählich in die Niederungen des Maintals ab.

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt besteht Hammelburg aus den Stadtteilen Diebach, Untererthal, Pfaffenhausen/Lager, Westheim, Gauaschach, Obereschenbach, Obererthal (mit Seeshof), Untereschenbach, Feuerthal und Morlesau (mit Ochsenthal). (Stadtteile nach Größe geordnet)


Geschichte

Hammelburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Hammelburg Stadtbefestigung Hexenturm

Urkundlich wurde Hammelburg erstmals am 18. April 716 als ad hamulo castellum erwähnt, was so viel bedeutet wie Burg am Hang. Um die Burg entwickelte sich, begünstigt durch ihre Lage an einer Kreuzung wichtiger Altstraßen, (zum Beispiel Ortesweg) und einer Furt über die Fränkische Saale, eine Siedlung. Eine zweite Erwähnung fand Hammelburg 741 als Karlmann die Martinskirche dem Bistum Würzburg übergab. Am 7. Januar 777 schenkte Karl der Große den fiscus Hammelburg dem Kloster Fulda. Die Abtei richtete daraufhin eine Propstei ein. Das Fuldaer Kreuz im Stadtwappen zeugt noch heute von dieser Epoche, der Hammelburg auch das Kloster Altstadt (Franziskaner) verdankt. Die Schenkung Karls des Großen umfasste auch Weinberge. Wegen der frühen Erwähnung wird Hammelburg auch als älteste Weinstadt Frankens bezeichnet.

Mindestens seit dem 16. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ortsteil Pfaffenhausen ansässig, die sich einen Jüdischen Friedhof einrichteten, auf dem ihre Verstorbenen bis 1938 begraben wurden. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom wurde ihnen das verboten. Gedenktafeln an der Kapelle und an der Friedhofsmauer erinnern seit 1986 an die Verfolgung und Ermordung der Juden in der Shoa.[1]

Von 1803 bis 1806 gehörte Hammelburg zu Oranien-Nassau, dann Napoleons Schwager, General Murat und war bis 1810 unter französischer Verwaltung. 1810 kam es zum Großherzogtum Frankfurt und nach kurzer Zugehörigkeit zu Österreich 1816 zu Bayern.

Bei einem Großfeuer wurden am 25. April 1854 303 Haupt- und 370 Nebengebäude im Stadtkern zerstört.

Während des Deutschen Krieges 1866 fand bei Hammelburg am 10. Juli ein Gefecht zwischen bayerischen und preußischen Truppen statt, das als Schlacht von Hammelburg in die Annalen einging.

Bis zur Gebietsreform 1972 war Hammelburg Sitz einer Kreisverwaltung. Bisweilen sieht man noch das alte Autokennzeichen HAB.


Politik

Rathaus am Marktplatz in Hammelburg

Der Stadtrat Hammelburg zählt 24 Stadträte. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl im Jahr 2008 wie folgt dar:

CSU  : 8 Sitze
SPD  : 5 Sitze
CBB-FW  : 4 Sitze
JUNGE LISTE  : 2 Sitze
Bündnis 90 / Die Grünen / Bürger für Umwelt  : 2 Sitze
Freie Wählerschaft  : 1 Sitz
H.A.B.  : 2 Sitze

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister: Ernst Stross (SPD)
  • Zweiter Bürgermeister: Reimar Glücker (CBB)
  • Dritte Bürgermeisterin: Elisabeth Wende (CSU)

Wappen

Gespalten von Silber und Rot; vorne ein schwebendes schwarzes Tatzenkreuz, hinten auf grünem Dreiberg drei silberne natürliche Lilien in nach links abfallender Höhe.
  • Wappengeschichte
Hammelburg war eine Stadt, die von den Äbten von Fulda regiert wurde. Sie gelangte 777 in deren Besitz durch die so genannte Hammelburger Schenkung und verblieb dort bis 1802. Die Stadt erhielt von Abt Konrad Malkes die Stadtrechte, die König Albrecht I. 1303 und Kaiser Karl IV. 1356 bestätigten. Die ältesten Siegel der Stadt, die von 1283 bis 1360 datieren, zeigen den heiligen Bonifatius auf einem Thron sitzend. Bonifatius ist der Patron des Fürststifts Fulda. Im Siegel von 1430 kamen zwei kleine Schildchen hinzu, das rechte weist mit einer Burg mit drei Türmen redend auf den Ortsnamenteil -burg hin, das linke trägt das fuldische Kreuz. Um 1500 entstand das Wappenbild getrennt vom Siegel. Das Wappen zeigt ebenfalls das fuldische Kreuz, jedoch an Stelle der Burg die Lilien des heiligen Simplizius, des zweiten Heiligen der Abtei Fulda und der Stadt Hammelburg. Ab 1818 wurden die Farben im Wappen in Silber und Blau und das fuldische Kreuz von Schwarz in Rot geändert. Dies geschah aus politischen Gründen. Man wünschte keine Hinweise auf ehemalige Territorialansprüche. Ab 1836 kehrte das alte Wappen wieder unverändert zurück und wurde am 8. Juli 1955 amtlich verliehen.

Städtepartnerschaften

Die Stadt unterhält (seit 1974) eine Städtepartnerschaft mit Turnhout in Belgien, mit dessen Schule das Frobenius-Gymnasium regelmäßig einen Schüleraustausch organisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

  • Bayerische Musikakademie (seit 1980 in Hammelburg)
  • Die Stadtkapelle Hammelburg ist ein Blasorchester mit dem Schwerpunkt symphonische Blasmusik. Es bestehen aber auch eine Bigband und diverse Ensembles für Blechmusik, Kammermusik und Volksmusik sowie ein Saxophonquartett.
  • Die Musikinitiative Hammelburg e. V. unterhält den Liveclub Wasserhaus, der, am Stadtrand gelegen, die Heimstatt vieler junger Bands ist.

Bauwerke

Fränkische Saale mit Burg Saaleck bei Hammelburg


Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Hammelburg liegt an der Autobahn A 7 (FuldaWürzburg) sowie an den Bundesstraßen B 27 und B 287

Schienenverkehr

Anbindung von Hammelburg an den Fernverkehr der Bahn

Hammelburg verfügt über 2 Bahnhaltepunkte:

  • Hammelburg Bahnhof
  • Hammelburg Ost

Den Fernverkehr erreicht man über folgende Bahnhöfe:

  • Hauptbahnhof Würzburg (über Gemünden oder Bad Kissingen; ICE-Anbindung)
  • Hauptbahnhof Fulda (über Gemünden; ICE-Anbindung)
  • Hauptbahnhof Aschaffenburg (über Gemünden ICE-Anbindung)

Luftverkehr

Oberhalb von Schloss Saaleck, angeschlossen an das Lager Hammelburg, befindet sich der Flugplatz Hohe Lanz, der von der Flugsportgruppe Hammelburg e. V. mit Motor- und Segelflugzeugen genutzt wird, sowie in der Nähe ein Modellflugplatz.

Der Sonderlandeplatz Lager Hammelburg wurde schon im Ersten Weltkrieg als eines der ersten königlich bayerischen Fluggelände genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten die Amerikaner ein Gebäude und eine Flugzeughalle. Seit 1963 wurde das Areal als Segelfluggelände der Fliegergruppe Noell aus Würzburg genutzt, vorher wurde in den Saalewiesen zwischen Hammelburg und Pfaffenhausen mit Segelflugzeugen geflogen. 1968 wurde die FSG Hammelburg e.V. gegründet und ist seitdem dort heimisch.

Ansässige Unternehmen

Heute gibt es neben einer Reihe von Voll- und Nebenerwerbswinzern die Städtische Kellerei (Schloss Saaleck), die Winzergenossenschaft (Kellereischloss) und die Filiale der Staatlichen Hofkellerei Würzburg (Trautlestal). Seit 1923 ist Hammelburg Hauptsitz der Bank Schilling & Co.

Bundeswehr

Der größte Arbeitgeber in Hammelburg ist die Bundeswehr. Einrichtungen sind die Infanterieschule der Bundeswehr mit dem VN Ausbildungszentrum (Ausbildungszentrum für Aufgaben im Auftrag der Vereinten Nationen), der Truppenübungsplatz und das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum. Des Weiteren sind Teile des Jägerregiments 1 und das Offizieranwärterbataillon Hammelburg hier stationiert. Das Jägerlehrbataillon 353 ist seit Ende 2006 aufgelöst. Sämtliche Bundeswehreinrichtungen befinden sich im Süden der Stadt auf dem Lagerberg. Das Lager Hammelburg bildet einen eigenen Stadtteil.

Bildung

Neben dem Frobenius-Gymnasium, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, gibt es die Jakob-Kaiser-Realschule, eine Grundschule, eine Hauptschule mit Mittlere-Reife-Zug und Ganztagesschule sowie die Saaletal-Förderschule.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Froben, latinisiert: Johannes Frobenius (* 1460; † 1527), Buchdrucker und Verleger.
  • Michael Konrad Wankel (* 16. Januar 1749; † 28. April 1834), Gerber, bayerischer Landtagsabgeordneter, ausgezeichnet vom schwedischen König mit dem Wasa-Ritterorden.
  • Bernhard Franz von Heß (* 22. Mai 1792; † 20. April 1870 in Bad Kissingen), beigesetzt in der Gruft der v. Heß'schen Grabkapelle im Hammelburger Friedhof, Generalleutnant.
  • Georg Ignaz Komp (* 5. Juni 1828; † 11. Mai 1898 in Mainz auf der Reise zur Inthronisation als Erzbischof von Freiburg), 1894 Bischof von Fulda.
  • Jakob Kaiser (* 8. Februar 1888; † 7. Mai 1961 in Berlin), deutscher Politiker (Zentrumspartei, CDU), MdR, MdB, Minister für innerdeutsche Beziehungen.
  • Hans-Josef Fell (* 7. Januar 1952), Politiker, Bündnis90/Die Grünen

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Maria Probst (* 1. Juli 1902; † 1. Mai 1967), deutsche Politikerin (CSU), MdB, Vizepräsidentin des deutschen Bundestages (1965-1967).

Literatur

  • Philipp Joseph Döll: Geschichtliche und statistische Nachrichten über die Stadt Hammelburg und Schloß Saaleck. 1873
  • Heinrich Ullrich: Hammelburg - Bilder aus der Geschichte einer uralten Frankensiedlung. 1954
  • Eugen Weiss (Zeichn. u. Zusammenst.): 1250 Jahre Hammelburg - Die histor. Weinstadt a. d. Fränk. Saale. Stadtverwaltung, Hammelburg 1966.
  • Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptista Hammelburg - Kleine Kunstführer Nr. 1111. Schnell und Steiner, München 1977
  • Richard Baron, Abe Baum, Richard Goldhurst: Kommandounternehmen Hammelburg 1945 - General Patton's verlorener Sieg [Übers. aus d. Amerikan. von Ingrid Mitteregger]. Universitas, München, 1985. ISBN 3-8004-1046-X
  • Karl Fell: Der Landkreis Hammelburg: 1862-1972. Schachenmayer, Bad Kissingen 1989

Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 145
  2. http://www.hammelberg.de/

Weblinks


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