Dreieich

Dreieich
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dreieich
Dreieich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dreieich hervorgehoben
508.7140
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 53,33 km²
Einwohner:

40.484 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 759 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63303
Vorwahlen: 06103, 06074
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 002
Gemeindegliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 45
63303 Dreieich
Webpräsenz: www.dreieich.de
Bürgermeister: Dieter Zimmer (SPD)
Lage der Gemeinde Dreieich im Landkreis Offenbach
Neu-Isenburg Dreieich Langen (Hessen) Egelsbach Rödermark Dietzenbach Heusenstamm Mühlheim am Main Rodgau Obertshausen Hainburg Seligenstadt Mainhausen Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Main-Kinzig-Kreis Offenbach am Main Kreis Groß-Gerau Frankfurt am MainKarte
Über dieses Bild

Die hessische Stadt Dreieich liegt südlich der Metropole Frankfurt am Main und ist mit über 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Kommune im Landkreis Offenbach.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Dreieich liegt im Landkreis Offenbach. Der nördlichste Stadtteil Sprendlingen liegt etwa 10 km südlich von Frankfurt am Main und etwa 20 km nördlich von Darmstadt.

Zwischen Dreieich-Götzenhain und Dietzenbach entspringt die Bieber.

Nachbargemeinden

Dreieich grenzt im Norden an die Stadt Neu-Isenburg, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Offenbach, im Osten an die Städte Heusenstamm, Dietzenbach und Rödermark, im Süden an die Gemeinde Messel (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und die kreisfreie Stadt Darmstadt sowie im Westen an die Stadt Langen.

Stadtgliederung

Die Stadt Dreieich entstand am 1. Januar 1977 im Rahmen der kommunalen Neuordnung des Kreises Offenbach aus fünf bis dahin eigenständigen Gemeinden. Heute leben 40.666 Menschen mit Hauptwohnsitz (einschl. 2. Wohnsitz: 43.742) aus 117 Nationen in Dreieich (Stand: 31. Dezember 2007), davon

  • 2.728 in Buchschlag
  • 8.095 in Dreieichenhain
  • 4.614 in Götzenhain
  • 5.149 in Offenthal
  • 19.975 in Sprendlingen

Geschichte

Der Name der Stadt geht auf einen Wildbannforst, den Wildbann Dreieich zurück, der bereits im 9. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Dabei handelte es sich um ein Gebiet, in dem ausschließlich der Kaiser das Jagdrecht besaß. Der Bezirk dieses Wildbanns Dreieich erstreckte sich entlang des Untermains von Aschaffenburg bis Rüsselsheim und von Vilbel bis zur Neunkircher Höhe im Odenwald. Die Eichbäume im Wappen vieler Gemeinden in diesem Gebiet verweisen auf diesen Ursprung. Zum Zentrum des Wildbannforsts Dreieich entwickelte sich im 11. Jahrhundert Dreieichenhain, als hier eine Turmburg der Herren von Hagen (1075) errichtet wurde.

Geschichte der Stadtteile im Einzelnen:

Buchschlag

Lage: 50° 1′ N, 8° 40′ O50.0202867558.666953130

Wappen Buchschlags

Der Name Buchschlag bezeichnete früher an dieser Stelle einen Waldbezirk. Er leitet sich von einem alten Buchenbestand bei einem Schlagbaum der früheren Dreieicher Ringlandwehr an der Straße in Richtung Mitteldick ab.[2] Vor der Gründung des Ortes Buchschlag bestand an dieser Stelle seit 1837 eine großherzoglich hessische Revierförsterei. 1879 entstand an der Main-Neckar-Bahnlinie ein Bahnhof mitten im Wald. Um die Jahrhundertwende wurden die beiden Gebäude durch das Gestüt Maria-Hall des Frankfurter Fabrikanten Viktor Mössinger ergänzt.

Der Ort wurde 1904 vom Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha als Villenkolonie in der Waldgemarkung Mitteldick gegründet. Zuvor nutzte Latscha das Gelände, welches er Sprendlinger Bauern abgekauft hatte, für eine Schutzhütte und Kaffeeküche. Hier wurden Waldgottesdienste sowie Sport- und Geländespiele des Christlichen Vereins junger Männer veranstaltet.[3] Erster Bürgermeister war ab 1913 Rudolf Binding. Zuvor hatte die Siedlung kein Gemeinderecht besessen und war eine rechtliche Grauzone gewesen. 1909 hatte Buchschlag bereits 343 Einwohner, bei der Zusammenlegung 1977 waren es 2.984. Buchschlag hat den Charakter einer Villenkolonie bis heute größtenteils bewahren können: viele Jugendstilvillen im Ortskern sind erhalten und stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Die neueren Teile Buchschlags bestehen größtenteils ebenfalls aus freistehenden Wohnhäusern. Nur vereinzelt gibt es Reihenhäuser und an der Hauptstraße Buchschlager Allee einige Wohnblocks.

Dreieichenhain

Lage: 50° 0′ N, 8° 42′ O50.0028239047228.7079540683333165

Wappen von Dreieichenhain

Hier bestand bereits ab dem 9. Jahrhundert in einfaches Jagdhaus, welches um 950 zu einem königlichen Jagdhof aus Steingebäuden mit Schutzgraben ausgebaut wurde.[4] Dieses Jagdhaus wurde von den Kaisern und Königen mit ihren Begleitern bewohnt, solange sie hier zur Jagd weilten. Das Hengstbach-Tal soll Karl dem Großen so gut gefallen haben, dass er beschloss hier sein Jagdhaus zu errichten. Karls vierte Ehefrau Fastrada soll der Sage nach einen Zauberring besessen und hier in den Burgteich versenkt haben. Der Kaiser soll dadurch an dieses Jagdhaus im Hain magisch gebunden gewesen sein und machte es zu seinem Lieblingsjagdplatz.[5]

Im 11. Jahrhundert wurde eine Turmburg, die Burg Hayn, errichtet, von welcher aus die Herren von Hagen, später Hagen-Münzenberg (1075-1255), den kaiserlichen Wildbannforst Dreieich verwalteten. Die neben der Burg entstandene Siedlung wurde am 23. September 1256 erstmals als Stadt erwähnt (cives in hagen = lat.: Bürger in Hagen). Somit konnte im Jahr 2006 die 750-Jahr-Feier der Stadtrechte begangen werden.

Die Falkensteiner, die das Land von den Münzenbergern erbten, starben 1418 aus und die Grafen von Isenburg erlangten mit der Zeit die Herrschaft über Dreieichenhain. Im Jahre 1549 wurde die Reformation im Ort eingeführt. 1816 fiel das Isenburg-Birsteinische Oberamt Offenbach mit Dreieichenhain an das Großherzogtum Hessen. Der Ortsname Hain in der Dreieich wurde 1840 in Dreieichenhain umbenannt. 1834 hatte die Stadt 998 und bei der Zusammenlegung zur Stadt Dreieich am 1. Januar 1977 ca. 8.000 Einwohner.

Götzenhain

Lage: 50° 0′ N, 8° 44′ O49.9978455858338.7333845683333190

Wappen Götzenhains
Luftbild 2008

Götzenhain ist nach Ansicht von Heimatforschern nicht allmählich aus einzelnen Höfen entstanden, sondern eine planmäßig angelegte Ortsgründung. Als Beweis dafür wird der Verlauf der Straßen im alten Ortskern herangeführt (Hauptstraßen, Kreuz-, Friedens- und Glockengasse). Obwohl aus der Gemarkung Funde aus vor- und frühgeschichtlicher sowie aus der Römerzeit bekannt sind, wird die Entstehung kurz vor dem Jahr 1200 vermutet.[6] Als Grund für die Ortsgründung wird angegeben, die Reichsvögte auf der Burg Dreieichenhain benötigten weiteres Ackerland. Deshalb sei auf dem Landrücken Im Höchsten (bis zu 192 Meter über NN) im Osten von Dreieichenhain Land gerodet und der Ort angelegt worden. Götzenhain wurde früher auch als Küchendorf für die Burgbewohner bezeichnet, was seinen Ursprung in diesen Umständen haben könnte.[7]

Die erste urkundliche Erwähnung Götzenhains stammt aus dem Jahr 1318. Nach dem Aussterben der Falkensteiner geriet Götzenhain ab 1418 in den Besitz der Grafschaft Isenburg und im 16. Jahrhundert wurde die Reformation eingeführt. Graf Johann Philipp von Isenburg-Birstein erbaute in Götzenhain das Schloss Philippseich um 1715. Der Neuhof wurde als isenburgisches Mustergut errichtet. Erst 1724 wurde Götzenhain selbstständige Pfarrei. 1816 kam Götzenhain gemeinsam mit dem Oberamt Offenbach an Hessen. Die Dreieichbahn wurde 1905 mit einem Bahnhof in Götzenhain eröffnet. 1834 hatte der Ort 705 Einwohner und 1977 bereits 4696.

Offenthal

Lage: 49° 59′ N, 8° 45′ O49.9814239038898.7460435058333185

Wappen Offenthals

In der Grenzbeschreibung der Langener Mark wurde Ovemdan wahrscheinlich erstmals erwähnt. Diese Urkunde lässt sich allerdings nicht genau datieren, sondern fällt in einen möglichen Zeitraum von 834 bis 840. Die erste sicher datierbare urkundliche Erwähnung Offenthals stammt aus dem Jahr 837, weshalb man auch 1987 das 1150-jährige Bestehen des Ortes feierte.[8] Offenthal ist damit nach Sprendlingen die älteste Siedlung im heutigen Dreieich. Die Grafen von Isenburg besaßen ab 1489 Offenthal. Als bedeutendes Baudenkmal ist die gotische Kirche von Offenthal erhalten geblieben. Sie wurde um 1400 gestiftet und gehört somit zu den ältesten Kirchen im Landkreis Offenbach. Nach Einführung der Reformation 1528 wurde die Pfarrei lutherisch, ab 1596 wurde versucht, den Calvinismus einzuführen. 1816 wurde Offenthal hessisch. 1834 hatte der Ort 441 Einwohner, 1977 waren es 3.020, aktuell (2009) ca. 5.000 Menschen.

Offenthal liegt an der Deutschen Fachwerkstraße und an der hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute. Anfang der neunziger Jahre sind die beiden Neubaugebiete Borngarten und Tannenstumpf entstanden. Die ländliche Ruhe und die Nähe zur Stadt Frankfurt am Main ließen Offenthal stark wachsen. Offenthal bietet eine besonders große Vielfalt an verschiedenen Vereinen. Die großen Vereine sind die SUSGO, der FCO, der MVO, der TTCO und die Freiwillige Feuerwehr Offenthal (542 Mitglieder, Stand 31. Dezember 2009).

Sprendlingen

Lage: 50° 1′ N, 8° 42′ O50.0189967369448.6955955138889135

Wappen Sprendlingens
Gedenkinschrift für die jüdische Gemeinde Sprendlingen im Tal der Gemeinden in Yad Vashem

Die erste urkundliche Erwähnung Sprendlingens (genauer seiner Gemarkung) fällt in das Jahr 834 als Spiren Dilinger marca. 880 beurkundete König Ludwig eine Schenkung seines Vaters über die Kirche in Sprendilingun an die Salvatorkapelle in Frankfurt („mit Zubehör“). Da diese Kirche dem Heiligen Laurentius geweiht war, kann von einer frühen Gründung dieser Kirche ausgegangen werden. Eventuell wurde von hier aus das Dreieichgebiet missioniert.[9]

Über die Herkunft des Ortsnamens gehen die Meinungen auseinander. Aufgrund der Endung auf -ingen kann jedoch von einer Gründung durch die Alemannen ausgegangen werden, welche ab dem Jahr 250 nach Christus in diese Gegend eindrangen (die sogenannten Agri decumates) und das rechtsrheinische Gebiet der römischen Provinz Obergermanien übernahmen. Der erste Teil eines alemannischen Ortsnamens ist gewöhnlich ein Personenname, weshalb der Name Sprendlingen stehen kann für „Leute des Sprand“, „…des Sprendilo“ oder „…des Spiridio“.[10] Der Name könnte aber auch in Verbindung stehen mit dem schwäbischen (zum Teil aus dem alemannischen hervorgagangen) sprandel, was so viel bedeutet wie ‚hochmütig‘, oder von mittelhochdeutsch spræjen wie ‚spritzen‘, also eventuell einem spritzigen Bach.[11]

Die Grafen von Isenburg gewannen 1486 aus dem Erbe der Falkensteiner die Hoheit über Sprendlingen. 1528 wurde die Reformation eingeführt und 1816 kam Sprendlingen an Hessen. 1871 wurde an der Main-Neckar-Bahn der Bahnhof Buchschlag-Sprendlingen und 1905 die Dreieichbahn nach Ober-Roden eröffnet. 1834 hatte Sprendlingen 1788 Einwohner, die bis 1977 auf 21.351 Einwohner anwuchsen. Sprendlingen hatte eine jüdische Gemeinde, die durch den Terror der Nationalsozialisten vernichtet wurde.

1885 gründete der Frankfurter Industrielle W. Moessinger mit dem Gestüt Mariahall die erste und auf lange Zeit erfolgreichste private Traberzuchtstätte Deutschlands.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stangenpyramide

Dreieichenhain ist vor allem für die Haaner Kerb (Kirchweihfest) zu Pfingsten bekannt und veranstaltet einen Weihnachtsmarkt, der dank Dreieichenhains schöner Altstadt überregionales Renommee besitzt. Die Haaner Kerb ist das größte Kirchweihfest Südhessens und zieht jährlich über 80.000 Besucher an. Höhepunkte sind das Feuerwerk am Samstagabend und der traditionelle Kerbborschemarsch am Montag. Weiterhin werden in Dreieichenhain jährlich die Burgfestspiele und Jazz in der Burg veranstaltet.

Hofgut Neuhof bei Dreieich

Die Burg Hayn ist eine hochmittelalterliche Burgruine. Der älteste Teil der Burganlage, der Wohnturm, ist in salischer Zeit entstanden. Er ist einer der wenigen profanen Architekturzeugnisse der Salierzeit in Deutschland. Kulturelle Veranstaltungen in der Burg sind die überregional bekannten Burgfestspiele, das Hayner Burgfest sowie das Jazzfestival Jazz in der Burg.

Im Rahmen der Regionalparkinitiative wurde an der höchsten Stelle in Götzenhain am Weg „Auf der Hub“ eine von den Landschaftsarchitekten Ipach und Dreisbusch entworfene Skulptur errichtet und gehört zur Regionalparkroute. Dieses Stangenpyramide (50° 0′ 41″ N, 8° 43′ 11″ O50.0113888888898.7197222222222175 genannte Werk besteht aus 450 verleimten Rundhölzern von 24 cm Durchmesser. Die Skulptur ist zweigeteilt und begehbar und bildet eine Sichtachse zum Taunus und zur Frankfurter Skyline.[13]

Buchschlag am westlichen Rand von Dreieich besitzt herausragende Bauwerke des Jugendstils von Architekten wie Wilhelm Koban, Ludwig Bernoully und Alois Beck, die als geschlossenes Ensemble unter Denkmalschutz gestellt sind.

In Götzenhain ist vor allem der Neuhof (50° 1′ 2″ N, 8° 43′ 46″ O50.0172222222228.7294444444445160) sehenswert. Hier ist ein altes Hofgut durch Fachwerkbauten erweitert worden. Diese Anbauten beherbergen auch eine Gastwirtschaft. Rund um den Neuhof ist ein Golfplatz angesiedelt.

Auch das Schloss Phillipseich, zwischen Götzenhain und Offenthal gelegen, ist sehenswert, jedoch leider nicht zu besichtigen, da es in Privatbesitz ist.

Die evangelischen Kirchen in Offenthal und Sprendlingen bestechen durch ihre klaren Linien und ihren Wehrcharakter. Die evangelische Kirche in Götzenhain ist ein ab 1776 entstandener Barockbau.

Im Garten der katholischen Kirche St.Stephan hat das Projekt "Garten der Begegnung" einen öffentlich zugänglichen Platz für Begegnung und Gemeinschaft zwischen den Religionen geschaffen.

Wirtschaft und Verkehr

Öffentlicher Nahverkehr

Bahnhof Dreieich-Buchschlag

Dreieich liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Am Bahnhof in Buchschlag besteht Anschluss an die S-Bahn-Linien S 3 und S 4. Die Dreieichbahn DieburgRödermark-Ober RodenDreieich-Buchschlag mit den Bahnhöfen Dreieich-Offenthal, Dreieich-Götzenhain, Dreieich-Dreieichenhain, Dreieich-Weibelfeld, Dreieich-Sprendlingen und Dreieich-Buchschlag erschließt das Stadtgebiet; die Regionalbahnen der DB Regio AG verkehren werktags halbstündlich, samstags und sonntags stündlich. Von Montag bis Freitag im Berufsverkehr verkehren einige Züge über Dreieich-Buchschlag hinaus direkt von und nach Frankfurt (Main) Hbf. Zudem verkehren in Dreieich einige Buslinien:

  1. Dreieich-Offenthal - Dreieich-Buchschlag - Flughafen Rhein-Main (OF-64; Stadtbus)
  2. Dreieich-Buchschlag - Langener Waldsee - nur saisonal während der hessischen Schulsommerferien (OF-65))
  3. Rundverkehr Sprendlingen Bürgerhaus - Berliner Ring - Am Hirschsprung - Im Gefierth - Sprendlingen Bürgerhaus (OF-67; Stadtbus)
  4. Buskreisquerverbindung Langen - Dreieich - Dietzenbach - Rodgau - Seligenstadt (OF-99)
  5. Dreieich-Offenthal - Dietzenbach - Heusenstamm (OF-96)
  6. Dreieich-Götzenhain Bf - Neu-Isenburg - Frankfurt Südbahnhof (653)
  7. Darmstadt-Arheilgen - Langen - Dreieich-Sprendlingen - Neu-Isenburg Bf (662)
  8. Mörfelden Bf - Langen - Dreieich - Neu-Isenburg Bf (663)
  9. Langen - Dreieich - Neu-Isenburg - Offenbach/Main Hbf (661)
  10. Nachtbus Frankfurt - Neu-Isenburg - Dreieich-Sprendlingen - Langen - Darmstadt (n71)

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 661 stellt mit der Anschlussstelle Dreieich die Straßenanbindung nach Frankfurt am Main her. Zudem bindet die Landesstraße 3262 Dreieich an die im Westen liegende Bundesautobahn 5 an. Des Weiteren verläuft die Bundesstraße 486 durch den Stadtteil Dreieich-Offenthal und stellt über Langen ebenfalls einen Anschluss zur Bundesautobahn 5 her. Die Ortsdurchfahrt von Dreieich-Offenthal wird im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr stark in Anspruch genommen, weshalb sich öfters Staus in Richtung Rödermark-Urberach und Langen bilden. Der Planfeststellungsbeschluss für die seit längerem geplante Umgehungsstraße wurde Anfang Mai durch den Hessischen Staatsminister Dieter Posch unterzeichnet. Ende 2006 wurde dagegen auf der Kreisquerverbindung die neue Umgehungsstraße um den Stadtteil Dreieich-Götzenhain eröffnet. Damit wird Götzenhain spürbar vom alltäglichen Durchgangsverkehr entlastet. Des Weiteren gibt es seit längerem Streit um die Südumgehung von Dreieich-Sprendlingen, die ein Teil der bereits hier genannten Landesstraße 3262 werden soll.

Durch Dreieich-Sprendlingen verläuft die ehemalige Bundesstraße 3 (jetzt Teil der Bundesautobahn 661), die südlich von Hamburg beginnt (Buxtehude) und an der Landesgrenze zur Schweiz in der Nähe von Basel (Weil-Otterbach) endet. Außerdem beginnt in Dreieich-Sprendlingen die Bundesstraße 46 nach Offenbach.

Ansässige Unternehmen

Dreieichs ursprünglicher Fokus lag auf dem Gebiet der Textilherstellung und -verarbeitung. In den letzten 5 bis 10 Jahren hat sich Dreieich jedoch zu einem zentralen Ballungsgebiet des IT-Dienstleistungsgewerbes entwickelt. Bedeutende ansässige IT-Unternehmen sind u.a.:

Darüber hinaus ist die Stadt regionaler Anlaufpunkt für Einkäufe aller Art. Neben Filialen von Obi, Real (ehem. Walmart) und Mann Mobilia steht in Dreieich die größte BMW-Verkaufsfiliale (der Niederlassung Frankfurt) außerhalb Münchens. Weitere bedeutende Arbeitgeber in Dreieich sind:

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis:[14]

Kommunalwahl 2011 in Dreieich
 %
40
30
20
10
0
29,4%
28,9%
24,6%
7,1%
6,2%
2,2%
1,5%
UGL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,1%
-4,5%
+8,5%
-0,4%
-0,2%
+2,2%
+1,5%
UGL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,4 13 36,5 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,9 13 33,4 15
GRÜNE/Bi Grüne und Bürgerinitiativen-Liste Dreieich 24,6 11 16,1 7
FWG Freie Wählergemeinschaft Dreieich 7,1 3 7,5 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,2 3 6,4 3
LINKE Die Linke 2,2 1
UGL Unabhängige Gemeinschaftsliste Dreieich 1,5 1
Gesamt 100,0 45 100,0 45
Wahlbeteiligung in % 47,9 47,5

Ausländerbeirat

Dreieich hat einen Ausländerbeirat, der aus 15 Personen besteht. Darin sind verschiedene Nationalitäten vertreten, etwa Personen aus der Türkei, Serbien, Italien, Äthiopien, Eritrea und Russland. Die Ausländerbeiratssitzung tagt immer zwei Wochen vor der Stadtverordnetenversammlung. Der aktuelle Vorsitzende ist Tindaro Canciglia.

Bürgermeister

Dreieichs Bürgermeister ist der aus Offenthal stammende Dieter Zimmer (SPD).

Städtepartnerschaften

Bildung

Grundschulen

  • Wingert-Schule in Dreieich-Offenthal
  • Karl-Nahrgang-Schule in Dreieich-Götzenhain
  • Ludwig-Erk-Schule in Dreieich-Dreieichenhain
  • Schiller-Schule in Dreieich-Sprendlingen
  • Gerhardt-Hauptmann-Schule in Dreieich-Sprendlingen
  • Erich-Kästner-Schule in Dreieich-Sprendlingen
  • Selma-Lagerlöf-Schule in Dreieich-Buchschlag

Gesamtschulen

  • Weibelfeldschule in Dreieich-Dreieichenhain (mit gymnasialer Oberstufe)
  • Heinrich-Heine-Schule in Dreieich-Sprendlingen

Gymnasien

  • Ricarda - Huch - Gymnasium
  • Gymnasium und Realschule für Erwachsene im HLL (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Berufsbildende Schulen

  • Max-Eyth-Schule in Dreieich-Sprendlingen (mit gymnasialer Oberstufe, Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Förderschule/Schule für Lernhilfe

  • Georg-Büchner-Schule in Dreieich-Sprendlingen

Internationale Privatschule

  • Strothoff-International-School (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Sonstige

  • Kreisvolkshochschule Offenbach (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)
  • Volkshochschule Dreieich (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)
  • Musikschule Dreieich (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Persönlichkeiten

  • Johann Philipp Holzmann wurde am 22. April 1805 in der Kreuzmühle – die Mühle gehörte damals zur Gemarkung Götzenhain – geboren. Er legte hier im Jahre 1849 den Grundstein für seine spätere Baugesellschaft, die Weltfirma Philipp Holzmann AG.
  • Ludwig Erk (1807–1883), Musikpädagoge, Volksliedsammler und -forscher, verbrachte die Jahre seiner Kindheit (1813 bis 1820) in Dreieichenhain im Fachwerkhaus Schulgasse 4 (heute Alte Schulgasse).
  • Henri Vieuxtemps (1820–1881), berühmter belgischer Geigenspieler und Komponist, war – als er von 1855 bis 1864 mit seiner Familie in Dreieichenhain lebte – auf dem Höhepunkt seiner Karriere als „reisender Violinvirtuose“.
  • Jean Ruhl (1877–1957) wurde in Götzenhain geboren und war Anfang der 1930er Jahre Abgeordneter des Reichstags
  • Horst Schmidt (1925-1976) wurde in Sprendlingen geboren und war von 1969 bis zu seinem Unfalltod 1976 hessischer Sozialminister (SPD). Viele bedeutende Einrichtungen sind heute nach ihm benannt, so die Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.
  • Horst Ludwig Störmer (* 1949 in Frankfurt am Main). Er wurde 1998 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet und wohnte in seiner Jugendzeit im Stadtteil Sprendlingen.
  • Dieter Müller (* 1954) wuchs in Dreieich-Götzenhain auf. Er ist ein ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler (12 A-Länderspiele), Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga und der Fußball-Europameisterschaft 1976.
  • Claus Hormel (* 1957) lebt in Dreieich-Sprendlingen. Er ist ein ehemaliger deutscher Handballnationalspieler und wurde 1978 Weltmeister.

Medien

Senderlogo SFD

Das SFD begann 1996 die Mitarbeit am lokalen Kabelsender "Kultur & lokale Information im Kabelnetz" – kurz Klik TV – in Dreieich. Das Projekt "Schüler machen Fernsehen in ihrer Stadt: STADT-FERNSEHEN-DREIECH (SFD V)" wird im Rahmen einer dreijährigen Teilnahme an einem Modellversuch entwickelt. Die Podiumsdiskussion mit damaligem Bildungsminister Hartmut Holzapfel wird in der Weibelfeldschule aufgezeichnet.

Anfang Juli 1999 trennen sich SFD und Klick TV. Letzteres löst sich kurz danach auf. Für "Jazz in der Burg" erhält das SFD eine Sendelizenz der LPR Hessen vom 18. – 23. August und sendet 50 Stunden auf Kanal S16 der MEDICOM. Das SFD erhält dazu einen eigenen Einspeisepunkt in das Kabelnetz.

Bis Ende 2002 folgen neun weitere Event-Sendewochen mit vorproduzierten Beiträgen und Live-Sendungen, z.B. von der Ausbildungsmesse oder Konzerten in und außerhalb der Schule. Finanziell unterstützt wird das SFD von der MEDICOM, sowie den Firmen das Werk, Lufthansa, Techem und dem Autohaus Tarnow & Stegbauer. Seit 2005 sendet das SFD ein 24-Stunden Programm und ist seit Anfang 2011 in Dreieich auf dem Kabelkanal S13 empfangbar.

Weiteres

Dreieichs Stadtbücherei unterhält fünf Zweigstellen in den Stadtteilen Sprendlingen, Dreieichenhain (zwei Büchereien), Götzenhain und Offenthal.

Dreieich war im Jahr 1977 Hessentagsstadt.

Literatur

  • Alfred Kurt: Stadt und Kreis Offenbach in der Geschichte, 1998, Bintz-Verlag, ISBN 3-87079-009-1
  • Eberhard Morell & Peter Hörr: Dreieich - Bilder einer Stadt,1996, ImHayn Verl., ISBN 3-928149-05-9
  • Hanne Kulessa: "Dreieich - Eine Stadt", 1989, Verlag Waldemar Kramer, ISBN 3-7829-0377-3

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. vgl. Hans Obermann: Buchschlag in Hanne Kulessa: Dreieich - Eine Stadt, S. 16
  3. vgl. Hans Obermann, S. 14
  4. vgl. Gernot Schmidt: "Dreieichenhain" in Hanne Kulessa: "Dreieich - Eine Stadt", S. 36
  5. vgl. Gernot Schmidt, S. 36
  6. vgl. Rudolf Miedtank: Götzenhain in Hanne Kulessa: Dreieich - Eine Stadt, S. 84
  7. vgl. Rudolf Miedtank, S. 84
  8. vgl. Walther Raffius: Offenthal in Hanne Kulessa: Dreieich - Eine Stadt, S. 102
  9. vgl. Heinrich Runkel: Sprendlingen in Hanne Kulessa: Dreieich - Eine Stadt, S. 126
  10. vgl. Heinrich Runkel, S. 126
  11. [1] siehe Heinrich Tischner: Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter
  12. http://www.heribert-kowalewski.de/traben/wissenswertes/geschtrenn/entra.htm
  13. http://www.regionalpark-rheinmain.de/default.asp?action=article&ID=38
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Abgerufen am 22. April 2011.

Weblinks

 Commons: Dreieich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Dreieich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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