Kaiser Heinrich II.

Kaiser Heinrich II.
Die Krönung Heinrichs II. – Miniatur aus dem Sakramentar des Kaisers

Heinrich II., genannt „der Heilige“ (* 6. Mai 973 oder 978 in Bad Abbach oder Hildesheim; † 13. Juli 1024 in Grone), war seit 1002 König des Ostfrankenreichs (Regnum Teutonicorum) und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches von 1014 bis 1024.

Als Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich II., genannt „der Zänker“, und dessen Frau Gisela war er der Urenkel Heinrichs I. und stammte somit aus der bayerischen Nebenlinie der Ottonen. Nachdem er am 9. Juli 1002 zum ostfränkischen König gekrönt wurde, krönte Papst Benedikt VIII. ihn am 14. Februar 1014 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Heinrich II. war mit der Kaiserin Kunigunde verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Damit war Heinrich II. der letzte Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Papst Eugen III. sprach ihn 1146 heilig.

Anders als sein Vorgänger Otto III. konzentrierte sich Heinrich II. auf das Reichsgebiet nördlich der Alpen, insbesondere führte er mehrfach Krieg gegen Polen und zog nur widerstrebend dreimal nach Italien. Seine Zeit führte zu einer Ausbreitung und Intensivierung der Königsherrschaft. Innerlich festigte Heinrich das Reich durch noch engere personelle und politische Verflechtungen mit der Kirche. Durch Schenkungen und Neugründungen stabilisierte er die Bistümer als Stützen der königlichen Herrschaft und beanspruchte dafür Dienstleistungen. Er versuchte außerdem die königliche Macht durch eine Reform der Reichsklöster zu stärken, die einen Teil des Reichsheeres zu stellen hatten. Im Jahr 1007 gründete er ein Bistum in Bamberg, jener Stadt, die wie keine zweite mit seinem Namen verbunden ist.

Die Chronik des Thietmar von Merseburg, der 1009 vom König zum Bischof von Merseburg ernannt wurde, gilt als eine der wichtigsten Quellen zu Heinrich II. und seiner Zeit. Sie wird für die Zeit Heinrichs II. geradezu als Leitüberlieferung angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Heinrich der Zänker im fränkischen Gewand, Miniatur aus dem Regelbuch von Niedermünster

Frühe Jahre

Heinrichs Vater, Heinrich der Zänker, der die Herrschaft Ottos II. beansprucht haben soll, wurde von Kaiser Otto II. zunächst in Ingelheim, ab April 978 im weit entfernten Utrecht in Haft geschickt. Damit war Heinrich der Zänker bis zum Tode Ottos II. endgültig ausgeschaltet. Heinrich lebte während der Verbannung seines Vaters in Hildesheim. Als Kind wurde er in die Hände des Bischofs von Freising gegeben, um anschließend in der Hildesheimer Domschule für den geistlichen Stand ausgebildet zu werden. Dies geschah wohl auf Anweisung Kaiser Ottos II., der damit den Sohn seines Gegners von jeder Teilhabe an der Reichsgewalt ausgeschaltet wissen wollte. In Regensburg beendete Bischof Wolfgang die Ausbildung. Dabei wurde Heinrich ebenfalls von Abt Ramwold von St. Emmeram beeinflusst, der wie der Bischof ein Befürworter der Gorzer Reform war.

Er wurde von seinem Vater zum Mitregenten (condux)[1] des Herzogtums Bayern gemacht und nach dessen Tod im Jahre 995 vom bayerischen Adel als Heinrich IV. zum Herzog gewählt.

Um das Jahr 1000 heiratete er Kunigunde aus dem Haus der Grafen von Luxemburg. Durch diese Heirat gewann Heinrich ein großes Verwandtschaftsnetz im Westen des Reiches. Jedoch gehörte Kunigundes Familie zu dieser Zeit noch nicht zu den bedeutenden Häusern des Landes, so dass eine Heirat aus Liebe wahrscheinlich ist. Außerdem gab es während der Herrschaftszeit Heinrichs ständig Streit mit den Brüdern Kunigundes, die sich aus dieser Verbindung mehr erhofften.

König

Wahl zum König

Hauptartikel: Königswahl von 1002

Trotz seiner Herkunft war Heinrichs Anwartschaft auf den Thron nach dem Tod des erbenlos gebliebenen Otto III. umstritten. Der verstorbene König hatte keine Anweisungen für den Fall seines Todes hinterlassen und Regelungen zum Thronerbe durch eine Seitenlinie des Herrscherhauses, zu der Heinrich II. gehörte, gab es nicht. Neben Herzog Heinrich von Bayern erhoben Markgraf Ekkehard von Meißen und Hermann von Schwaben Ansprüche auf die Nachfolge. Ekkehard konnte bei seiner Kandidatur in Sachsen nicht auf ungeteilte Unterstützung rechnen, als er danach beabsichtigte in Lothringen weitere Zustimmung für seine Kandidatur zu gewinnen, wurde er bereits in Pöhlde von sächsischen Adligen erschlagen.

Um seine Ansprüche zu untermauern, empfing Heinrich den Tross des über die Alpen geführten Leichnams Ottos III. in Polling und ließ seine Eingeweide im Kloster St. Afra in Augsburg beisetzen. Anschließend zwang er Erzbischof Heribert von Köln, ihm die Reichskleinodien zu übergeben. Es fehlte jedoch die Heilige Lanze, die damals wichtigste Reliquie des Reiches. Heribert hatte diese vorausgesandt, wohl aus Misstrauen, da er seinen Verwandten, den Herzog von Schwaben Hermann II., zum König wählen lassen wollte. Um die Herausgabe der Lanze zu erzwingen, inhaftierte Heinrich den Erzbischof und später auch dessen Bruder, den Würzburger Bischof Heinrich I.. Fast alle Begleiter des Leichenzuges, bei denen es sich wohl um die vertraute Umgebung Ottos III. handelte, waren damals nicht für die Nachfolge des bayerischen Herzogs zu gewinnen gewesen. Wenige Wochen später, bei der feierlichen Bestattung des toten Kaisers in Aachen, wiederholten diese Männer ihre Ablehnung, wobei sie die Ansicht vertraten, Heinrich sei aus vielerlei Gründen nicht geeignet für das Königtum.[2] Die Vorbehalte, die man gegenüber Heinrich hatte, sind unbekannt. Sie dürften mit den Auseinandersetzungen zusammenhängen, die sich die Vorfahren Heinrichs mit der regierenden Linie der Ottonen geliefert hatten.[3]

Heinrich entschloss sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er ließ sich in Mainz von seinen Anhängern zum König wählen und am 7. Juni 1002 durch Willigis krönen. Der Erzbischof war der richtige Koronator, alles andere war aber ungewöhnlich – der Ort der Wahl, der fehlende Karlsthron sowie die fehlende allgemeine Wahl. Die Entscheidung fiel letztendlich Ende Juli durch die sogenannte Nachwahl in Merseburg, bei der sich Heinrich bei den Sachsen dafür zu rechtfertigen hatte, dass er bereits in königlicher Aufmachung erschien. Erst nachdem er sächsisches Recht zu achten versprach, überreichte ihm Herzog Bernhard die Heilige Lanze und betraute ihn so mit der Sorge um das Reich.[4]

Regierungsantritt

Verlauf des Königsumrittes

Heinrich selbst hat in einer Königsurkunde[5] für Straßburg seine verwandtschaftliche Nähe zu Otto III. und ihre von Kindheit an gepflegte Vertrautheit (familiaritas) als den Grund angegeben, der die meisten Fürsten überzeugt habe ihm die Wahl (electio) und die erbliche Nachfolge (hereditaria successio) ohne irgendeine Teilung zukommen zu lassen. In jedem Fall hatten sich viele Große in der Zeit der Krise nicht entscheidend von dem Erbrecht Heinrichs II. beeindrucken lassen und andere Kandidaten unterstützt. Den nachfolgenden monatelangen Königsumritt durch weite Teile des Reiches kann man deshalb als den Versuch ansehen, eine allgemeine Bestätigung der Wahl zu erreichen. Solch ein Umritt war bei den Merowingern üblich, aber später jahrhundertelang entfallen. Der Umritt führte über Thüringen, Sachsen, Niederlothringen, Schwaben und Bayern nach Oberlothringen. Mit der Wiederbelebung dieses Brauchs sollte die königliche Autorität über das gesamte Reich ausgebreitet werden.[6] Auch während seiner weiteren Regierung besuchte Heinrich II. immer wieder die Herzogtümer seines Reiches.

Bereits während dieses Umrittes musste Heinrich erste kriegerische Auseinandersetzungen mit Fürsten des Reiches bestehen. So brach kurz nach Beginn seiner Herrschaft ein Krieg mit dem Herzog von Schwaben, Hermann II., aus, der sich ebenfalls Hoffnungen auf den Thron gemacht hatte. Dabei kam es nicht zu direkten Kämpfen zwischen dem Herzog und dem neuen König. Vielmehr verwüstete Heinrich die Besitzungen Hermanns und Hermann bekämpfte die Unterstützer Heinrichs im schwäbischen Adel. Als sich kein militärischer Erfolg abzeichnete, begab sich Heinrich II. nach Sachsen, wo er sich in Merseburg von den Großen huldigen ließ. Anschließend zog er nach Paderborn, wo seine Gemahlin von Erzbischof Willigis zur Königin geweiht wurde. In Duisburg huldigten die lothringischen Bischöfe dem neuen König und vor allem erreichte er auch die Anerkennung des Kölner Erzbischofs Heribert. Am 8. September, dem Feste Mariä Geburt, erhielt Heinrich in Aachen die Huldigung der weltlichen Großen Lothringens, die ihn auf den Thron Karls des Großen und Ottos des Großen setzten und damit seine Herrschaftsübernahme abschlossen.

Hermann II. unterwarf sich kurz nach dem Akt von Aachen im Herbst 1002 dem König. Er durfte zwar sein Herzogtum behalten, musste aber seine Hauptstadt Straßburg aufgeben und seine Güter und Stützpunkte dort dem Bischof übertragen. Hermann starb bereits im Mai 1003. Daraufhin übernahm der König selbst für den noch unmündigen Sohn des Herzogs die Regierung des Herzogtums Schwaben und setzte den Umritt fort.

Zur Wehr setzen musste sich Heinrich ebenfalls gegen den Markgrafen Heinrich von Schweinfurt, dem er für seine Wahl zum König das Herzogtum Bayern versprochen, aber später nicht übergeben hatte. Nach seiner Wahl hatte Heinrich II. dieses Versprechen angeblich mit dem Hinweis gebrochen, er könne der freien Wahl in Bayern nicht vorgreifen.[7] Nach dem Wortbruch des Königs verbündete der Markgraf sich mit dem König von Polen und Böhmen Bolesław I. Chrobry und dem Bruder des Königs Brun. Im Sommer des Jahres 1003 erhoben sich diese gegen Heinrich. Nach schweren und blutigen Kämpfen, bei denen der Markgraf fast seine gesamten Besitzungen verlor, schlug Heinrich auch diesen Aufstand nieder. Heinrich II. vergab das Herzogtum Bayern 1004 an seinen Schwager Heinrich aus dem Geschlecht der Lützelburger, womit zum ersten Mal ein landfremdes Geschlecht ohne eigene Grundlage im Land das bayerische Herzogtum erlangte.[8] Als sich Herzog Heinrich einige Jahre später wegen der Beschneidung seiner Machtgrundlagen zusammen mit seinen Brüdern gegen den König erhob, versammelte Heinrich II. den Adel Bayerns in Regensburg und brachte sie „teils durch Versprechungen, teils durch Drohungen“.[9] dazu ihre Unterstützung für den Herzog aufzugeben, der 1009 abgesetzt wurde.

Heinrich wird König von Italien

Im Jahre 1004 führte Heinrich einen Feldzug gegen den Markgrafen Arduin von Ivrea. Dieser war, trotz eines Mordes an einem Bischof und der darauffolgenden Exkommunikation durch eine Synode im Beisein von Papst und Kaiser im Jahre 999, am 15. Februar 1002, nur drei Wochen nach dem Tod Ottos III., zum König der Lombardei erhoben worden. Einige der italienischen Bischöfe, unter anderem die von Asti, Como, Cremona, Mailand, Brescia, Piacenza waren dem neuen König entweder bedingungslos ergeben oder stützten ihn zumindest.

Doch andere lombardische Bischöfe, unter ihnen Otbert von Verona, riefen Heinrich II. um Hilfe. Sie waren von Arduin mehrfach in ihrer Verfügungsgewalt über das Kirchengut beschnitten worden. Nach anfänglichem Zögern rüstete Heinrich 1004 zu seinem ersten Italienzug. Insgesamt führte er während seiner Herrschaft drei kurze Feldzüge in Italien. Zuvor hatte bereits ein Heer unter Otto von Worms, dem Herzog von Kärnten, im Januar 1003 vor den gesperrten Klausen bei Verona eine schwere Niederlage erlitten. Das Eingreifen in Italien war für Heinrich II. keineswegs so naheliegend wie für seine Vorgänger. Diese hatten durch die Verwandtschaft mit Adelheid von Burgund, die Frau Ottos I., ein Erbrecht auf Norditalien gehabt. Darüber verfügte Heinrich als Enkel Heinrichs I. von Bayern nicht. Außerdem lässt sich für das 10. Jahrhundert unter den italienischen Großen, ähnlich wie in den deutschen Herzogtümern, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit ausmachen, das sich gezielt von den nordalpinen „Deutschen“ absetzte.

Das Heer, das fast ausschließlich aus Truppen des bayerischen Klerus und Adels bestand, sammelte sich in Augsburg und zog über den Brenner nach Trient. Nach ersten Erfolgen wechselte ein Großteil des italienischen Klerus und einige Adelsfamilien in das Lager Heinrichs, darunter auch der Mailänder Erzbischof Arnulf II. Dieser war erst Parteigänger Ottos III. und anschließend Arduins gewesen. Der Erzbischof kam Heinrich in Bergamo entgegen und krönte ihn am 14. Mai 1004 in Pavia zum König von Italien (Rex Langobardorum). Die Krönung geschah in derselben Krönungskirche San Michele, in der zwei Jahre zuvor Arduin zum König gekrönt worden war. Anders als seine Vorgänger trug Heinrich ab diesem Zeitpunkt zwei Kronen und nicht eine gemeinsam für beide Reiche. In der folgenden Nacht kam es zu einem grausamen Massaker an der Bevölkerung Pavias, nachdem diese sich gegen den neuen König erhoben hatte. Heinrich ließ seine vor den Toren lagernden Truppen die Stadt stürmen. Dabei wurde der größte Teil Pavias eingeäschert, viele Bewohner getötet und deren Leichen geplündert.

Nachdem Heinrich die Huldigung der restlichen Lombarden auf einem Hoftag in Pontelugo entgegengenommen hatte, zog er im Frühsommer des Jahres nach Norden zurück, ohne die Kaiserkrone erlangt zu haben. Vermutlich versuchte er dies auch gar nicht ernsthaft, da Johannes XVIII. ein entschiedener Gegner des Königs war. In Italien konnte Heinrich in den folgenden Jahren praktisch keinen Einfluss ausüben. Der endgültige Sieg über Arduin gelang erst nach weiteren zehn Jahren Kampf in Oberitalien.

Arduin starb am 14. Dezember 1015 in einem Kloster. Er war der letzte Nationalkönig Italiens vor Viktor Emanuel II., der 1861 italienischer König wurde.

Erster Feldzug gegen Bolesław

Zwischen den Jahren 1004 und 1018 führte Heinrich drei lange Kriege und mehrere kleinere Feldzüge gegen das Herzogtum des Polenfürsten Bolesław I. Chrobry. Diese Kriege standen im Gegensatz zur vorausgegangenen Politik zwischen dem Herzogtum Polen und dem Reich: Bolesław hatte zunächst die reichsfreundliche Politik seines Vaters Mieszko I. fortgesetzt. Kaiser Otto III. hatte Boleslaw zu seinem Freund und Bundesgenossen erklärt. Die Chronik des Gallus Anonymus berichtet gar, dass Otto III. Boleslaw zum König erhoben habe.[10]

Bolesław kam am 25. Juli 1002 nach Merseburg und huldigte auch dem neuen König. Er erreichte in den darauffolgenden Verhandlungen, dass der König ihn mit der Lausitz und dem Milzener Land bei Bautzen belehnte. Diese Gebiete hatte er nach dem Tod des Herzogs von Thüringen Ekkehard von Meißen, einem weiteren Thronanwärter und Verbündeten Bolesławs, der ermordet worden war, kurz zuvor besetzt. Die ebenfalls besetzte Mark Meißen mit der strategisch wichtigen Burg musste er jedoch wieder abtreten. Fast wäre Bolesław in Merseburg kurz vor seiner Abreise Opfer eines Attentats geworden, als er mit seiner Begleitmannschaft in einen Hinterhalt geriet. Mehrere Polen wurden dabei schwer verletzt und ausgeplündert. Der polnische Herzog beschuldigte den König selbst als Urheber des Angriffs, zumal Heinrich ihn weder geschützt hatte noch die Täter bestrafen ließ. Das auf dem Rückweg erfolgte Niederbrennen der Burg Strehla und der Aufruf zum Abfall von Heinrich lösten einen Dauerkonflikt aus, der zum ersten Mal im Jahre 1004 zum Krieg eskalierte.

Nach der Rückkehr vom ersten Feldzug nach Italien versammelte Heinrich II. ein Heer, um gegen Polen zu ziehen. Thietmar von Merseburg berichtete, dass er:

alle seine ihm und Christus getreuen Vasallen auf Mitte August zum Kriegzuge entbot, ließ er der […] Empörung freien Lauf, um die wütende Feindschaft des anmaßenden Boleslaw zu bändigen.[11]

Bereits 1003 hatte Heinrich ein Bündnis mit den bis dahin bekämpften heidnischen Redariern und Lutizen geschlossen, um die Anerkennung seiner Autorität von Bolesław zu erzwingen. Durch äußerst freundliche Geschenke und angenehme Geschenke [12], so Thietmar, konnte er die „Heiden“ zu einem Zusammengehen überreden und verbot die weitere Mission bei ihnen.

Bolesław hatte seinerseits offenbar eine ähnliche Konzeption wie Heinrich II. entwickelt, der Lenker eines von Gott auserwählten Volkes zu sein, was die Anerkennung des Kaisers als übergeordnete Autorität erschwerte. Zusätzlich war er nach Thronwirren in Böhmen einmarschiert und hatte die dortige Herzogswürde übernommen. Dieser Machtzuwachs stellte eine Bedrohung für Heinrich dar, da sich der Machtbereich Bolesławs nun von der Ostsee bis zu den Karpaten erstreckte. Zusätzlich war der Herzog mit zahlreichen Fürsten der Region und Skandinaviens verwandtschaftlich verbunden.

Die neue Allianz mit den Westslawen gegen Polen war aber sehr umstritten. Viele sächsische Adlige hatten sich von der Missionierung und Unterwerfung der Elbslawen Tribute und Landgewinne erhofft. Außerdem hatten viele während der Zeit der Zusammenarbeit mit Polen verwandtschaftliche Bande dorthin geknüpft. Vertreter des Klerus, darunter Bischof Bruno von Querfurt, sahen zukünftige Zehntzahlungen und durch den Krieg mit Polen die polnische Unterstützung bei der Heidenmission in Preußen in Gefahr.

Trotzdem führte Heinrich sein in Merseburg versammeltes Heer im Sommer 1004 über das Erzgebirge nach Nordböhmen, wo er die Burg Satzi (Saaz) eroberte und die polnische Besatzung töten ließ, und zog anschließend weiter nach Prag. Bolesław war zuvor aus der Stadt nach Polen geflüchtet. Daraufhin wurde der nach Sachsen vertriebene böhmische Herzog wieder eingesetzt und leistete Heinrich die Lehenshuldigung.

Im Frühherbst 1004 wendete sich das Heer wieder nach Norden und belagerte erfolgreich die Burg Bautzen. Mit der friedlichen Übergabe der Burg endete der erste Polenfeldzug.

Zweiter Feldzug gegen Bolesław

Schon wenige Monate später unternahm Heinrich II. den zweiten Feldzug gegen Polen, nachdem er von Mai bis Juni die Westfriesen über die Zuiderzee mit einer Flotte angegriffen und zur Unterwerfung gezwungen hatte. Vorbereitungen für den Feldzug fanden bereits bei einer großen Synode Heinrichs in Dortmund statt. Das Heer sammelte sich im August 1005 in Leitzkau, rechts der Elbe und östlich von Magdeburg gelegen, und zog unter verlustreichen Gefechten zur Oder. Dort vereinigte sich das Heer mit dem der verbündeten Lutizen und drang weiter nach Polen ein. Die Anwesenheit der Heiden im Heer ließ selbst Thietmar gelten, wobei er jedoch zuvor mit „Schauder“ über ihren Kult und ihre Lebensweise berichtete. Er empfahl aber dem Leser seiner Chronik:

Meide ihre Gemeinschaft und ihren Kult, lieber Leser! Höre und befolge vielmehr die Gebote der heiligen Schrift! [13]

Das Heer gelangte bis Posen, wo es in einem Hinterhalt weitere beträchtliche Verluste erlitt. Der daraufhin geschlossene Frieden mit Bolesław beendete den Kriegszug, wobei Bolesław jedoch zu keiner Huldigung gegenüber Heinrich II. bereit war. Der Frieden hielt nur zwei Jahre, da keiner der beiden die Ansprüche des anderen anerkennen wollte.

Dritter Feldzug gegen Bolesław

Nachdem Bolesław versucht hatte, die Lutizen mit Worten und Geld [14] auf seine Seite zu ziehen, begann Heinrich einen sechs Jahre andauernden Krieg gegen Bolesław. Er kündigte im Jahre 1007 den Friedensvertrag mit Polen auf, woraufhin Bolesław das Gebiet um Magdeburg plünderte und die Einwohner töten oder gefangennehmen ließ.

Nach einigen kleineren Kämpfen, bei denen unter anderem die Burg Bautzen wieder verloren ging, rief Heinrich im Jahre 1010 erneut auf, sich in Belgern, links der Elbe oberhalb Torgaus gelegen, für einen Feldzug zu sammeln. Bevor man aber nach Polen einmarschieren konnte, erkrankte Heinrich und kehrte in Begleitung einiger Bischöfe zurück. Das zurückgebliebene Heer verwüstete daraufhin das Land des Markgrafen Gero II. von Lausitz, bevor es ebenfalls den Heimzug antrat.

Die nächsten Jahre nutzte Heinrich, um die Front gegen Bolesław zu verstärken, doch Kriegszüge scheiterten schon in den Anfängen. Erst durch Bemühungen des Polen, der seinen Sohn Mieszko im Winter 1012/1013 nach Magdeburg zu Friedensverhandlungen sandte, kam es zu Pfingsten 1013 auf einem Hoftag in Merseburg zum Merseburger Frieden. Man einigte sich auf einen Kompromiss: Bolesław leistete den Lehnseid und unterwarf sich damit formell. Als Gegenleistung erhielt er die Lausitz und das Lausitzer Land als Lehen und behielt damit faktisch die von ihm besetzten Teile der Ostmark und der Mark Meißen.

Kaiser

Kaiserkrönung in Rom

Da sich Heinrich, anders als seine Vorgänger Otto II. und Otto III., eher auf den nördlichen Reichsteil konzentrierte, gelangten in Rom wieder Päpste auf den Thron, die vom italienischen Adel beherrscht und nicht mehr dem Kaiser ergeben waren; so 1003 Johannes XVII., von 1003 bis 1009 Johannes XVIII. und von 1009 bis 1012 Sergius IV., die entweder Verwandte des römischen Patriziers Johannes II. Crescentius waren oder zumindest stark von ihm beeinflusst wurden. Johannes II. Crescentius verhinderte mehrfach Treffen zwischen dem jeweiligen Papst und dem König.

Nachdem kurz hintereinander im Mai 1012 Papst Sergius IV. und der ihn stützende Johannes gestorben waren, wurde durch eine hastige Wahl der Sohn des Grafen von Tusculum, eines Rivalen der Crescentier, als Benedikt VIII. auf den päpstlichen Thron gesetzt. Das folgende kurze Schisma mit dem Gegenpapst Gregor (VI.) entschied Benedikt für sich, indem er die Gründung des Bistums Bamberg bestätigte und Heinrich die Kaiserwürde anbot.

Ende 1013 machte sich Heinrich mit einem Heer von Augsburg aus auf den Weg nach Italien, nachdem er sich im Krieg gegen Polen durch eine Unterbrechung etwas Luft verschafft hatte. Ihn begleiteten seine Gattin und eine Reihe von Klerikern, wobei in Pavia weitere Bischöfe und Äbte zu ihm stießen. Arduin, der immer noch in Teilen Oberitaliens herrschte, wich ins Bergland von Ivrea aus und bot dem König die Anerkennung der ostfränkischen Oberhoheit sowie die Niederlegung seiner Krone und seine Söhne als Geiseln an, wenn ihm nur eine Grafschaft belassen würde. Heinrich lehnte ab, da er in Pavia und Ravenna unbestritten als König herrschte, und setzte seinen Zug nach Rom fort.

In Rom wurde er von Papst, Geistlichkeit und Volk festlich begrüßt. Am 14. Februar 1014 krönte ihn Benedikt VIII. in der Basilika St. Peter zum Kaiser und seine Gattin zur Kaiserin. Dabei überreichte ihm der Papst eine mit einem Kreuz gezierte goldene Kugel. Dies ist der erste Beleg für die Verwendung eines Reichsapfels. Solch ein Reichsapfel wurde später ein fester Bestandteil der Reichsinsignien. Davon abgesehen unterschied sich diese Kaiserkrönung durch die verstärkte Verwendung religiöser Symbole von den vorherigen.

Anschließend fand unter dem Vorsitz von Kaiser und Papst in Rom eine Synode statt, auf der insgesamt fünf Bischöfe abgesetzt, Verfügungen gegen die Simonie und für die Keuschheit von Klerikern erlassen und die Rückgabe von entfremdetem Kirchengut gefordert wurde. Kurz darauf zog der Kaiser wieder nach Norden, wobei er ein Bistum in Bobbio stiftete, und kehrte Mitte Mai 1014 wieder in das nördlich der Alpen gelegene Reichsgebiet zurück. Rom überließ er der Herrschaft des Papstes, bzw. den diesen stützenden Adelsgeschlechtern; von königlichen Eingriffen in die Politik Italiens und des Kirchenstaates ist wenig überliefert. Weitere Synoden, zu denen der Kaiser zusammen mit dem Papst einlud, folgten 1020 in Bamberg und 1022 in Pavia.

Vierter Feldzug gegen Bolesław und Friede von Bautzen

Nachdem Heinrich Kaiser geworden war, führte er erneut Krieg gegen Bolesław. Zuvor hatte sich der Konflikt stellvertretend in Kiew abgespielt, wo der Kaiser den Thronbewerber Jaroslaw, der Polenfürst seinen Schwiegersohn Swjatoplok unterstützt hatte. Spannungen hatte es auch gegeben, weil Bolesław trotz einer Aufforderung durch Heinrich keine Unterstützung für den Zug nach Rom geleistet hatte, weshalb Thietmar notierte: und so zeigt er sich trotz seiner schönen Versprechungen wie üblich als Lügner [15]. Außerdem soll sich der polnische Herzog beim Papst beschwert haben, dass er seine Abgaben nicht zahlen könne, weil der König ihm nachstelle. Nach seiner Rückkehr aus Italien rüstete Heinrich deshalb 1015 zum nächsten Krieg gegen Polen.

Mit drei Armeen, dem größten Aufgebot seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen, rückte das kaiserliche Heer gleichzeitig von Norden, Süden und dem Zentrum her vor. Heinrich selbst führte das Heer im Zentrum, das auch diesmal wieder große heidnische Verbände umfasste, und rückte von Magdeburg aus bis Crossen an der Oder vor. Unterdessen versuchten Herzog Bernhard von Sachsen und der böhmische Fürst Udalrich von Süden her mit ihren Truppen zum kaiserlichen Kontingent zu gelangen.

Beim Übergang des kaiserlichen Heeres über die Oder und im weiteren Verlauf des Feldzuges wurden mehrere tausend polnische Gegner getötet oder gelangten in Gefangenschaft, darunter auch Frauen und Kinder. Aber auch auf Seiten des Kaisers gab es hohe Verluste. Da die Vereinigung der drei Heere misslang, musste sich Heinrich über die Burg Strehla 1016 wieder nach Merseburg zurückziehen. Zusätzlich geriet Heinrich auf dem Rückzug bei einer Rast in einen Hinterhalt, wobei die Nachhut unter Gero II. mit 200 der trefflichsten […] erschlagen und ausgeplündert [16] wurden.

Da Verhandlungen über einen längeren Waffenstillstand scheiterten, zog Heinrich 1017 zum letzten Mal gegen den Polenherzog. Heinrich II. erreichte die Burg Glogau, in der sich Bolesław verschanzt hatte, wich aber einer militärischen Auseinandersetzung aus und zog stattdessen mit seinem Heer weiter zur Burg Niemcza an der Lohe. Die Belagerung begann, obwohl schon verheerende Krankheiten im kaiserlichen Heer wüteten. Alle Angriffe waren erfolglos, so dass sich Heinrich über Böhmen wieder nach Merseburg zurückzog.

Angesichts dieser erneuten Niederlage fand sich Heinrich zu ernsthaften Friedensverhandlungen bereit, die ihm Bolesław anbot, obwohl der Kaiser die bisherigen Kriege begonnen hatte. Allerdings war an eine öffentliche Unterwerfung des polnischen Herzogs unter die Oberhoheit des Kaisers nicht mehr zu denken. Deshalb musste Heinrich im Frieden von Bautzen im Jahre 1018 die Gleichrangigkeit Polens anerkennen und die Lausitz und das Milzenerland um Bautzen an Bolesław als Lehen geben.

Feldzug gegen Byzanz

Heinrichs Engagement in Italien und seine Krönung zum Kaiser brachten ihn unweigerlich in Konflikt mit Byzanz, das zu dieser Zeit in Süditalien Fuß gefasst hatte und bestrebt war, seine alten Machtansprüche auf diese Region wieder stärker zur Geltung zu bringen. So ließ Kaiser Basileios II. systematisch das Verwaltungssystem ausbauen und verstärkte Festungen und Burgen.

Durch die byzantinischen Erfolge in Unteritalien, die zur Restauration der byzantinischen Herrschaft bis nach Mittelitalien führten, entschloss sich Papst Benedikt VIII. im Jahr 1020 zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er suchte den Kaiser nördlich der Alpen auf und beriet mit ihm in Bamberg und Fulda. Auf Wunsch des Papstes, der sich vom byzantinischen Kaiser bedrängt sah, zog Heinrich 1021 sogar mit einem Heer nach Nordapulien und belagerte die byzantinische Festung Troia. Im folgenden Jahr gelang zwar die Einnahme, doch konnten die byzantinischen Truppen nicht zu einer Schlacht gezwungen werden. Heinrich musste umkehren, wobei sein durch Krankheiten geschwächtes Heer große Verluste erlitt. Aber auch Basileios II. konnte keinen Nutzen aus dem Rückzug Heinrichs ziehen: er starb bereits 1025, und alle weiteren Pläne bezüglich Süditaliens wurden fallengelassen.

Tod

Heinrich befand sich auf einer Reise nach Magdeburg, um dort das Osterfest zu feiern, nachdem er bereits drei Monate in Bamberg krank darniedergelegen hatte. Nach den Osterfeierlichkeiten in Magdeburg brach Heinrich auf und besuchte zunächst Halberstadt und anschließend Goslar. Ein heftiger Rückfall zwang zu einem Aufenthalt in der Pfalz Grona bei Göttingen, wo er schließlich am 13. Juli 1024 an einem chronischen schmerzhaften Steinleiden starb.

Sein Grab fand er im Bamberger Dom, wo er das von Tilman Riemenschneider um 1500 geschaffene Hochgrab mit Kaiserin Kunigunde teilt. Da die Ehe kinderlos blieb, endete mit Heinrich II. die Zeit der Herrschaft der Ottonen.

Politik Heinrichs

Eine von Heinrich II. im Januar 1003 ausgestellte Urkunde mit dem Bleisiegel „Renovatio regni Francorum“

Lange Zeit galt Heinrich als zäher Realpolitiker, der die Devise seines Vorgängers Otto III. „Wiederherstellung des römischen Reiches“ (Renovatio imperii Romanorum) durch den Wahlspruch „Erneuerung des Frankenreiches“ (Renovatio regni Francorum) ersetzte und die romzentrierte Kaiserideologie aufgab. Verglichen mit seinen Vorgängern hielt Heinrich sich nur kurze Zeit in Italien auf. Er ließ sich sogar mehr als ein Jahrzehnt Zeit, ehe er den italienischen Gegenkönig Arduin von Ivrea aus seiner Herrschaft vertrieb. An die Stelle der Freundschaft und Kooperation mit Boleslaw Chrobry trat Feindschaft- konkretisiert in den langwierigen sogenannten Polenkriegen. Man meinte vielmehr erstmals „den Eiseshauch nationaler Interessenpolitik“[17] in den Aktivitäten Heinrichs II. zu spüren.

In jüngerer Zeit hat Knut Görich auf das Zahlenverhältnis der beiden Bullen hingewiesen. 23 Bullen Ottos III. stehen hier nur vier Bullen Heinrichs II. gegenüber. Die kurzzeitige und seltene Verwendung der Frankenbulle, nur zu aktuellen Anlässen nach erfolgreicher Durchsetzung im Reich im Januar und Februar 1003 eingesetzt, wurde neben den überkommenen Wachssiegeln benutzt und schon bald wieder aufgegeben.[18] Gleichfalls sind die modernen Bewertungen extrem unterschiedlich. Die Skala reicht vom positiven Fazit, er sei die ideale Verkörperung des Herrschers im ottonisch-salischen Reichskirchensystem, ein „Mönchskönig“[19], gewesen bis zur radikalen Kritik, Heinrich habe sich skrupellos aller Macht bedient, „von der List über den Verrat bis zur nackten Gewalt und mit besonderer Vorliebe des kanonischen Rechts“.[20] Weitgehende Einigkeit besteht gewiss darin, dass der letzte Herrscher auf vielerlei Wegen eine Intensivierung der Königsherrschaft zu erreichen versuchte. Sein Zugriff auf die Reichskirche zeugt hiervon ebenso wie sein Verhalten Gegnern gegenüber.

Kirchenpolitik

Als ungelöste kirchliche Probleme übernahm Heinrich von Otto III. die Frage der Wiedereinrichtung des Bistums Merseburg und den sogenannten Gandersheimer Streit, der um die Frage geführt wurde, ob Gandersheim zur Hildesheimer oder Mainzer Diözese gehöre, woraus sich die Rechte der jeweiligen Bischöfe ableiteten.

In der Merseburg-Frage hatte Erzbischof Giselher zuvor über mehrere Jahre Bemühungen Ottos III. und zahlreiche Synoden zunichte gemacht, die ihn auf den Merseburger Bischofssitz veranlassen wollten. Als der Magdeburger Erzbischof Giselher im Jahr 1004 starb, setzte Heinrich als neuen Erzbischof seinen Kandidaten Tagino durch und errichtete das Bistum Merseburg von neuem. Ähnliche Konsequenz zeigte Heinrich auch bei der Beilegung des Gandersheimer Streites, indem er Willigis und Bernward von Hildesheim dazu brachte den Spruch einer Weihnachtssynode in Pöhlde im Jahr 1006 zu akzeptieren. Diese Entscheidung fiel zugunsten Bernwards aus und beendete den Streit zumindest für die Regierungszeit Heinrichs II.

Das Reichskirchensystem

Darstellung Heinrichs II. neben dem Hauptportal des Basler Münsters

Heinrich wird als fromm und von der Sakralität seines Amtes durchdrungen beschrieben. Die unter den ersten drei Ottonen begonnene Einbindung der Kirche in das weltliche Herrschaftssystem des Reiches, später von Historikern als „Ottonisch-salisches Reichskirchensystem“ bezeichnet, fand unter Heinrich II. seine nahtlose Fortsetzung und ihren Höhepunkt. Heinrich unterstützte den Zölibat, das Naheheverbot und verschiedene Reformen in den Klöstern des Reiches.

Unter Heinrich II. wurden vermehrt Grafschaften an Bischöfe übertragen. Er machte große Schenkungen aus dem Reichsgut an die Klöster und deren Äbte sowie die Bistümer und Bischöfe des Reiches. So schenkte er noch in seinem Todesjahr dem Kloster Fulda die Grafschaft Stodenstadt im Maingau.

Trotz der großen Schenkungen und der erweiterten Macht wuchs die Selbständigkeit der Kirche gegenüber dem Reich jedoch nicht an. Im Gegenteil: Die besondere Förderung der Kirche, sowohl der Klöster wie der Bischofskirchen erlaubte Heinrich auch von diesen besondere Leistungen zu fordern. In manchen seiner Urkunden wird dieser Anspruch unmittelbar zum Ausdruck gebracht: „Wem mehr gegeben wird, von dem wird auch mehr gefordert.“[21] Heinrich verlangte unbedingten Gehorsam und die unverzügliche Umsetzung seines Willens. Er vollendete die Königshoheit über die Reichskirche und wurde zum „Priesterkönig“, wie kaum ein zweiter Herrscher des Reiches. Doch er regierte nicht nur die Kirche, er regierte das Reich auch durch die Kirche. In Sachsen versuchte Heinrich durch Heranziehung und Unterstützung des Episkopats seinen Handlungsspielraum zu erweitern. Er regierte vor allem mit Hilfe der Bischöfe. In seiner Chronik umschreibt Thietmar mit den Begriffen simpnista und coepiscopi das ganz besondere Vertrauensverhältnis Heinrichs zu den Bischöfen, die es in dieser Intensität bei keinem anderen Herrscher im Mittelalter gibt.[22] Für die Symbiose zwischen König und Bischof waren die Synoden von besonder Bedeutung, die Heinrich häufiger als seine Vorgänger einberief. 15 Versammlungen sind nachzuweisen auf denen der König sich mit seinen Reichsbischöfen beriet.[23] Weltliche und kirchliche Angelegenheiten wurden im Grunde genommen nicht unterschieden und gleichermaßen auf Synoden verhandelt.

Heinrich stärkte dadurch einerseits die Rolle des hohen Klerus als Stütze des Reiches und verschaffte sich andererseits einen größeren Einfluss auf die kirchliche Politik. Als Gegenleistung mussten die Klöster und Bischofskirchen, da die Pfalzen dazu nicht mehr in der Lage waren, den Kaiser und dessen Gefolge bei seinen Reisen, den so genannten Königsgastungen, unterhalten. Außerdem hatten die kirchlichen Herrscher einen Großteil des Reichsheeres zu stellen. Bei den meisten von Heinrichs Feldzügen stellten die geistlichen Fürsten das größte Truppenkontingent. Ein persönlicher Grund für die Bevorzugung der Kirche und die Schenkungen mag die Kinderlosigkeit von Heinrich und seiner Frau Kunigunde gewesen sein. Da mit keinem leiblichen Erbe zu rechnen war, bot sich die Kirche als Garant für das Fortbestehen des Reiches an.

Heinrich hielt, wie seine Vorgänger, am kaiserlichen Einsetzungsrecht der Bischöfe fest und setzte sich dabei auch über die verbrieften Rechte des Klerus hinweg. Bei Widerspruch setzte er seinen Willen auch mit Gewalt durch. Die meisten der während seiner Regierungszeit entstandenen Vakanzen besetzte er mit Klerikern aus seiner engsten Umgebung. Alle seine Kanzler bekamen von ihm ein Bistum.

Gründung des Bistums Bamberg

Urkunde Heinrichs über die Schenkung des Ortes Berga an das Bistum Bamberg vom 10. Mai 1019

Zur Sicherung seiner Memoria gründete Heinrich 1007 das Bistum Bamberg. Heinrich soll die Burg Bamberg seit seiner Kindheit an in so einzigartiger Weise geliebt haben, dass er sie seiner Gemahlin Kunigunde als Morgengabe (dos) übertrug.[24] Vom ersten Tag seines Königtums arbeitete Heinrich auf die Errichtung eines Bistums in Bamberg hin und begann sogleich mit dem Bau einer neuen Kirche, die zwei Krypten hatte und bald vollendet werden konnte. Bei der eigentlichen Bistumsgründung waren beträchtliche Widerstände des Bistums Würzburg zu überwinden, da die neue Diözese etwa ein Viertel dieses Bistums und seit 1016 nördliche Teile des Eichstätter Sprengels umfasste.

Nach langem Streit wurde auf einer Synode in Frankfurt am Main am 1. November 1007 ein Konsens zwischen den Bischöfen gefunden. Bischof Heinrich von Würzburg, der sich durch die Abtretung der Gebiete an das neue Bistum die Erhebung zum Erzbischof erhofft hatte, erschien nicht auf der Synode.

Zahlreiche reichsweite Schenkungen durch den König sicherten dem neuen Bistum von Anbeginn einen reichen Besitz. So erhielt das Bistum Grafschaften in Franken, viele Orte in Sachsen, Kärnten und Schwaben, dazu das schwäbische Herzogskloster Stein am Rhein, das Pfalzstift in Regensburg, Frauenklöster wie Kitzingen und Haslach im Elsass, und wichtige königliche Orte aus karolingischer Zeit, wie Hallstadt und Forchheim. Insgesamt sind 83 Schenkungsurkunden bekannt. Heinrichs bisheriges Zentrum Regensburg trat fortan in den Hintergrund. Nach 1007 ist der König nur noch ein einziges Mal in Regensburg nachweisbar.[25]

Neben den kirchenpolitischen und religiösen Gründen für die Gründung des Bistums dürfte auch die Absicht gestanden haben, mit Hilfe des neuen Bistums die heidnischen Slawen, die im östlichen Reichsgebiet zu dieser Zeit noch zahlreich vertreten waren, endgültig zu christianisieren. Tatsächlich hat die Gründung die Christianisierung und Niederringung der Slawen am Oberen Main, im Fichtelgebirge und in den benachbarten böhmischen Gebieten besiegelt.

Als ersten Bischof von Bamberg bestimmte Heinrich seinen Kanzler Eberhard, der von 1013 bis 1024 auch Erzkanzler von Italien war. Er wurde noch am selben Tag zum Bischof von Bamberg geweiht.

Adelspolitik

Gerade unter seinen Vorgängern Otto II. und Otto III. waren die Herzöge besonders mächtig geworden. Im Süden des Reiches hatten die Herzöge bis zum ausgehenden 10. Jahrhundert eine königsähnliche Stellung inne. Sie verstanden ihre Herzogtümer zunehmend als abgeschlossene, persönliche Herrschaftsbereiche, ebenso wie der nordalpine Teil des Reiches in dieser Zeit erstmals als „deutsch“ bezeichnet wurde.[26] Heinrichs Politik war auf die Überwindung der gentilen Struktur, der Zusammensetzung von Stammesverbänden, ausgerichtet. Franken und Sachsen sollten nicht mehr das Kernvolk des Reiches bilden und Schwaben und Bayern keine Sonderrolle mehr spielen. Er verstand sich auch wegen der sakralen Rechtfertigung seiner Macht als weit über den Herzögen stehend und sah sie gewissermaßen als „bessere Grafen“ an. Zudem waren die Herzöge nicht mehr durch enge Verwandtschaftsbeziehungen an den König gebunden wie unter Otto I. und Otto II. Gerd Althoff hat als auffallenden Unterschied zwischen Heinrich II. und dessen Vorgängern herausgearbeitet, dass Heinrich nicht in gleichem Maße zur clementia bereit war, wie es die ottonischen Herrscher gegenüber ihren Feinden anscheinend gewesen sind.[27]

Wohl wegen dieser scharfen Konflikte mit dem weltlichen Adel baute Heinrich die Machtpositionen des Klerus aus, um die ihm treu ergebenen geistlichen Fürsten als Gegengewicht gegen den weltlichen Adel zu benutzen. So überstand er mit ihrer Hilfe alle Empörungen des Adels im ersten Jahrzehnt seiner Regierungszeit. Selbst seine Verwandtschaft, die Brüder seiner Frau Kunigunde, die Luxemburger, erhoben sich und wurden gewaltsam niedergeschlagen. Im Zuge der bereits geschilderten Auseinandersetzungen zerstörte er systematisch die Machtpositionen des bayerischen und des schwäbischen Herzogs. Auch die zähen Kämpfe mit Boleslaw lassen sich aus dieser Perspektive interpretieren. Der polnische Herrscher verstand sich nach der massiven Aufwertung durch Otto III. als eigenständiger Herr über ein großes Reich und als Verbündeten des deutschen Königs. Heinrich II. wiederum wollte ihn nur als Vasall anerkennen.

Auch die Billunger, die in Sachsen den Herzog stellten und denen die Ostpolitik des Königs nicht passte, da er auf das Bündnis mit den heidnischen Lutizen setzte, standen gegen Heinrich auf. Aber auch dieser Aufstand wurde mit Hilfe der Bistümer und der Lutizen als Hilfstruppen gewaltsam beendet. Auch in anderen Fällen missachtete Heinrich die Regeln der adligen Konfliktführung.

Insbesondere die Adligen im Westen des Reiches waren Heinrich suspekt, da diese sich nicht nach dem Zügel der Gerechtigkeit richten würden, den Gott dem König in die Hand gelegt habe.[28] So berichtete es Thietmar in seiner Chronik aus der Umgebung des Königs. Vielmehr würden, so Thietmar weiter, die Fürsten ihre Fehler durch Tricks, ihre körperliche Stärke oder mit ihrer rhetorischen Gewandtheit verteidigen.

Wirkung

Zeitgenössische Urteile

Die Urteile der Zeitgenossen über seine Herrschaft sind extrem unterschiedlich. Thietmar von Merseburg, der die Herrscher an ihrer Stellung zu Merseburg bemisst, feierte Heinrich als Herrscher, der dem Reich Frieden und Recht zurückbrachte.[29] Dennoch wird Heinrich II. auch bei Thietmar von deutlicher Kritik nicht verschont. In der Frage der Bischofserhebungen ist Heinrich häufig Gegenstand der Kritik. Auch die aus der Salbung abgeleitete Bezeichnung des Königs als christus Domini verwendet Thietmar nur im Zusammenhang einer äußerst harten Kritik. In einer Besitzstreitigkeit entschied Heinrich zugunsten eines Gefolgsmannes und gegen Angehörige von Thietmars Familie. Zwar versteckt Thietmar sich zunächst hinter der öffentlichen Meinung (omnes populi mussant) versteigt sich dann aber zu der Kritik:

daß der Gesalbte des Herrn Sünde tue (Christum Domini peccare occulte clamant)[30]

Neben der Trauer über den Verlust und Lob über seine Taten, finden sich auch kritische Stimmen wie diejenige Brun von Querfurts. In seinem Brief aus dem Jahre 1008 äußerte er scharfe Kritik an Heinrichs Polenpolitik und mahnte Heinrich dazu, das als Sünde bezeichnete Bündnis mit den heidnischen Liutizen gegen den christlichen Herzog von Polen sofort zu beenden. Nach seiner Meinung sei Heinrich gar nicht um das Christentum besorgt, sondern um den honor secularis, die weltliche Ehre, und würde deshalb mit Hilfe von Heiden in das christliche Land einfallen. In den eindringlichen Mahnungen Bruns von Querfurt an Heinrich II. wird auch das Hauptproblem seiner Haltung angesprochen: „Sei auf der Hut, o König, wenn du immer alles mit Gewalt machen willst, niemals aber mit Barmherzigkeit“[31]

Heiligsprechung

Originalurkunde der Heiligsprechung Heinrichs II.

Nach seinem Tod wurde in Bamberg das Bild vom heiligen Kaiser aufgebaut. Unmittelbar anknüpfen konnte man an die Bezeichnung „der Fromme“. In seinem Preislied von Abt Gerhard von Seeon wird Heinrich mit „Oh frommer König Heinrich“ (pie rex Heinrice).[32] angesprochen. Die eigentliche Verklärung Heinrichs II. durch eine besondere „Heiligkeit“ ist um die Mitte des 11. Jahrhunderts zu fassen. Adam von Bremen berichtete 1074 von der sanctitas des Kaiser.[33] Für seine Heiligsprechung wurde 1145/1146 von einem unbekannten Bamberger Verfasser ein Bericht über Leben und Wunder Heinrichs vorbereitet und 1147 zu einer Heiligenvita umgearbeitet. Die Bamberger Kirche, in der durch jährliche Totenmesse sein Andenken wachgehalten wurde, erreichte schließlich 1146 die Heiligsprechung. Die Voraussetzungen für die Heiligkeit wurden vor der Kanonisation einer genauen Prüfung unterzogen. Eine Ehe in Keuschheit, hätten Heinrich und Kunigunde geführt, so das Ergebnis. Als heiligmäßige Taten galten außerdem mehrere Kirchengründungen, allen voran die der Bischofskirche von Bamberg. In der Heiligsprechungsbulle des Papstes heißt es:

Jetzt aber haben wir vieles […] erfahren über seine Keuschheit, über die Gründung der Bamberger Kirche und vieler anderer, auch über die Wiederherstellung bischöflicher Sitze und die vielfältige Freigebigkeit seiner Spenden, über die Bekehrung König Stephans und ganz Ungarns, von ihm herbeigeführt durch Gottes Hilfe, über seinen glorreichen Tod und über mehrere Wunder nach seinem Tod, geschehen in Gegenwart seines Leibes. Darunter halten wir besonders bemerkenswert, dass er nach Empfang von Krone und Zepter des Reiches nicht kaiserlich, sondern geistlich lebte und dass er in rechtmäßiger Ehegemeinschaft, wie wohl nur wenige bis ans Lebensende unversehrte Keuschheit bewahrte.[34]

Ein Jahr später, am 13. Juli 1147, erfolgte die feierliche Erhebung von Heinrichs Gebeinen zur Ehre der Altäre in Bamberg. Papst Innozenz III. bekräftigte dieses Idealbild, als er die Heiligsprechung Kunigundes 1200 aus ihrer beständigen Jungfräulichkeit, der mit dem Gemahl getätigten Bamberger Bistumsgründung und weiteren frommen Werken erklärte.

Bemerkenswert ist diese Heiligsprechung, die einzige eines deutschen Kaisers, aus verschiedenen Gesichtspunkten. Erstens war die Überlieferung über das Wirken des Kaisers in Italien weniger positiv als nördlich der Alpen. So zeigen Miniaturen aus dem 14. Jahrhundert Heinrich als einen der sieben Köpfe des apokalyptischen Drachens nach Herodes, Nero, Konstantin II., Chosrau II. und vor Saladin und Friedrich II.

Auf der anderen Seite wurden kurz nach Heinrich im Jahre 1189 der Bamberger Bischof Otto I. und die Gattin Heinrichs, Kunigunde, im Jahre 1200 heilig gesprochen. Kein anderer Ort in der Christenheit konnte damals in vergleichbarer Zeit drei neue eigene Heilige vorweisen. Das Bistum Bamberg verbuchte damit immerhin 11,11 % der zwischen 1100 und 1200 gelungenen Kanonisierungsverfahren. In den 500 Jahren seit der ersten offiziellen päpstlichen Heiligsprechung im Jahre 993 gelangten insgesamt weniger als 100 Verfahren zum erfolgreichen Abschluss.

Der Hauptgrund dürfte darin zu suchen sein, dass es dem Bistum Bamberg, trotz oder erst recht wegen seiner recht peripheren Lage, gelang, seine kaiserlichen Stifter zu nutzen und damit seine Königs- und Papstnähe zu erhalten.

Ausgenutzt wurde dabei auch die legendenhafte angebliche heilige Keuschheit des Herrscherpaares. Die ältesten Nachrichten darüber stammen aus dem frühen 12. Jahrhundert und gehen nur auf mündliche Überlieferungen zurück, die wohl als unglaubwürdig angesehen werden dürfen. Denn Thietmar belegt, dass Heinrich auf der Synode im Jahre 1007 gestand, dass er die Hoffnung auf Kinder aufgegeben habe:

Um der künftigen Wiedervergeltung willen habe ich Christus zu meinem Erben erwählt, denn auf Nachkommen kann ich nicht mehr hoffen.[35]

Grund der zur Josefsehe umgedeuteten Kinderlosigkeit des Kaiserpaares dürfte die operative Entfernung eines Blasensteins Heinrichs in Monte Cassino gewesen sein, bei der auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Entgegen der Legende zeigt das Grabmal Tilman Riemenschneiders für den Kaiser im Bamberger Dom keinen Heiligen, sondern einen als Steinschneider heilkundigen Mönch, der dem Kaiser den entfernten Blasenstein in die Hand legt. Auch nach dieser Operation litt der Kaiser wiederholt an einer immer wieder auftretenden Erkrankung, die wohl auf neue Blasensteine zurückzuführen gewesen sein dürfte.

Ausgehend vom Bistum Bamberg verbreitete sich die Heinrichsverehrung in mehreren Bistümern des Reiches, vorwiegend in Bayern, aber auch im Elsass und im Bodenseegebiet. 1348 wurde der Heinrichstag (13. Juli) auch im Bistum Basel zum hohen Feiertag erklärt.

Politische Erinnerung an Heinrich

Neben die Erinnerung an Heinrich und seine Gattin als Heilige trat im Laufe der Zeit aber auch eine politische Komponente. Dabei wurde Heinrich als Schöpfer der mittelalterlichen Reichsordnung gesehen. Chronisten notierten, dass sich mit ihm die Königswahl im Gegensatz zur dynastischen Erbfolge etabliert habe. Zwar entwickelte sich diese erst im 13. Jahrhundert und erlangte mit der Goldenen Bulle von Karl IV. dauerhafte Geltung. Jedoch wurde die endgültige Einführung der Königswahl und des Kurfürstenkollegs auf Heinrich zurückgeführt. Schließlich wurde die gesamte Reichsverfassung, neben Karl dem Großen, Otto I. und Otto III., mit ihm verknüpft.

Dabei gehen Historiker davon aus, dass dafür wohl weniger die tatsächlichen Herrscherleistungen maßgebend waren als die verklärte und fehlerhafte Erinnerung an einen erbenlos gebliebenen Herrscher, der einen heiligen Keuschheitsschwur geleistet habe, von den Fürsten gewählt wurde, für Recht und Ordnung im Reich sorgte und zum Kaiser aufstieg.

Literatur

Quellen

  • Adalbold von Utrecht: Vita Heinrici II. imperatoris, ed. Georg Waitz, Monumenta Germaniae Historica SS 4, Hannover 1841, Nachdruck 1982, S.679–695
  • Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins (Heinrici II. et Arduini Diplomata), herausgegeben von Harry Bresslau, Hermann Bloch, Robert Holtzmann u. a., Hannover 1900–1903 (Nachdruck 2001).
  • Die Tegernseer Briefsammlung, ed. Karl Strecker (MGH Epistolae selectae 3), Berlin 1925, Nachdruck 1964.
  • Johann Friedrich Böhmer: Regesta Imperii II, 4. Die Regesten des Kaiserreiches unter Heinrich II., neubearbeitet von Theodor Graff, Wien u. a. 1971.
  • Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 9), Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich, Darmstadt 1957 (mehrere Neuauflagen).

Darstellungen

  • Klaus Guth: Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde – das heilige Herrscherpaar. Leben, Legende, Kult und Kunst, 2. Aufl., Petersberg 2002.
  • Stefan Hess: Zwischen Verehrung und Versenkung. Zum Nachleben Kaiser Heinrichs II. in Basel, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 102 (2002), S. 83–143.
  • Siegfried Hirsch: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich II., 3 Bde, Berlin 1862–75.
  • Hartmut Hoffmann: Mönchskönig und "rex idiota". Studien zur Kirchenpolitik Heinrichs II. und Konrads II., Hannover 1993, ISBN 3-7752-5408-0.
  • Josef Kirmeier, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Heinrich II. 1002–1024, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2002. Augsburg 2002, ISBN 3-927233-82-X.
  • Carl Pfaff: Kaiser Heinrich II. Sein Nachleben und Kult im mittelalterlichen Basel, Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft, Bd. 89, Basel/Stuttgart 1963.
  • Wolfgang F. Reddig: Kaiser Heinrich II., Leben, Zeit und Welt, Bamberg 2002, ISBN 3-933469-10-4.
  • Theodor Schieffer: Heinrich II. und Konrad II. Die Umprägung des Geschichtsbildes durch die Kirchenreform des 11. Jahrhunderts, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 8, 1951, S.384–437.
  • Bernd Schneidmüller: Otto III. - Heinrich II.: eine Wende?, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-4251-5.
  • Stefan Weinfurter: Heinrich II., in: Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., München 2003, ISBN 3-534-17585-9.
  • Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1654-9.
  • Stefan Weinfurter: Die Zentralisierung der Herrschaftsgewalt im Reich durch Kaiser Heinrich II., in: HJb 106, 1986, S. 241–297.

Weblinks

Quellen

Darstellungen

Karten

Anmerkungen

  1. MGH DO III. 155.
  2. Thietmar IV., 54.
  3. Gebhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Bd. 3: Gerd Althoff/ Hagen Keller, Die Zeit der späten Karolinger und der Ottonen 888–1024, Stuttgart 2008, S.318f..
  4. Thietmar V 15–18.
  5. D HII, 34.
  6. Stefan Weinfurter: Die Zentralisierung der Herrschaftsgewalt im Reich durch Kaiser Heinrich II. In: Historisches Jahrbuch 106 (1986), S.241–297, hier: S.286.
  7. Thietmar V., 14.
  8. Stefan Weinfurter: Die Zentralisierung der Herrschaftsgewalt im Reich durch Kaiser Heinrich II. In: Historisches Jahrbuch 106 (1986), S.241–297, hier: S.275f..
  9. Thietmar VI., 41.
  10. Gallus Anonymus, Chronicae et gesta ducum sive principum Polonorum I, 6.
  11. Thietmar VI., 10
  12. Thietmar V., 31
  13. Thietmar VI., 25
  14. Thietmar VI., 33
  15. Thietmar VI., 92
  16. Thietmar VII., 21
  17. Carlrichard Brühl, Die Anfänge der deutschen Geschichte, Wiesbaden 1972, S.177.
  18. Knut Görich, Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Kaiserliche Rompolitik und sächsische Historiographie, Sigmaringen 1993, S. 270ff..
  19. Hartmut Hoffmann, Mönchskönig und "rex idiota". Studien zur Kirchenpolitik Heinrichs II. und Konrads II., Hannover 1993, S.99ff. und 115f..
  20. Johannes Fried, Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024, Berlin 1994, S.623.
  21. MGH D H II. 433: cui plus committitur, ab eo plus exigitur
  22. Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Darmstadt 2000, S.127; 145.
  23. Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Darmstadt 2000, S.163.
  24. Thietmar VI., 30
  25. Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Darmstadt 2000, S.259.
  26. Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002–1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Darmstadt 2000, S.36f.
  27. Gerd Althoff, Otto III. und Heinrich II. in Konflikten, in: Bernd Schneidmüller/ Stefan Weinfurter (Hrsg.), Otto III. und Heinrich II. Eine Wende, Sigmaringen 1997, S. 77-94, hier: S. 80.
  28. Thietmar VII., 8
  29. Thietmar V., prol.
  30. Thietmar VII., 8
  31. Brun von Querfurt, Epistola ad Henricum regem, ed. Jadwiga Karwasińska (Monumenta Poloniae Historica IV/3), Warschau 1973, S.102.
  32. MGH Poetae latini 5, S.397.
  33. Adam von Bremen, Hamburgische Kirchengeschichte, lib. II, cap. 56.
  34. Zitiert nach: Josef Kirmeier, Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Heinrich II. 1002–1024, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2002. Augsburg 2002, S. 50
  35. Thietmar VI., 31
Vorgänger Amt Nachfolger
Otto III. Römisch-deutscher König
(ab 1014 Kaiser)

1002–1024
Konrad II.
Heinrich II. Herzog von Bayern
995–1004
Heinrich V.
Heinrich V. Herzog von Bayern
1009–1017



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