Lehmen

Lehmen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lehmen
Lehmen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lehmen hervorgehoben
50.2841666666677.4538888888889100
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Untermosel
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 10,24 km²
Einwohner:

1.373 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56332
Vorwahl: 02607
Kfz-Kennzeichen: MYK
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 504
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz: www.gemeinde-lehmen.de
Ortsbürgermeister: Günter Deis
Lage der Ortsgemeinde Lehmen im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Lehmen ist eine Ortsgemeinde an der Terrassenmosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Untermosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat. Lehmen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lehmen liegt am linken Moselufer etwa 19 Kilometer von Koblenz und etwa 31 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Kattenes und moselabwärts Kobern-Gondorf. Auf der anderen Moselseite liegt Niederfell. In Lehmen mündet der Nothbach in die Mosel.

Gliederung des Gemeindegebietes

  • Der Ortsteil Lehmen zieht sich über eine Länge von etwa 1 Kilometer am Moselufer entlang. Zum Ortsteil Lehmen gehören auch die Wohnplätze Fißmühle, Lehmerhöfe, Nikolaushof, Nothenmühle und Schmittenhöhe.[3]
  • Der Ortsteil Moselsürsch liegt auf den Moselhöhen zum Maifeld hin. Zu diesem Ortsteil gehört der an der Mosel liegende Wohnplatz Schiefergrube.

Klima

Wie auch andere Gemeinden der Untermosel liegt Lehmen klimatisch begünstigt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands.

Geschichte

Ortsteil Lehmen

Vermutlich war Lehmen bereits in römischer Zeit besiedelt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 865 n. Chr. in einer Urkunde von Kaiser Ludwig II., der Deutsche, unter dem Namen „Liomena“.[4]

Ortsteil Moselsürsch

Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 964.

Neubildung der Gemeinde

Die heutige Gemeinde Lehmen wurde am 30. September 1976 aus den aufgelösten Gemeinden Lehmen (850 Einwohner) und Moselsürsch (208 Einwohner) neu gebildet.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Lehmen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[6]

  SPD CDU FWG Gesamt
2009 1 7 8 16 Sitze
2004 1 9 6 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Romanischer Glockenturm
  • Im Ort steht ein fünfgeschossiger romanischer Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert, der an die ehemalige Pfarrkirche erinnert.
  • Die Pfarrkirche Sankt Stefan wurde 1762 als einfacher Saalbau errichtet.
  • Die Moselsürscher Kirche wurde 1774 erbaut und ist dem heiligen Ägidius geweiht. Sie hat einen Dachreiter. Der Kirchturm wurde im Rahmen der Erweiterung 1957–1958 erbaut.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lehmen

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau und Landwirtschaft

Während Lehmen eine Weinbaugemeinde ist, sind die Ortsteile Lehmerhöfe und Moselsürsch landwirtschaftlich geprägt.

Lehmen gehört zum „Weinbaubereich Burg Cochem“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort sind sieben Weinbaubetriebe tätig, zwei davon im Vollerwerb. Die bestockte Rebfläche beträgt 23 ha, davon ~ 80 % Weißweinrebsorten (Riesling, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Solaris, Prinzipal, Phönix, Ehrenfelser) und ~ 20 % blaue Sorten (Spätburgunder, Regent, Dornfelder, Rondo)(Stand 2011).[2]

Weinlagen

Insgesamt gibt es in Lehmen 23 landwirtschaftliche Betriebe. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche beträgt 739 ha (Stand 2007).[2]

Verkehr

Am Moselufer entlang führt die B 416 am Ort vorbei. Diese verbindet Koblenz mit Karden. Eine Landstraße führt über die Moselhöhen in Richtung Münstermaifeld.

In Lehmen gibt es einen Haltepunkt der Deutschen Bahn an der Strecke zwischen Koblenz und Trier.

Die 13. von 14 Staustufen der Mosel zwischen Thionville und Koblenz befindet sich in Lehmen. Der derzeitige Betriebsstellenleiter der Moselstaustufe ist der 58 jährige Lehmener „Staupitter“. Sie dient der Regulierung des Fahrwasserstandes und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 6 Metern. In einem Wasserkraftwerk wird Strom erzeugt.

Einrichtungen

In Lehmen befindet sich das Landesausbildungszentrum und die Geschäftsstelle des DLRG-Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Das Landesausbildungszentrum kann auch von Gruppen und anderen Interessenten gebucht werden. Neben Übernachtungsmöglichkeiten stehen auch modern ausgestattete Schulungsräume zur Verfügung.

Bildung

In dem Ort liegen die Grundschule „St. Georg“ und die Kindertagesstätte „Rappelkiste“.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Am Rosenmontag findet in der Mehrzweckhalle in Lehmen ein Bunter Abend statt.
  • Am letzten Wochenende im Juni findet das Razejungefest (Weinfest) auf dem Razejungenplatz in der Ortsmitte statt.

Sonstiges

Naturschutzgebiete

  • Auf Moselsürscher Gemarkung liegt das über 30 Hektar große Naturschutzgebiet Ausoniusstein. Dort findet sich u. a. noch der selten gewordene Apollofalter.
  • In der Mosel etwas oberhalb der Staustufe liegt die Reiherschussinsel, ein Vogelschutzgebiet.

Razejung

Die Lehmener Razejunge brachten früher mit einer korbgeflochtenen Kiepe, der Raze, den Mist aus den Ställen zum Düngen in die Weinberge. Daran erinnert noch heute das jährlich gefeierte Razejungefest am letzten Wochenende (Samstag und Sonntag) im Juni.

Aussichtspunkt

Schöner Blick über den Ort mit Mosel und Staustufe Lehmen im Hintergrund am Aussichtspunkt auf dem Klosterberg.

Bilder

Weblinks

 Commons: Lehmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 29 (PDF)
  4. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, Erster Band, Coblenz: Hölscher, 1860, Urkunde 104, Seite 107
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 Seite 184
  6. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat

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