- Tour de France 1998
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85. Tour de France 1998 – Endstand Streckenlänge 21 Etappen, 3877,1 km Toursieger Marco Pantani 92:49:46 h
(39.983 km/h)Zweiter Jan Ullrich + 3:21 min Dritter Bobby Julich + 4:08 min Vierter Christophe Rinero + 9:16 min Fünfter Michael Boogerd + 11:26 min Sechster Jean-Cyril Robin + 14:57 min Siebenter Roland Meier + 15:13 min Achter Daniele Nardello + 16:07 min Neunter Giuseppe Di Grande + 17:35 min Zehnter Axel Merckx + 17:39 min Grünes Trikot Erik Zabel 327 P. Zweiter Stuart O'Grady 230 P. Dritter Tom Steels 221 P. Bergtrikot Christophe Rinero 200 P. Zweiter Marco Pantani 175 P. Dritter Alberto Elli 165 P. Weißes Trikot Jan Ullrich 92:53:07 h Zweiter Christophe Rinero + 5:55 min Dritter Giuseppe di Grande + 14:14 min Teamwertung Cofidis 267:16:10 h Zweiter Casino + 29:09 min Dritter US Postal + 41:40 min Die 85. Tour de France fand vom 11. Juli bis 2. August 1998 statt und führte auf 21 Etappen über 3877 km. Sie stand im Schatten der Festina-Affäre. Dieser Artikel widmet sich der sportlichen Seite dieser Rundfahrt. Es nahmen 189 Rennfahrer daran teil, von denen nach Ausschlüssen und Rückziehern von Teams nur 96 klassifiziert wurden.
Inhaltsverzeichnis
Strecke
Die Tour startete in der irischen Hauptstadt Dublin und blieb noch zwei weitere Tage auf der Insel. In entgegengesetztem Uhrzeigersinn ging es von der Bretagne nach einer Reihe von Flachetappen zunächst in die Pyrenäen, anschließend in die Alpen. Außer dem Prolog wurden zwei Einzelzeitfahren ausgetragen, ein Mannschaftszeitfahren gab es wie schon in den beiden Jahren zuvor nicht. Etappenorte außerhalb Frankreichs waren außer in Irland in der Schweiz.
Favoriten
Die Festina-Affäre dezimierte von vornherein nicht nur das Fahrerfeld allgemein, sondern nahm schon vor Beginn einige Favoriten aus dem Rennen wie Alex Zülle oder Richard Virenque, den Vorjahreszweiten. Beide gehörten zum Festina-Team. Somit galt nur Vorjahressieger Jan Ullrich als ernstzunehmender Favorit. Marco Pantani hatte zwar schon im Frühjahr den Giro d’Italia gewonnen und wurde bei der Tour 1997 Dritter. Seine Qualitäten im Zeitfahren galten jedoch als nicht gut genug, um als Sieganwärter zu gelten.
Rennverlauf
Nach den Flachetappen, die größtenteils die Sprinter unter sich ausmachten (mit Ausnahme eines Etappensiegs von Jens Heppner), gewann Ullrich das erste große Zeitfahren vor Tyler Hamilton und Bobby Julich. Pantani hatte bereits einen Rückstand von über vier Minuten, Ullrich übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Zwar konnte für zwei Tage Laurent Desbien Ullrich das Gelbe Trikot abnehmen, was der Lohn für eine gelungene Flucht war, bei der die Ausreißergruppe über sieben Minuten vor dem Hauptfeld ins Ziel kam. Ullrich blieb aber in der Gesamtwertung vor seinen direkten Konkurrenten und übernahm nach der ersten Etappe im Hochgebirge der Pyrenäen in Luchon wieder das Gelbe Trikot. Es lief also alles nach Plan für Ullrichs zweiten Toursieg.
Die Führung konnte der Deutsche bis in die Alpen behaupten. Noch in Grenoble hatte er in der Gesamtwertung einen Vorsprung von 1:11 Minuten auf Bobby Julich. Marco Pantani hatte einen Rückstand von 3:01 Minuten. Auf der Königsetappe nach Les Deux Alpes sollte Ullrich seinen Vorsprung einbüßen. Von Nässe und Kälte und einem Hungerast gepeinigt, schleppte er sich abgeschlagen mit einem Rückstand von 8:57 Minuten hinter Tagessieger Pantani hinauf ins Ziel. Pantani übernahm das Gelbe Trikot, Ullrich war nun Vierter mit einem Rückstand von fast sechs Minuten. Gewillt nicht aufzugeben, gewann er die anschließende 16. Etappe nach Albertville, den Rückstand auf Pantani verkürzen konnte er nicht. Die 17. Etappe wurde nicht ausgetragen, die Fahrer zogen in einen Streik gegen die schlechte Behandlung ihrer Kollegen aufgrund der Dopingfälle. Sämtliche spanischen Mannschaften traten nicht mehr an.
Das Zeitfahren auf der vorletzten Etappe konnte Ullrich erneut gewinnen; es reichte, um in der Gesamtwertung auf den 2. Platz vorzurücken. Pantani verlor hier zwar 2:35 Minuten auf Ullrich, ihm blieb ein Vorsprung von 3:21 im Gesamtklassement, was für ihn den ersten Toursieg bedeutete.
Marco Pantani konnte mit diesem Sieg nachweisen, dass es möglich ist, auch in dieser Zeit als reiner Bergfahrer die Tour zu gewinnen. Insbesondere seit den Siegen von Miguel Induráin galten gute Zeitfahrqualitäten als wichtigste Voraussetzung für einen Tourerfolg. Auch die Vermutung, es sei nicht mehr möglich, im gleichen Jahr den Giro und die Tour zu gewinnen, konnte Pantani damit widerlegen.
Die Etappen
Etappen Tag Start – Ziel km Etappensieger
Gelbes TrikotProlog 11. Juli Dublin (IRL) 5,6 (EZF) Chris Boardman Chris Boardman 1. Etappe 12. Juli Dublin – Dublin 180,5 Tom Steels 2. Etappe 13. Juli Enniscorthy (IRL) – Cork (IRL) 205,5 Ján Svorada Erik Zabel 3. Etappe 14. Juli Roscoff – Lorient 169 Jens Heppner Bo Hamburger 4. Etappe 15. Juli Plouay – Cholet 252 Jeroen Blijlevens Stuart O'Grady 5. Etappe 16. Juli Cholet – Châteauroux 228,5 Mario Cipollini 6. Etappe 17. Juli La Châtre – Brive-la-Gaillarde 204,5 Mario Cipollini 7. Etappe 18. Juli Meyrignac-l'Eglise – Corrèze 58 (EZF) Jan Ullrich Jan Ullrich 8. Etappe 19. Juli Brive-la-Gaillarde – Montauban 190,5 Jacky Durand Laurent Desbiens 9. Etappe 20. Juli Montauban – Pau 210 Leon van Bon 10. Etappe 21. Juli Pau – Luchon 196,5 Rodolfo Massi Jan Ullrich 11. Etappe 22. Juli Luchon – Plateau de Beille 170 Marco Pantani Ruhetag 12. Etappe 24. Juli Tarascon-sur-Ariège – Cap d'Agde 222 Tom Steels Jan Ullrich 13. Etappe 25. Juli Frontignan-la-Peyrade – Carpentras 196 Daniele Nardello 14. Etappe 26. Juli Valréas – Grenoble 186,5 Stuart O'Grady 15. Etappe 27. Juli Grenoble – Les Deux Alpes 189 Marco Pantani Marco Pantani 16. Etappe 28. Juli Vizille – Albertville 204 Jan Ullrich 17. Etappe 29. Juli Albertville – Aix-les-Bains 149 nicht gewertet 18. Etappe 30. Juli Aix-les-Bains – Neuchâtel (CH) 218,5 Tom Steels 19. Etappe 31. Juli La Chaux-de-Fonds (CH) – Autun 242 Magnus Bäckstedt 20. Etappe 1. August Montceau-les-Mines – Le Creusot 52 (EZF) Jan Ullrich 21. Etappe 2. August Melun – Paris 147,5 Tom Steels Trikots im Tourverlauf
Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung zu Beginn der jeweiligen Etappe an.
Etappe Gelbes Trikot

Grünes Trikot

Bergtrikot

Weißes Trikot

Teamwertung

1. Etappe Chris Boardman Chris Boardman nicht vergeben Jan Ullrich Festina 2. Etappe Tom Steels Stefano Zanini 3. Etappe Erik Zabel George Hincapie 4. Etappe Bo Hamburger Ján Svorada Pascal Hervé Casino 5. Etappe Stuart O'Grady 6. Etappe Erik Zabel 7. Etappe Stuart O'Grady 8. Etappe Jan Ullrich Stefano Zanini Jan Ullrich Team Telekom 9. Etappe Laurent Desbiens Cofidis 10. Etappe Jens Voigt Kevin Livingston 11. Etappe Jan Ullrich Rodolfo Massi 12. Etappe 13. Etappe 14. Etappe 15. Etappe Jan Ullrich 16. Etappe Marco Pantani 17. Etappe 18. Etappe Christophe Rinero 19. Etappe 20. Etappe 21. Etappe Sieger Marco Pantani Erik Zabel Christophe Rinero Jan Ullrich Cofidis Alle Teams und Fahrer
Team Deutsche Telekom Nr. Land Name Platz 1 
Jan Ullrich 2 2 
Rolf Aldag 43 3 
Udo Bölts 21 4 
Francesco Frattini 93 5 
Christian Henn 80 6 
Jens Heppner 56 7 
Bjarne Riis 11 8 
Georg Totschnig 27 9 
Erik Zabel 62 Festina Nr. Land Name Platz 11
Richard Virenque DSQ 12
Laurent Brochard DSQ 13
Laurent Dufaux DSQ 14
Pascal Hervé DSQ 15
Armin Meier DSQ 16
Christophe Moreau DSQ 17
Didier Rous DSQ 18
Neil Stephens DSQ 19
Alex Zülle DSQ Mercatone Uno-Bianchi Nr. Land Name Platz 21 
Marco Pantani 1 22
Sergio Barbero DNF 23 
Simone Borgheresi 52 24 
Roberto Conti 60 25 
Fabiano Fontanelli 72 26 
Riccardo Forconi 46 27
Dmitri Konyschew DNF 28 
Massimo Podenzana 37 29 
Mario Traversoni 95 Mapei-Bricobi Nr. Land Name Platz 31
Franco Ballerini DNF 32 
Giuseppe Di Grande 9 33 
Bart Leysen 92 34 
Daniele Nardello 8 35 
Wilfried Peeters 68 36 
Tom Steels 85 37
Ján Svorada DNF 38 
Andrea Tafi 42 39 
Stefano Zanini 73 ONCE-Deutsche Bank Nr. Land Name Platz 41
Laurent Jalabert DNF 42
Johan Bruyneel DNF 43
Rafael Díaz Justo DNF 44
Herminio Díaz Zabala DNF 45
Marcelino García DNF 46
Francisco Javier Mauleón DNF 47
Melchor Mauri DNF 48
Luis Pérez Rodríguez DNF 49
Roberto Sierra DNF Rabobank Nr. Land Name Platz 51 
Michael Boogerd 5 52
Erik Dekker DNF 53 
Maarten den Bakker 33 54 
Patrick Jonker 34 55 
Léon van Bon 89 56 
Koos Moerenhout 44 57 
Robbie McEwen 63 58 
Aart Vierhouten 88 59 
Beat Zberg 40 Casino-ag2r Prévoyance Nr. Land Name Platz 61 
Bo Hamburger 15 62 
Christophe Agnolutto 31 63
Stéphane Barthe DNF 64 
Pascal Chanteur 35 65 
Jacky Durand 65 66 
Alberto Elli 29 67
Jaan Kirsipuu DNF 68
Rodolfo Massi DNF 69 
Benoît Salmon 28 Banesto Nr. Land Name Platz 71
Abraham Olano DNF 72
Marino Alonso DNF 73
José Luis Arrieta DNF 74
Manuel Beltrán DNF 75
Vicente García Acosta DNF 76
José María Jiménez DNF 77
Miguel Ángel Peña DNF 78
Orlando Rodrigues DNF 79
César Solaun DNF GAN Nr. Land Name Platz 81
Chris Boardman DNF 82 
Magnus Bäckstedt 70 83
Frédéric Moncassin DNF 84 
Stuart O'Grady 54 85 
Eros Poli 86 86
Eddy Seigneur DSQ 87 
François Simon 57 88 
Cédric Vasseur 24 89 
Jens Voigt 83 Lotto-Mobistar Nr. Land Name Platz 91 
Laurent Madouas 22 92 
Peter Farazijn 19 93
Joona Laukka DNF 94
Andrei Tchmil DNF 95 
Andrei Teteriouk 20 96 
Kurt Van De Wouwer 16 97 
Paul Van Hyfte 64 98 
Rik Verbrugghe 69 99 
Geert Verheyen 23 TVM-Farm Frites Nr. Land Name Platz 101
Laurent Roux DNF 102
Jeroen Blijlevens DNF 103
Steven De Jongh DNF 104
Sergei Iwanow DNF 105
Servais Knaven DNF 106
Lars Michaelsen DNF 107
Serguei Outschakov DNF 108
Peter Van Petegem DNF 109
Bart Voskamp DNF Saeco Macchine per Caffé Nr. Land Name Platz 111
Mario Cipollini DNF 112
Giuseppe Calcaterra DNF 113 
Massimo Donati 50 114
Gian Matteo Fagnini DNF 115 
Paolo Fornaciari 90 116 
Eddy Mazzoleni 71 117 
Massimiliano Mori 91 118 
Leonardo Piepoli 14 119
Mario Scirea DNF La Française des Jeux Nr. Land Name Platz 121 
Eugeni Berzin 25 122 
Franck Bouyer 94 123 
Frédéric Guesdon 67 124 
Stéphane Heulot 13 125 
Xavier Jan 77 126
Emmanuel Magnien DNF 127 
Christophe Mengin 66 128 
Damien Nazon 96 129
Maximilian Sciandri DNF Cofidis Nr. Land Name Platz 131
Francesco Casagrande DNF 132 
Laurent Desbiens 61 133
Philippe Gaumont DNF 134 
Nicolas Jalabert 49 135 
Bobby Julich 3 136 
Massimiliano Lelli 36 137 
Kevin Livingston 17 138 
Roland Meier 7 139 
Christophe Rinero 4 Team Polti Nr. Land Name Platz 141
Luc Leblanc DNF 142 
Rossano Brasi 82 143 
Mirco Crepaldi 75 144
Fabrizio Guidi DNF 145
Leonardo Guidi DNF 146 
Jörg Jaksche 18 147
Silvio Martinello DNF 148 
Axel Merckx 10 149 
Fabio Sacchi 47 ASICS-CGA Nr. Land Name Platz 151
Carlo-Marino Bianchi DNF 152
Alessio Bongioni DNF 153 
Diego Ferrari 76 154 
Oscar Pozzi 32 155 
Fabio Roscioli 79 156
Samuelle Schiavina DNF 157
Alexandr Shefer DNF 158 
Filippo Simeoni 55 159 
Alain Turicchia 74 Vitalicio Seguros Nr. Land Name Platz 161
Santiago Blanco DNF 162
Francisco Benitez DNF 163
Hernán Buenahora DNF 164
Angel Luis Casero DNF 165
Andrea Ferrigato DNF 166
David Garcia Marquina DNF 167
Francisco Garcia DNF 168
Prudencio Indurain DNF 169
Oliverio Rincón DSQ Kelme-Costa Blanca Nr. Land Name Platz 171
Fernando Escartín DNF 172
Francisco Cabello DNF 173
Carlos Alberto Contreras DNF 174
Jose De Los Angeles DNF 175
José Javier Gomez DNF 176
Santos González DNF 177
José Luis Rodríguez DNF 178
Marcos Serrano DNF 179
José Angel Vidal DNF US Postal Service Nr. Land Name Platz 181 
Jean-Cyril Robin 6 182 
Frankie Andreu 58 183 
Dariusz Baranowski 12 184 
Pascal Deramé 84 185 
Wjatscheslaw Jekimow 38 186 
Tyler Hamilton 51 187 
George Hincapie 53 188 
Marty Jemison 48 189 
Peter Meinert-Nielsen 45 Riso Scotti Nr. Land Name Platz 191
Fabio Baldato DNF 192
Wladislaw Bobrik DNF 193
Ermanno Brignoli DNF 194
Roberto Caruso DNF 195
Stefano Casagranda DNF 196
Federico De Beni DNF 197
Nicola Minali DNF 198
Roberto Pistore DSQ 199
Alessandro Spezialetti DNF Big Mat-Auber 93 Nr. Land Name Platz 201 
Pascal Lino 78 202
Ludovic Auger DNF 203 
Philippe Bordenave 30 204 
Thierry Bourguignon 26 205 
Wjatscheslaw Djavanian 81 206 
Thierry Gouvenou 59 207 
Lylian Lebreton 41 208 
Denis Leproux 39 209 
Alexei Siwakow 87 Siehe auch
Weblinks
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