Oelde

Oelde
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oelde
Oelde
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oelde hervorgehoben
51.8258333333338.143611111111190
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 90 m ü. NN
Fläche: 102,63 km²
Einwohner:

29.276 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59302
Vorwahlen: 02522 (Oelde)
02529 (Stromberg)
02520 (Sünninghausen)
05245 (Lette)
Kfz-Kennzeichen: WAF
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 028
Stadtgliederung: 4 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ratsstiege 1
59302 Oelde
Webpräsenz: www.oelde.de
Bürgermeister: Karl-Friedrich Knop (FWG)
Lage der Stadt Oelde im Kreis Warendorf
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Oelde [ˈœldə] ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Warendorf im Münsterland mit etwa 30.000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden und -städte sind im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend: Beelen, Herzebrock-Clarholz, Rheda-Wiedenbrück, Langenberg, Wadersloh, Beckum, Ennigerloh

Stadtgliederung

Stadtteile sind

Stromberg

Der Ortsteil Stromberg hat 4555 Einwohner und liegt leicht südöstlich von Oelde an der Bundesstraße 61.

Stromberg wurde 1177 erstmals als Landesburg der Bischöfe von Münster (Westfalen) urkundlich erwähnt. Bis 1803 war es fürstbischöflicher Verwaltungsbezirk, bis 1975 eine eigenständige Titularstadt.

Dominierend sind Möbelindustrie, Landwirtschaft und Obstanbau (Pflaumen).

Lette

Lette liegt mit seinen 2236 Einwohnern im Norden des Oelder Stadtgebietes. Lette wurde erstmals im Jahre 1133 urkundlich erwähnt. Bevor Lette im Zuge der kommunalen Neugliederung im Jahr 1971 Oelde zugeschlagen wurde, wobei sich die Letter Bevölkerung mehrheitlich für Oelde aussprach, gehörte es zum Amt Herzebrock.

Von Oelde aus kommend liegt am Ortsanfang der größte Arbeitgeber dieses Ortsteiles, der Haushaltsgerätehersteller Miele.

Die im Ortskern liegende St.-Vitus-Kirche ist ein Bestandteil der Seelsorgeeinheit Oelde und wird von der Oelder Pfarrgemeinde St. Joseph federführend verwaltet.

Sünninghausen

Im Ortsteil Sünninghausen leben 1265 Einwohner. Um ihn zu erreichen, verlässt man Oelde in Richtung Süden. Im Ortskern sticht die Firma Tigges mit ihren Gussprodukten als Arbeitgeber hervor.

Weiterhin findet hier jedes Jahr am Karnevalssonntag der einzige Karnevalsumzug in Oelde statt.

Geschichte

Die Stadt Oelde wurde um 890 erstmals urkundlich als „Ulithi im Dreingau“ im Urbar des Klosters Werden erwähnt.

1457 vernichtete eine Feuersbrunst die Stadt. Im Jahr 1498 zählte Oelde nach dem Wiederaufbau 750 Bürger. 1605 wütete ein weiteres Feuer und zerstörte insgesamt 18 Häuser, Scheunen und das Rathaus.

Im Jahr 1800 brach erneut ein Großfeuer aus, dem zwei Drittel aller Gebäude zum Opfer fielen. 1804 erhielt Oelde das Stadtrecht. 1847 wurde Oelde durch den Bau der Eisenbahnlinie Minden-Köln an das Eisenbahnnetz angebunden. Damit folgte auch die Industrialisierung der Stadt Oelde. Durch die internationale Presse ging Oelde 1880 mit der Geschichte vom Oelder Wind.

Die Jüdische Gemeinde Oelde bestand zwischen der Mitte des 17. Jahrhunderts und 1938. Der in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1938 amtierende Bürgermeister bat in einem Schreiben an die Gestapo, Oelde rasch „judenrein“ zu machen und die letzten Juden zu deportieren.[2]

1939 erhielt Oelde im Zuge des Baus der heutigen Autobahn 2 eine eigene Abfahrt. In den fünfziger und sechziger Jahren kam mehrfach hoher Besuch nach Oelde. Diplomaten folgten der Einladung der Bundespräsidenten Heuss und Lübke zur Jagd auf Niederwild im Staatsforst Geisterholz. Diese Veranstaltung war allgemein bekannt als „Diplomatenjagd“.

Am 1. Januar 1970 erfolgte die Eingemeindung von Lette, Sünninghausen und dem Kirchspiel Oelde.[3] Am 1. Januar 1975 kam Stromberg hinzu.[4]

Die Stadt Oelde richtete im Jahr 2001 die bisher erfolgreichste Landesgartenschau in NRW mit mehr als 2,2 Millionen Besuchern aus. Das Hauptthema hieß Blütenzauber & Kinderträume. In das Gartenschaugelände wurde der damalige Bereich des Stadtparks mit eingebunden und mit weiteren Teilabschnitten renaturiert. Das Gelände wird seit Ende der Landesgartenschau kommerziell bewirtschaftet und trägt nun den Namen Vier-Jahreszeiten-Park.

Einwohnerentwicklung

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 - 29.126
  • 1999 - 29.138
  • 2000 - 29.227
  • 2001 - 29.406
  • 2002 - 29.469
  • 2003 - 29.376
  • 2004 - 29.317
  • 2005 - 29.393
  • 2006 - 29.445
  • 2007 - 30.127
  • 2008 - 30.083
  • 2009 - 29.983
  • 2010 - 29.276

Politik

Bürgermeister

Die Bürgermeister der Stadt Oelde seit dem Zweiten Weltkrieg:

  • 1945 - 1946 Bernhard Klockenbusch (SPD)
  • 1946 - 1946 Hermann Johenning (Zentrum)
  • 1946 - 1961 Theodor Naarmann (CDU)
  • 1961 - 1970 Friedrich Haver (CDU)
  • 1970 - 1979 Alexander Raestrup (CDU)
  • 1979 - 1989 Alexander Erdland (CDU)
  • 1989 - 1997 Hugo Terholsen (CDU)
  • 1997 - 2009 Helmut Predeick (CDU)
  • seit 2009 Karl-Friedrich Knop (FWG)

Stadtrat

2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 14 42,5 15 (13) 48,1 19 59,8 19 45,5 20 51,2 21 53,8 23 59,6 24 62,0
SPD 7 21,2 7 21,1 7 22,5 11 28,5 13 32,5 12 31,1 14 35,4 15 38,0
FWG 5 13,3 4 13,6 3 8,3 6 14,2
Grüne 3 8,4 3 8,5 2 5,0 3 8,2 3 8,7 4 9,8
FDP 3 8,2 3 8,7 1 4,3 0 3,6 3 7,5 2 5,3 2 5,0
OZO1 1 3,7 — (2)
Bovekamp2 1 2,6
Gesamt3 34 100 32 100 32 100 39 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung 62,4 63,3 62,3 86,6 73,3 71,9 74,9 89,4

1 Offensive Zukunft Oelde (OZO), vom 21. Oktober 2009 bis zum 27. Mai 2011 Unabhängige Fraktion (UF) mit Einzelbewerber Bovekamp
2 Einzelbewerber, am 27. Mai 2011 den Freien Wählern (FWG) beigetreten (vorher Unabhängige Fraktion (UF) mit OZO)
3 In der Anzahl der Gesamtsitze ist ab 1999 der Bürgermeister nicht eingerechnet.

Stadtwappen

In Blau ein nach oben offener silberner (weißer) Halbmond, darüber ein sechsstrahliger silberner (weißer) Stern.

Mond und Stern sind ein selbstredendes Wappenschild, in dem symbolhaft die Worte des Kirchenpatrons Johannes des Täufers: „Jener (Christus) muss wachsen, ich (Johannes) muss abnehmen“, wiedergegeben sind.

Das Wappen ist am 16. März 1910 dem damaligen Amt Oelde verliehen worden und wird heute in Rechtsnachfolge von der Stadt Oelde genutzt.

Städtepartnerschaft

Im Rahmen der Kommunalverwaltungshilfe Ost entstand eine Städtepartnerschaft mit der Kreisstadt Niesky im Osten Sachsens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Park der Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen 2001 (Vier Jahreszeiten Park)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Sünninghausener Karneval
  • Pfingstenkranz
  • Margaretenkirmes
  • Radio-WAF-Muttertag im Vier-Jahreszeiten-Park
  • Freilichtspiele Burgbühne Stromberg
  • Sparkassen-Citylauf
  • Kneipenfestival "Oelde Live"
  • Flutlichtpokalschwimmen im Parkbad

Bauwerke in Oelde

  • Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer gehört zu den ältesten Pfarrkirchen der Diözese. Die Ostteile des jetzigen Baues stammen noch von einer dreischiffigen Hallenkirche des 14. Jahrhunderts, die 1457 abbrannte und in späterer Zeit mehrfach verändert wurde. 1864 wurde sie vom münsteraner Diözesanbaumeister Emil von Manger nach Westen hin verlängert und mit einem Turm versehen. Im Inneren zieht vor allem das 1491 bezeichnete Sakramentshäuschen die Aufmerksamkeit auf sich, das aus der Bunickmann-Werkstatt stammen dürfte. Unter den übrigen Ausstattungsstücken ist der spätgotische Taufstein mit Maßwerkverzierung hervorzuheben.
  • Die evangelische Stadtkirche wurde 1880 als neugotische Saalkirche mit viergeschossigem Westturm errichtet. Die Ausstattung aus der Erbauungszeit mit Altar, Kanzel und Orgel hat sich zu einem großen Teil erhalten.
  • Ehemaliges Amtsgericht (Stadtbücherei). Der zweigeschossige Putzbau mit Krüppelwalmdach stammt im Kern von 1611. Das heutige Erscheinungsbild geht allerdings auf einen Umbau von 1831 zurück.
  • In der Innenstadt haben sich nur wenige ältere Wohnbauten erhalten; viele wurden vor allem für die Nutzung als Geschäftshaus an der Langen Straße stark verändert. Einen recht guten Eindruck von der früheren Bauweise bietet Geistraße 6. Das kleine eingeschossige Dielenhaus in Fachwerkkonstruktion entstand um 1700. Die Eingangstür ist mit einem klassizistischen Oberlicht versehen. An der Frontseite findet sich eine nachträglich angefügte Utlucht des 18. Jahrhunderts.
  • Das Museum für Westfälische Literatur Haus Nottbeck gehört als aktives Literaturmuseum zum „Kulturgut Haus Nottbeck“. Dieses befindet sich im denkmalgeschützten ehemaligen Rittergut Haus Nottbeck und liegt am Rande des Oelder Ortsteils Stromberg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Gemeindesteuern

Der Hebesatz für die Gewerbesteuer beträgt 390 %. Die Hebesätze für Grundsteuer A bzw. Grundsteuer B liegen bei 175 % bzw. 340 %. Stand: 2005

Schulen

  • Albert-Schweitzer-Schule (ev. Grundschule)
  • Edith-Stein-Schule (kath. Grundschule)
  • Von-Ketteler-Schule (kath. Grundschule)
  • Overbergschule (kath. Grundschule)
  • Erich-Kästner-Schule (LWL-Förderschule)
  • Pestalozzi-Schule (Förderschule)
  • Theodor-Heuss-Schule (Hauptschule)
  • Thomas-Morus-Gymnasium
  • Städtische Realschule

Ansässige Unternehmen

Die Pott's-Brauerei in Oelde

Die heimische Wirtschaft wird durch die Möbel- und Holzindustrie, Maschinenbaubetriebe, einer Brauerei sowie einer über 350 Jahre alten Brennerei geprägt.
Auswahl:

An der A 2, auf der Gemarkung Marburg im Grenzbereich der Städte Oelde und Rheda-Wiedenbrück, liegt ein in Bau befindliches interregionales Gewerbegebiet, das unter der Bezeichnung „Aurea - das A2-Wirtschaftszentrum“ vermarktet wird. Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz und die Städte Oelde und Rheda-Wiedenbrück erschließen ein insgesamt ca. 150 ha großes Gewerbeareal. Der eigens hierfür geschaffener Autobahnanschluss, die Anschlussstelle „Herzebrock-Clarholz“, wurde im September 2008 eingeweiht und dem Verkehr übergeben.

Medien

Im Bereich Medien hat der Verlag Holterdorf eine dominierende Stellung. Neben der Tageszeitung Die Glocke hält der Verlag auch Anteile an dem lokalen Radiosender Radio WAF mit Sitz in Warendorf.

Verkehr

Bahnhof Oelde

Der Bahnhof Oelde liegt an der Bahnstrecke Hamm–Minden. Er wird jeweils im Stundentakt vom RE 6Westfalen-ExpressDüsseldorfDortmundBielefeldMinden sowie von der RB 69 „Ems-Börde-Bahn“ Münster–Hamm–Bielefeld bedient, sodass nahezu ein Halbstundentakt besteht. Beide Linien wurden früher von DB Regio NRW betrieben. Im Dezember 2008 hat die eurobahn mit Sitz in Hamm die Strecke der RB 69 übernommen.

Mit zwei Anschlussstellen ist die Stadt an die Bundesautobahn 2 OberhausenBerlin angebunden. In Höhe der Stadt befindet sich nördlich der Autobahn die Autobahnmeisterei Oelde. Parallel zur Autobahn verläuft durch den Stadtteil Stromberg die Bundesstraße 61.

In Oelde selbst gibt es eine Hauptverkehrsachse. Beginnend im Oelder Norden mit der „Warendorfer Straße“ bis in die Stadtmitte. Es schließt sich die „Konrad-Adenauer-Allee“ an die im späteren Verlauf in die Straße „In der Geist“ übergeht, welche direkt an der Autobahn vorbeiführt.

Persönlichkeiten

in Oelde geboren

mit Oelde verbunden

Sonstiges

  • In der Zeit vom 17. Jahrhundert und 1938 bestand eine Jüdische Gemeinde in Oelde. Ihre höchste Mitgliederzahl erreichte sie 1861 mit 84 Gläubigen. An das Gemeindeleben erinnert noch heute der jüdische Friedhof (an der Straße: Zur Brede). Ein Gedenkstein wurde 1988 auf dem Rathausvorplatz aufgestellt, welcher an die jüdischen Opfer des NS-Regimes in Oelde erinnert.
  • 1835 wurde der Ort Westphalia (Missouri) von einer Gruppe Deutscher Einwander aus Paderborn und Oelde gegründet. Dr. Bernhard Bruns und seine Brüder hatten hier als erste Farmen in Maries Valley aufgebaut und den neuen Ort zunächst New Westphalia genannt. Später wurde der Ort umbenannt. 1848 wurde die St. Joseph Kirche errichtet.
  • Die Brücke Hesseler Weg über die A 2 zwischen den Ausfahrten Beckum und Oelde wurde 1938 als erste Spannbetonbrücke in Deutschland und weltweit erste Spannbetonbalkenbrücke von Wayss & Freytag nach einem Patent von Eugène Freyssinet und mit dessen aktiver Mitwirkung errichtet.[5]

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Christian Frederick Rüter: „Ost- und westdeutsche Strafverfahren gegen die Verantwortlichen für die Deportation der Juden“, in: Anne Klein, Jürgen Wilhelm (Hrsg.): NS – Unrecht vor Kölner Gerichten nach 1945. Köln 2003, ISBN 3-7743-0338-X , S. 45-49.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  5. Brücke Hesseler Weg. In: Structurae.

Weblinks

 Commons: Oelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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