- Lunzenau
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Wappen Deutschlandkarte 50.96305555555612.753055555556225Koordinaten: 50° 58′ N, 12° 45′ OBasisdaten Bundesland: Sachsen Direktionsbezirk: Chemnitz Landkreis: Mittelsachsen Höhe: 225 m ü. NN Fläche: 28,26 km² Einwohner: 4.786 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 169 Einwohner je km² Postleitzahl: 09328 Vorwahl: 037383 Kfz-Kennzeichen: FG Gemeindeschlüssel: 14 5 22 350 Stadtgliederung: Stadtgebiet und 6 Ortsteile Adresse der
Stadtverwaltung:Karl-Marx-Straße 1
09328 LunzenauWebpräsenz: Bürgermeister: Ronny Hofmann (CDU) Lage der Stadt Lunzenau im Landkreis Mittelsachsen Lunzenau ist eine Kleinstadt im Landkreis Mittelsachsen im mittleren Sachsen.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Die Stadt liegt im Mittelsächsischen Granulitgebirge, direkt an der Zwickauer Mulde und ist ca. 25 km von Mittweida, ca. 25 km von Chemnitz und ca. 65 km von Leipzig entfernt.
Ortsteile
- Berthelsdorf
- Cossen
- Elsdorf
- Niederelsdorf
- Göritzhain
- Rochsburg
- Himmelhartha
Geschichte
Der sorbische Name des Ortes lautet Luncznaw (dt. Mühlhausen), es handelt sich um die südlichste Sorbensiedlung des sorbischen Kleingaues Rochelinzi (Rochlitz). 1170 wurde von deutschen Kolonisten neben dem bereits bestehenden sorbischen Weiler ein Reihendorf angelegt. Fünf Jahre später wurde Lunzenau als Besitz des Ritters Guntheros de Rohsberg (Gunther von Rochsburg) erwähnt. Im Jahr 1209 fand Hohenkirchen als für Luzenau zuständige Pfarre Erwähnung. Lunzenau wurde im Jahr 1333 Stadtrecht verliehen. Sechs Jahre zuvor erfolgte die Ersterwähnung der Lunzenauer Muldenbrücke.
Einer alten Überlieferung nach hat Lunzenau seinen Namen aus folgender Begebenheit:
Einst soll ein Ritter entlang das Muldentales gereist sein und als er des Nachts eine Ruhestätte suchte, fiel sein Blick hinab in das bewaldete Tal und er sah wie sich der volle Mond im Wasser des Flußes spiegelte und sprach: „Das ist Luna's Aue.“
Daraus soll nach der Überlieferung im Laufe der Zeit Lunzenau geworden sein.
- 1390 – erste Kirche wurde erwähnt
- 1495 – die Lunzenauer Fischerinnung wird gegründet
- 1500 – erstes Pfarrgericht von Lunzenau
- 1523 – die Bauern die unter die Rochsburger Herrschaft fallen, legen gegen ihren Feudalherren Beschwerde beim Herzog von Sachsen ein
- 1572 – das erste Lunzenauer Rathaus brennt ab
- 1574 – die Schule wird erstmals urkundlich erwähnt
- 1633 – die Pest wütete und halbiert die Bevölkerungszahl
- 1635 – einem großen Stadtbrand fallen die Kirche, das Brauhaus und ca. die Hälfte aller Bürgerhäuser zum Opfer
- 1677 – die große Mühle brennt
- 1744 – Bruderschaft der Weber erstmals erwähnt
- 1781 – zweiter großer Stadtbrand - Kirche, Rathaus, das Diakonat mit der Schule, das Brau- und Malzhaus sowie ca. ⅔ der Häuser brennen nieder
- 1788 – Weihe der 40 m hohen Kirche St. Jakobus
- 1790 – Bauernaufstand gegen Rochsburger Herrschaft, Lunzenauer Bürger beteiligen sich daran, die Frondienste werden aufgekündigt
- 1831 – Pfingsten – Großbrand in der „Gräflichen Schönburgschen Schäferei“, 300 Schafe sind mit verbrannt
- 1835 – allgemeine Stadtordnung wird eingeführt
- 1839 – Maihochwasser nach einem Wolkenbruch, 80 cm über der Straße, das Bachhaus und die Schneidemühle werden mit weggerissen
- 1842 – April bis Juli – große Dürre nachdem es 3½ Monate nicht geregnet hat
- 1849 – Lunzenauer Kommunalgarde kämpft um die Errungenschaften der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848, der Hauptmann (Webergeselle Schlimper) wird zum Tode verurteilt und 1853 begnadigt
- 1885 – die neue Lunzenauer Papierfabrik wird eingeweiht
- 1863 – die steinerne Muldenbrücke wird gebaut
- 1872 – die Göhrener Brücke wird in Betrieb genommen, die Eisenbahnstrecke Leipzig–Chemnitz eingeweiht
- 1858 – verheerendes Hochwasser der Zwickauer Mulde
- 1873 – Großbrand im Rittergut Berthelsdorf; Scheune, Stallungen, Herrenhaus und 2 Bauerngüter brannten ab
- 1873 – schweres Hochwasser
- 1898 – elektrischer Strom auch in Lunzenau
- 1907 – Schneidemühle brennt ab
- 1927 – großes Unwetter zerstörte alle Brücken und Wege am Unterlauf des Brausetalbaches
- 1929 bis 1930 – der Stadtpark am Hartberg wird angelegt und nach dem Heimat- und Muldentaldichter Max Vogler benannt
- 1941 – Eröffnung des Lunzenauer Stadtbades
- 1945 – Bombenabwurf über Elsdorf am 16. Januar, schwere Schäden an Gebäuden, keine Toten oder Verletzten. Am 15. April marschierten die US-Truppen ein, die Stadt wurde daraufhin von Bürgermeister Arnold übergeben, im Juni wechseln die Besatzungstruppen und die Sowjetarmee zieht ein
- 1954 – schweres Hochwasser mit Gefährdung für die Muldenbrücke in Lunzenau, deren Fahrbahn gerade erweitert wurde
- 1966 – Wolkenbruch - Hochwasser des Elsbaches führt zu schweren Gebäude- und Brückenschäden
- 1970 – Gewitterhochwasser mit Schäden im Bereich des Elsbaches
- 1971 – Auszeichnung der Stadt im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit!“
- 1974 – die Schule wird erweitert, Neubau
- 1995 – 30. Juni – Windpark mit 6 je 50 m hohen Windkrafträdern entsteht
- 1995 – 1. bis 3. September – „Tag der Sachsen“ in der Region, Lunzenau ist mit Gastgeber
- 1995 – Schließung des Lunzenauer Stadtbades
- 1999 – Einweihung des Wohnpflegeheimes für Blinde, Sehbehinderte und Sehende in Rochsburg
- 2000 – Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche „Sankt Jakobus“ beginnen
- 2002 – August – „Jahrhundertflut“, an der Zwickauer Mulde werden historische Höchststände gemessen, es gibt keine größeren Schäden in Lunzenau
- 2010 – Der Lunzenauer Marktbrunnen erhält am 18.10. eine Bronzefigur des Prinz Lieschen, erschaffen vom Bildhauer Konrad Hunger.
- 2010 – Kerns Mützenfabrik und das Texturseidenwerk werden abgerissen. An deren Stelle entstehen "Kerns Garten" bzw. die "Lunzenauer Muldenterrasse".
Eingemeindungen
- 1967 – Hohenkirchen
- 1994 – Berthelsdorf, Cossen, Göritzhain, Rochsburg, Elsdorf
- 1996 – Himmelhartha
Politik
Stadtrat
Kommunalwahl 2009Wahlbeteiligung: 51,6 %%5040302010041,6%41,6%9,9%3,5%3,4%Gewinne und Verluste- CDU: 8 Mitglieder (hinzu kommt der Bürgermeister als Vorsitzender des Stadtrates)
- Freie Wählergemeinschaft Lunzenau (FWL): 7 Mitglieder
- Die Linke: 1 Mitglied
Wappen
Auf dem Wappen sind ein Fisch und ein Fischerhaus zu sehen.
Städtepartnerschaft
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Kirche St. Jakobus
- Museum im Schloss Rochsburg
- Zum Prellbock – Bahnmuseum und Gaststätte
Gedenkstätten
- Mahnmal von 1952 im Heinrich-Heine-Park zur Erinnerung an die Opfer des Faschismus
- Denkmal für Max Vogler (1854–1889), Heimat- und Muldentaldichter
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Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Heinrich-Heine-Park
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Denkmal für Max Vogler im nach ihm benannten Park
Bauwerke
Parks
- Heinrich-Heine-Park
- Max-Vogler-Park
Regelmäßige Veranstaltungen
- Parkfest
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Bundesautobahnen 4 und 72 sind jeweils 20 km entfernt, der Ortsteil Elsdorf liegt an der Bundesstraße 175.
Bildung
- Evangelische Mittelschule
- Grundschule „An den Linden“
Freizeit- und Sportanlagen
- Fußballplatz
- Reitanlage Pferdehof Meinig
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
seit März 2002 – Werner Goldammer, Leiter des Lunzenauer Blasorchesters
Söhne und Töchter der Stadt
- Sophie Sabina Apitzsch (1692–1752), bekannt auch als „Prinz Lieschen“, Hochstaplerin
- Max Vogler (1854–1889), Heimat- und Muldentaldichter
- Willi Herold (1925–1946), deutscher Kriegsverbrecher
Literatur
Zur Stadt
- Hermann Löscher, Johannes Strehle: Geschichte der Stadt Lunzenau. 1933
- Lunzenau – Überblick über die geschichtliche Entwicklung. 1983
Sonstige
- Max Vogler: Der Herr Kommerzienrat Eine Anklage gegen den Lunzenauer Fabrikanten Vogel, 1883
- Lothar Krügel: Dr. Max Vogler – Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler. herausgegeben zum 65. Todestag des Heimatdichters, 1954
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
Weblinks
Commons: Lunzenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien- offizielle Internetpräsenz der Stadt Lunzenau
- Lunzenau im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Homepage der evangelischen Mittelschule Lunzenau
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