Oederan

Oederan
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Oederan
Oederan
Deutschlandkarte, Position der Stadt Oederan hervorgehoben
50.86166666666713.167222222222400
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Mittelsachsen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oederan
Höhe: 400 m ü. NN
Fläche: 55,85 km²
Einwohner:

7.566 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09569
Vorwahl: 037292
Kfz-Kennzeichen: FG
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 440
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 5
09569 Oederan
Webpräsenz: www.oederan.de
Bürgermeister: Steffen Schneider (Freie Wähler)
Lage der Stadt Oederan im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch Bockelwitz Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Ebersbach (Döbeln) Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Frankenstein (Sachsen) Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Hilbersdorf (bei Freiberg) Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Niederstriegis Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Ziegra-Knobelsdorf Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Oederan ist eine Kleinstadt im sächsischen Landkreis Mittelsachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn Frankenstein, Oberschöna, die Stadt Brand-Erbisdorf, Eppendorf, Leubsdorf, die Städte Augustusburg, Flöha und Frankenberg.

Stadtgliederung

Zu Oederan gehören die Ortsteile:

  • Börnichen,
  • Gahlenz,
  • Görbersdorf,
  • Kirchbach,
  • Schönerstadt,
  • Breitenau und
  • Lößnitztal.

Geschichte

Markt und Rathaus um 1900

Im 12. Jahrhundert legten Bauern als Vorläufer der Stadt ein Waldhufendorf an. Der Sage nach erhielt die Stadt ihren Namen nach einem Kaufmann Ranius und einer Inschrift auf seinem Grabe „Edda Ranio“ (also Edda dem Ranius). 1286 wurde der Ort urkundlich und 1292 erstmals als Stadt erwähnt. Grabungen haben ergeben, dass Oederan mindestens seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts existierte. Die bedeutendsten Gewerbe seit dem Mittelalter waren die Tuchmacherei (1457) und die Leinenweberei (1507). 1583 erhielt die Stadt vom Kurfürsten August I. von Sachsen das Privileg einer „Freien Bergstadt“.

Auf der Udohöhe 496 m bei Schönerstadt wurde in den 1860er-Jahren eine Station 1. Ordnung der Königlich-Sächsischen Triangulation, eine Vermessungssäule errichtet, die noch heute vorhanden ist.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im September 1944 wurde in der Nähe der heutigen Zwirnfirma „Nähfaden“ ein Frauenaußenlager des KZ Flossenbürg errichtet, in dem mehr als 500 jüdische Frauen und Mädchen in einem Teilwerk der Auto Union AG Chemnitz (Tarnname: Agricola GmbH) Zwangsarbeit verrichten mussten. Sie wurden aus Auschwitz-Birkenau nach Oederan deportiert und durchliefen vorher zum größten Teil die Ghettos Łódź und Theresienstadt, sowie das Konzentrationslager Plaszow.

Gedenkstätten

  • Gedenktafel an einer Baracke des ehemaligen KZ-Außenlagers zur Erinnerung an die Leiden der Häftlings-Frauen
  • Gedenkanlage auf dem Ortsfriedhof zur Erinnerung an drei unbekannte weibliche jüdische KZ-Häftlinge, die 1944 von SS-Männern ermordet wurden
  • Ehrenmal am Teichplan für alle Opfer des Faschismus
  • Den Namen des sozialdemokratischen und später kommunistischen Stadtverordneten Johannes Mosch, der 1944 von der Gestapo zu Tode gefoltert wurde, trug in der DDR-Zeit das Kulturhaus der Stadt

Religionen

Die Stadtkirche „Zu Unserer Lieben Frauen“, deren Geschichte auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, ist seit Einführung der Reformation in Oederan im Jahre 1537 evangelisch-lutherisch. Außerdem gibt es protestantische Kirchgemeinden in den Stadtteilen Börnichen, Gahlenz und Kirchbach. Alle diese Gemeinden gehören zum Kirchenbezirk Flöha der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Auf katholischer Seite gibt es in Oederan die Anfang der 1930er Jahre errichtete Filialkirche „Maria von der immerwährenden Hilfe“, die zur Pfarrei St. Theresia in Flöha gehört. Die Gemeinde gehört zum Bistum Dresden-Meißen.

Eingemeindungen

Die heutige Stadt setzt sich aus der Stadt und acht früher selbständigen Gemeinden zusammen. Mit Wirkung zum 1. Januar 1974 wurden die Gemeinden Börnichen und Görbersdorf eingemeindet.[2] 20 Jahre später folgten mit Wirkung zum 1. Januar 1994 die Gemeinden Kirchbach und Schönerstadt.[2] Am 1. Januar 1997 kam die Gemeinde Breitenau mit dem Ortsteil Lößnitztal hinzu.[3] Mit der ursprünglichen Gemeinde Breitenau war am 1. Januar 1921 die Gemeinde Thiemendorf (mit Wohnplatz Lößnitztal) und am 1. April 1927 die Gemeinde Hetzdorf (ebenfalls mit einem Wohnplatz Lößnitztal) vereinigt worden.[4] Zum 1. Januar 2007 wurde schließlich auch die bis dahin selbständige Gemeinde Gahlenz eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2010[6]:

1982 bis 1988

  • 1982 − 9.618
  • 1983 − 9.555
  • 1984 − 9.477
  • 1985 − 9.491
  • 1986 − 9.459
  • 1987 − 9.528
  • 1988 − 9.457

1989 bis 1995

  • 1989 − 9.423
  • 1990 − 9.196
  • 1991 − 9.092
  • 1992 − 8.968
  • 1993 − 8.900
  • 1994 − 8.862
  • 1995 − 8.800

1996 bis 2002

  • 1996 − 8.846
  • 1997 − 8.759
  • 1998 − 8.666
  • 1999 − 8.599
  • 2000 − 8.504
  • 2001 − 8.423
  • 2002 − 8.338

2003 bis 2009

  • 2003 − 8.200
  • 2004 − 8.081
  • 2005 − 7.955
  • 2006 − 7.913
  • 2007 − 7.832
  • 2008 − 7.739
  • 2009 − 7.625

Politik

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 61,1 %
 %
40
30
20
10
0
38,3%
36,5%
18,9%
6,3%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+4,7%
-3,4%
-1,5%
+0,3%

Stadtrat

Mandatsverteilung im Stadtrat 2009

Bürgermeister

  • 1990–2008 Gernot Krasselt (CDU)
  • seit 2008 Steffen Schneider (Freie Wähler)

Gernot Krasselt stellte sich 2008 nicht mehr zur Wahl. Seit dem 1. August 2008 ist Steffen Schneider (Freie Wähler) Bürgermeister der Stadt Oederan. Schneider wurde mit einer Mehrheit von 74,87% gewählt.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Eine der größten Sehenswürdigkeiten des Ortes ist das „Klein-Erzgebirge“, der älteste Miniaturpark Deutschlands. In einer Parkanlage sind im Miniaturmaßstab 1:25 etwa 205 Sehenswürdigkeiten des Erzgebirges, sowie ganz Sachsens und Nordböhmens nachgebaut worden. Eine Parkeisenbahn zum mitfahren für Kinder und Erwachsene, mehrere Gartenbahnen, viele bewegliche Objekte und zahlreiche Gags runden die Nachbildung ab. Im Jahr 2006 wurden die „Märchenhaften Wasserwelten“ als ein Erlebnispfad mit dem kühlen Nass in der Verbindung vom „Klein-Erzgebirge“ zur Oederaner Altstadt hin, als einmaliges Erlebnis in der Region, eingeweiht.

webMUSEUM

Im Rathaus ist ein Museum für Weberei, das so genannte „webMUSEUM“ eingerichtet. Hier kann man selbst das Weben an einem frühneuzeitlichen Webstuhl versuchen.

Bauwerke

Im Ort steht eine Kursächsische Halbmeilensäule.

Das wichtigste ältere Bauwerk Oederans ist die gotische Hallenkirche, die stark historistisch überprägt wurde. In ihr befindet sich eine Orgel[7] von Gottfried Silbermann aus dem Jahre 1727.

Überregional bedeutend ist außerdem das Renaissancerathaus mit einem verzierten Eckerker. Das Gebäude wurde im Barock stark überprägt. Markant ist der vom Freiberger Ratszimmermeister Johann Gottlieb Ohndorff errichtete Dachreiter.

Eine weitere Einrichtung im Ort ist die Volkskunstschule. In einem sanierten ehemaligen Spital können Kinder kreativ basteln und spielen, oder sich künstlerisch beim Schnitzen und Malen betätigen. Aber auch für Erwachsene bieten sich einige Möglichkeiten, wie etwa das Töpfern an.

Sport und Freizeit

Im Ort wurde Mitte der 1990er Jahre das Erlebnisbad Oederan aus dem seit den 1920er Jahren bestehenden Freibad gebaut. Der Oederaner SC ist der bekannteste Fußballklub des Ortes.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Wichtige ansässige Unternehmen sind z. B.:

  • Kunststoffverformung Oederan GmbH
  • Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH
  • Brand Werkzeug- und Maschinenbau
  • P+S Metalltechnik
  • SUPPINA Mico GmbH
  • Fleischerei Richter GmbH
  • Rauscher-Lößnitztal GmbH (stellt die Wattestäbchen für Schlecker her)

Verkehr

Durch Oederan verläuft die Bundesstraße 173, über welche man in westlicher Richtung Chemnitz (22 km), sowie in östlicher Richtung Freiberg (15 km) und Dresden (50 km) erreicht. Über die Autobahn A 4, Abfahrten Hainichen oder Frankenberg, erreicht man die Stadt innerhalb einer halben Stunde.

Außerdem besitzt Oederan einen Bahnhof an der Sachsen-Franken-Magistrale. Dieser wird im 2-Stunden-Takt von der RE-Linie 3 DresdenZwickauHof, sowie im Stunden-Takt von der RB-Linie 30 DresdenZwickau bedient. Chemnitz Hbf erreicht man in 22 Minuten, Dresden Hbf in 54 Minuten und Zwickau Hbf in 58 Minuten.

Bildung

  • Grundschule Oederan
  • Gemeinschaftsschule Oederan
  • Volkskunstschule Oederan

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Richard Heyder (1884–1984), Nestor der sächsischen Vogelkunde und Herausgeber des Werkes Die Vögel des Landes Sachsen (Leipzig 1952, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G.)

Literatur

  • Pascal Cziborra: KZ Oederan. Verlorene Jugend; Bielefeld: Lorbeer Verlag, 2008; ISBN 978-3-938969-06-9
  • Freiberger Land. 1. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1988 (Werte unserer Heimat. Band 47).
  • Tilo Hofmann: Oederan – Stadt des Klein-Erzgebirges; Horb am Neckar: Verlag Geiger, 2007; ISBN 3-86595-129-5
  • Stadtverwaltung Oederan (Hg.): Oederaner Stadtführer; Oederan 1994
  • Werner Ulbricht: Beiträge zur Geschichte der Stadt Oederan, bisher 3 Bände; Verlag Stadtverwaltung Oederan, 1998/2002/2004
  • Sonja Voigt (Hg.): Oederan in alten Ansichten; Zaltbommel: Verlag Europäische Bibliothek, 1995; ISBN 90-288-5853-9
  • Alexander Weinhold: Bergbau im Oederaner Wald. Erfassung lokaler montangeschichtlicher Ereignisse; Freiberg: Verlag TU Bergakademie Freiberg, 2007
  • Richard Steche: Oederan. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 6. Heft: Amtshauptmannschaft Flöha. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 79.

Weblinks

 Commons: Oederan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  4. Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  6. Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
  7. Orgel von Gottfried Silbermann in der Stadtkirche Oederan, auf silbermann.org, gesehen 23. Juni 2010

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