Nissan GT-R

Nissan GT-R
Nissan
Nissan GT-R (2008–2010)

Nissan GT-R (2008–2010)

R35
Hersteller: Nissan
Verkaufsbezeichnung: GT-R
Produktionszeitraum: seit 2008
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, zweitürig
Motoren: Ottomotoren:
3,8 Liter
(357–404 kW)
Länge: 4650 mm
Breite: 1895 mm
Höhe: 1370 mm
Radstand: 2780 mm
Leergewicht: 1815 kg
Vorgängermodell: Nissan Skyline GT-R
Nachfolgemodell: keines

Der Nissan GT-R ist ein seit 2008 produziertes Sportcoupé des japanischen Automobilherstellers Nissan und der Nachfolger des Nissan Skyline GT-R.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Dem Serien-GT-R gingen eine Ende 2001 auf dem Autosalon von Tokio gezeigte Studie gleichen Namens und Ende 2005 ein Prototyp voraus. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wird der GT-R (R35) erstmals nicht mehr nur in einzelnen Märkten wie Japan und Großbritannien vermarktet, sondern auch in Ländern mit Linkslenkung.

Der Wagen feierte seine Premiere auf der Tokyo Motor Show 2007. Der Nachfolger des Skyline GT-R (R34) ist kein Abkömmling der Skyline-Baureihe mehr, sondern ein eigenständiges Modell innerhalb der Nissan-Produktpalette. Wie seine Vorgängermodelle besitzt der GT-R Allradantrieb, allerdings mit neuer, patentierter Technik. In dem Bemühen, das Gewicht nicht zu sehr ansteigen zu lassen, wurde im neuen Modell die Allradlenkung (S-HICAS) fallengelassen. Nissan selbst vermeldete eine Rundenzeit von 7:26,7 Minuten[1] auf der Nürburgring-Nordschleife.

Technische Daten

Der GT-R wird von einem 3,8 Liter großen V6-Motor angetrieben, der von zwei Turboladern aufgeladen wird. Er erreicht so eine Leistung von 357 kW (485 PS) bei 6400 min-1 und ein Drehmoment von 588 Nm bei 3200–5200 min-1, das per Transaxle-Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe variabel auf alle vier Räder verteilt wird. Dabei fährt das Fahrzeug normalerweise mit Hinterradantrieb und schaltet, wie schon beim Nissan Skyline R34 GT-R, erst bei zu viel Schlupf die vorderen Räder hinzu. Der Sprint bis Tempo 100 dauert bei der Euro-Version 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt circa 312 km/h.[2] In den Vereinigten Staaten ist der GT-R (Stand Februar 2008) ab 70.000 Dollar[3] erhältlich.

Heckansicht

Zum Verkaufsstart stehen die Ausführungen GT-R (81.800 €), GT-R Black Edition (85.200 €) und GT-R Premium Edition (83.500 €) zur Verfügung.[4] Anfang des Jahres 2009 stellte Nissan, bisher nur für den Verkauf in Japan, die SpecV-Variante des GT-R vor. Der Verkauf startete am 2. Februar bei sieben ausgewählten Händlern. Für Europa sind insgesamt 40 Stück vorgesehen. Die Leistung bleibt in ihren Maximalwerten unverändert, das Drehmoment erfährt für maximal 80 Sekunden einen Zuwachs von lediglich 20 Nm. Der SpecV ist durch diverse Maßnahmen zur Gewichtsreduktion circa 80 kg leichter als die Standardversion. Verschiedene Anbauteile sind in Carbonfaser ausgeführt, im Innenraum wurden die hinteren Sitze entfernt und die vorderen durch Carbonfaser-Rennschalensitze ersetzt. Die Bremsanlage besitzt jetzt Keramikscheiben, ebenfalls erhielt das Fahrzeug leichtere Felgen. Das Abgas-System besteht nun aus Titan. Zusätzlich wurde das Fahrwerk noch verstärkt, ist nun aber nicht mehr dreistufig adaptiv wie beim serienmäßigen GT-R. Die Auflage der Serie ist begrenzt und das Fahrzeug kostet umgerechnet 149.990 €.

Rennsport

2008 kündigte Nissan an, dass der neue GT-R den Nissan 350Z in der japanischen Super GT Meisterschaft ersetzen wird, obwohl der 350Z erst ein Jahr in der GT500-Klasse mitfuhr.[5] Fünf verschiedene GT-R wurden für den Saisonstart im Jahr 2008 angekündigt. Nismo hatte gleich zwei Versionen bei sich im Rennstall: Den Xanavi Nismo GT-R, der am 2. Dezember 2007 auf dem eigenen Nismo Festival am Fuji Speedway vorgestellt wurde,[6] und der Motul Autech GT-R. Im Hasemi Motor Sport Rennstall kam der YellowHat YMS Tomica GT-R zum Einsatz, der Calsonic Impul GT-R für das Team Impul und der Advan Clarion GT-R für Kondo Racing. Die Fahrzeuge wurden gegenüber der Serienversion stark modifiziert. Eine besondere Modifikation war das Entfernen des Allradantriebes und des kompletten Motors. Aufgrund der Regulierungen in der GT500-Klasse entschied sich Nissan dazu, den alten 4,5-Liter-V8-Motor (VK45DE aus dem 350Z) mit etwa 330 kW einzusetzen und rüstete die Rennwagen auf Heckantrieb um. Das komplette Antriebssystem wurde dem alten Skyline (Super GT) GT-R entnommen. Nissan konnte sowohl 2008 als auch 2009 keinen Gesamttitel mit dem GT-R einfahren.

2010 kommt ein völlig überarbeiteter GT-R zum Einsatz, der den Forderungen der FIA, die Leistung zu verringern, Rechnung trägt. Zum Einsatz kommt der seriennahe 3,4-Liter-V8-Motor VRH34A.[7][8] Des Weiteren werden insgesamt nur noch drei Fahrzeuge in der GT500-Klasse an den Start gehen.[9]

Es existiert des Weiteren eine GT1-Rennversion des Nissan GT-R, welche an der FIA-GT1-Weltmeisterschaft teilnimmt.

Trivia

Der Nissan GT-R hat im britischen Automagazin Top Gear die serieneigene Teststrecke, einen Flugplatzkurs auf dem Dunsfold Aerodrome in der Grafschaft Surrey, schneller umrundet als ein Aston Martin DB9, Chevrolet Corvette C6 Z06, Ford GT, Porsche Carrera GT und ein Lamborghini Murcielago LP640.[10]

Facelift

Seit dem 19. Oktober 2010 gibt es einen überarbeiteten GT-R. Das Modell erhielt neue LED-Tagfahrlichter vorne und einen markanten Heckdiffusor hinten. Geändert wurden die Fahrwerksgeometrie sowie die Dämpferkennlinien.

Zudem wurde die Karosserie weiter versteift, was noch mehr Stabilität in den Kurven bringt. Der Motor verfügt jetzt über 395 kW (530 PS) bei 6400/min. Gestiegen ist auch das Drehmoment auf 612 Nm bei 3200-6400/min. Damit erreicht er jetzt eine Höchstgeschwindigkeit von circa 320 km/h.

Der Preis liegt nun bei 90.900 €.

Weblinks

 Commons: Nissan GT-R – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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