Landau in der Pfalz

Landau in der Pfalz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Landau in der Pfalz
Landau in der Pfalz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Landau in der Pfalz hervorgehoben
49.1994444444448.1230555555556142
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Höhe: 142 m ü. NN
Fläche: 82,94 km²
Einwohner:

43.615 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 526 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76829
Vorwahl: 06341
Kfz-Kennzeichen: LD
Gemeindeschlüssel: 07 3 13 000
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 50
76829 Landau in der Pfalz
Webpräsenz: www.landau.de
Oberbürgermeister: Hans-Dieter Schlimmer (SPD)
Lage von Landau in der Pfalz in Rheinland-Pfalz
Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Frankenthal (Pfalz) Landkreis Germersheim Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Koblenz Landkreis Kusel Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Speyer Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Trier Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel Westerwaldkreis Worms Zweibrücken Pirmasens Rhein-Hunsrück-Kreis Saarland Frankreich Baden-Württemberg Luxemburg Belgien Niederlande Nordrhein-Westfalen HessenKarte
Über dieses Bild

Landau in der Pfalz ist eine kreisfreie Stadt sowie Verwaltungssitz des Landkreises Südliche Weinstraße im Bundesland Rheinland-Pfalz in Deutschland. Flächenmäßig ist Landau mit 82,94 km² die drittgrößte Stadt der Pfalz nach Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße. Die Stadt ist ein Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage und Stadtgliederung

Mit Arzheim, Dammheim, Godramstein, Mörlheim, Mörzheim, Nußdorf, Queichheim und Wollmesheim gehören zu Landau insgesamt acht eingemeindete Stadtteile. Queichheim und Mörlheim wurden 1937 eingemeindet, alle anderen Teilorte wurden im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform um 1972 der Stadt zugeschlagen. Queichheim ist mit der Kernstadt inzwischen fast zusammengewachsen. Größere Neubaugebiete sind der Horst im Osten und die Wollmesheimer Höhe im Westen. Aktuell werden vor allem im Südosten der Stadt (im Bereich des neuen Messegeländes (Alfred-Nobel-Platz) bei Queichheim), sowie im Süden der Stadt (Wohngebiete Quartier Vauban) größere Gebiete bebaut. Mit dem „Wohnpark am Ebenberg“ entsteht auf den ehemaligen Kasernengeländen „Estienne et Foch“ im Süden der Stadt ein neues Wohngebiet für etwa 3.000 Einwohner.

Der Osten der Stadt liegt in der Oberrheinischen Tiefebene, der Westen einschließlich der Kernstadt ist Teil der Weinstraße. Darüber hinaus gehören ausgedehnte Waldgebiete des Pfälzerwaldes zur Stadtgemarkung. Diese liegen im Bereich des Forsthaus Taubensuhl, am Oberlauf des Helmbachs und nach Westen bis zur Bundesstraße 48 am Oberlauf des Wellbachs. Eine weitere Exklave im Pfälzerwald, die zu Landau gehört, ist der sogenannte Wollmesheimer Wald im Wasgau.

Klima

Niederschläge

Der Jahresniederschlag beträgt 667 Millimeter. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 33 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 5 Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Entstehung

Marktplatz in der Landauer Innenstadt

Gegründet wurde Landau um 1260 von Graf Emich IV. von Leiningen-Landeck. Dieser ließ eine in die Ebene vorgelagerte Befestigung als zusätzlichen Schutz für seine Burg Landeck errichten. 1274 erhielt Landau von König Rudolf I. von Habsburg die Stadtrechte. Derselbe erhob die Stadt 1291 in den Rang einer Reichsstadt. 1324 wurde Landau an den Bischof von Speyer Emich von Leiningen verpfändet. Erst 1511 wurde es durch Kaiser Maximilian I. wieder ausgelöst und der Vogtei Hagenau unterstellt. 1521 trat Landau der Dekapolis, dem Elsässischen Zehnstädtebund, bei.

Frühe Neuzeit

In Folge des Westfälischen Friedens gelangten 1648 weite Teile des Elsass an Frankreich. Landau und die anderen Städte des Elsass blieben formal deutsch, wurden aber vom Reich im Stich gelassen. Die Dekapolis war zu schwach, um sich gegen den Sonnenkönig Ludwig XIV. zu behaupten. So gehörte Landau ab 1680 wie das gesamte Elsass zu Frankreich. Es wurde 1688 bis 1691 von Vauban zur Festung [2] ausgebaut. Dabei wurde die mittelalterliche Stadt zum großen Teil niedergebrannt. Vermutungen, dass der Brand im Auftrag des französischen Festungsbaumeisters gelegt wurde, konnten nie bewiesen werden. Beim Neubau entstanden gerade Straßen, rechtwinkelige Bauquadrate und der Marktplatz. Mit der Anlage der Festung änderte sich das Leben der Bewohner. Der Einlass in die Stadt erfolgte lediglich durch die Stadttore und war nach Sonnenuntergang nicht mehr möglich.

Prinzregent-Luitpold-Statue

Im Spanischen Erbfolgekrieg wechselte die französische Festung Landau mehrfach nach aufwändigen Belagerungen den Besitzer. 1702 lösten die Kaiserlichen Truppen die Franzosen ab, 1703 gewannen die Franzosen Landau nach der Schlacht am Speyerbach zurück, 1704 wurde Landau wieder kaiserlich. Seit dem 12. März 1709 war Karl Alexander von Württemberg Festungskommandant.[3] 1713 wurde die Stadt von Marschall Bezons belagert und die Franzosen gewannen die Festung zurück.[4]

Wie im übrigen Frankreich herrschte ab dem 20. Juli 1789 die Französische Revolution in Landau. Auch 1814, nach dem ersten Sieg im Befreiungskrieg über Napoléon Bonaparte, blieb Landau zunächst französisch. Durch den Wiener Kongress kam die Stadt mit der übrigen Pfalz 1816 an Bayern, nachdem es ab 1815 unter provisorischer österreichischer Verwaltung gestanden hatte. Landau war jetzt Bundesfestung.

Entwicklung seit 1871

Nach dem Krieg 1871 war Landau nicht mehr Grenzstadt, da sich die Westgrenze des Deutsche Reichs infolge der Annexion Elsass-Lothringens deutlich nach Westen verschoben hatte. Die Festung wurde geschleift, neue Straßenzüge entstanden. Mit dem Reichsgesetz zu Gleichstellung der jüdischen Bürger 1871 kam es zu einem Zuzug jüdischer Familien. Landau wurde zum Zentrum des pfälzischen Weinhandels und galt bald als wohlhabendste Stadt der Pfalz. Dies lässt sich noch immer an der für eine Kleinstadt vergleichsweise prächtigen Architektur ablesen. Es entstanden repräsentative Bürgerhäuser entlang der neu angelegten Ringstraße und ihrer Seitenstraßen. Das vorherrschende Baumaterial war Sandstein.

Landau setzte weniger auf die Entwicklung einer Industrie als auf das bayerische Militär. Es entstanden umfangreiche Kasernenanlagen für das 5. und 12. Feldartillerieregiment sowie das 18. und 23. Infanterieregiment (siehe Liste der bayerischen Militärverbände).

Nach dem ersten und dem zweiten Weltkrieg war Landau wieder französische Garnisonsstadt, als Teil der Besetzung des Rheinlands bis 1930 und als Teil der französisch besetzten Zone nach 1945. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland nach Inkrafttreten der Pariser Verträge am 5. Mai 1955 souverän geworden war, war die Stationierung durch das NATO-Truppenstatut geregelt.

Im Jahr 1949 veranstaltete die Stadt Landau die Südwestdeutsche Gartenschau (SÜWEGA) als erste Gartenschau mit überregionaler Wirkung im Nachkriegsdeutschland. Später entwickelte sich daraus die Bundesgartenschau.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden am 22. April 1972 die Gemeinden Arzheim, Dammheim, Nußdorf, Godramstein, Mörzheim und Wollmesheim eingemeindet, wodurch Landau seine heutige Ausdehnung erhielt. Bereits am 7. Juni 1969 wurde eine Teil der Gemeinde Nußdorf mit 387 Einwohnern nach Landau umgemeindet.[5] 1990 wurde die teilweise in Landau ansässige Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz in eine Universität umgewandelt. Seither ist Landau eine der kleinsten Universitätsstädte in Deutschland. 1999 zogen die letzten französischen Soldaten aus Landau ab. Während des Truppenabzugs hatte die Stadt begonnen, die frei werdenden Militärflächen neu zu nutzen.

Jüdisches Leben in Landau

siehe Hauptartikel Jüdische Gemeinde Landau

Politik

Rathausplatz

Stadtrat

Der Stadtrat von Landau in der Pfalz besteht aus 44 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[6]

   SPD   CDU   FDP  Grüne Linke  FWG  UBFL Gesamt
2009 15 14 4 5 0 4 2 44 Sitze
2004 13 17 3 5 4 2 44 Sitze

UBFL = Unabhängiges Bürgerforum Landau

Oberbürgermeister

Hans-Dieter Schlimmer (SPD) ist seit 2008 Oberbürgermeister von Landau. Er wurde am 2. September 2007 mit 62,5 Prozent der Stimmen gewählt. Die CDU hatte keinen eigenen Kandidaten, nachdem am 24. August 2007 Kai Schürholt als Bewerber zurückgetreten war, als bekannt wurde, dass er seinen angeblich in Heidelberg erworbenen Doktortitel der Theologie widerrechtlich führte. Dass Kai Schürholt aufgrund einer – ebenso nur vorgetäuschten – Krebserkrankung den Wahlkampf abbrach, ermöglichte dennoch keine Aufstellung eines neuen CDU-Kandidaten.[7]

Oberbürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg:

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In rotem Schildbord in Silber ein rotbewehrter und -bezungter schwarzer Löwe, belegt mit einem goldenen Herzschild, darin ein rotbewehrter schwarzer Adler.

Das Wappen ist ein Hinweis auf den Stadtgründer Graf Emich IV von Leiningen-Landeck (ca. 1260) welcher das Wappen der Grafschaft Dagsburg (Schwarzer Löwe in rotbordiertem silbernem Schild) führte. Der Reichsadler auf dem Schild des Adlers ist ein Hinweis auf die 1291 erlangte Reichsfreiheit und bezieht sich auf ein seit 1413 geführtes Sekretssiegel.

Genehmigt wurde das Wappen am 10. Januar 1961 durch das rheinland-pfälzische Ministerium des Innern in Mainz.

Städtepartnerschaften

Mit den beiden französischen Städten Haguenau (Hagenau) und Ribeauvillé (Rappoltsweiler) bestehen seit den 1960er Jahren Partnerschaften. 1984 beschloss der Stadtrat eine Partnerschaft mit Kigoma in Ruanda einzugehen. Nach einer Kommunalreform wurde sie 2001 auf Ruhango übertragen, das Teile des ehemaligen Gebietes umfasst.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte.
Jugendstil-Festhalle

Theater

Die Jugendstil-Festhalle wird für Theater, Konzerte und Kongresse genutzt.

Im weiteren Sinne als Theater zu zählen ist auch das Kulturzentrum Altes Kaufhaus. Das Gebäude wurde 1415 erstmalig schriftlich erwähnt, ist jedoch nicht mehr in seiner ursprünglichen Anlage erhalten, da es 1839/1840 von August von Voit umgestaltet wurde. Im Vergleich zur Jugendstil-Festhalle ist das Alte Kaufhaus eher klein und wird überwiegend für kleinere Konzerte, Vorträge und Ausstellungen verwendet.

Museen

Die Landauer Museumslandschaft hält für ihren Besucher sehr unterschiedliche Angebote bereit:

Das Historische Stadtmuseum mit Archiv, welches bisher im Haus Mahla, einer Gründerzeitvilla, untergebracht war, befindet sich seit 2009 in der neu renovierten Alten Bahnpost am Hauptbahnhof . Ausstellungsschwerpunkte sind vor allem die Geschichte der Vauban Festung Landau mit Stadtmodell von 1740, außerdem Exponate zur bürgerlichen und bäuerlichen Wohnkultur sowie Küfer- und Winzergerätschaften. Daneben beherbergt das Museum auch eine Gemäldesammlung bekannter Landauer Künstler wie Heinrich Jakob Fried und Friedrich Ferdinand Koch. Darüber hinaus werden im städtischen Archiv eine Vielzahl von Dokumenten zur Stadtgeschichte, 17 000 Bände wissenschaftlicher Literatur, Landauer Zeitungen ab 1792 und 120 000 Fotografien aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das auch kunsthistorisch bedeutsame Frank-Loebsche Haus wurde 1987 nach umfangreichen Renovierungen als Dokumentations- und Erinnerungsstätte neu eröffnet. Es ist eng mit der Geschichte des Landauer Judentums verbunden, welche in einer umfangreichen Dauerausstellung anschaulich nachvollzogen werden kann. Dabei stehen vor allem auch die Verfolgung pfälzischer Juden, Sinti und Roma während des Dritten Reiches im Vordergrund.

Als Museum und Galerie wird seit 1990 das im Jugendstil gebaute Wohnhaus des bekannten pfälzischen Landschaftsmalers Heinrich Strieffler (1872 -1949) verwendet, wobei neben seinem eigenen Nachlass auch der seiner Tochter gezeigt wird. Ergänzend finden ganzjährig wechselnde Ausstellungen hauptsächlich mit „Altpfälzer Malerei“ statt.

Die 1882 im Stil des Historismus ("Neo-Renaissance“) erbaute Villa Streccius dient heute als städtische Galerie und wird für drei bis vier Ausstellungen im Jahr genutzt. Treibende Kraft ist der 1980 gegründete Kunstverein „Villa Streccius“ , welcher in Zusammenarbeit mit städtischen Stellen eine Vielzahl künstlerischer Aktivitäten organisiert , wozu z. B. eigenverantwortete Ausstellungen, Vorträge und Veranstaltungen zu Kunst und Kultur, darüber hinaus eine Malwerkstatt für Kinder und Jugendliche, Atelierbesuche und vieles mehr gehören.

Im Landauer Kutschen-Kabinett steht der Nachbau eines Landauers, eines Kutschentyps mit aufklappbarem Verdeck, im Mittelpunkt. In einer umfangreichen Sammlung werden weitere Exponate z. B. Kutschen, Schlitten, Pferdegeschirr, aber auch Holzschnitte und Kupferstiche zum Thema 5000 Jahre Rad und Wagen präsentiert.

Kirchen

Evangelische Stiftskirche
Stiftskirche, Barock-Orgel

Das religiöse Leben wird durch die beiden großen Volkskirchen, aber auch durch andere christliche Kirchen und Glaubensgemeinschaften geprägt[8]:

Die Evangelische Kirche der Pfalz ist im Stadtgebiet von Landau durch 11 Kirchengemeinden vertreten, welche in übergreifende Organisationsstrukturen (Pfarrämter) eingebunden sind. Während die große protestantische Stiftskirchengemeinde (3 Pfarrämter) mit ihrer kunstgeschichtlich bedeutenden gotischen Stiftskirche und die Johannes-Kirchengemeinde Teile der Kernstadt (Innenstadt und Horst) repräsentieren, umfasst das Protestantische Pfarramt Queichheim die eher östlich gelegenen Gemeinden Queichheim , Horstring (Lukaskirche) und Mörlheim. Dammheim ist zwar ebenfalls ein Ortsteil von Landau, die hier lebenden evangelischen Christen gehören jedoch zur Kirchengemeinde Essingen-Dammheim-Bornheim mit Sitz des Pfarramtes in Essingen. Auf der Wollmesheimer Höhe im Südwesten der Stadt befindet sich die Matthäuskirchengemeinde, während das Pfarramt Mörzheim für die Gemeinden in Mörzheim und Wollmesheim zuständig ist. Im Nordwesten und Norden der Kernstadt liegen die Kirchengemeinden Godramstein und Nußdorf, welche das Angebot der evangelischen Kirche in Landau vervollständigen.

Zum Pfarrverband Landau des Bistums Speyer gehören insgesamt 22 Gemeinden, welche in Pfarrgemeinschaften zusammengefasst sind und von denen sich 11 im eigentlichen Stadtgebiet von Landau befinden. Zu nennen ist als erstes die Pfarreiengemeinschaft St. Maria, welche aus der Pfarrei St. Maria (Kernstadt) mit ihrer großen, neoromanischen Marienkirche und den Pfarreien St. Martin in Mörlheim und Mariä Himmelfahrt in Queichheim besteht. Ebenfalls in der Innenstadt liegt die Pfarrei Hl. Kreuz, welche mit der gotischen Augustinerkirche ein besonderes Baudenkmal besitzt und mit St. Georg in Arzheim verwaltungstechnisch verbunden ist. Die Pfarrei St. Albert umfasst den Stadtteil Wollmesheimer Höhe und die neue Südweststadt und bildet mit den Gemeinden St Ägidius in Mörzheim und St Mauritius in Wollmesheim eine Pfarreiengemeinschaft. Auch die Gemeinden St. Pirmin in Godramstein und St. Quintin in Siebeldingen sind zu einer Pfarreiengemeinschaft verschmolzen, wobei Siebeldingen allerdings nicht mehr zum eigentlichen Stadtgebiet gehört. Die schon seit längerem miteinander verbundenen Pfarreien St. Elisabeth und Christ-König liegen eher im Osten der Stadt, sie betreuen auch die Gemeindemitglieder im Stadtteil Nußdorf, mit der Nepomuk Kapelle als Gemeindezentrum.

Zu den weiteren Kirchen und Glaubensgemeinschaften gehört unter anderem die Altkatholische Gemeinde, welche die Katharinenkapelle, das zweitälteste Kirchengebäude Landaus, als Zentrum ihrer Gemeindearbeit nutzt.

Die evangelischen Freikirchen werden u. a. durch die Adventgemeinde Landau (Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten), die christliche Gemeinde („Er lebt“- Gemeinde) und das Christliche Zentrum Landau vertreten. Außerhalb der verfassten kirchlichen Strukturen sehen sich auch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Landau/Pfalz (Baptisten), die Katharinengemeinde Landau der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und die Freie Christengemeinde Landau (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)).

Auch die Neuapostolische Kirche im Rheinland ist in Landau durch eine Kirchengemeinde repräsentiert, während die Zeugen Jehovas, wie in anderen Gemeinden auch, insbesondere durch ihre intensive Öffentlichkeitsarbeit auf ihre Anliegen aufmerksam machen.

Bauwerke

Bastion der Fortanlage
Französisches Tor und Grabstein von Geneeral Joseph de Montclar

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Landau in der Pfalz

Parks

Park in der Fortanlage
  • Fortanlage
  • Goethepark
  • Kreuzgarten
  • Luitpoldpark
  • Nordpark
  • Ostpark mit Schwanenweiher
  • Savoyenpark
  • Schillerpark
  • Südwestpark
  • Zoo

Das Zoogelände erstreckt sich entlang den französischen historischen Fortanlagen. Gründungsdatum ist der 24. Juli 1904.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Benefizkonzert Hans-Rosenthal-Stiftung
  • Fest des Federweißen
  • Goetheparkplaudereien
  • ImWoBau – Immobilien, Wohnen, Bauen (Messe)
  • La.Meko Filmfestival (November)
  • Internationaler Pfälzer Saumagen-Wettbewerb
  • Landauer Gespräche
  • Landauer Sommer
  • Landauer Weihnachtszirkus
  • Landauer Wirtschaftswoche
  • Mai- und Herbstmarkt
  • Thomas-Nast-Nikolausmarkt
  • Wochenmarkt (dienstags und samstags)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz   23.363 59,3 40,7
Landau (Pfalz) 1 2.039 59,8 40,2
Neustadt (Weinstr.) 2 2.012 60,8 39,2

Landau in der Pfalz ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 2039 Hektar bestockter Rebfläche die größte Weinbaugemeinde in Rheinland-Pfalz. Wichtige am Ort vertretene Unternehmen sind unter anderem Michelin, ein Werk der Pechiney-Aluminium-Gruppe sowie das inhabergeführte Großhandelsunternehmen Chr. Ufer GmbH mit einer Firmenhistorie von über 220 Jahren.[9] Über die Tiefdruckerei wwk der Schlott-Gruppe wurde am 1. April 2011 ein Insolvenzverfahren eröffnet.[10]

Geothermiepionierstadt Landau

In Landau wurde 2007 mit dem 3-Megawatt Strom produzierenden Geothermiekraftwerk Landau das erste funktionierende Erdwärmekraftwerk in der Oberrheinischen Tiefebene errichtet.

Am 15. August und 14. September 2009 kam es in Landau zu leichten seismischen Ereignissen der Stärken 2,7 bzw. 2,4 auf der Richterskala. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat eine Expertenkommission mit der Untersuchung dieser Seismizität auf einen möglichen Zusammenhang mit dem Kraftwerksbetrieb beauftragt.[11] Am 11. November 2009 leitete die Betreiberfirma der Geothermieanlage mit vorgeschalteten Funktionstests die Wiederaufnahme des Probebetriebs ein. Zuvor hatte das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium bestätigt, dass das Kraftwerk alle notwendigen Sicherheitskriterien erfüllt.[12]

Verkehr

Landau liegt verkehrsgünstig im Überschneidungssektor der Metropolregion Rhein-Neckar und der Technologieregion Karlsruhe. Die wichtigsten Fernstraßen sind die A 65 (mit den drei Anschlussstellen LD-Nord, LD-Zentrum und LD-Süd), die B 10 und die B 38. Die touristische Deutsche Weinstraße am Fuße des Pfälzerwaldes liegt in unmittelbarer Nähe.

Nahverkehr

Hauptbahnhof, Mittelpunkt des ÖPNV in Landau

1855 erhielt Landau durch den Bau der Pfälzischen Maximiliansbahn NeustadtWissembourg (Weißenburg) Anschluss an das Eisenbahnnetz. Mit Eröffnung der Unteren Queichtalbahn nach Germersheim im Jahr 1872 sowie der Queichtalbahn über Annweiler nach Zweibrücken im Jahr 1875 wurde die Stadt zum Eisenbahnknotenpunkt. 1898 wurde die Nebenbahn nach Herxheim eröffnet. Die Strecken nach Herxheim und Germersheim wurden in den 1980er Jahren stillgelegt. Von 1911 bis 1953 führte außerdem mit der Pfälzer Oberlandbahn eine Überlandstraßenbahn von Neustadt nach Landau.

Dreh- und Angelpunkt des Nahverkehrs ist heute der Hauptbahnhof. Während die Maximiliansbahn keinen weiteren Halt mehr im Stadtgebiet hat, verfügt die Queichtalbahn mit Landau West und einem Bahnhof im Stadtteil Godramstein noch über zwei weitere Bahnhalte; Dammheim besaß an der Strecke nach Germersheim einen Haltepunkt und Mörlheim einen an der Stichstrecke nach Herxheim.

Im Zuge des Fahrplanwechsels im Sommer 2007 wurde das Buskonzept in Landau umgestellt, sodass seitdem mehr und bessere Verbindungen geboten werden. Mit den Linien 507, 508 und 509 existieren drei innerstädtische Buslinien. Diese sowie die Linie 501 nach Neustadt werden von der PalatinaBus betrieben. Die übrigen Buslinien, die ins Umland der Stadt führen, werden hauptsächlich von SüdwestBus betrieben. Landau ist Mitglied im Karlsruher Verkehrsverbund, sowie im Verkehrsverbund Rhein-Neckar.

Öffentliche Einrichtungen

Gerichtsgebäude

Bildungseinrichtungen

Die 1990 gegründete Universität Koblenz-Landau hat in Landau einen Campus, der Schwerpunkt der Studiengänge liegt hier in den Bereichen Lehrerbildung, Erziehungswissenschaft, Psychologie sowie Sozial- und Umweltwissenschaft. Hervorgegangen ist die Universität aus der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz (EWH). Im Sommersemester 2010 waren rund 6.200 Studierende am Campus Landau immatrikuliert.[13]

Seit Herbst 2010 besteht das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (ZFUW) der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau. Hier kann man sich u.a. im berufsbegleitenden Universitäts-Zertifikatslehrgang Circle of Excellence (CoE)© zum "Gesundheitsmanager (univ.)" weiterbilden.

Landau verfügt aufgrund des großen Einzugsgebietes über drei staatliche Gymnasien (Eduard-Spranger-, Max-Slevogt- und Otto-Hahn-Gymnasium) und eine private katholische Mädchenschule mit Gymnasial- und Realschulzweig (Maria-Ward-Schule). Hinzu kommen zwei Hauptschulen (Herman-Gmeiner-Hauptschule im Schulzentrum Ost, Hauptschule West – Schule im Fort), eine Duale Oberschule, eine Realschule (Konrad-Adenauer-Realschule), eine staatliche berufsbildende Schule, ein naturwissenschaftliches Technikum (Künkele-Institut) und elf Grundschulen, darunter eine private Montessori-Schule. Abgerundet wird das Schulangebot durch fünf Sonderschulen in verschiedenen Ausrichtungen.

Freizeit- und Sportanlagen

Bekannteste Freizeiteinrichtung ist der seit 1904 existierende Zoo Landau in der Pfalz, der sich in der Nähe der Fortanlagen befindet. Eine vergleichbare Einrichtung ist das im Südosten der Stadt gelegene Reptilium, ein Terrarien- und Wüstenzoo.

Am westlichen Stadtrand sind das Südpfalz-Stadion sowie das Freibad angesiedelt, das nach seiner Renovierung seit Sommer 2008 wieder eröffnet hat. Auf der anderen Seite der Stadt befindet sich das Freizeitbad La Ola.

Das Haus der Jugend Landau wurde am 3. September 1983 in der „Roten Kaserne“, einem ehemaligen Kasernengebäude der französischen Streitkräfte in Deutschland (Forces françaises en Allemagne) im Zuge der Konversionen eröffnet. Zu ihm gehört als Außenstelle auch noch der Städtische Jugendtreff Horstring.

Mit über 5000 Mitgliedern[14] der größte Sportverein der Stadt, der zeitweise auch der größte in Rheinland-Pfalz war, ist der ASV Landau. Ebenfalls hier ansässig ist der Horst Sport-Verein (HSV Landau), bei dem der derzeitige Bundesligaspieler Benjamin Auer in der Jugendabteilung begann.

In der Landauer Südstadt hat sich der Inlinehockey-Club IHC Landau 1999 e. V. in der ehemaligen französischen Sporthalle angesiedelt, der es durch seine Meisterschaft 2006 in der Regionalliga Süd-West in die 2. Bundesliga der ISHD schaffte.

Persönlichkeiten

siehe: Liste Landauer Persönlichkeiten

Literatur

  • Michael Martin: Landau. Der Stadtführer. G. Braun Buchverlag, Karlsruhe 2009, ISBN 978-3-7650-8525-3
  • Michael Martin: Kleine Geschichte der Stadt Landau. G. Braun Buchverlag, Karlsruhe 2006, ISBN 978-3-7650-8340-2
  • Hans Hess: Die Landauer Judengemeinde. Landau 1969 (erweiterte Ausgabe Landau 1983)
  • Falko Heinz: Landau in der Pfalz unter französischer Besatzung 1945-1949, Frankfurt am Main u.a., Peter Lang, 2008 (Militärhistorische Untersuchungen, 9).

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Historische Karten als Digitalisate 1 und 2 der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  3. region-suedliche-weinstrasse.de: Landau in der Pfalz
  4. Zeno.org: Bezons, Jacques Bazin. Abgerufen am 5. November 2009
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 184 (PDF)
  6. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Stadtratswahlen der kreisfreien Städte
  7. Doktortitel und Tumor frei erfunden. In: Focus Online. 24. August 2007 (Online, abgerufen am 26. September 2007).
  8. Die Reihenfolge der Darstellung der Kirchen und Glaubensgemeinschaften erfolgt jeweils nach alphabetischen Gesichtspunkten
  9. http://www.ufer.de/der-ufer/wir-ueber-uns/220-jaher-vorsprung
  10. http://www.schlottgruppe.de/de/presse-2011.html
  11. http://www.swr.de/nachrichten/rp/-/id=1682/nid=1682/did=5287220/1cturq2/index.html/
  12. http://www.geox-gmbh.de/de/Aktuelle_Meldungen.asp
  13. Universität Koblenz-Landau: Campus Landau! Abgerufen am 23. September 2010.
  14. ASV Landau: Geschichte des Vereins (in Kurzform). Abgerufen am 15. März 2011.

Weblinks

 Commons: Landau in der Pfalz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Landau – Quellen und Volltexte

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