Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler

Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler

Das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat ist ein Gelöbnis deutscher Gelehrter - meist im Beamtenrang - vom 11. November 1933 zur Feier der "nationalsozialistischen Revolution" des Jahres, vorgetragen auf einer Festveranstaltung an diesem Tag in der Alberthalle in Leipzig mit dem Titel "Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!". Weitere Bezeichnungen in der Publizistik der Zeit, in offiziellen Dokumenten und damit in der Historiographie lauten "Kundgebung der deutschen Wissenschaft" oder kurz Bekenntnis der Professoren, sowie Ruf an die Gebildeten der Welt.[1]

Alberthalle Leipzig

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Ausrichter der Kundgebung und Herausgeber der Schrift war der Nationalsozialistische Lehrerbund NSLB Sachsen. Es war der Vortag zur „Volksabstimmung“ am 12. November 1933 über den bereits am 14. Oktober vollzogenen Völkerbundsaustritt, gekoppelt mit einer so genannten Reichstagswahl, d.h. einer Scheinwahl mit NSDAP-Einheitsliste. Das Bekenntnis ist somit auch ein Wahlaufruf. In mehreren Reden wird stark der Wille Deutschlands zum Frieden hervorgehoben, der neben Freiheit und Ehre anzustreben sei. Der Austritt aus dem Völkerbund wurde mit der Gleichberechtigung Deutschlands auf internationaler Bühne begründet, die ohne die diskriminierenden Bestimmungen des Völkerbundes nun durch den Austritt zu erreichen sei. Diese Gleichberechtigung war lange Zeit ein Verhandlungsziel der Weimarer Außenpolitik gewesen und stieß daher auf breiteste Zustimmung in der Bevölkerung, auch bei denen, die dem NS-Staat ablehnend gegenüberstanden. Allerdings hatte der nationalsozialistische Staat durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums massiv in die wissenschaftliche Lehrfreiheit der Hochschulen eingegriffen.

Titelseite

Der NSLB-Gauobmann Arthur Göpfert hatte im Zusammenwirken (nach den Akten: „im engen Benehmen“) mit der Landesuniversität Leipzig dazu aufgerufen, ein „Bekenntnis freier und politisch nicht gebundener deutscher Gelehrter“ zu veröffentlichen, einen „Ruf an die Gebildeten der Welt“. Dieser "Ruf" verspricht eine „volksgebundene Wissenschaftspflege“, aus der allein die völkerverbindende Macht der Wissenschaft erwachsen kann. „Aus dieser Überzeugung heraus richtet die deutsche Wissenschaft an die Gebildeten der ganzen Welt den Appell, dem Ringen des durch Adolf Hitler geeinten deutschen Volkes um Freiheit, Ehre, Recht und Frieden das gleiche Verständnis entgegenzubringen, welches sie für ihr eigenes Volk erwarten,“ fordern die Teilnehmer. Die begleitenden Ansprachen hielten nacheinander der Rektor der Universität, der Leipziger Veterinär und Tierzüchter Richard Arthur Golf, schon vor 1933 Vertrauensdozent des NS-Studentenbundes, ferner Eugen Fischer, Martin Heidegger, Emanuel Hirsch, Wilhelm Pinder, Ferdinand Sauerbruch, Eberhard Schmidt[2], der Theologe Friedrich Karl Schumann und der Germanist Friedrich Neumann.

Göpfert, ein Lehrer, geb. 1902, wurde zur Belohnung 1933 Ministerialrat, ab März 1935 der Zuständige für Bildung in der Reichsstatthalterschaft Sachsen, die das frühere Land Sachsen nach der NS-Zentralisierung ersetzte.

Bekennende

Übersicht der vertretenen Hochschulen

Im Dokument sind fast alle Namen der Unterzeichner ihren Hochschulen zugeordnet. Am Ende stehen noch einzelne Wissenschaftler ohne Zuordnung, die meisten von der Universität Leipzig, die eigenartigerweise nicht in der Übersicht aufgeführt ist, obwohl ihr Rektor zu den Rednern gehörte.[3] Die meisten Namen kamen von der Hamburger Universität, dann aus Göttingen und Marburg. Merkwürdig im gegebenen Umfeld wirken die vier kirchlichen Hochschulen in Bayern, deren Rektoren sogar sämtlich ihre Unterschrift leisteten, obwohl sie teilweise später offene Gegner des Nationalsozialismus wurden: Michael Rackl, Max Heuwieser, Franz Heidingsfelder, Adolf Eberle (Dillingen).

Eine Seite mit Unterzeichnern des Bekenntnisses, besonders aus Marburg und Rostock
  • Landwirtschaftliche Hochschule Bonn
  • Forstliche Hochschule Eberswalde
  • Technische Hochschule Dresden (Forstliche Hochschule Tharandt)
  • Forstliche Hochschule Hann.-Münden

und

Einzelne Wissenschaftler

Namen von Wissenschaftlern

Unter anderem unterzeichneten:

A-B Narziß Ach (Göttinger Psychologe), Friedrich Ahlfeld (Marburger Geologe), Karl Alnor (Kieler Geschichtsdidaktiker), Hermann Altrock (Leipziger Sportpädagoge), Friedrich Alverdes (Marburger Zoologe), Georg Anschütz, Emil Artin (Hamburg Mathematiker, 1937 entlassen), Ernst Baars (Marburger Chemiker), Adolf Bach (Bonner Germanist), Sophie Barrelet (Hamburger Fremdsprachendozentin), Karl Heinrich Bauer (Medizin), Friedrich Baumann (Marburger Mediziner), Max Baur (Marburger Pharmazeut), Hermann Beenken (Leipziger Kunsthistoriker), Johannes Behm (Göttinger Theologe), Erhard Berndt (Leipziger Agrarökonom, SA-Mitglied), Walther Bergt (1865-1941, Dresdner Mineraloge), Luise Berthold (Marburger Germanistin), Helmut Berve (Leipziger Althistoriker), Theodor Beste (Dresdner Betriebswirt), Erich Bethe (Altphilologe), Robert Bierich (Hamburger Mediziner), Herbert Birtner (Musikwissenschaftler), Fritz Blättner (Pädagoge), Max Le Blanc (Leipziger Chemiker), Edwin Blanck (Göttinger Bodenkundler), Wilhelm Blaschke, Werner Blume (Göttinger Mediziner und sp. NS-Dozentenführer), Paul Böckmann (Hamburger Germanist), Ernst Boehm (Leipziger Pädagoge), Otto Friedrich Bollnow (Philosoph), Conrad Borchling (Hamburger Germanist), Bruno Borowski (Leipziger Anglist), Wilhelm Böttger (Leipziger Chemiker), Kurt Brand (Marburger Pharmazeut), Erich Brandenburg[4] (Leipziger Historiker), Braeucker (Hamburg), Gustav Brandes (Dresdner Zoologe), Ludolph Brauer (Hamburger Luftfahrtmediziner), Friedrich Braun (1862-1942, Leipziger Germanist), Erich Bräunlich (Leipziger Orientalist), Gustav Bredemann, Hellmut Bredereck (Leipziger Chemiker), Roland Brinkmann (Hamburger Geograf, sp. NS-Gegner), Johannes Brodersen (Hamburger Anatom), Ernst Broermann (Bonner Pädagoge), Paul Brohmer (Kieler Biologiedidaktiker), Leo Bruhns (1884-1957, Leipziger Kunsthistoriker), Alfred Burgardsmeir (Bonner Kirchenhistoriker), Felix Burkhardt (Leipziger Statistiker), Adolf Butenandt (Danziger Chemiker)

C-D Hans Freiherr von Campenhausen (Göttingen), Ernst Carlsohn (Leipziger Chemiker), Wilhelm Cauer (Göttinger Mathematiker), Peter Claußen (Marburger Botaniker), Adolf Dabelow (Marburg), Rudolf Degkwitz (senior) (Hamburger Mediziner), Gustaf Deuchler (Hamburger Pädagoge), Max Deutschbein (Marburger Anglist), Rudolf Dittler, Ottmar Dittrich (Leipziger Sprachwissenschaftler), Hans Dörries (Göttinger Geograf, sp. in Münster), Heinz Dotterweich (Dresden), Friedrich Drenckhahn (Rostock), Johannes von den Driesch (Bonn), Karlfried Graf Dürckheim (Kiel), Gerhard Duters

E-F Friedrich August Ebrard (Hamburger Jurist, 1891-1975), Heinrich Eddelbüttel (Rostocker Biologe und Pädagoge), Richard Egenter, Rudolf Ehrenberg (Göttinger Biologe, später selbst Opfer des NS), Karl Eimer (Marburger Mediziner), Josef Engert (Regensburger, Dogmatiker), Curt Eisfeld (Hamburger Betriebswirt), Ernst Elster (1860-1940, Marburger Germanist), Werner Enke (1895-1974, Marburger Psychiater), Erich Everth (Leipziger Publizist und NS-Gegner), Theodor Fahr (Hamburg), Rudolf Fahrner (Marburger Germanist, später Kontakt zum Widerstand), Ferdinand Fehling (1875-1946, Hamburger Historiker), Prof. Feist (Göttingen), Rainer Fetscher (Dresdner Erbhygieniker), August Fischer (Orientalist) (Leipzig), Carl August Fischer (1895- , Hamburger Ökonom), Eugen Fischer, Ulrich Fleck (Göttinger Chemiker), Hans Fliege (1890-1976, Marburger Zahnmediziner), Wilhelm Flitner, Karl Florenz (Hamburger Japanologe), Johann Ulrich Folkers (Rostocker Historiker und Volkskundler), Alfred Forke (Hamburger Sinologe), Günther Franz (Historiker), Julius Fressel (Hamburger Mediziner), Hans Freyer (Soziologe), Ernst Friedrich (1867-1937, Leipziger Geograf), Johannes Friedrich (Altorientalist und sp. Leipziger Rektor), Theodor Frings (Leipziger Germanist), Hugo Fuchs (Göttinger Anatom),

G Hans-Georg Gadamer (Philosoph), Arnold Gehlen (Philosoph, Soziologe), Oscar Gehrig (Rostocker Kunsthistoriker), Felix Genzmer (Marburger Jurist), Gustav Giemsa, Wilhelm Giese (Hamburg), Otto Glauning (Leiter der Universitätsbibliothek Leipzig), Arthur Golf (Leipzig), Goos (Hamburg), Georg Grimpe (1889-1936, Leipziger Zoologe), Franz Groebbels (Hamburger Mediziner), Walter Große (Leipziger Nationalökonom), Hans Großmann (Göttingen), Rudolf Großmann (Hamburg), Eduard Grüneisen (Marburger Physiker), Georg Grüter (1862-1963, Marburger Augenmediziner), Herbert Grundmann (Historiker)

H Rudolf Habermann (Hamburger Mediziner), Fedor Haenisch (Hamburger Mediziner), Konstantin von Haffner (Hamburger Zoologe), Richard Harder (Biologe) (Göttingen), Helmut Hasse (Marburger Mathematiker), Edwin Hauberrisser (Göttinger Zahnmediziner, 1882 - 1964)[5] Erich Hecke (Hamburger Mathematiker), Otto Heckmann (Göttingen), Martin Heidegger (Philosoph), Robert Heidenreich (Archäologe), Franz Hein (Leipziger Chemiker), Wilhelm Heinitz, Rudolf Heinz (Hamburg), Emil Heitz (Hamburg), Gustav Heller (Leipziger Chemiker), Karl Helm (Marburger Germanist und Dekan), Johannes Hempel (Göttinger Theologe), Friedrich Hempelmann (Leipziger Zoologe), Ernst Hentschel (Hamburger Zoologe), Eduard Hermann (1869-1950, Göttinger Linguist), Ernst Hertel (Augenmediziner, SS-Förderer), Johannes Hertel (Indologe) (Leipzig), Paul Hesse (Göttingen)[6], Theodor Hetzer (Leipziger Kunsthistoriker), Max Heuwieser, Johannes Erich Heyde (Rostocker Philosoph), Theodor Heynemann (1878-1951, Gynäkologe), Emanuel Hirsch, Otto Hölder (Leipziger Mathematiker), Cornelius Hölk (Marburger Schulleiter und Didaktiker), Alexander Hoffmann (1879-1946, Leipziger Betriebswirt), Hans Hoffmann (Hamburg), Erich Hofmann (Göttingen), Carl Horst (Marburger Kunsthistoriker), Alfred Hübner (Göttinger Philologe), B. Hufnich

Seiten mit einzelnen Unterzeichnern vorwiegend der Universität Leipzig

I-J Edgar Irmscher (1887–1968, Hamburger Botaniker), Arnold Jacobi (Dresdner Zoologe), Eduard Jacobshagen (1886–1967, Marburger Anatom), Peter Jaeck (1894-1937, Marburger Leibeserzieher), Fritz Jäger (Hamburger Sinologe), Erich Jaensch, Maximilian Jahrmärker (1872 - 1943, Marburger Psychiater, Direktor der Landesheilanstalt), Eduard von Jan (Leipziger Romanist), Heinz Janert (1897-1973, Bodenkundler, SA-Mitglied), Harro de Wet Jensen (Marburger Anglist, in Heidelberg 1936 - 1945, entlassen), Christian Jensen (1867-1942, Hamburger Meteorologe und Physiker), Peter Jensen (Marburger Hethitologe[7], Erich Jung (Marburg), Heinrich Junker (Leipziger Sprachwissenschaftler)

K Prof. Helmuth Kanter (1891-1976, Hamburger Geograf), Fritz Karg (1892-1953, Leipziger Germanist, unehrenhaft entlassen), August Karolus (Leipziger Physiker), Eduard Keeser (Hamburger Pharmakologe, Rektor der Univ. 1941-1945), Erwin Kehrer (1874-1959, Marburger Gynäkologe), Egon Keining (Hamburger Dermatologe, sp. Mainz), Otto Kestner (Hamburger Mediziner), Hans Kienle (Göttingen), Otto Kestner (Hamburg), Hans Kienle (Göttingen), Sebastian Killermann (Regensburger Theologe und Naturwissenschaftler), Karl Kindler (1891-1967, Hamburger Pharmazeut), Prof. J. Kister (Hamburger Bakteriologe), Paul Kirn (Leipziger Historiker), Rudolf Klapp (1873-1949, Marburger Chirurg), Henrich Klebahn (1859-1942, Hamburger Mykologe), Johannes Klein (1904-1973, Marburger Germanist), Otto Klemm (Psychologe), Felix Klewitz (1884-1963, Marburger Mediziner), Erich Klinge, August Klingenheben (Afrikanist), Friedrich Klingner (Leipziger Altphilologe), Hans Otto Kneser (1901- , Marburger Physiker), Hugo Wilhelm Knipping, Wilhelm Knoll (Mediziner), Peter Paul Koch (1879-1945, Hamburger Physiker), Carl Walter Kockel (Leipziger Geologe), Paul Koebe (Leipziger Mathematiker und Dekan), Alfred Körte (Leipziger Altphiloge), Rudolf Kötzschke (Leipziger Wirtschaftshistoriker), Willy Kolz (Rostocker Pädagoge), Franz Kossmat (Geologe), Gerhard Kowalewski (Dresdner Mathematiker), Maximilian Krafft (Marburger Mathematiker), Werner Krauss (Romanist) (sp. im Widerstand), Erich Krenkel (1880-1964, Leipziger Geologe), Ernst Kretschmer (Marburger Psychiater), Martin Rudolf Kröger (Leipziger Chemiker), Felix Krueger (Leipziger Psychologe), Fritz Krüger (Romanist), Gerhard Krüger (Philosoph) (Marburg), Hermann Kümmell (Hamburger Mediziner), Hans Kuhn (Philologe) (Marburger Germanist), Friedrich Kutscher (1866-1942, Marburger Physiologe),

L Albrecht Langelüdecke (Hamburger Psychiater), Fritz Laves (Göttinge Mineraloge), Otto Lauffer (Hamburger Volkskundler), Kurt Leese (Philosoph), Rudolf Lehmann (Ethnologe) (Leipzig), Walther Lehmann (Hamburg), Wilhelm Lenz (Hamburger Physiker), Philipp Lersch (Dresdner Psychologe), E. H. Lieber, Paul Lindemann (Hamburg), Hans Lipps (Philosoph), Friedrich Lipsius (Philosoph), Theodor Litt (Philosoph) [Unterschrift zweifelhaft][8], Helmut Loebell (1894-1964, Marburger Mediziner), Ernst Lommatzsch (Marburger Altphilologe), Lorey (Hamburg), Rudolf Lütgens (1881-1972, Hamburger Wirtschaftsgeograf), Robert Thomas Dietrich Luther (Dresdner Chemiker)

M-P Gerhard Mackenroth (Marburger Jurist), Dietrich Mahnke (Marburg), Erich Manegold (Göttinger Chemiker), Wilhelm Mannhardt (Grenzwissenschaft), Otto Mattes (Marburger Führer der Dozentenschaft), Friedrich Mauz (Psychiater, später T4-Gutachter der Aktion T4), Kurt May (Göttinger Germanist), Martin Mayer (1875-1951, Hamburger Mediziner), Harry Mayne (Marburger Germanist), Rudolf Meerwarth (1883-1946, Leipziger Statistiker), Hans Meerwein (Marburger Chemiker), Carl Meinhof (Hamburger Afrikanist), Eugen von Mercklin (Hamburger Archäologe), Heinrich Meyer-Benfey (Hamburger Germanist), Fritz Micheel (Göttinger Chemiker), Heinrich von Minnigerode (Marburger Jurist), Hermann Mirbt (1891-1968, Göttinger Jurist), Waldemar Mitscherlich, Walther Mitzka (Marburg), W. Möbius, Hans Möller (Hamburg), Eugen Mogk (Leipziger Nordist), Bruno Moll (Leipziger Ökonom), Wilhelm Mommsen (Marburger Historiker), Lorenz Morsbach (Göttinger Anglist), Peter Mühlens (Hamburg), Kurt Müller (Göttingen), Paul Mulzer (1880-1947, Hamburger Dermatologe, SA-Mitglied), Hans Naujocks (Marburg), Friedrich Neumann (Germanist), Arthur Nikisch (Dresdner Jurist), Hermann Noack (Philosoph), Johann Nobel (Marburg), Bernhard Nocht, Karl Justus Obenauer (Leipziger Germanist, sp. in Bonn, Lehrer von Hans Rößner), Wolfgang Ostwald (Leipziger Chemiker), Max Pagenstecher, Siegfried Passarge (Hamburger Geograf u. Völkerkundler), Ulrich Peters (Pädagoge) (Kieler Rektor), Hans Petersson, Robert Petsch (1875–1945, Hamburger Germanist), Heinrich Pette, Wilhelm Pfannenstiel (Marburger Rassenhygieniker), Kurt Pietzsch (Leipziger Geologe), Wilhelm Pinder (Kunstgeschichtler), Hans Plischke (Göttinger Ethnologe), Anton von Premerstein (Marburger Althistoriker), Hans Preuß (1876–1951, Theologe, Kirchengeschichtler), Edgar Pröbster, Arthur Prüfer (1860-1944, Leipziger Musikwissenschaftler)

R Georg Raederscheidt (Direktor der Pädagogischen Akademie Bonn), Berthold Rassow, Fritz Rauda (Dresdner Architekt), Hans Rebel (Göttinger Zahnmediziner), Otto Reche (rassistischer Leipziger Anthropologe), Joachim von Reckow (Marburger Zahnmediziner), Konstantin Reichardt (Leipziger Nordist, 1937 emigriert), Eduard Reichenow (Hamburger Biologe), Ferdinand Reiff (Marburger Chemiker), Adolf Rein (Hamburger Historiker), Hermann Rein (Göttinger Mediziner und Rektor), Heinrich Remy (Hamburger Chemiker), August Rippel (Göttinger Mikrobiologe), Joachim Ritter (Philosoph), Erich Rix (Marburger Pathologe), Georg Rohde (Marburger Altphilologe), Hans Rudolphi (Leipziger Geograf), Wilhelm Ruhland (Leipziger Botaniker)

S Ferdinand Sauerbruch (Mediziner), Carl Schall (Leipziger Chemiker), Georg Schaltenbrand (Hamburger Neurologe, sp. Leiter von Versuchen an Menschen), Johannes Scheiber (Leipziger Chemiker), Siegmund Schermer (Göttinger Veterinär und Rektor 1932/33), Karl Hermann Scheumann (Leipziger Mineraloge), Ernst Schiebold (Leipziger Mineraloge), Ludwig Schiller (Leipziger Physiker), Werner Schingnitz (Leipziger Philosoph), Arthur Schleede (Leipziger Chemiker), Carl Schlieper (1903-1989, Marburger Zoologe), Josef Schmid [9], Wolfgang Schmid(t) (Marburger Anglist), Jonas Schmidt (Göttinger Veterinär), G. Schmitthenner, Eugen Schmitz (Dresdner Musikwissenschaftler), Hermann Schneider (Philosoph) (Leipziger Philosoph)[10], Richard Scholz (Leipziger Historiker), Hugo Schottmüller (Bakteriologe), Richard Schorr (Hamburger Astronom), Bruno Schröder (Dresdner Archäologe), Edward Schröder (Göttinger Germanist), Walther Schubring (Hamburger Indologe), Levin Ludwig Schücking (Leipziger Anglist und NS-Gegner), Helmut Schulz (Leipziger Musikwissenschaftler), Otto Theodor Schulz (Leipziger Althistoriker), Franz Arthur Schulze (Marburger Physiker), Leonhard Schultze-Jena (Marburger Zoologe), Paul Schwarz (Leipziger Orientalist), Bernhard Schweitzer (Leipziger Archäologe), Wilhelm Seedorf (Agrarökonom und sp. NS-Gegner), Emil Sieg (Göttinger Indogermanist), Max Graf zu Solms (Marburger Soziologe und NS-Gegner), Adolf Spamer (Dresdner Germanist), Franz Stadtmüller (Göttinger Anatom), Martin Stammer (Rostocker Theologe), Otto Steche (Leipziger Chemiker), Kurt Steinbart (Marburger Kunsthistoriker), Edmund E. Stengel (Marburger Historiker), Hermann Stephani (Marburger Musikwiss.), Hans Stobbe (Leipziger Chemiker), Wilhelm Strecker (Chemiker) (Marburg), Rudolf Streller (Leipziger Nationalökonom), Hermann Stremme (TH Danzig, sp. Ost-Berlin), Bernhard Struck (Dresdner Völkerkundler), Paul Sudeck (Hamburger Chirurg), Karl Süpfle (Dresdner Hygieniker), Karl Friedrich Suter (Leipziger Kunsthistoriker, ab 1946 Rostock)

T-U Karl Thalheim (Leipziger Nationalökonom, nach 1945 Westberlin), Alfred Thiel (Marburger Chemiker), Hermann Thiersch (Archäologe), Georg Thilenius (Völkerkundler), Maximilian Toepler (Dresdner Physiker), Rudolf Tomaschek (Anhänger der Deutschen Physik), Reinhold Trautmann (Leipziger Slawist), Erich Trefftz (Dresdner Mathematiker), Hans Ueberschaar (Leipziger Japanologe), Walther Uffenorde (Marburger HNO-Mediziner und NSDAP-Mitglied), Egon Ullrich (Marburg), Hermann Ullrich (Leipziger Botaniker), Adalbert von Unruh (Göttinger Jurist),

V-Z Wilhelm Vershofen (Ökonom und Lehrer Ludwig Erhards), Hermann Vogel (Göttinger Veterinär), Paul Vogel (Leipziger Pädagoge), R. Vogel (Göttingen), Hans Volkelt (Psychologe und Pädagoge in Leipzig), Wilhelm Volz, Friedrich Voß (Göttinger Zoologe), Friedrich Wachtsmuth (1883-1975, Marburger Kunsthistoriker und Dekan, 1945 entlassen), Andreas Walther (Hamburger Soziologe), Privatdozent Werner Weber (Göttinger Mathematiker), Rudolf Wedekind (Marburger Paläontologe), Emil Wehrle (Marburger Jurist), Ludwig Weichmann (1882-1961, Leipziger Geophysiker), Karl Friedrich Weimann (1873- , Leipziger Historiker), Franz Heinrich Weißbach (Leipziger Orientalist), Friedrich Weller (Leipziger Indologe), Hermann Wendorf (1891-1965, Leipziger Historiker), Otto Westphal (Hamburger Historiker und Nationalsozialist), Wilhelm Weygandt (Hamburger Psychiater), Georg Wiarda (Dresdner Mathematiker), Kurt Wiedenfeld Leipziger Nationalökonom), Heinrich Wienhaus, Wilhelm Wirth (Leipziger Philosoph und Psychologe), Georg Wobbermin (Göttinger Theologe), Walther Wolf (Ägyptologe), Ludwig Wolff (Göttinger Germanist), Richard Woltereck (Leipziger Zoologe), Ferdinand Wrede (Marburger Linguist), Wunniger , Eduard Zarncke (Altphilologe), Egmont Zechlin (Historiker), Erich Ziebarth (Althistoriker), Ludwig Zimmermann (Marburger Historiker, später Erlangen), W. Zimmermann (Hamburg), Ernst Zyhlarz (Hamburger Afrikanist)

Insgesamt unterschrieben ca. 900 Personen.[11]

In seiner Analyse der Unterschriften von Hamburger Professoren führt der Völkerkundler Hans Fischer aus, dass nicht klar sei, "wie die "Unterschriften" zu diesem Bekenntnis zustande gekommen sind, noch welches genau das Bekenntnis ist". [12] Dabei bezieht er sich darauf, dass in dem vorangestellten "Ruf an die Gebildeten der Welt", dem die Unterschriften vermutlich gelten, im Wesentlichen die Rede von "unbeschränkter geistiger Entwicklung und kultureller Freiheit" sei, während die nationalsozialistischen Inhalte vor allem in den Reden enthalten seien. Außerdem meint er, dass "an der Authentizität der Hamburger "Unterschriften" Zweifel angebracht sind". [13] Er weist darauf hin, dass sich unter den Hamburger Unterschriften "frühere oder spätere Hitler-Gegner wie Flitner und Degkwitz" finden.[12]

Reden

Rektor Eugen Fischer (Berlin):

(... das neue Gebäude des ns. Staates.) Ein gewaltiger Baumeister hat den Riß gezeichnet und den Bau geleitet und es fertig gebracht durch die Macht und den Zauber seiner Persönlichkeit, ein ganzes großes 65-Millionen-Volk mitzureißen... zu einer gewaltigen Welle des Mitbauens, des Mitarbeitens an diesem neuen Staate. Das nennt dann die Welt Revolution..., weil es wie ein Sturm einhergebraust kam,... weil eines Mannes Wesen, eines Mannes Wille weggebrochen hat, was morsch und schlecht war, und neue Ideale einem Volk als Richtlinien gegeben hat nach deutscher Art in Sitte, Ruhe und Ordnung... wir Wissenschaftler bauen mit... mit vollem und ganzem Herzen dem neuen Staat folgend...
Das ist der Sozialismus der Tat! Wir werden ihn aufbauen und ausbauen, nicht abgerungen durch die Fäuste der Arbeiter, nicht abgerungen durch Klassenkampf und Klassengegensatz, sondern aufgebaut auf der Gemeinsamkeit unserer Erblinien, auf der Gemeinsamkeit unseres Blutes, das im letzten Volksgenossen den gleichen Menschen gleichen Stammes sieht wie wir selbst sind. (S. 9f)

Rektor Martin Heidegger (Freiburg i. Br.):

Deutsche Lehrer und Kameraden! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! [...] Wir haben uns losgesagt von der Vergötzung eines boden- und machtlosen Denkens. Wir sehen das Ende der ihm dienstbaren Philosophie. Wir sind dessen gewiß, daß die klare Härte und die werkgerechte Sicherheit des unnachgiebigen einfachen Fragens nach dem Wesen des Seins wiederkehren. Der ursprüngliche Mut, in der Auseinandersetzung mit dem Seienden an diesem entweder zu wachsen oder zu zerbrechen, ist der innerste Beweggrund des Fragens einer völkischen Wissenschaft. [...] Die nationalsozialistische Revolution ist nicht bloß die Übernahme einer vorhandenen Macht im Staat durch eine andere ... Partei, sondern diese Revolution bringt die völlige Umwälzung unseres deutschen Daseins. Von nun an fordert jedwedes Ding Entscheidung und alles Tun Verantwortung. (S. 13f der Ausgabe Leipzig 1933)

Wilhelm Pinder (München):

Er bezieht sich auf die Feier zum 10. Jahrestag des 9. Nov. 1923 und schildert die Inszenierung dieser Gedenkfeier, die ihn tief ergriffen hat: Das gab es nicht mehr seit den Tagen des geistlichen Schauspiels. Das war nicht mehr Theater, das war nicht mehr die Trennung in Spieler und Zuschauer, Bühne und Publikum..., hier war wieder die Gemeinde da. Da wirkte alles zusammen. Das ist mehr als ein Bild... Das ist Stil, das heißt untrennbare Vereinigung der Gemeinschaft zur Form, unwillkürlich geschaffenes Symbol für den Gehalt, den Tausende empfinden, die Gestaltung aller im Ausdruck des eigenen Lebens." (S.19) [14]

Verweigerer

Obwohl im Nachgang zur Kundgebung im Winter 1933/34 von fast allen Professoren [15] Unterschriften unter den "Ruf" reichsweit eingefordert wurden, fehlen nach Angaben von Hans Fischer[12] eine ganze Reihe von Universitäten, so Bonn, Köln, Frankfurt, Mainz, Freiburg und München. Es ist bisher nur von einer Fakultät bekannt, dass sie die Unterschriften unter den "Ruf" im Ganzen verweigerte, den Theologen in Marburg. In außerordentlich vorsichtiger Sprache versucht der Dekan der Fakultät, Hans von Soden, dem Rektor klar zu machen, dass man zwar nicht gegen den neuen Staat sei, aber gegen diese Erklärung. Formal wendet er ein, dass der "Ruf" zu dieser Zeit als Teil einer größeren Denkschrift propagiert wurde, deren künftiger Kontext nicht auszumachen ist. Inhaltlich meint er, das Bekenntnis sei in seinen Aussagen so selbstverständlich, dass es dafür eigentlich keiner Unterschriften bedürfe, also stecke wohl mehr dahinter. Im Ausland würde der Ruf gerade nicht die erwünschte Wirkung erzielen, wie die Fakultät auf Grund ihrer Kontakte wisse. Die Volksabstimmung vom 12. November 1933 wird für richtig gehalten. Die Theologen wenden sich vor allem gegen die Formulierung des "Rufs", dass zum ersten Mal seit Fichtes Zeiten die Repräsentanten des deutschen Geisteslebens als Garanten des nationalsozialistischen Staates mit einem politischen Bekenntnis vor die Öffentlichkeit der Welt treten. Der Satz würde im Ausland von allen Kundigen als falsch abgetan werden. Ferner wollen die Theologen nicht, dass (namentlich genannte) NS-Organisationen bestimmen, wer unterschreiben darf und wer nicht, denn in verschiedenen Begleitschreiben zur Unterschriften- und Geldsammlung waren "jüdische" und andere, jeweils verschieden und möglichst subtil umschriebene Nicht-Nazis von der Unterschrift ausgeschlossen worden. Die Theologen stellen dem ihre berufliche Solidarität unter Fakultätskollegen entgegen.[16]

Vergleiche auch

Literatur

  • Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat Überreicht vom Nat.-soz. Lehrerbund Deutschland/ Gau Sachsen, o. J. [1933] Dresden-A. 1, Zinzendorfstr. 2; 136 S. Mit Übersetzung in engl., ital., franz. u. span. Sprache [18] Druckvermerk: Wilhelm Limpert, Dresden. Online-Scan (Frakturschrift), siehe Weblinks. - Indem die sowjetische Militärverwaltung das Produkt 1945 auf die "Liste der auszusondernden Literatur" setzte Transkript Buchstabe B, Seiten 17-64, erwies sie zugleich ungewollt allen Unterzeichnern einen großen Dienst, weil das Buch nun aus allen Bibliotheken der künftigen DDR verschwand und daher nicht mehr öffentlich wahrgenommen wurde.[19]
  • M. Heidegger: Ansprache am 11. November 1933 in Leipzig, in: ders., Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges 1910-1976 Martin Heidegger Gesamtausgabe Bd.16, Klostermann, Frankfurt 2000 S. 190 - 193, Dok. 104 Online, lat. Schrift ISBN 3465030400 (Online Frakturschrift siehe Weblinks)
  • Thomas Laugstien: Philosophieverhältnisse im deutschen Faschismus Argument, Hamburg 1989 ISBN 3886191699 S. 29ff. zur Lpz. Veranstaltung
  • Helmut Kuhn u.a. (Hgg): Die deutsche Universität im Dritten Reich Vortragsreihe d. Universität. Piper, München 1966 (zur Zahl 900: S. 71); darin Hans Maier: Nationalsozialistische Hochschulpolitik S. 71- 103
  • Leonore Siegele-Wenschkewitz & Carsten Nicolaisen, Hgg.: Theologische Fakultäten im Nationalsozialismus Reihe: Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte. Hg. Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte Leipzig. Reihe B: Darstellungen. Band 18. V&R Göttingen 1993 ISBN 3525557183
  • Anne Christine Nagel & Ulrich Sieg: Die Philipps-Universität Marburg im Nationalsozialismus. Dokumente zu ihrer Geschichte. Franz Steiner, Stuttgart 2000 ISBN 3515076530 Reihe: Pallas Athene. Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte Bd. 1
  • Niels C. Lösch: Rasse als Konstrukt. Leben und Werk Eugen Fischers. Reihe: Europäische Hochschulschriften Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. Bd 737. Peter Lang, Bern 1997 ISBN 9783631317464 (zur Lpz. Veranstaltung: S. 262f.) Zugl. Diss. TU Berlin 1996 (lt. Verlagsang.) oder Diss. FU Berlin (lt. DNB)
  • George Leaman: Heidegger im Kontext. Gesamtüberblick zum NS-Engagement der Universitätsphilosophen Argument, Hamburg 1993 ISBN 3886192059 (nennt die Zahl von 961 Unterzeichnern, S. 100)

Weblinks

  • Scan, Buch von [1934], in 5 Sprachen, mit den Reden der Protagonisten. Deutscher Teil sowie Namensliste in Fraktur. [20]

Anmerkungen

  1. ganz vereinzelt in der Sekundärlit.: "Aufruf..." statt "Ruf...", z.B. Frank-Rutger Hausmann: Anglistik und Amerikanistik im Dritten Reich; oder Kunstgeschichte im "Dritten Reich". Theorien, Methoden, Praktiken von Ruth Heftrig, Olaf Peters, Barbara Maria Schellewald, Akademie-Verlag. Diese Studie nennt als Beginn der Unterschriftensammlung den 23. Oktober 1933.
  2. Angegeben ist im deutschen Text "Prof. Schmidt, Hamburg" sowie, dass er ein Jurist ist; bei den Übersetzungen steht aber immer "Eberhard", daher handelt sich um den Strafrechtler (1891-1977): in Hamburg bis 1935, dann in Leipzig, Göttingen u. Heidelberg (Rektor 1952) vgl. Mundipedia. Schmidt erscheint nicht in der Liste der Bekennenden
  3. Von den Leipziger Dekanen haben Helmut Berve und der Mathematiker Paul Koebe unterzeichnet, die anderen nicht. Unter den Unterzeichnern fällt auf, dass manche Institute sehr stark (Orientalistik, Sprachwissenschaft, Chemie, Geografie), andere schwach vertreten sind.
  4. im Print 1933 verschrieben zu Brandenberg
  5. auch: Mund-, Kiefer und Gesichtschirurg; viele Publ. seit 1922, z. B. Über die Quellung von Bindegewebe; später: Über dentale Kiefer-Osteomyelitis (dentaler Markabszess). In: Deutsche Vierteljahrschr. f. Zahnchir., München & Wiesbaden 1922, S. 67-75. Er führte 1932 in Göttingen die erste Evipan-Narkose durch; er stand 1934 an 1. Stelle für einen Lehrstuhl in Hamburg, den er jedoch nicht erhielt.
  6. Agrarwissenschaftler, geb. 1893 †?, später Univ. Stuttgart-Hohenheim
  7. Er hatte im Jan. 1932 wegen schwerer Krankheit die Lehrtätigkeit aufgeben; auf die Liste ließen sich also auch Emeriti (Jensen seit 1928!) setzen.
  8. Die angebliche Unterschrift lässt sich freilich schwer mit folgendem Tatbestand vereinen: "Auf eine briefliche Anfrage aus einem Schülerkreis, ob er in seiner Philosophie das völkische Moment un die Bedeutung des Biologischen nicht genügend berücksichtige, fügte Litt in der Antwort in der Sache ein persönliches Wort an [...] '… Soll ich mich unter die Hakenkreuzfahne stellen, soll ich die Rechte zum Himmel emporrecken und mit beschwörender und flehender Stimme ausrufen: ‚Liebe Freunde, ich bin auch bei euch, ich bin auch national!‘? Sieht man denn nicht ein, welche Würdelosigkeit dahinter steckt; daß man sittlich Unmögliches von mir verlangt? Was fordert man? Man fordert bedingungslose Unterwerfung unter das Parteiprogramm, unter alle Punkte des Parteiprogramms! Das ist für mich unmöglich, das kann ich einfach nicht! [...]' " gekürzt zitiert nach: Peter Gutjahr-Löser: "Ist Theodor Litt im November 1933 zu Hakenkreuze gekrochen?" ?, in: Gutjahr-Löser/Schulz/Wollersheim [Hrsg.], Theodor-Litt-Jahrbuch 7 / 2010, S. 256
  9. Geograph, *13. August 1898 Freiburg/Br. - 12. Oktober 1978 Mainz; Diss. Freiburg 1924 Hydrologische und kleinmorphologische Studien am Schwarzwaldrand Autor von: Klima. Boden und Baumgestalt im beregneten Mittelgebirge. Ein Beitrag zum Wasserhaushalt & zur Oberflächengestaltung, Neumann 1925. Gründungsrektor der Univ. Mainz 1946, in der einschlägigen Lit. wird nur seine Rolle nach 1945 beachtet, z. B. Michael Kissener & Helmut Mathy, "Ut omnes unum sint", Teil 2: Gründungspersönlichkeiten der Johannes Gutenberg-Universität. Steiner, Stuttgart 2006 ISBN 3515087818. --Quelle: Archiv in der Univ. Leipzig seit 2003; mit zugehörigem Findbuch
  10. Das Internationale Germanistenlexikon behauptet trotz vorheriger Warnung vor dieser Verwechslung, es handele sich um den Tübinger Germanisten gleichen Namens. Nach den bekannten Nazi-Aktivitäten dieses Leipziger Philosophen ist er jedoch wahrscheinlich der Unterzeichner.
  11. Es gibt unterschiedliche Zahlenangaben, die daher kommen, dass auch nach dem 11. 11. Unterschriften und Gelder zur Veröffentlichung reichsweit gesammelt wurden. Felix Genzmer, Dekan der "Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät" der Univ. Marburg, gab noch am 11. Januar 1934 eine Liste an den Rektor; unterzeichnet hatten von den Juristen er selbst, Erich Jung, Emil Wehrle, Gerhard Mackenroth, Rudolf Schulz-Schaeffer, Heinrich von Minnigerode (1885 - 1950). Allein von den Medizinern unterschrieb eine enorme Zahl von Universitätsangehörigen aus Marburg, ca. 50 Personen. Die Namen bei: Lit. Anne Christine Nagel, S. 188, Anm. 20
  12. a b c Hans Fischer, Völkerkunde, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): Hochschulalltag im "Dritten Reich". Die Hamburger Universität 1933-1945. Dietrich Reimer Verlag, Berlin und Hamburg 1991, Bd. 2, S. 597
  13. Hans Fischer, Völkerkunde, in: Eckart Krause, Ludwig Huber, Holger Fischer (Hrsg.): Hochschulalltag im "Dritten Reich". Die Hamburger Universität 1933-1945. Dietrich Reimer, Berlin 1991, Bd. 2, S. 605. Freilich heißt es im Dokument, S. 127: "Zustimmungserklärungen zu den vorstehenden Ausführungen gaben die auf den nachfolgenden Seiten verzeichneten Professoren ...", d.h. alle Reden inbegriffen.
  14. Bei Maier, in: Kuhn, Hg. 1966, S. 100f.
  15. immer betont natürlich: ohne die jüdischen! Einzelne "halbjüdische" Wissenschaftler (das Adjektiv definiert nach Hans Globkes später kodifizierten Entrechtungs-Gesetzen) gaben dennoch ihre Unterschrift, siehe Rudolf Ehrenberg in obiger Liste
  16. das Dokument Nr. 82 bei Nagel, S. 186ff
  17. Text und einige Namen, insges. rund 70 Unterzeichner, im Lemma Werner Sombart
  18. DNB am Standort Leipzig vorhanden (Angabe Jan. 2010; Exemplar nicht verfügbar: Angabe April 2011. Die Bibliothek muss ggf. angefragt werden, was das zu bedeuten hat. Die DNB-Druckangabe "1933" ist falsch; Heidegger sammelte nach dem 11. November 1933 mit Druck auf seine Dekane Geld für die Übersetzungen, so dass realistisch erst 1934 gedruckt werden konnte. Das Buch hat kein Impressum; der Name des Druckers Limpert findet sich sehr klein auf der letzten Seite, ohne das Wort "Verlag".
  19. In Archiven: Archiwum Uniwersytetu Wroclawskiego (AUW)/ Universitätsarchiv Breslau. Bestand: Akt zespol Uniwersytet Wroclawski 1811-1945: AUW, S-165, Dokumente aus den Jahren 1933-1944/45. Unterlagen des Rektors, darin: AU-064/96/2004 (Kopie-Nummer): Abschrift (Schreiben des NSLB-Sachsen, gez. Friedrich Forster, betrifft Kundgebung der deutschen Wissenschaft). An das Rektorat der Universität Breslau/ Ruf an die Gebildeten der Welt. /Der Rektor der Universität, Breslau, den 9. Dezember 1933. AUW, S-166, Dokumente aus den Jahren 1933-1944/45. Unterlagen des Kurators.----Korrektur: der stv. Gauobmann des NSLB Sachsen, der die Schreiben herumschickte, hieß Förster, nicht Forster
  20. Auch als Black/White.pdf verfügbar (62 MB) und für Amazon Kindle. Die übrigen angebotenen Dateiformate sind schlecht zu handhaben, insbes. die OCR-Verarbeitung ist extrem fehlerhaft, was bei Fraktur kein Wunder ist. Die übrige Sprachen in lat. Schrift sind auch als Wortdokument lesbar. Vollständige Namensliste per 11. November 1933 auf S. 128ff. (es traten später weitere Personen bei), nach Hochschulen sortiert, sowie am Schluss "einzelne Wissenschaftler". Zur Datierung (nicht im Buch) siehe die Anm. zur Print-Ausg.- Die Rede des Heidegger ist in seiner GA in lateinischer Schrift lesbar, siehe Lit., Pos. 2

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