Geschichte des Kirchenbaus in Ostfriesland

Geschichte des Kirchenbaus in Ostfriesland

Die Geschichte des Kirchenbaus in Ostfriesland stellt die historische Entwicklung des Kirchenbaus im Gebiet Ostfrieslands von den Anfängen christlicher Sakralbauten aus Holz bis zur Gegenwart dar. Sie umfasst das Gebiet des Landkreises Aurich, Leer und Wittmund sowie der kreisfreien Stadt Emden. In dieser Region sind mehr als 100 romanische und gotische Kirchen erhalten. Charakteristisch für Ostfriesland ist die große Anzahl von Backsteinkirchen, die auf Warften errichtet wurden.

Pilsumer Kreuzkirche (13. Jahrhundert)

Inhaltsverzeichnis

Geschichtlicher Überblick

Als erste christliche Missionare waren Liudger und Willehad im 8. Jahrhundert für Friesland zuständig, blieben aber recht erfolglos. Im ostfriesischen gründete Raum Liudger im Jahr 791 die erste Kapelle in Leer. Die Franken trieben die Christianisierung wieder voran. Ostfriesland wurde zu einem Teil dem Bistum Bremen, zum anderen dem Bistum Münster zugeschlagen. Die ostfriesischen Küstengebiete wie die Krummhörn wurden jedoch erst in nachkarolingischer Zeit christianisiert.

Es entstand eine Klosterlandschaft an der niederländischen und deutschen Nordseeküste, die einen Höhepunkt im 12. und 13. Jahrhundert erreichte.[1] In Ostfriesland selbst gab es bis zur Reformation mehr als 30 Klöster. Von den mittelalterlichen Klosterkirchen sind jedoch keine erhalten, da sie infolge von Sturmfluten bereits in vorreformatorischer Zeit aufgegeben oder im Zuge der Reformation aufgehoben wurden. Andere fielen kriegerischen Auseinandersetzungen wie beispielsweise vonseiten Balthasars von Esens zum Opfer.[2]

Nachdem im 12. und 13. Jahrhundert im Bereich der Steinkirchen eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen ist, in der viele romanische und frühgotische Sakralbauten entstanden, ist im 14. Jahrhundert und zu Beginn des 15. Jahrhunderts aufgrund von Hungersnöten und Pestepidemien eine geringe Bautätigkeit und an den Gebäuden ein gewisser Niedergang der hohen Baukunst abzulesen. Im 15. Jahrhundert erfolgte ein architektonischer Aufschwung, der dazu führte, dass selbst kleine Dörfer ein eigenes Kirchengebäude erhielten oder ältere Kirchen eingreifend umgebaut oder durch Neubauten im Stil der Gotik ersetzt wurden. Die katastrophalen Sturmfluten 1509/1510/1511 und die dramatischen Umwälzungen, die die Reformation mit sich brachte, führten dazu, dass im 16. Jahrhundert keine Kirchen gebaut wurden.[3]

Da der Dreißigjährige Krieg und die Weihnachtsflut 1717 verheerende Auswirkungen auf Ostfriesland hatten, entstanden im 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verhältnismäßig wenig Neubauten. 20 von 25 barocken Kirchen wurden im Süden und Osten Ostfrieslands errichtet, wo durch Landgewinnung oder Moorkolonisierung neue Dörfer entstanden.[4] Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts erfuhr der ostfriesische Kirchenbau eine weitere Blütezeit und verhalf vielen Kirchengemeinden zu einem barocken oder klassizistischen Gebäude. Im 19. Jahrhundert ersetzten Kirchenneubauten im Stil des Klassizismus oder Historismus (insbesondere Neugotik) ältere Vorgängergebäude oder versorgten die neu entstandenen Dörfer.

Baumaterialien und Verbreitung

Holz

Ab dem 10. Jahrhundert wurden die ersten Kirchen aus Holz gebaut, da im friesischen Raum keine Natursteine vorhanden waren. Im 10. und 11. Jahrhundert entstanden sie in großer Zahl und wurden bis ins 13. Jahrhundert in gleicher Bauweise erneuert. Archäologische Untersuchungen haben an vielen Stellen die Holzreste nachgewiesen oder wahrscheinlich gemacht.[5] Allein für den ostfriesischen Bereich im Bistum Bremen konnten für das 11. Jahrhundert die Existenz von 50 Holzkirchen bestätigt werden, die in der Regel 4–8 m breit und maximal 17–20 m lang waren. Sie wiesen Eck- und Mittelpfosten und einen Bohlenfußboden auf Grundschwellen auf, vergleichbar den frühmittelalterlichen Häusern in Stabbauweise. Im manchmal etwas eingezogenen, ansonsten aber gerade abschließenden Chorraum stand ein steinerner Altar.[6]

Tuffstein

Tuffsteinkirche in Arle (im Sockelbereich erneuert)

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts wurden die Holzkirchen durch Steinkirchen ersetzt. Während im östlichen Ostfriesland, das zur Diözese Bremen gehörte, in romanischer Zeit Granitquaderkirchen vorherrschend waren, baute man im westlichen Ostfriesland, das Teil des Bistums Münster war, die ersten Steinkirchen aus Tuffstein. Die Küstennähe der Krummhörn eignete sich zum Import des mittelrheinischen Tuffs. Es handelt sich um Laacher See-Pyroklastika der Nette-Trass-Schichten.[5] Dieser wurde bereits am Fundort in der Eifel entsprechend zugesägt und dann auf Lastkähnen rheinabwärts und entlang der niederländischen Küste nach Ostfriesland geschifft.[7] Von daher erklärt sich die Häufung von Tuffsteinkirchen im 12. Jahrhundert in der Harlebucht, die zu der Zeit noch offen war.[5] Teils wurde der Tuff aus der Eifel bis nach Dänemark exportiert. Zwar war der poröse Tuff leicht zu bearbeiten, andererseits aber im rauen Nordseeklima ohne lange Lebensdauer, sodass alle Tuffsteinkirchen, wie die vormalige Larrelter, die Groothuser und die Rysumer Kirche, später eingreifend umgebaut oder durch Backsteinbauten ersetzt wurden. Kirchen mit Tuffstein finden sich in Arle, Nesse und Stedesdorf und in der angrenzenden Wesermarsch (beispielsweise Langwarden, Blexen und Wremen).[8]

Granit und Feldstein

Neben dem Tuff waren Feldsteine und Granitquader zur Verfügung stehende Materialien, die ab dem 12. und 13. Jahrhundert in Ostfriesland und im Jeverland für den Kirchenbau Verwendung fanden.[5] In Richtung Westen findet man weniger Granitquaderbauten. Die St.-Marcus-Kirche in Marx wurde am Ende des 12. Jahrhunderts als einschiffiger Apsissaal erbaut und ist eine der ältesten und am besten erhaltenen Granitquaderkirchen Ostfrieslands. Die bunten und unterschiedlich großen Granite konnten als Leitgeschiebe aus der Eiszeit identifiziert werden.[9] Oft wurde nur der Unterbau oder Sockel aus Granit erstellt. Die Bearbeitung von Granit war aufgrund der hohen Widerstandskraft und Härte mühselig. Man spaltete Findlinge für Granitquader und richtete dann die gespaltene Fläche als Schauseite nach außen. Die runde, weitgehend unbearbeitete Seite verschwand zwischen Außen- und Innenmauer in der Gussmasse aus Muschelkalkmörtel. Dieser Mörtel wurde aus Muschelschill gewonnen, den man zu gelöschtem Kalk verbrannte und den man mit Abschlägen aus der Granitbearbeitung und Feldsteinen auffüllte.[5] Weil der Mörtel schlecht auf dem Granit haftete und die Steine innen in der Regel nur bis 20 cm bearbeitet wurden, um eine Auflage zu ermöglichen, verkanteten die Steine im Laufe der Zeit und drängten aus der Mauer, sodass man sie mit eisernen Ankern in der Position zu halten versuchte.[10] Feldsteinkirchen wurden im heutigen Landkreis Ammerland errichtet (Rastede, Westerstede, Wiefelstede und Bad Zwischenahn). Gut erhaltene Feldsteinkirchen finden sich außerhalb Ostfrieslands im Land Wursten (Midlum und Dorum), ostfriesische Granitquaderkirchen in Asel, Marx, Middels, Buttforde (mit Gewölbe) und Remels (mit Tuffstein). Bei den Kirchen in Ardorf und Etzel besteht die untere Hälfte aus Granitquadern, die obere aus Backstein. Bei einigen Kirchen ist nur das Fundament aus Granitquadern (Arle, Resterhafe) und Westerholt, bei anderen zusätzlich auch noch der Sockel (Blersum, Horsten, Leerhafe).[8]

Sandstein

Im Bereich der unteren Weser begegnen ab dem 12. und 13. Jahrhundert Kirchengebäude aus Wesersandstein bis ans westliche Jadeufer.[5] Der Sandstein war leicht zu verarbeiten und war bei Granitquaderkirchen für die Fensterstürze ein beliebter Baustoff. Erhaltene Wesersandsteinkirchen finden sich in der Wesermarsch (Abbehausen, Berne, Dedesdorf, Rodenkirchen). In Ostfriesland war die Burhafer Kirche ursprünglich ein Sandsteinbau.

Backstein

Der Backstein setzte sich als neues Baumaterial erst ab dem 13. Jahrhundert durch,[11] als man von Mönchsorden die Kunst erlernte, aus der reich verfügbaren lehmhaltigen Erde wetterbeständige Ziegel zu brennen. Mithilfe wandernder Ziegelmeister konnten auf diese Weise vor Ort die in Holzformen geschlagenen Rohlinge in großen Meilern zu roten Ziegeln gebrannt werden.[12] Der überwiegende Teil der historischen Kirchen Ostfrieslands sind Backsteinkirchen, die im 13. Jahrhundert in die fruchtbaren Marschgebiete vordrangen, wo das lehnhaltige Baumaterial reichlich zur Verfügung stand und wo man seit dem Deichbau vor Überflutungen geschützt war. In der Küstennähe trat zu Ackerbau und Viehzucht noch der Seehandel hinzu, sodass hier die Kirchen besonders repräsentativ und aufwändig gestaltet waren.[13]

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurden die frühsten Backsteinkirchen mit östlicher Prägung in Hage und Victorbur gebaut. Im Bereich der Ems finden sich die ersten romanischen Kirchen aus Backstein in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Bunde (Langhaus), Bingum, Ditzum, Emden (Große Kirche), Leer (St.-Liudger), Midlum und Weener (später mehrere Erweiterungsumbauten), weitere Backsteinbauten aus diesem Zeitraum in Aurich-Oldendorf, Bagband, Canum, Dunum, Freepsum, Holtrop, Horsten, Strackholt, Suurhusen, Tergast, Uttum, Westerholt und Wiegboldsbur. Erste Kennzeichen der Frühgotik lassen sich bei den Kirchen in Eilsum, Marienhafe, Pilsum ausmachen. Romano-gotische Backsteinkirchen aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und dem beginnenden 14. Jahrhunderts stehen in Bangstede, Bunde (Querschiff und Chor der Kreuzkirche), Campen, Engerhafe, Grimersum, Hatzum, Ochtelbur, Osteel, Roggenstede, Stapelmoor und Westeraccum.[8]

Von den verhältnismäßig wenigen spätgotischen Kirchen Ostfrieslands aus dem 15. Jahrhundert sind die in Hinte, Rysum, Weener (Chor) und die Norder Ludgerikirche (Hochchor) die bedeutendsten. Bis in die Gegenwart sollte der Backstein das charakteristische Baumaterial ostfriesischer Kirchen bleiben.

Bauepochen und Bauformen

Romanik

Romanisches Langhaus von St. Ansgari Hage
Bemaltes Gewölbe der Kirche in Campen

Der Beginn der Epoche der Romanik fällt mit den Anfängen des Steinbaus zusammen. Während die harten Granitwände keine Schmuckelemente zuließen, wurde mit den Tuffsteinen aus der Eifel gleichfalls der mittelrheinische Baustil importiert. Möglicherweise begleiteten mittelrheinische Steinmetze auch den Transport und bewerkstelligten den Kirchenbau vor Ort. Dadurch wiesen die ersten Steinkirchen mit ihren recht unterschiedlichen Grundrissen, in der Regel aber mit Turm, Eingangsportalen und je drei kleinen Rundbogenfenstern an den Langseiten sowie östlicher Apsis, bereits eine hohe Qualität auf. Die Fenster zeichneten sich durch trichterförmige Laibungen aus. Die charakteristischen kleinen hochsitzenden Fenster an den Langseiten wurden vielfach in der Gotik zu größeren spitzbogigen oder im Barock zu großen Rundbogenfenstern erweitert. Am ehesten noch blieben die romanischen Fenster an der Nordseite erhalten.

Die ersten Backsteinkirchen um 1200 waren meist als schlichte, flachgedeckte Einraumkirchen oder auch als Apsissäle gestaltet (Beispiele sind die Rheiderländer Kirchen in Bingum, Ditzum und Midlum). Anfangs war der neue Baustoff ein billiger Ersatz für die importierten Natursteine Granit und Tuff.[14] Bereits wenige Jahrzehnte später zeichnet sich die Baukunst in der Wandgliederung durch reiche Schmuckelemente wie Lisenen oder Pilaster, Sockel, Traufgesimse und Rundbogenfriese aus, so beim Langhaus in Bunde und besonders reichhaltig in Victorbur und Hage. Häufig wurden die Apsen während der Zeit der Gotik durch einen polygonalen Chorabschluss ersetzt oder wegen Baufälligkeit abgerissen.

Am Langhaus der Ansgarikirche in Hage, das um 1180 bis 1190 errichtet wurde, kamen diese neuen Gestaltungselemente zum Einsatz, die im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts auch bei anderen romanischen Kirchen Eingang fanden. Etwas oberhalb der halben Mauernhöhe setzen Pilaster ein, die die Wand in fünf Felder mit je einem kleinen rundbogigen Fenster, das von einem schmalen Rundstab umschlossen wird, gliedern. Unvermittelt gehen die Pilaster in ein Kreuzbogenfries über, über dem ein dreifaches Deutsches Band den Mauerabschluss bildet. Der Anbau des mächtigen Westturms erfolgte 50 Jahre später. Die romanischen Formen treten in den Lisenen, den Bogenfriesen und den rundbogigen Öffnungen zutage.[15]

In einer zweiten Phase entstanden ab der Mitte des 13. Jahrhunderts Saalkirchen mit Gewölben, unter dem Einfluss Westfalens meist dreijochige Domikalgewölbe, insbesondere in den romano-gotischen Kirchen. Nur wenige dieser Gewölbe haben sich erhalten, wie beispielsweise in Eilsum, Campen (reich verziert), Canum, Pilsum, Stapelmoor und Westeraccum (Kreuzrippengewölbe). In Visquard und Engerhafe sind nur die Chorgewölbe erhalten. Das älteste Gewölbe weist die Krypta der ansonsten abgetragenen Liudgerikirche in Leer auf. Bei vielen anderen Kirchen stürzten die Gewölbe im Laufe der Jahrhunderte ein oder wurden abgerissen und durch Holztonnengewölbe (Bunde, Dornum) oder hölzerne Flachdecken (Roggenstede, Westochtersum) ersetzt. Die Schildbögen zeugen noch von der ursprünglichen Konstruktion.

Romano-Gotik

Reich gestaltete Ostseite der Grimersumer Kirche (2. Hälfte 13. Jh.)

Die Romano-Gotik ist ein Übergangsstil aus dem 13. und 14. Jahrhundert, der sich nur in der Provinz Groningen und im westlichen Ostfriesland als eigenständiger Architekturstil herausgebildet hat. Gelegentlich wird er auch als „Frühgotik“ bezeichnet.[16] Dieser Baustil hat sich deutlich aus der Romanik entwickelt, weist aber spezifische Ausprägungen auf, der ihn von rein romanischen Kirchen absetzt. Die romano-gotischen Kirchengebäude in Ostfriesland sind ausnahmslos aus Backstein errichtet und weisen eine Mauergliederung mit horizontal voneinander abgesetzten Ebenen auf, denen Blendnischen als Verzierung dienen. Auch die Giebeldreiecke des Transepts sind mit Nischen ausgestattet. Die anfänglich kleinen Bögen liegen vertieft in der Mauer und weisen runde Profile auf. Teilweise werden Wandverstärkungen und Strebepfeiler eingesetzt, die auf die Gotik vorausweisen. Insbesondere die Ostseite können mit Blendfeldern, Rautenmustern in den Giebeln, Okuli, Dreifenstergruppen, Konsolen und Bögen dekorativ gestaltet sein. Verschiedene Zierelemente nehmen die Gotik vorweg, aber nicht ihre Konstruktionsprinzipien. Im Inneren werden achtteilige Kreuzrippengewölbe eingesetzt, die oben so abgeflacht sind, dass die Rippen im Zentrum einen Kreis bilden. Innerhalb der Romano-Gotik hat sich eine Entwicklung vollzogen, indem die ältesten Beispiele einen reicheren Einsatz von Nischen und Giebeldekoration aufweisen als die jüngeren. Allmählich kamen diese weniger zum Einsatz, wurden die Fenster größer und vormals runde Bögen durch spitzbogige ersetzt, bis schließlich rein gotische Formelemente verwendet wurden.

Ein frühes Beispiel einer romano-gotischen Saalkirche ist die Dreifaltigkeitskirche in Collinghorst (um 1250). Der Ostgiebel der Grimersumer Kirche wird durch gestaffelte Blenden gegliedert, die darunter liegende Dreifenstergruppe wird von zwei Blendnischen flankiert. Heute werden die bis zum Boden laufenden Lisenen an den Jochgrenzen und den Ecken von neuzeitlichen Strebepfeilern fast völlig verdeckt. In Vellage wird die Vellager Kirche die Saalkirche aus dem 13. Jahrhundert von kleinen rundbogigen Fenstern und einem Zahnschnittfries geprägt. Die Groß Midlumer Kirche (um 1270 bis 1280) ist eine rechteckige Saalkirche mit halbrunder Ostapsis, die an der Nordseite noch über die originalen hochsitzenden kleinen Rundbogenfenster verfügt.

St. Mauritius in Reepsholt wurde im 13. Jahrhundert in drei Bauabschnitten fertiggestellt. Durch ein schmales Querschiff erhält die Saalkirche eine kreuzförmige Gestalt. Im unteren Bereich, der bis in vier Meter Höhe aus Granitquadern besteht, finden sich noch die rundbogigen Portale, während die obere Backsteinzone und der Chor aus dem dritten Bauabschnitt (um 1300) spitzbogige Fenster aufweist. Die Querschiffgiebel werden durch Rundblenden mit Fischgrätenverband und einem Dreipassfries verziert, die ansonsten nicht in Ostfriesland, wohl aber im niederländischen Friesland begegnen.[17] Der 7/10 polygonale Chorgrundriss geht auf westfälische Einflüsse zurück.[18]

Eilsumer Kirche mit Chorturm (um 1250)

Die einzige Chorturmkirche Norddeutschlands ist die Eilsumer Kirche. In einer ersten Bauphase wurde um 1240 der Turm über dem quadratischen Chor mit spätromanischen halbrunden Blendbögen und Bogenfriesen fertiggestellt. Ähnlich wie in Pilsum werden die Langseiten des um 1240 bis 1260 errichteten Schiffes durch zwei Ebenen mit rundbogigen Blendarkaden gegliedert, unten größere, flache und oben kleine, tiefere Bögen mit schmalen Rundbogen-Fenstern, die später nach unten erweitert wurden. Im Inneren weisen die Domikalgewölbe mit ihren spitzbogigen Gurt- und Schildbögen und schmalen Kreuzrippen bereits gotische Kennzeichen auf.[19] Im Mauerwerk finden sich vereinzelt Sandsteinquader. Neben Gotischem Verband findet sich auch Märkischer Verband.[20]

Der Ostteil der Reformierten Kirche in Bunde mit seiner gegenüber dem Langschiff (um 1200) aufwändigeren Gestaltung ist deutlich romano-gotisch geprägt und datiert aus der Zeit um 1270 bis 1280.[21] Die Wände des Chors sind außen in zwei Ebenen gegliedert: Der untere Bereich weist einen durchlaufende Rundbogen-Arkaden auf. Sie sind als Blendbögen mit Kapitellen auf Rundstäben gebaut, die in der Mitte mit Okuli versehen sind. Im oberen Teil der Ostwand ist ein Drillings-Spitzbogenfenster angebracht, das von zwei Blendfenstern mit Kleeblattbogen und Schachbrett- und Fischgrätmustern flankiert wird, in den Seitenmauern Blendfenster mit Rundbögen. Beim nördlichen Giebel ist noch das originale Rautenmuster erhalten.

Die Stapelmoorer Kirche in der Form eines griechischen Kreuzes ohne rechte Winkel datiert um 1300 und gilt als eines der bedeutendsten Sakralbauten Ostfrieslands. Gegenüber der architektonisch ähnlichen Kreuzkirche in Bunde blieb die Kirche in Stapelmoor von eingreifenden Umbauten verschont. Die äußere Anlage weist spitzbogige Fenster und Portale, Konsolfriese unter dem Dachgesims und Treppenfriese auf den Quergiebeln das übliche Drillingsfenster an der Ostseite auf. Im Inneren werden das Ost- und Westjoch mit einem achtrippigen Domikalgewölbe und die drei Querschiffjoche mit rippenlosen Kuppelgewölben abgeschlossen.[22]

Die Hatzumer St.-Sebastians-Kirche (Ende 13. Jahrhundert) mit zwei Blendfenstern an der Südwand war ursprünglich eine Kreuzkirche. Auf das ursprüngliche achtrippige Gewölbe weisen noch Vierungspfeiler, Schildbögen und Mauerverstärkungen hin.[23] Unten an den Chorwänden sind noch Reste der Rundbogen-Arkatur sichtbar.

Für Ostfriesland einzigartig ist der Vierungsturm der Pilsumer Kreuzkirche aus der Übergangszeit, der um 1300 im Rahmen einer dritten Bauphase aufgeführt wurde und mit seiner Blendengliederung bereits auf die aufkommende Gotik hinweist. Ältester Baukörper aus der Zeit um 1240 ist das Langschiff, das durch eine zweigeschossige Blendengliederung geprägt wird, bei der die oberen, kleineren Bögen zur Mitte hin leicht ansteigen. Im letzten Viertel des 13. Jahrhundert erfolgte der Anbau von Querschiff und Chor. Das Querschiff ist in drei nahezu quadratische Joche gegliedert und trägt an den Giebeln ein Rautenmuster aus Backsteinstäben zur Verzierung, an der Ostseite ein Rundbogenfries zwischen Ecklisenen.[24] Der Chor besteht aus einem quadratischen Joch und einer halbrunder Apsis, deren Wand durch drei Fenstern und innen und außen mit Rundbogenblenden gegliedert wird. Bauleute aus Kloster Marienfeld haben die Gewölbe über Vierung, Chor und Querschiff gestaltet.[25]

St.-Marien-Kirche in Marienhafe nach dem Teilabriss

Ein besonders eindrückliches Beispiel ganz eigener Art stellt die Marien-Kirche in Marienhafe dar. Unter Rückgriff auf die Bauformen des Osnabrücker Doms und französische Vorbilder wurde sie 1250 bis 1270 als monumentale dreischiffige Basilika errichtet. Von der ehemaligen Anlage mit Querschiff und sechsgeschossigem Turm blieb als Torso das verkürzte und erniedrigte Hauptschiff und der Turm mit vier Geschossen erhalten. Einst schmückten eine reiche bildhauerische Bauplastik mit Fabelwesen und Ungeheuern in 48 Nischen Chor und Querschiff und 200 Sandsteinreliefs die Traufe rund um die Kirche, deren Überreste im Turmmuseum aufbewahrt werden. Die Langseiten werden durch Lisenen und Blendbögen in drei Felder gegliedert, in die je zwei spitzbogige Fenster eingearbeitet sind, während die Ostmauer durch Blendfenster verziert wird. Das Innere wird durch stark profilierte Wandpfeiler und einen zweischaliger Obergaden mit Laufgang geprägt. Die ehemalige Sendkirche war bis zum Teilabbruch im Jahr 1829 der größte und bedeutendste Sakralbau Ostfrieslands und weit darüber hinaus im gesamten Küstengebiet der Nordsee.[26]

Die Warnfried-Kirche in Osteel stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, orientierte sich architektonisch an der Marienhafer Kirche und teilte auch deren Schicksal: Von der ursprünglichen Kreuzkirche mit Querschiff und Chor blieb nach einem Teilabbruch im Jahr 1830 nur das verkürzte Langschiff; der sechsgeschossige Turm wurde auf die Hälfte abgetragen. Wie auch in Marienhafe befand sich in den zweischaligen Mauern ursprünglich ein Laufgang, während außen in 47 Nischen Statuen angebracht waren.[27]

Zu den abschließenden Beispielen dieser Bauperiode zählt die Werdumer St.-Nicolai-Kirche mit ihren Ecklisenen und dem reich verzierten Gesims aus dem Jahr 1327. Auch der schwer datierbare Chor der Rhauder Kirche weist mit seinen rundbogigen Fenstern, dem polygonalen Grundriss und den Strebepfeilern auf den Übergangsstil.[28]

Gotik

Dreischiffige Ludgeri-Kirche in Norden mit Hochchor
Grundriss der Norder Ludgerikirche

Gegenüber der Romanik mit den kleinen Rundbogenfenstern und der einheitlichen Mauergliederung sind für die Gotik die größeren Spitzbogenfenster und die neuartige plastische Gestaltung der Wände charakteristisch. Durch eine neue Gewölbekonstruktion mit steileren Rippengewölben und mithilfe von Stützpfeilern an den Jochbögen wurde ein geringerer Einsatz von Steinmaterial ermöglicht.[29] Nach der Gotik wurden bis ins späte 19. Jahrhundert hinein keine Steingewölbe mehr in Ostfriesland gebaut. Charakteristisch für die gotische Bauepoche sind die polygonalen Chöre, die vielfach an die Stelle der halbrunden romanischen Apsen traten. Nur in Hage und Holtgaste finden sich spätgotische Choranbauten mit rechteckigem Grundriss.[30]

Gegenüber dem aufwändigen romano-gotischen Bausteil war im ländlichen Gebiet ein schlichterer Bautyp in der frühen Gotik weit verbreitet, wie beispielsweise in Campen, Freepsum, Loquard, Uphusen, Upleward und Visquard. Die Grundrisse wurden wieder einfacher gestaltet und verzichteten auf eine Apsis.[31]

Bei der Greetsieler und Manslagter Kirche (beide um 1400) ist ein Niedergang der bisherigen hohen Baukunst an der geringen Gebäudehöhe, der minderen Mauerqualität und den spärlichen Zierelementen abzulesen,[32] die recht willkürlich über die schlichten Fassaden verteilt sind. Bei beiden Kirchen wurde auf Strebepfeiler und Gewölbe verzichtet. Die Blenden sind durch schlichte Rücksprünge abgesetzt, während die Spitzbogenfenster lediglich schräge Laibungen ohne Profile aufweisen.[33]

Weithin sichtbar prägt der Hochchor der Norder Ludgeri-Kirche den heute größten Sakralbau in Ostfriesland, der als dreischiffiger Kathedralbau ausgeführt ist. Nach Einsturz des romanischen Querhauses um 1445 wurde ein neues im gotisches Stil aufgeführt. Zeitgleich entstand der heutige Chor, der mit 21 Metern Scheitelhöhe den übrigen Baukörper überragt. Ein gewölbter Chorumgang umgibt das aufstrebende Mittelschiff, das in drei Zonen mit profilierten Spitzbögen gegliedert ist: unten Bögen zwischen Hochchor und Umgang, in der Mitte Blendnischen und als Abschluss die Obergadenfenster mit schrägen Laibungen. Das Rippengewölbe ruht auf 13 Rundpfeilern, über deren Kapitelle die birnstabförmigen Gewölberippen ansetzen, die schließlich in Schlusssteinen ausmünden.[34]

Der spätgotische polygonale Choranbau der St.-Georgs-Kirche in Weener ersetzt seit 1462 die ursprüngliche Apsis. Durch drei große spitzbogige Fenster fällt Licht in den Raum. Die Konsolen im Chor zeugen noch vom ursprünglich vorhandenen Gewölbe. Vom Chorraum aus ist noch der große Triumphbogen zu sehen, der spitzbogig aufgeführt ist.[35] Vorbild für viele Kirchen dieser Gegend war die Groninger Martinikerk, wo in den Jahren 1445 bis 1481 ein monumentaler Hochchor entstand.[36]

Spätgotische Hinter Kirche

Die Hinter Kirche aus der Zeit um 1500 gilt neben der Norder Ludgeri-Kirche als bedeutendstes Kirchenbauwerk der Spätgotik in Ostfriesland.[37] Stilistische Übereinstimmungen bestehen mit dem nordniederländischen Kloster von Ter Apel und der ostfriesischen Baugruppe der Larrelter, Petkumer und Twixlumer Kirche. Möglicherweise wurde die Hinter Kirche nach dem Vorbild der Benediktiner-Klosterkirche von Sielmönken errichtet, die im Jahr 1505 geweiht wurde.[38] Die hervorragend erhaltene Backsteinkirche mit polygonalem Chor zeichnet sich außen durch starke Stützpfeiler, Fenster mit Sandsteinmaßwerk aus Fischblasen und Spitzbögen sowie ein umlaufendes Kaffgesims aus. Die Fenster der Nordwand sind heute teils zugemauert, teils ursprünglich als Blenden konzipiert. Der schlicht gestaltete Innenraum wird durch vier Joche mit Gurtbögen gegliedert. Im Chor findet sich ein dreistahliges Sterngewölbe, dessen Schild- und Gurtbogen bis zum Boden ragt, während im Langhaus die Netzgewölbe mit Zwischenrippen auf Kelchkonsolen ruhen.[39]

Die Einführung der Reformation in Ostfriesland beendete die gotische Bauphase.

Barock

Ostfriesland war von den Folgen des Spanisch-Niederländischer Krieg (1568–1648) betroffen. Aufgrund dessen ist kaum eine Bautätigkeit in der Renaissance zu verzeichnen. Eines der wenigen Beispiele aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) ist die Neue Kirche in Emden (1643–1648), die ebenso wie das Emder Rathaus (1574–1576) im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die rote Backsteinkirche aus dem Frühbarock wurde als protestantischer Zentralbau nach dem Vorbild der Amsterdamer Noorderkerk errichtet, weist aber vereinzelt noch Kennzeichen der Renaissance auf. Sie gilt als bedeutendster protestantischer Kirchenbau in Ostfriesland.[40] Gegenüber der Norderkerk, die über vier gleich lange Arme auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes verfügt, verzichtete man in Emden jedoch auf den Südflügel, sodass eine T-förmige Predigtkirche mit zentralistischer Tendenz entstand.[41] Die Giebelseiten sind im unteren Bereich mit je zwei großen rundbogigen Fenstern versehen. Darüber ist am Übergang zum Giebeldreieck ein Rundfenster angebracht, das von einem dekorativen Tympanon abgeschlossen wird. Helle Werksteinbänder lockern die Außenmauern auf. Die beiden dreieckigen Zwickel zwischen den Kreuzarmen werden durch Annexbauten gefüllt, die durch ihre diagonale Außenwand den Eindruck eines Zentralbaus verstärken.[40]

In der Regel sind die barocken Neubauten kleine Saalkirchen mit Rundbogenfenstern und durch Pilaster gegliederte Mauern, die in dieser Form bis in die Zeit des Klassiszismus hinein gebaut wurden.[42] Gegenüber dem süddeutschen Barock ist die norddeutsche Ausprägung wesentlich schlichter, weist aber dennoch typisch barocke Kennzeichen auf. Typisches Beispiel einer barocken Dorfkirche ist die St.-Maria-Kirche in Marienchor aus den Jahr 1668. Die rechteckige Saalkirche hat je vier Rundbogenfenster mit Pilastergliederung an den Langsseiten und zwei östliche Rundbogenfenster.[43] Statt der Ostapsis gibt es einen kleinen Westturm mit Pyramidendach, der mit einem Traufgesims und Lisenen verziert ist. Dazwischen dienen kleine paarige Rundbögen als Schallarkaden.

Die Große Kirche in Leer (1787), ein Zentralbau des ausgehenden Barock

Die protestantische Prägung Ostfrieslands spiegelt sich wie bei der Großen Kirche (1785–1787) und der Lutherkirche in Leer in kreuzförmigen Zentralbauten wider. Die Große Kirche in Leer orientiert sich an den Vorbildern der Emder Neuen Kirche und der Amsterdamer Noorderkerk.[44] Der achteckige Grundriss hat die Form eines griechischen Doppelkreuzes, dessen Kreuzarme durch Annexbauten gefüllt werden. Zum Kircheninneren hin und zu den umlaufenden Emporen ermöglichen geöffnete Rundbogen den Zugang. Große Rundbogenfenster versorgen die Annexräume mit Licht. An die Giebelseiten sind rundbogige Doppelfenster mit darüber einem Rundfenster angebracht. Der Glockenturm besteht aus einem quadratischen Untergeschoss, auf dem zwei sich verjüngende achteckige Geschosse ruhen, die in einer offenen Laterne münden.[45] Die Windfahne in Gestalt eines dreimastigen Segelschiffs, dem „Schepken Christi“, ist das Symbol der reformierten Kirche.[46]

Die Leeraner Lutherkirche von 1675 erhielt erst durch verschiedene Erweiterungsbauten im Laufe von gut zwei Jahrhunderten die Gestalt einer Kreuzkirche. Da die Seitenarme durch drei große Rundbögen auf Freipfeilern mit dem Langschiff verbunden sind, wird die Kirche durch das Langhaus beherrscht, während die Flügel abgetrennt erscheinen.[47] Die Gestalt des Glockenturms an der Westseite ähnelt deutlich dem Turm der Großen Kirche: Über quadratischem Sockel ist ein Oktogon errichtet, über dem sich die achteckige offene Laterne erhebt, die von einem Helm in Zwiebelform abgeschlossen wird. Er wird von einem Schwan bekrönt, dessen kleine Weltenkrone am Schwanenhals dankbar an Friedrich den Großen erinnert, der den westlichen Anbau im Jahr 1766 genehmigt hatte.[48]

Die Mennonitenkirche Norden (1662) war ursprünglich ein Patrizierhaus, das 1795 in ein Kirchengebäude umgestaltet wurde. Die barocke Carolinensieler Kirche (1776) ist die einzige Kirche, die auf einem Deich errichtet wurde. Etliche Barockkirchen ersetzten ältere Vorgängerbauten, wie die Woltzetener (1727), die Bedekaspeler (1728), Heseler (1742), Cirkwehrumer (1751), Nortmoorer (1751), Westerburer (1753) und die Amdorfer Kirche (1769), da die romanischen oder gotischen Gebäude offensichtlich abgängig waren oder durch Kriegshandlungen oder Überschwemmungen Schaden gelitten hatten. Die Innenausstattung vieler ostfriesischer Kirchen ist heute barock geprägt.

Klassizismus

Gegenüber der barocken Prachtentfaltung vollzieht sich im Klassizismus eine Rückbesinnung auf die klassische Antike, was sich architektonisch in klaren Formen mit geometrischen Strukturen und einer hellen Raumgestaltung äußert.[49] Hauptmerkmale sind repräsentative Eingangsportale mit Dreiecksgiebel, tragende Säulen und Lünettenfenster. In Ostfriesland ist der Übergang vom Barock zum Klassizismus allerdings fließend und in Einzelfällen kaum auszumachen.[50]

Die Reformierte Kirche (1812–1814) und die Lambertikirche (1833–1835) in Aurich wurden beide nach Plänen von Conrad Bernhard Meyer im Stil des Klassizismus errichtet. Die Reformierte Kirche ist der einzige klassizistische Zentralbau im Ems-Weser-Gebiet und orientiert sich mit seinen vier toskanischen Säulen unter dem Dreiecksgiebel über dem Eingangsportal am römischen Pantheon.[51] Durch ein rundes Oberlicht in der großen Halbkuppel, die auf acht korinthischen Säulen ruht, wird der kreisförmige Innenraum reichlich mit Licht versorgt. Hingegen ist die Lambertikirche als Saal- und Predigtkirche konzipiert, deren rechteckiger Grundriss nicht geostet, sondern quer nach Norden ausgerichtet ist.[52] Segmentbogenfenster und Lünetten erhellen den Raum, der an drei Seiten mit einer umlaufenden Empore ausgestattet ist, die von Säulen mit dorischen Kapitellen getragen wird.

Insbesondere kleinere klassiszistische Dorfkirchen zeichnen sich durch eine große Kontinuität zur barocken Architektur aus. So werden die Langseiten der Kirche in Grotegaste (1819) durch Pilaster in vier Wandfelder mit je einem großen Rundbogenfenster gegliedert, wie es ähnlich auch im Barock begegnete. Die Kirche Forlitz-Blaukirchen (1848) hat an den schlichten Langseiten je drei rundbogige Fenster ohne Pilaster. Jedoch ist der Westturm mit Spitzhelm und Eckpilastern, einem Portal mit einer Lünette und Schallarkaden unter einer Rundblende im einem rundbogigen Blendfeld reicher gestaltet.

Die turmlose Mennonitenkirche in Leer aus dem Jahr 1825 ist, abgesehen von dem repräsentativen Portal mit Dreiecksgiebel, entsprechend der mennonitischen Frömmigkeit innen und außen schlicht gehalten. Das flache Walmdach wird von einem starken Dachgesims abgeschlossen. Der kubusförmige Bau verfügt an den Langseiten über drei und an der Westseite über zwei Lünettenfenster.[53]

Historismus

St.-Magnus-Kirche in Esens mit ihren Mischformen (1854)
Neugotische Kirche in Münkeboe (1900) mit Seitenschiffen
Jugendstilkirche in Borssum (1913) von Otto March

Anders als die Epoche des Klassizismus präsentiert sich der Historismus wenig einheitlich und lässt Übergangsformen zum Klassizismus erkennen.[54] Verschiedene ältere Stilepochen werden imitiert, in Ostfriesland insbesondere in der Neugotik und auch der Neuromanik.

Die dreischiffige St.-Magnus-Kirche in Esens (1854) spiegelt den romantischen Historismus wider und vereint verschiedene Stilmerkmale zu einem einzigartigen geschlossenen Ganzen, das ohne Parallele geblieben ist.[55] So erinnert das Nebeneinander der kubusförmigen Baukörper Hauptschiff, östliches Querschiff und Westturm sowie die halbrunde Ostapsis an den Klassizismus, was durch Schmuckornamente und die horizontalen Bänder unterstrichen wird. Hingegen lässt das Innere mit den schlanken Bündelpfeilern und dem hölzernen und schmalrippigen Kreuzgewölbe an eine gotische Hallenkirche denken. Auch die Saalkirche St. Joseph in Weener (1842/43) ist mit ihrem Rundbogenstil dem romantischen Historismus der Schinkelschule verpflichtet.[56]

Zahlreiche neugotische Kirchengebäude entstanden in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Ersatz für abgängige Vorgängerbauten oder in den neu erschlossenen Moorgebieten,[57] so beispielsweise in Ostgroßefehn (1894/95) und Ostrhauderfehn (1896). Auf den Inseln wurden ebenfalls neugotische Gotteshäuser errichtet, wie die Evangelische Inselkirche (1879) und St. Ludgerus (1893) auf Norderney.

Die Loppersumer Kirche ist die erste neugotische Kirche in Ostfriesland, die die charakteristischen Hauptmerkmale dieses neuen Baustils aufweist: Spitzbogenfenster, abgetreppte Strebepfeiler und reich gestaltete Gesimse sowie ein polygonaler Chorabschluss. Da der gotische Glockenturm beibehalten wurde, fehlt der ansonsten typische Westturm. Die Strebepfeiler aus dieser Zeit haben weitgehend dekorative Funktion und müssen keine Gewölbekräfte aufnehmen, da die Innenräume mit hölzernen Mulden- oder Tonnengewölben abgeschlossen werden oder der Dachstuhl (wie bei der Holthuser Kirche) offen bleibt.[55]

Für Ostfriesland ungewöhnlich ist die Kirche zum guten Hirten in Münkeboe aus dem Jahr 1900. Sie verfügt über zwei Seitenschiffe, die mit je drei kleinen Walmdächern abgeschlossen werden, einen Westturm und einen polygonalen Chor. Charakteristisch für die Neugotik sind die Dreifenstergruppe, das Kaffgesims, die Spitzbogenblenden und Strebepfeiler sowie das Maßwerk.[58] Die Christus-Kirche in Hollen von 1896 hat ein Querhaus mit zwei Giebeln.

Gegenüber den zahlreichen neugotischen Kirchen finden sich nur wenige im Stil des Neuromanik. Die St.-Ludgerus-Kirche in Aurich (1849) hat profilierte neuromanische Fenster und einen geraden Chorabschluss. Über dem Eingangsportal sind im Giebel zwei schmale paarige Rundbogenfenster mit einer Rundblende in einer Nische angebracht. Die Giebelfront wird mit Ecklisenen, einem Bogenfries und einigen Zinnen verziert. Das rechte Drittel des Giebels ist einem Turm gewichen, der im Jahr 1903 in das vergrößerte Gebäude eingebaut wurde und die Zierformen des Giebels aufgreift. Ganz ähnlich ist die schlichte neuromanische Kirche in Moordorf von 1893 konzipiert, die im Jahr 1908 ihren Westturm erhielt, der mittig angebaut wurde. Mit ihren schlichten Formen, den zwei kurzen Querhausarmen und der runden Apsis sowie den Rundbogenfenstern und dem Fries an den Langseiten und am Turm knüpft die Kirche Zu den heiligen Schutzengeln auf Juist an die Architektur des 13. Jahrhunderts an. Heute wird das Gebäude von einer 1961 angebauten Halbrotunde geprägt, die breiter als das Langhaus ist. Sie hat ein durchlaufendes Fensterband unter der Traufe und durch Betonpfeiler abgegrenzte Felder mit je einem kleinen Rundfenster.[59]

Den Abschluss des Historismus bilden die Kirchen im Jugendstil auf Borkum (Reformierte Kirche, 1896/97) und Borssum (1912/13), die beide nach Plänen des Architekten Otto March errichtet wurden. Die Kirche in Borkum weist denselben Grundriss wie die Bergkirche in Osnabrück auf. In Borssum schließt an das Langhaus ein quer stehender Westbau an, aus dessen Mitte sich der wuchtige Westturm erhebt und das Gebäude dominiert. Die Langseiten haben Nischen mit Segmentbögen, in denen in zwei Ebenen Dreifenstergruppen angebracht sind. Die beiden Eingänge seitlich des Turms befinden sich in hohen Nischen, die von einer Dreifenstergruppe mit einem Dreipassbogen abgeschlossen werden. Die Mitte der Nische wird von einem geschwungenen Band verziert, das sich auch in drei Zonen in den Giebeln des Westbaus wiederfindet. Zwischen den Eingangsnischen sind im unteren Bereich des Turms vier kleine Rundbogenfenster angebracht. Dieselben fließenden Formen des Jugendstils beherrschen den Kirchturm, der in der Mitte vier schmale Blenden mit Segmentbögen aufweist, die im unteren Drittel von vier Segmentbogenfenstern durchbrochen werden. Die vier rundbogigen Schallarkaden darüber werden wieder von einem Dreipassbogen abgeschlossen.[58]

Moderne

In der Regel wurden die ostfriesische Kirchen auch im 20. Jahrhundert in traditioneller Bauweise aus Backstein erbaut. Kriegsbedingt zerstörte Kirchen gab es insbesondere in Emden, seltener auf dem Land, wie in Gandersum. In die Ruinen der Großen Kirche in Emden wurde 1992–1995 die Johannes a Lasco Bibliothek eingebaut. Einige Kirchen erlitten durch Bombenangriffe jedoch schwere Schäden wie in Leer (Christuskirche), Ditzum und Twixlum, die nach dem Krieg ausgebessert wurden.

Die im 20. Jahrhundert entstandenen Sakralbauten der zahlreichen Freikirchen in Ostfriesland sind im Vergleich mit anderen Regionen traditionell gestaltet und deutlich als Kirchen erkennbar. Architektonisch neue Wege geht die Stella Maris (1931) auf Norderney, die dem Stil der Neuen Sachlichkeit verpflichtet ist. St. Peter (1970) auf Spiekeroog ist in Form einer polygonalen Pyramide gestaltet.

Glockentürme

Zweigeschossiger Glockenturm in Midlum mit unterschiedlich großen Schallarkaden

Aufgrund des weichen Marschbodens wurden bei den meisten Kirchen die Glockentürme separat gebaut, um das Kirchenschiff nicht zu gefährden, wenn die Türme auf dem weichen Untergrund durch das Geläut in Schieflage gerieten. Ein extremes Beispiel dafür ist der schiefe Turm in Suurhusen. Glocken haben von Anfang an zur Ausstattung christlicher Sakralbauten gehört, wie der Fund von Bruchstücken einer Glocke in Etzel aus der Zeit um 1000 nahelegt.[60] Nachdem man zu Beginn Dachreiter für die Glocken einsetzte, ging man im 13. Jahrhundert auf freistehende Glockentürme zum „Parallelmauertyp“ über, bei dem mehrere parallel gezogene Wände durch Bögen miteinander verbunden wurden. Daneben findet sich der „geschlossene Typ“. Glockenhäuser konnten zweigeschossig sein und waren insbesondere im Westen Ostfrieslands architektonisch aufwändiger gestaltet, mit verzierten Giebeln und Blendfeldern. Die Reformierte Kirche in Bunde besaß ursprünglich zwei Chorflankentürme, die spätestens um 1500 zerstört wurden.

Ab dem Barock, insbesondere aber im 19. Jahrhundert, wurden bevorzugt Westtürme mit quadratischem Grundriss und Spitzhelm gebaut (Bunde/Ref. Kirche, 1840; Timmel, 1850; Weenermoor, 1867; Veenhusen, 1869). Vereinzelt wurde die Tradition beibehalten, das Glockenhaus separat zu errichten, im Barock (Weener, 1738; Carolinensiel, 1776), Klassizismus (Grotegaste, 1800; Aurich/Lamberti, 1835), Historismus (Hatzum, 1850) und in der Moderne (Gnadenkirche Tidofeld, 1948; Emmauskirche in Bunde, 1967). In Weener und Norden (14. Jahrhundert) trennt eine Straße den Turm vom Gotteshaus. In Rhaude (14. Jh.) und Ihrhove (15. Jh.) führt der Weg zur Kirche und auf den Friedhof durch den Glockenturm. Eigenwillig ist die achteckige Turmkonstruktion mit offener Laterne in Leer (Große Kirche, 1805), Ditzum (1846) und Jemgum (1846), die an einen Leuchtturm erinnert.

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen im ostfriesischen Küstenraum. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1986, ISBN 3-925365-07-9.
  • Peter Karstkarel: Alle middeleeuwse kerken. Van Harlingen tot Wilhelmshaven. 2. Auflage. Uitgeverij Noordboek, Groningen 2010, ISBN 90-330-0558-1.
  • Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3.
  • Robert Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. Soltau-Kurier, Norden 1989, ISBN 3-922365-80-9.
  • Ostfriesische Landschaft (Hrsg.): Kulturkarte Ostfriesland. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 2006, ISBN 3-932206-61-4.
  • Ingeborg Nöldeke: Der Stoff, aus dem die Kirchen sind. Granit, Tuff, Sandstein und Backstein als Baumaterial der mittelalterlichen Kirchen auf der ostfriesischen Halbinsel. 2. Auflage. Heiber, Schortens 2009, ISBN 978-3-936691-40-5.
  • Hans-Erich Reineck: Landschaftsgeschichte und Geologie Ostfrieslands. Sven von Loga, Köln 1994, ISBN 3-87361-244-5 (Geologische Exkursionen, Bd. 1).
  • Hans-Bernd Rödiger, Klaus Wilkens: Friesische Kirchen. Band 1: Im Jeverland und Harlingerland. Mettcker, Jever 1978.
  • Hans-Bernd Rödiger, Heinz Ramm: Friesische Kirchen. Band 2: Im Auricherland, Norderland, Brokmerland und im Krummhörn. 2. Auflage. Mettcker, Jever 1983.
  • Hans-Bernd Rödiger, Menno Smid: Friesische Kirchen. Band 3: In der kreisfreien Stadt Emden und im Landkreis Leer. 2. Auflage. Mettcker, Jever 1990.
  • Monika van Lengen: Inseln der Ruhe: Kirchen in Ost-Friesland. Leer 1996, ISBN 3-7963-0335-8.
  • Bauverein der Neuen Kirche Emden (Hrsg.): Bau–Brief. Mitteilungen aus dem Bauverein Neue Kirche Emden e.V.. Heft 2, Bretzler, Emden 2006 (Bau-Brief (PDF-Datei; 1 MB)).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Horst Haider Munske, Nils Århammar: Handbuch des Friesischen: Handbook of Frisian Studies. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2001, ISBN 3-4847-3048-X, S. 543.
  2. Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974, ISBN 3-925365-07-9, S. 105 (Ostfriesland im Schutze des Deiches; 6).
  3. Bau-Brief. 2006, S. 8 (online) (PDF-Datei; 1 MB) (abgerufen am 4. Mai 2010).
  4. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 27f.
  5. a b c d e f Reineck: Landschaftsgeschichte und Geologie Ostfrieslands. 1994, S. 148.
  6. Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 43f.
  7. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 46f.
  8. a b c Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, Karte im Anhang „Verbreitung der Bau- und Materialtypen im 12. und 13. Jahrhundert auf der ostfriesischen Halbinsel“.
  9. Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung: Zeugen der Eiszeit in den Wänden der Kirche von Marx, gesehen 30. Mai 2011.
  10. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 22.
  11. Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 13.
  12. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 48.
  13. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 23.
  14. Helmut Mudder: Der schiefste Kirchturm der Welt – Alte Kirche zu Suurhusen, Suurhusen 2008.
  15. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 284f.
  16. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 50.
  17. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 105f.
  18. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 107f.
  19. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 97
  20. Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Eilsum (PDF-Datei; 46 kB), gesehen 4. September 2011.
  21. ostfriesland.de: Sehenswürdigkeiten in Bunde, gesehen 1. September 2011.
  22. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 104.
  23. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 150f.
  24. Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Pilsum, Gemeinde Krummhörn, Landkreis Aurich (PDF-Datei; 51 kB), gesehen 4. September 2011.
  25. Reformiert.de: Ev.-ref. Gemeinde Pilsum, gesehen 4. September 2011.
  26. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 223f.
  27. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 230.
  28. Michael Heinze (Rhaude.de): Die Rhauder Kirche, gesehen 17. Mai 2011. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 182, datiert den Choranbau hingegen ins 15. Jahrhundert.
  29. Bau-Brief. 2006, S. 7f. (online (PDF-Datei; 1 MB) (abgerufen am 4. Mai 2010).
  30. Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 157.
  31. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 54.
  32. Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 151–153.
  33. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 61.
  34. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 86.
  35. Homepage der Kirchengemeinde Weener: Geschichte unserer Kirche, gesehen 20. September 2011.
  36. Walter Hilbrands: Zur Geschichte der reformierten Kirche in Weener. In: Kirchenrat der evangelisch-reformierten Gemeinde Weener (Hrsg.): Festschrift 300 Jahre Arp-Schnitger-Orgel. H. Risius, Weener 2010, S. 66.
  37. Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 109f.
  38. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 167.
  39. Hermann Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 169.
  40. a b Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 66f.
  41. Karl-Ernst Behre, Hajo van Lengen: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0, S. 278.
  42. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland: 2010, S. 28.
  43. Monika van Lengen: Rheiderlands Kirchen. Entdeckungsreise zu Gotteshäusern aus acht Jahrhunderten im Westen Ostfrieslands. H. Risius, Weener 2000, S. 21.
  44. Kirchbauverein Leer, gesehen 20. September 2011.
  45. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland: 2010, S. 138.
  46. Homepage der Großen Kirche Leer: Geschichtliches, gesehen 20. September 2011.
  47. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland: 2010, S. 135.
  48. Homepage der Lutherkirche Leer: Kirche, gesehen 20. September 2011.
  49. Van Lengen: Inseln der Ruhe. 1996, S. 81.
  50. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 71.
  51. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 207.
  52. Lamberti-Stiftung Aurich: Architektur, gesehen 27. September 2011.
  53. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 130.
  54. Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 72f.
  55. a b Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 73.
  56. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 173.
  57. Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. 2010, S. 29.
  58. a b Noah: Gottes Häuser in Ostfriesland. 1989, S. 74.
  59. Ostfriesischer Kurier vom 30. April 2010, gesehen 2. Oktober 2011.
  60. Haiduck: Die Architektur der mittelalterlichen Kirchen. 1986, S. 143.

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